{"id":6092,"date":"2024-02-07T12:27:34","date_gmt":"2024-02-07T11:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=6092"},"modified":"2024-02-07T19:16:13","modified_gmt":"2024-02-07T18:16:13","slug":"wie-der-mensch-sein-eigener-gott-wurde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/2024\/02\/07\/wie-der-mensch-sein-eigener-gott-wurde\/","title":{"rendered":"Wie der Mensch sein eigener Gott wurde"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Humanitarismus &#8211; Die Religion der Gottlosen<\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529660\">Inhaltsverzeichnis<\/a><\/h1>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#_Toc82529660\">Inhaltsverzeichnis&nbsp;<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529661\">Vorwort<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529662\">Der Glaube an \u201eden Menschen\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529663\">Das soll Religion sein?<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529664\">Nicht nur Gottglaube ist Religion<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529665\">Die Gottesebenbildlichkeit \u201edes Menschen\u201c<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529666\">Menschenreligion statt Gottesreligion<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529667\">Von der Transzendenz zur Immanenz<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529668\">Der Zeitgeis<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529669\">Umbruchzeiten<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529670\">Das \u201edritte Zeitalter\u201c und sein \u201e<em>Dux\u201c<\/em><\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529671\">Religion f\u00fcr die Massengesellschaft<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529672\">Die postmoderne Hintert\u00fcr f\u00fcr die Religion<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529673\">Der gro\u00dfe Reset<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529674\">Keine Verschw\u00f6rung<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529675\">Die Dogmen unserer Zeit<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529676\">Das Repr\u00e4sentationsdogma<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529677\">Von der Ungleichheit zur Gleichheit<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529678\">Die Sozialreligion<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529679\">Der Weg in den Sozialkollektivismus<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529680\">Wo steht der Feind?<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529681\">&#8222;Menschenverachtung&#8220; als moderne Gottesleugnung<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529682\">Wieder in der religi\u00f6sen Vorzeit<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529683\">Ausblick<\/a><\/li><li><a href=\"#_Toc82529684\">Quellenverzeichnis<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529661\">Vorwort<\/a><\/h1>\n\n\n\n<p>Der Humanitarismus w\u00e4re nicht die erste Religion ohne Gott. Vor altersgrauer Zeit glaubte man an eine Natur voller beseelter B\u00e4ume, Tiere, Pflanzen und Quellen. Die Menschen f\u00fchlten sich als Teil von ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>Es vergeht kein Tag, in denen nicht irgend jemand etwas \u201eaus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u201c von uns verlangt. Der Humanitarismus ist zur neuen Religion geworden und hat strenge Gebote. Wir werden uns hier \u00fcberzeugen, da\u00df er eine echte Religion ist, die Religion unserer nur scheinbar unreligi\u00f6sen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Epoche hat ihre eigene Metaphysik. Nicht jede Religion pa\u00dft zu jedem Gesellschaftssystem. Je nach \u00f6konomischen, demografischen und historischen Rahmenbedingungen wandelt sich der zeitbedingte Inhalt des Glaubens; strukturell \u00e4ndert sich dabei aber nichts. Jede Gesellschaftsstruktur hat eine objektive Funktionsweise. Ihre mentale Hauptstr\u00f6mung mu\u00df dieser entsprechen. Heute l\u00e4\u00dft der Humanitarismus die industrielle Massengesellschaft funktionieren. Sie ist ein Sein, das unser religi\u00f6ses Bewu\u00dftsein bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Masse der Menschen mu\u00df an die tragenden Prinzipien einer Gesellschaft glauben, damit sie funktioniert. In den Tiefenschichten weit unterhalb des Bewu\u00dftseins lenkt uns ein jeweiliger Glaube. Wir wollen dieses Unhinterfragte hier hinterfragen, analysieren und werden zu dem Ergebnis gelangen, da\u00df es eine echte Religion bildet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529662\">Der Glaube an \u201eden Menschen\u201c<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Offenkundig kann es in den K\u00f6pfen der gro\u00dfen Masse kein dauerhaftes Glaubensvakuum geben. Wer mit Erbschuld, S\u00fcnde und \u201efroher Botschaft\u201c nichts anfangen kann, ersetzte in den meisten F\u00e4llen nur den Glauben an den biblischen Gott durch einen anderen Glauben: den an <em>den Menschen<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eDer Mensch\u201c bildet den Dreh- und Angelpunkt einer neuen inoffiziellen Staatsreligion unserer Tage. Als h\u00f6chstes Wesen trat er seit der Renaissance an die Stelle Gottes, und zwar gerade nicht irgendein wirklicher Einzel\u00admensch oder viele bestimmte Einzelmen\u00adschen, sondern eine abstrakte Idee vom <em>Menschen an sich<\/em>. Wenn bisher Gott das sittliche Gute verk\u00f6rperte, fiel diese Rolle jetzt dem Menschen zu. Das rief schon bald Spott hervor:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Weil diese zur <em>Menschlichkeit<\/em> vollen\u00addete Sittlichkeit mit der Re\u00adli\u00adgi\u00adon, aus der sie geschichtlich hervorge\u00adgangen, sich v\u00f6llig aus\u00adein\u00adan\u00adder\u00adgesetzt hat,&#8220; prognostizierte&nbsp; Max Stirner 1845, &#8222;so hinderte sie nichts, auf eigene Hand Religion zu werden.&#8220; Dazu komme es, wenn dem Menschen der Mensch das h\u00f6ch\u00adste We\u00adsen sei: &#8222;Hat man da nicht wieder den Pfaf\u00adfen? Wer ist sein Gott? <em>Der<\/em> Mensch? Was ist das G\u00f6ttliche? Das Mensch\u00adliche!&#8220;<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Wenn Stirner die Humanit\u00e4t als die Staatsreligion des freien Staates bezeichnete<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>, kommt er unserer Gegenwart auff\u00e4llig nahe. Es wird wieder verg\u00f6tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Religion wird von vielen nicht bewu\u00dft wahrgenommen. Sie gibt dem verflochtenen Gewebe unserer Politik aber ihre eigene Struktur vor. Die Webf\u00e4den der neuen Religion pr\u00e4gen zutiefst ihr Erscheinungsbild. Unsere politischen Entscheidungstr\u00e4ger handeln nicht pragmatisch so, wie es unserem realen Interesse entspricht. &#8222;Humanit\u00e4re&#8220; Ideale haben Vorrang. Sie handeln ideologisch, und ihre Ideologie beinhaltet einen religi\u00f6sen Glauben. Wir sind ungewollt zu Glaubenskriegern geworden, die mit ihrem Humanitarismus die ganze Welt begl\u00fccken wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Verfechter sind tief gl\u00e4ubig. W\u00e4hrend andere einen Gottesstaat auf Erden errichten wollen, verg\u00f6tzen sie \u201eden Menschen an sich\u201c und wollen \u201edie humane eine Welt\u201c schaffen. Politik soll \u201emenschlich\u201c sein. Sie sehen die bestehende Welt durch die Brille ihres Glaubens als ein humanit\u00e4res Jammertal. Ihre eigene und damit Deutschlands Mission sehen sie darin, global zu intervenieren, wo immer &#8222;die Menschenrechte verletzt&#8220; werden oder sich irgend jemand &#8222;in Not&#8220; befindet. Diese Politik ist in Afghanistan eindrucksvoll an der Realit\u00e4t zerschellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie gef\u00e4hrdet unsere eigene Existenz, besonders, wenn &#8222;aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden&#8220; immer weitere V\u00f6lkerschaften in Deutschland angesiedelt werden. Diese haben freilich ihre eigenen Religionen und denken nicht im Traum daran, die Visionen unserer politischen Klasse f\u00fcr sich zu \u00fcbernehmen. Gott zu vergessen und den Menschen zu verg\u00f6ttern, erscheint ihnen als nicht zu duldende Gottesl\u00e4sterung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"479\" height=\"682\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2022gv.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6100\" srcset=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2022gv.jpg 479w, http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2022gv-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 479px) 100vw, 479px\" \/><figcaption>Der Text wurde 2022 von Die Deutschen Konservativen e.V. gedruckt und herausgegeben.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"492\" height=\"854\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Impressum-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6101\" srcset=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Impressum-1.jpg 492w, http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Impressum-1-173x300.jpg 173w\" sizes=\"auto, (max-width: 492px) 100vw, 492px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529663\">Das soll Religion sein?<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Bilden die Fridays-For-Future-Kinder eine Religion? Gibt es \u00fcberhaupt einen strukturellen Unterschied etwa zu Fronleichnamsprozessionen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer konfirmiert oder gefirmt ist und in dem Glauben aufwuchs, man sei eben entweder kirchentreu, religi\u00f6s oder gottlos, neigt zu einem engen Verst\u00e4ndnis, was Religion ist. Wer von ihr spricht und nur an die Institution Kirche, und wer von Politik spricht, an den Staat denkt, \u00fcbersieht:<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Objektiv ist der Glaube an einen biblischen Gott nur eine von vielen Spielarten der Religiosit\u00e4t. Wer etwas wie ein Heiliges verehrt, ist religi\u00f6s, ob das ein pers\u00f6nlicher Gott ist, der Weltgeist, eine spirituell geisterf\u00fcllte <em>Sch\u00f6pfung<\/em> oder was auch immer. Im engeren Sinne Religion ist jeder Glaube an etwas den Menschen kategorial \u00dcbergeordnetes, dem man jedenfalls \u00dcbermenschliches zutraut, das als heilig verehrt werden mu\u00df und dem man besser gehorcht.<\/p>\n\n\n\n<p>Politisches Denken hingegen unterscheidet den weltlichen Freund vom Feind, darin besteht sein Wesen.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Dieser mu\u00df weder b\u00f6se noch h\u00e4\u00dflich sein, um zur eigenen Selbstbehauptung bek\u00e4mpft zu werden. Politik kann sich aber der Religion bedienen oder unentwirrbar mit ihr verschmelzen. Dann wird der Gegner zum Ungl\u00e4ubigen, mit dem es keinen Frieden geben kann. Gl\u00e4ubige Massen lassen sich leichter mobilisieren. Sie gehen williger in den Tod, wenn sie in ihrem Opfer einen h\u00f6heren Sinn sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem weiter gefa\u00dften, funktionalen Sinn geh\u00f6rt Religion in den Rahmen aller Vorstellungen, das Universum sei von M\u00e4chten oder ideellen Gesetzen erf\u00fcllt, die wir im gesellschaftlichen Bereich unbedingt zu beachten h\u00e4tten. Weil sie keine physikalische, also in unserer materiellen Welt auffindbare Wurzel haben, nennt man sie metaphysisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche sind in staatlich erlassenen Gesetzen enthalten, aber etwas grunds\u00e4tzlich anderes: Sie nehmen f\u00fcr sich ewige, vorstaatliche Geltung in Anspruch. Die Schwelle zur Religion wird \u00fcberschritten, wo ein Staat seine Gesetzgebung nicht als Menschenwerk bezeichnet. Wo er behauptet, seine Gesetze seien von G\u00f6tterhand diktiert oder best\u00e4tigten nur ein ewiges, universelles Gesetz, verwandelt er einen Teil der B\u00fcrger in Ungl\u00e4ubige. Diese gehorchen zwar willig dem staatlichen Gesetz, glauben aber nicht an die ewige Geltung seiner Grundannahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Religion war es bereits, als Menschen sich vor Zeiten alles Lebende als beseelt vorstellten: Der Geist des erlegten B\u00fcffels wurde rituell bes\u00e4nftigt. Den Geistern Verstorbener lie\u00df man im Steinkistengrab ein Seelenloch, damit der Geist nach Belieben aus- und einfliegen konnte. B\u00e4ume, Quellen, ja selbst Steine oder Berge enthielten ihren je eigenen Geist, mit dem man klugerweise nicht aneinandergeriet. Dieser Animismus kam noch ohne G\u00f6tterpersonen aus und war doch vollendete Religion, von deren Inhalt wir nicht mehr viel wissen. Er lebt bei uns als Aberglauben und bei Eingeborenenst\u00e4mmen in Naturreligionen fort.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne diesen Geister- und Seelenglauben v\u00f6llig zu verdr\u00e4ngen, legte sich eine religi\u00f6se Kulturschicht nach der anderen dar\u00fcber: In christlicher Zeit sanken diese Geistwesen zu Unholden herab, b\u00f6sen Geistern oder Gespenstern. Der Glaube an sie aber blieb.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529664\">Nicht nur Gottglaube ist Religion<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer seine Interessen sozial wirksam einbringen will, gibt sie als Ausdruck \u00fcber dem Menschen stehender &#8211; metaphysischer &#8211; Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten aus. Das wu\u00dfte schon Machiavelli. Ein Mensch sieht in dem Augenblick seine Macht vermehrt, in dem er nicht mehr auf die eigenen, notwendig begrenzten Kr\u00e4fte allein angewiesen ist, sondern seine T\u00e4tigkeit in Verbindung mit den h\u00f6heren Kr\u00e4ften setzt, die in seinem Weltbild obwalten.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Was diese erfordern, konkretisiert sich in komplexen Ideologien. Ihnen liegt immer ein Glaube an nicht hinterfragbare &#8211; metaphysische &#8211; Axiome zugrunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Historisch haben solche umfassenden metaphysischen Systeme gew\u00f6hnlich die Form von Religionen angenommen. Auch ohne einen personalen Gott ist es Religion, wenn der Schamane eines Stammes die Geister der Ahnen beschw\u00f6rt oder der Medizinmann behauptet, jeder Baum, Flu\u00df oder Stein habe eine Seele. Den M\u00e4chten des Himmels und der Erde ausgesetzt, verg\u00f6tterte man die Naturkr\u00e4fte und gab ihnen Namen. Die anthropomorphen Personifikationen von G\u00f6ttern flossen in der Idee eines einzigen Gottes zusammen. Ihm schrieb man schlie\u00dflich die Geltung von Geboten zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es auch Gebote ohne einen Gott, der sie erlie\u00df? Die neue Religion unserer Tage glaubt das. Sie nennt sie nur nicht so. Sie bezieht sich immer auf \u201eden Menschen\u201c zur\u00fcck und spricht etwa von Geboten der Humanit\u00e4t. Diese konkretisieren sich in allerlei h\u00fcbschen \u2026ismen, von denen jeder in bestimmter Funktion \u201eder Humanit\u00e4t\u201c zuarbeitet:<\/p>\n\n\n\n<p>So glaubt man denn heute an den Pluralismus<a href=\"#_ftn6\" id=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>,&nbsp; einer Systemeigenschaft unserer industriellen Massengesellschaft. In Zeiten des Mangels galt Askese als ethisches Gebot. Heute glaubt man an \u201eSelbstverwirklichungsideologien, die sehr oft mit allerlei Mystizismen oder Exotismen verflochten sind und den Massenkonsum des massenhaft Produzierten f\u00f6rdern, indem sie fr\u00fchere ethische Hemmungen aus dem Weg schaffen.\u201c<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Man glaubt an die metaphysische Gleichheit aller Menschen und verteufelt jene St\u00f6renfriede, die kleinlaut auf gewisse empirische Unterschiede hinweisen. Es geh\u00f6rt zu den typischen Merkmalen vieler Religionen und metaphysischer Weltdeutungen, Hirngespinste zur Erkl\u00e4rung realer Ph\u00e4nomene heranzuziehen und sich bis zur Weltflucht in sie hineinzusteigern.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese drehen sich neuerdings um &#8222;den Menschen&#8220;, ein Abstraktum, da\u00df angeblich &#8222;frei geboren&#8220; sein soll und doch \u00fcberall in Ketten liege. Schon 1845 prophezeite Max Stirner: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Bestrebungen der Neuzeit zielen dahin, das Ideal des \u00bbfreien Menschen\u00ab aufzustellen. K\u00f6nnte man&#8217;s finden, g\u00e4b&#8217;s eine neue &#8211; Religion, weil ein neues Ideal, g\u00e4be ein neues Sehnen, ein neues Abqu\u00e4len, eine neue Andacht, eine neue Gottheit, eine neue Zerknirschung.\u201c<\/p><p>Max Stirner<a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529665\">Die Gottesebenbildlichkeit \u201edes Menschen\u201c<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Man glaubt heute &#8222;im Westen&#8220; an das Abstraktum eines Menschen an sich, dem das vor Zeiten nur Gott zukommende Attribut der W\u00fcrde zugemessen wird. Nicht nur <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201ealle pr\u00e4gnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind s\u00e4kularisierte theologische Begriffe.\u201c <\/p><p>Carl Schmitt<a id=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>So ist die \u201eOmnipotenz des modernen Gesetzgebers, von der man in jedem Lehrbuch des Staatsrechts h\u00f6rt, nicht nur sprachlich aus der Theologie hergeholt.\u201c<a id=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Mehr noch: Alle ideologischen Begriffe und Phrasen unserer Zeit sind ohne ihre theologischen Vorl\u00e4ufer nicht erkl\u00e4rlich, was ihren religi\u00f6sen Kern enth\u00fcllt. Udo Di Fabio, 1999 bis 2011 Richter am Bundesverfassungsgericht, identifizierte als materiellen Kern der Idee und den Sinn des Begriffs &#8222;W\u00fcrde des Menschen&#8220; die s\u00e4kularisierte christliche Vorstellung von der Gottesebenbildlichkeit jedes Menschen:<a id=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDer moderne Ursprung dieser radikalen Idee liegt auf der Hand. Der Humanismus, repr\u00e4sentativ verewigt durch die kleine Schrift <em>Pico della Mirandolas<\/em> \u00fcber die W\u00fcrde des Menschen, beginnt die Konstruktion seines Ideengeb\u00e4udes mit einer im Grunde nur notd\u00fcrftig kaschierten Gottesl\u00e4sterung. Die biblische Offenbarung, wonach jeder einzelne Mensch ein Ebenbild Gottes sei, wird von seinen transzendenten theologischen Wurzeln und den praktischen Demutsermahnungen getrennt. Die jeweils einzelne Gottesebenbildlichkeit wird zur Identit\u00e4t des Menschseins schlechthin gemacht, wenn jeder Mensch auf Erden in den Rang eines gottgleichen Sch\u00f6pfers erhoben wird und jeder als Sch\u00f6pfer seines Schicksals, im Range gleich.\u201c<\/p><p>Udo Di Fabio<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das hat unmittelbare Folgen f\u00fcr die Position des Ich im Kosmos: Es r\u00fcckt in sein Zentrum. Egozentrisch beurteilt man alles andere danach, wie es sich f\u00fcr das zarte Ego \u201eanf\u00fchlt\u201c. \u201eJede Frage des Lebensstils, jeder Lebensentwurf will nun genau bedacht sein. Es entsteht das, was der Soziologe Ulrich Beck die postreligi\u00f6se Theologisierung des Alltags genannt hat: \u00bbDie Entscheidungen der Lebensf\u00fchrung werden \u2039vergottet\u203a. Fragen, die mit Gott untergegangen sind, tauchen nun im Zentrum des Lebens neu wieder auf.\u00ab Es gibt keine belanglosen Entscheidungen mehr. Alles wird wichtig und bekommt Bedeutung. Jede Lebenshandlung hat nun symbolischen Gehalt. Jeder Einkauf, jeder Jobwechsel, jeder Sexualpartner wird zu einem Bekenntnis f\u00fcr einen bestimmten Lebensentwurf. Das Ich ist sein eigener Erl\u00f6sergott geworden.\u201c<a id=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Damit ist die Infantilisierung der neuen Gl\u00e4ubigen perfekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders sieht ein auf Gott zentriertes Weltbild aus. Aus traditionell christlicher Sicht erscheint ein Glaube, der den Menschen statt Gottes in den Mittelpunkt der Verehrung stellt, als H\u00e4resie. Zum Wesenskern des Christentums geh\u00f6rt der Glaube an die S\u00fcndhaftigkeit des Menschen. Ihretwegen h\u00e4tten wir vor seinen Augen allenfalls aus g\u00f6ttlicher Gnade und Liebe Bestand. Keinesfalls seien aber alle Menschen von Natur aus gut, im Gegenteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Der katholische Spanier Donoso Cort\u00e9s beschrieb es 1851 so:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p> <em>\u201eRichtet die Augen auf den endlosen Strom der Zeiten und seht, wie tr\u00fcbe und kotverschmutzt die Wasser dieses Flusses daherkommen, den die Menschheit bef\u00e4hrt: Am Bug des Schiffes stehen Adam, der Rebell, und dann Kain, der Bruderm\u00f6rder, und hinter diesem der Haufe von Leuten ohne Gott und ohne Gesetze, Gottesl\u00e4sterer, Konkubinarier, Blutsch\u00e4nder, Ehebrecher, selbst die wenigen, die Gott verherrlichen, vergessen zuletzt Seine Glorie und Seine Herrlichkeiten, und gemeinsam fahren alle, mit aufr\u00fchrerischem Geschrei, auf dem ger\u00e4umigen Schiff ohne Kapit\u00e4n die schmutzigen Stromschnellen des gro\u00dfen Flusses hinab, mit schrecklichem und j\u00e4hzornigem Jauchzen wie eine meuternde Besatzung. Und sie wissen nicht, wohin sie fahren, noch woher sie kommen, noch wie das Schiff hei\u00dft, das sie tr\u00e4gt, noch welcher Wind sie voranst\u00f6\u00dft. Wenn sich von Zeit zu Zeit eine d\u00fcstere, prophetische Stimme erhebt und ruft: \u00bbWehe den Schiffern! Wehe dem Schiff!\u00ab, so h\u00e4lt das Schiff doch nicht an, noch h\u00f6ren die Schiffer zu; und die Wirbelst\u00fcrme rasen heftiger, und das Schiff beginnt, in den Spanten zu \u00e4chzen, und weiter gehen die unz\u00fcchtigen T\u00e4nze und die \u00fcppigen Gelage, die Salven irren Gel\u00e4chters und das wahnsinnige L\u00e4rmen, bis, in einem feierlichen Augenblick, dies alles pl\u00f6tzlich endet: die \u00fcppigen Gelage, die Salven irren Gel\u00e4chters, das \u00c4chzen des Schiffes und das Heulen der Wirbelst\u00fcrme. \u00dcber all das breiten sich die Wasser, und die Stille ist \u00fcber den Wassern, und Gottes Zorn ist \u00fcber den stillen Wassern.&#8220;<\/em><\/p><p>Juan Donoso Cort\u00e9s<a id=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein v\u00f6llig anderes Menschenbild spricht dagegen aus den Vertretern des Humanitarismus. Linkshegelianern war schon im 19. Jahrhundert klar, da\u00df die Menschheit jetzt an die Stelle Gottes treten m\u00fcsse, und sprachen es nicht weniger entschieden aus als Proudhon.<a href=\"#_ftn15\" id=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Die \u201eMeuterei\u201c auf dem metaphorischen Schiff \u201eMenschheit\u201c war vollbracht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529666\">Menschenreligion statt Gottesreligion<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Glaube an Gott und seine g\u00f6ttliche W\u00fcrde ist dem Glauben an den Menschen an sich und an menschliche W\u00fcrde gewichen. Auf religi\u00f6ser Ebene war das die zwangsl\u00e4ufige Konsequenz, jetzt den Menschen an sich zum Gegenstand religi\u00f6ser Verehrung erhoben zu haben. Ist er n\u00e4mlich nach Gottes Bilde und Gottes W\u00fcrde gottgleich, dann ist er aus religi\u00f6ser Sicht entsprechend zu verg\u00f6ttern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus politischer Sicht f\u00fchrt das umstandslos zu einer humanit\u00e4ren Ideologie, die etwas quasi G\u00f6ttliches in jeden einzelnen Menschen projiziert. Gott wird als waltende Person verabschiedet oder neutralisiert, indem man ihm nur noch die Rolle eines ersten Urhebers zuweist, der sich sp\u00e4ter zur Ruhe gesetzt hat. Er l\u00f6st sich im pantheistischen Weltbild gewisserma\u00dfen in seine Bestandteile auf. Das G\u00f6ttliche wohnt dann nicht mehr jenseits <em>im Himmel<\/em>, sondern ist jedem Menschen immanent.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon 1847 war Pierre Joseph Proudhon aufgefallen, da\u00df der Sozialismus \u201eden Menschen verg\u00f6ttlicht, indem er das Dogma vom S\u00fcndenfall verwirft und somit Gott, der hinfort zur Vervollkommnung seiner Kreatur \u00fcberfl\u00fcssig ist, entfernt.\u201c<a href=\"#_ftn16\" id=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Objekt der Anbetung in der neuen Menschenreligion ist der Mensch, allerdings kein bestimmter, sondern die abstrakte Vorstellung seiner neuen Priesterkaste von einem Menschen an sich. Sie mi\u00dft jetzt ihm die vormals Gott vorbehaltenen Attribute wie das der W\u00fcrde zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Le Bon hatte in seinem Werk betont, da\u00df eine Religion keines Gottes im Jenseits bedarf: \u201eNicht nur wenn man eine Gottheit verehrt, ist man religi\u00f6s.\u201c<a href=\"#_ftn17\" id=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Auch wer zu der Sozialreligion unserer Epoche bekehrt ist, dient und opfert ihr willig &#8211; sogar eigene Interessen. Anders ist es nicht zu verstehen, da\u00df immer wieder Parteien gew\u00e4hlt werden, die uns den Gro\u00dfteil unseres Erarbeiteten wegnehmen und umverteilen. \u201eDas Ziel dieser Heilsbekehrung ist erreicht, wenn der Mensch sich im Glauben an ein zuk\u00fcnftiges Ganzes einer \u201eneuen Gesellschaft\u201c gegen seine konkreten, zeitlich und sozial beschr\u00e4nkten Interessen wendet. [\u2026] Auf diese \u201eBewu\u00dftseins\u00e4nderung\u201c zielt die neue Heilsreligion.\u201c<a href=\"#_ftn18\" id=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die mittelalterliche Scholastik hatte an ewig g\u00fcltige Wahrheiten geglaubt, die uns durch die Bibel offenbart seien und die unver\u00e4nderlich f\u00fcr alle Zeiten festst\u00fcnden. Im 19. Jahrhundert nahm man dagegen die st\u00e4ndige &#8222;Bewu\u00dftseinsver\u00e4nderung&#8220; und den Wandel religi\u00f6ser Anschauungen wahr. Aus religi\u00f6ser Warte beteiligte sich daran der Rabbiner Samuel Hirsch (1815-1889). Er sah die Glaubensverschiedenheiten durch einen historischen Proze\u00df bedingt. &#8222;Sein Resultat ist die Religion der Neuzeit, der Toleranz, nicht aus Indifferentismus, sondern aus Religion, der Humanit\u00e4t, der Menschlichkeit, der wahren, praktischen, glaubensinnigen Liebe.&#8220;<a href=\"#_ftn19\" id=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Da\u00df die Humanit\u00e4t sich zur Religion hin entwickelte, hat man damals noch sch\u00e4rfer erkannt als heute. Die religi\u00f6se Verehrung des Menschen bildete \u201edie letzte Metamorphose der christlichen Religion.\u201c<a href=\"#_ftn20\" id=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sie begrub nicht nur den traditionellen Bibel- und Gottglauben des Christentums, sondern verwandelte auch einen Teil des Judentums. \u201eDieselbe Zeit, welche in den christlichen Kirchen dem Geiste der Aufkl\u00e4rung Bahn brach, lie\u00df den Talmudismus der Humanit\u00e4tsreligion erliegen. Die tiefsten Ursachen dieser gewaltigen Ver\u00e4nderung liegen so wenig im Judentum als in den christlichen Kirchen. Es sind die, die allgemeine Kulturentwicklung tragenden Ideen, welche auf alle religi\u00f6sen Gemeinschaften gleich sehr einwirkten.&#8220;<a href=\"#_ftn21\" id=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> In diesem Sinne unterschied der Theologe David Friedrich Strau\u00df (1808-1874) den &#8222;historischen Jesus&#8220; von einem in der menschlichen Natur liegenden Urbilde des Menschen, wie er sein soll.&#8220; Das unabweisbare Ergebnis der neueren Geistesentwicklung sei die &#8222;Fortbildung der Christusreligion zur Humanit\u00e4tsreligion.&#8220;<a href=\"#_ftn22\" id=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Peinlich ber\u00fchrt durch die Einordnung als Religion nennen ihre modernen Gl\u00e4ubigen sie jetzt Humanitarismus. Am liebsten verzichten sie auch auf diesen Begriff und behaupten ohne weitere Begr\u00fcndung, ihr \u201ehumanit\u00e4res\u201c Anliegen sei schlechterdings Menschenpflicht. Sie nehmen f\u00fcr sich gern Rationalit\u00e4t in Anspruch. Wer ihnen diese angebliche Pflicht auferlegt haben soll, welchen religi\u00f6sen Kern sie hat oder wie sonst man sie philosophisch begr\u00fcnden k\u00f6nnte, verm\u00f6gen sie aber gew\u00f6hnlich nicht zu hinterfragen. Wo ihr Glaube beginnt, h\u00f6rt ihre Rationalit\u00e4t auf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529667\">Von der Transzendenz zur Immanenz<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Die philosophische Aufkl\u00e4rung lie\u00df es immer weniger Gelehrten plausibel erscheinen, es gebe ein transzendentes Jenseits, in dem Gott, Engel und dergleichen wohnen und von wo aus Gott waltet. \u201eDie gro\u00dfe Linie der Entwicklung geht zweifellos dahin, da\u00df bei der Masse der Gebildeten alle Vorstellungen von Transzendenz untergehen und ihnen entweder ein mehr oder weniger klarer Immanenz-Pantheismus oder aber eine positivistische Gleichg\u00fcltgkeit gegen jede Metaphysik evident wird.<sup>\u201c<a href=\"#_ftn23\" id=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Immanenz-Metaphysik liegt dem seit dem 17. Jahrhundert aufbl\u00fchenden Naturrecht zugrunde. Naturrechtler retteten die wichtigen Grundregeln des sozialen Zusammenlebens vor der Beliebigkeit, indem sie diese in den Menschen hineinverlegten: Ihre Immanenzmetaphysik besagt: Jedem Menschen wohnen von Geburt an moralische Eigenschaften inne:<\/p>\n\n\n\n<p>Erst projizierten sie ihre Moralvorstellungen in ihren \u201eMenschen an sich\u201c hinein. Dann holten sie diese wie die Kaninchen aus dem Zylinder als Sollensforderungen wieder aus ihm heraus: \u201eDer Mensch\u201c sei von Natur aus nett, sollte folglich nett zueinander sein. Er sei gut und t\u00f6te nicht, also sollen wir nicht t\u00f6ten, nicht stehlen, nicht die Ehe brechen und so fort. Der Ursprung&nbsp; der altbekannten Gebote wurde vom g\u00f6ttlichen Befehl zu einer allgemeinen Eigenschaft \u201edes Menschen\u201c umgedeutet. Um dem Vorwurf der Gottlosigkeit zu entgehen, verteidigten sie sich treuherzig: Genau so habe Gott die Menschen eben geschaffen: mit eingebauten moralischen Geboten gewisserma\u00dfen. Wer gegen sie versto\u00dfe, handele \u201einhuman\u201c. Da\u00df zum menschlichen Verhalten leider auch Grausamkeit, Neid, Mi\u00dfgunst und Ha\u00df geh\u00f6ren, verdr\u00e4ngten sie gro\u00dfz\u00fcgig. Sie sehen das nicht als menschliche Verhaltensweisen an, sondern als unmenschliche.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne einen Gott als letzte Ursache l\u00e4\u00dft sich aber nicht begr\u00fcnden, im Menschen wohnende moralische Gebote m\u00fc\u00dften schlechterdings befolgt werden. Wer das Natur\u00adrecht als ohne Gott be\u00adste\u00ad\u00adhend auf\u00ad\u00adfa\u00dft und ein Ge\u00adsetz ohne Gesetz\u00adge\u00adber annimmt, schnei\u00addet ihm nach Mei\u00adnung von Heinec\u00adcius&#8216; 1733 erschienenem Lehrbuch des Natur\u00adrechts den Le\u00adbens\u00ad\u00ad\u00adnerv durch.<a href=\"#_ftn24\" id=\"_ftnref24\"><sup>[24]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Bis heu\u00adte steht darum hinter allem Naturrecht bis hinein in Ur\u00adteile der h\u00f6chsten Bun\u00addes\u00adgerichte nach dem Eingest\u00e4nd\u00adnis des er\u00ad\u00adsten BGH-Pr\u00e4\u00adsidenten &#8222;un\u00adaus\u00adgespro\u00adchen die Vor\u00adstel\u00adlung, das schlecht\u00ad\u00ad\u00adhin Verbindliche der Ord\u00adnung der Werte und des dar\u00adaus ent\u00adsprin\u00ad\u00adgenden naturrechtli\u00adchen Sol\u00adlens beruhe auf g\u00f6ttlicher Set\u00adzung.&#8220;<a href=\"#_ftn25\" id=\"_ftnref25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wer die allen Menschen immanenten Vorschriften beherzige, so lehrte das Naturrecht, verhalte sich also &#8222;menschlich&#8220;, handele wahrhaft human. Wer sie aber nicht so beachte, wie die Humanisten sie sich dachten, galt k\u00fcnftig als inhuman. Der Humanismus als Weltanschaung war geboren. Die alten Gebote hatte man aus dem Zeitalter transzendenter Gewi\u00dfheiten in die neue Epoche hin\u00fcbergerettet und kr\u00f6nte sie mit der Behauptung: Wenn jedem Menschen etwas G\u00f6ttliches immanent sei, Gott pers\u00f6nlich aber zur Zeit nicht auffindbar, dann sei jedenfalls der Mensch an sich das h\u00f6chste Wesen &#8211; jedenfalls unter den praktisch greifbaren. Er f\u00e4llt darum keineswegs zusammen \u201emit jedem beliebigen Menschen &#8211; von \u201aTyrannen\u2018, \u201aMassenm\u00f6rdern\u2018 oder dem dummen Nachbarn ganz zu schweigen -, sondern er ist mit der jenseits der Erfahrung liegenden Idee des Menschen identisch, die als Quelle von Pflichten und Rechten dient.\u201c<a href=\"#_ftn26\" id=\"_ftnref26\"><sup>[26]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Offenbar k\u00f6nnen politische Positionen heute nicht wirksam propagiert und durchgesetzt werden, wenn ihnen keine religi\u00f6sen Annahmen zugrundeliegen. Zu ihrer Begr\u00fcndung beruft man sich aber nicht mehr auf einen transzendenten Gott, sondern auf den Menschen immanente g\u00f6ttliche Eigenschaften wie die W\u00fcrde, die Gerechtigkeit und eine Reihe weiterer Dogmen. Ihnen ist in ihrer Summe, ihrem inneren Zusammenhang und ihrer logischen Abh\u00e4ngigkeit voneinander die religi\u00f6se Qualit\u00e4t nicht abzusprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529668\">Der Zeitgeist<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Jede Epoche hat ihren Zeitgeist: die Summe aller ideellen, das Sozialverhalten und die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse pr\u00e4genden Vorstellungen. Die Masse der Menschen nimmt sie unhinterfragt als Selbstverst\u00e4ndlichkeiten hin, als Ma\u00dfstab ihrer gesellschaftlichen Normalit\u00e4t. Heutige Menschen bemerken nicht unbedingt, wenn ihre tiefsten \u00dcberzeugungen materiell religi\u00f6s sind und mit unersch\u00fctterlicher Glaubensgewi\u00dfheit verteidigt werden. Diese Gewi\u00dfheit bleibt nicht zur\u00fcck hinter der tiefen Gl\u00e4ubigkeit des Mittelalters. Mit ihr wappneten sich unsere Vorfahren seelisch gegen die regelm\u00e4\u00dfigen Heimsuchungen von Krieg, Hunger und Tod.<\/p>\n\n\n\n<p>Befehle f\u00fcr unser Verhalten im Diesseits sch\u00f6pfte man damals aus dem Jenseits. Hans Maier (2017) hat darauf hingewiesen, da\u00df die Christen seit Konstantin immer wieder darauf verfielen: \u201eAllzu nahe lag die Versuchung, auch in christlichen Zeiten Himmel und Erde immer wieder durch ein forderndes \u00bbGott will es!\u00ab kurzzuschlie\u00dfen und so den welttranszendenten Gott in irdische K\u00e4mpfe und Kon\ufb02ikte zu verstricken. Man kann diese Linien bis in die Gegenwart hinein ziehen. Immer wieder kommt es auch in der Moderne zu Regressionen in die mythische Einheit von Kult und Politik.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind zwar v\u00f6llig andere Gewi\u00dfheiten, die in unserer Massengesellschaft an die Stelle der alten religi\u00f6sen getreten sind. Sie vermochten jene aber nicht v\u00f6llig zu verdr\u00e4ngen. Ein harter Kern gl\u00e4ubiger Christen glaubt auch heute unverbr\u00fcchlich, was er in Konfirmandenunterricht oder in Bibelstunden einst gelernt hatte. Er lebt geistig ebenso in einer anderen Epoche wie eingewanderte Moslems. Deren Uhren sind vor der Aufkl\u00e4rung stehengeblieben, w\u00e4hrend sich unser Christentum mit ihr vers\u00f6hnt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Religionsgeschichte gibt es keine \u201eAufw\u00e4rts\u201c-Bewegung im Sinne einer sich immer weiter perfektionierenden Religion. Das Christentum ist eine von vielen heutigen und noch mehr verflossenen Religionen und ver\u00e4ndert sich mit der Zeit st\u00e4ndig. Zwischen dem \u201eGott, der Eisen wachsen lie\u00df\u201c und dessen Priester Waffen segneten und der Vorstellung eines Jesus in \u00f6kologischen Ledersandalen mit Jute-T\u00e4schchen aus fairem Handel klaffen Abgr\u00fcnde. Die Masse ben\u00f6tigt keinen Erl\u00f6ser mehr, weil ihr das Konzept der S\u00fcnde v\u00f6llig fremd geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529669\">Umbruchzeiten<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Solange die materiellen Lebensbedingungen sich nicht \u00e4ndern, k\u00f6nnen solche Herrschaftssysteme \u00fcber Jahrhunderte stabil bleiben. Umbr\u00fcche wie die industrielle Revolution aber machen die spirituellen Grundlagen alter Ordnungen br\u00fcchig. Das raubt der bisherigen Herrschaft die ideelle Legitimit\u00e4t: den Glauben der Beherrschten daran, da\u00df genau diese Regierung mit universell geltenden Regeln in Einklang herrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab eine Reihe historischer Umbr\u00fcche, denen tiefgreifende Ver\u00e4nderungen der Lebensverh\u00e4ltnisse mit&nbsp; ebenso grundlegender Neuausrichtung des Weltbildes folgten. Die Transformation der fr\u00fchmittelalterlichen St\u00e4mme-Gesellschaft in das Universalit\u00e4t beanspruchende karolingische Imperium besiegelte den Untergang der vorchristlichen Gedankenwelt. Dem neuen Glauben an einen Sch\u00f6pfergott, der die Welt geschaffen hat und das Himmelreich regiert, entsprach ein Verst\u00e4ndnis menschlicher Herrschaft mit einem alles regierenden K\u00f6nig oder Kaiser an der Spitze.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Einklang mit dieser Vorstellung legitimierten sich \u00fcber weitere tausend Jahre Monarchien, zuletzt \u201evon Gottes Gnaden\u201c. Der Monarch der fr\u00fchen Neuzeit regierte auf Erden so souver\u00e4n wie Gott im Himmel. Es geh\u00f6rt <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201ezur Soziologie des Souver\u00e4nit\u00e4tsbegriffes jener Epoche, zu zeigen, da\u00df der historisch-politische Bestand\u00a0 der Monarchie der gesamten damaligen Bewu\u00dftseinslage der westeurop\u00e4ischen Menschheit entsprach und die juristische Gestaltung der historisch-politischen Wirklichkeit einen Begriff finden konnte, dessen Struktur mit der Struktur metaphysischer Begriffe \u00fcbereinstimmte. Dadurch erhielt die Monarchie f\u00fcr das Bewu\u00dftsein jener Zeit dieselbe Evidenz, wie f\u00fcr eine sp\u00e4tere Epoche die Demokratie. [\u2026] Das metaphysische Bild, das sich ein bestimmtes Zeitalter von der Welt macht, hat dieselbe Struktur wie das, was ihr als Form ihrer politischen Organisation ohne weiteren einleuchtet.\u201c<a id=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\"><sup>[<\/sup><\/a><\/p><p>Panajotis Kondylis<a id=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\"><sup>27]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Rad der Geschichte drehte sich und brachte im 19. Jahrhundert ein aufgekl\u00e4rtes besitzendes B\u00fcrgertum an seine Sonnenseite. \u201eDer Souver\u00e4n, der im deistischen Weltbild, wenn auch au\u00dferhalb der Welt, so doch als Monteur der gro\u00dfen Maschine verblieben war, wird radikal verdr\u00e4ngt. Die Maschine l\u00e4uft jetzt von selbst.\u201c<a href=\"#_ftn28\" id=\"_ftnref28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Gott waltete nicht mehr pers\u00f6nlich: In seiner perfekte Sch\u00f6pfung bilden antagonistische Kr\u00e4fte und Prinzipien ein ausgeglichenes, in sich harmonisches Ganzes, geradezu wie ein gut ge\u00f6ltes Uhrwerk, in dem kein R\u00e4dchen fehlen darf. Gerade so stellte sich der Liberalismus als geistige Hauptstr\u00f6mung der Epoche ein Staatswesen vor: Wie Gott nicht mehr pers\u00f6nlich regierte, sollte der konstitutionelle Monarch die Gesellschaft sich selbst regieren lassen, wobei dem B\u00fcrgertum selbst im Parlament die naheliegende F\u00fchrung zufallen sollte. Die Metaphysik der Politik bestand im Wunderglauben, durch Diskussion und Parlamentsreden k\u00f6nne so etwas wie gesellschaftlich g\u00fcltige Wahrheit erzeugt werde.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den&nbsp; politischen Libe\u00adra\u00adlis\u00ad\u00ad\u00admus mit seinen spezifischen verfas\u00adsungsrechtlichen Vorstellun\u00adgen ist evident, es entstehe eine Art von Ordnung aus dem Nichts, wenn jeder Mensch unbeeintr\u00e4chtigt von Herr\u00ad\u00ad\u00adschaft tun darf, was er m\u00f6chte. Auf der \u00f6konomischen Seite werde die ungeregelte Kraft des Marktes &#8211; wie von unsichtbarer Hand &#8211; zum gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Wohlstand f\u00fcr alle f\u00fchren. Da\u00df Wahrheit aus dem diskursiven Nichts erzeugt werden und eine unsichtbare Hand die freien Marktkr\u00e4fte zur gr\u00f6\u00dften Prosperit\u00e4t aller lenken werde, steht dem Glauben an die unbefleckte Empf\u00e4ngnis und die Fleischwerdung Gottes an religi\u00f6ser Kraft in nichts nach. Der politische Liberalismus seit dem 19. Jahrhundert und der \u00f6konomische Liberalismus erfordern in ihrer tiefsten Schicht echte Religiosit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529670\">Das \u201edritte Zeitalter\u201c und sein \u201e<em>Dux\u201c<\/em><\/a><em><\/em><\/h2>\n\n\n\n<p>Geistesgeschichtlich waren die Kommunisten und Nationalsozialisten Kinder des 19. Jahrhunderts. Beide Ideologien hatten ihre spezifische Metaphysik und st\u00fctzten ihren unumschr\u00e4nkten Herrschaftsanspruch auf sie. Sie benutzten ganz offen \u00e4u\u00dfere Formen des christlichen Kultes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff des Dritten Reiches ist mehrdeutig und hatte bereits ein religi\u00f6ses Vorbild. Der Zisterzienserm\u00f6nch Joachim von Fiore (um 1135 bis um 1202-05) teilte die Geschichte in die drei Zeitalter [<em>status<\/em>] des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dem Beginn des dritten werde die Ankunft eines ersten Antichristen vorausgehen, der von einem F\u00fchrer [<em>dux<\/em>] und Begr\u00fcnder des dritten Reiches<a href=\"#_ftn29\" id=\"_ftnref29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> besiegt werde<a href=\"#_ftn30\" id=\"_ftnref30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Viele f\u00fchrende Nationalsozialisten durften auf dem schmalen Grat zwischen Modernismus auf der einen, aber Esoterik, \u201eGottgl\u00e4ubigkeit\u201c und Mystizismus auf der anderen Seite keinen falschen Schritt tun. Sie \u00fcbernahmen gern die gedankliche Struktur und den religi\u00f6sen Inhalt des mittelalterlichen Erl\u00f6sungsglaubens und \u00fcbertrugen ihn auf ihren eigenen F\u00fchrer und ihr Drittes Reich.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie christliche Reichsapokalypse und der Symbolismus des Sp\u00e4tmittelalters bilden den geschichtstiefen Untergrund der apokalyptischen Dynamik in den modernen politischen Religionen\u201c, erkannte 1938 Erich V\u00f6gelin. Er lebe fort \u201eim Symbolismus des 19. und 20. Jahrhunderts, in den drei Reichen der Marx-Engels\u2019schen Geschichtsphilosophie, im dritten Reich des Nationalsozialismus, im faschistischen dritten Rom, nach dem antiken und dem christlichen.\u201c<a href=\"#_ftn31\" id=\"_ftnref31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Die Staatsideologie jedes dieser Systeme wies starke religi\u00f6se Komponenten auf. Sie zeigen sich im Ritus, der Symbolik, Heilsversprechen und Erl\u00f6sungshoffungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch von den inneren Spannungen und Spaltungen des Soziallebens erhofften die modernen Gl\u00e4ubigen sich Erl\u00f6sung. Die christliche Liebesgemeinschaft setzte sich im franz\u00f6sischen Solidarismus fort. Von den Denkern der Dritten Republik wurde sie anerkannt und als die s\u00e4kularisierte christliche Caritas gedeutet. Vom urchristlichen Gedanken der Gleichheit zehrten seit dem 19. Jahrhundert alle sozialistischen Str\u00f6mungen: erst der Sozialismus, sp\u00e4ter auch der Nationalsozialismus. Beide erwiesen sich damit &#8211; auch &#8211; als H\u00e4resien ihres christlichen Vorbildes. \u201eDie innerweltliche Religiosit\u00e4t in der Moderne, und damit der \u00bbAbfall von Gott\u00ab, liegt [..] keineswegs nur in der Verg\u00f6tzung des Volkes vor, sondern auch in dem Enthusiasmus und der Hingabe an die Idee der welterl\u00f6senden \u00bbKlasse\u00ab, wie sie im Marxismus lebendig ist.<a href=\"#_ftn32\" id=\"_ftnref32\"><sup>[32]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine politische Bewegung kann nicht beliebig religi\u00f6se Kultformen \u00fcbernehmen, religi\u00f6se Denkstukturen benutzen und ihre Lehren im Modus eines Glaubens verk\u00fcnden, ohne dabei selbst auch zur Religion zu werden. Da\u00df die Gro\u00dfideologien des 20. Jahrhunderts auch Religionen waren und dabei mit den etablierten Kirchen konkurrierten, war ein wesentlicher Aspekt und Grund ihrer zeitweisen Erfolge.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529671\">Religion f\u00fcr die Massengesellschaft<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Noch fruchtbarer f\u00fcr unsere \u00dcberlegungen und die Gegenwart ist der welthistorische Umbruch zur Massengesellschaft, der zu massenhafter Produktion von G\u00fctern und ihrem massenhaften Konsum f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die traditionelle Religiosit\u00e4t wurde durch den Anspruch von Technik und Wissenschaft verdr\u00e4ngt und alle Metaphysik als Obskurantismus verd\u00e4chtigt. Weltdeutungen erkannte man als nur relativ g\u00fcltig an, n\u00e4mlich abh\u00e4ngig vom pers\u00f6nlichen Standpunkt. Wenn aber alle Standpunkte prinzipiell gleichwertig sind, scheidet jede Form der Verk\u00fcndung einer Wahrheit von oben ebenso aus wie jede Regierung, die sich auf eine solche \u201eWahrheit\u201c st\u00fctzt. Dann bleibt die Demokratie als \u201eAusdruck eines politischen Relativismus und einer wunder- und dogmenbefreiten, auf den menschlichen Verstand und den Zweifel der Kritik gest\u00fctzten Wissenschaftlichkeit.\u201c<a href=\"#_ftn33\" id=\"_ftnref33\"><sup>[33]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Anspruch erheben die europ\u00e4ischen und amerikanischen Eliten bis heute und st\u00fctzen ihre wirtschaftliche und politische Macht auf ihn. Die deutsche Regierungspolitik versuchte vor allem in Merkels Zeit den Eindruck zu vermeiden, auf politischen oder ideologischen Entscheidungen zu beruhen: Lieber wurden diese als alternativlose Sachentscheidungen ausgegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6ffentliche Debatte wird aber bestimmt durch ideologische Argumente, hinter denen eine in sich koh\u00e4rente Metaphysik steht. Die Religion ist wiedergekehrt. Sie zeigt sich lediglich in anderen Formen. Die Religion der menschlichen Gleichheit bildet die notwendige religi\u00f6se Grundierung der industriellen Massengesellschaft. Sie l\u00f6ste die Epoche des B\u00fcrgertums ab: Die Gleichheit stieg zum religi\u00f6sen Gebot der Massen auf, als die Epoche des B\u00fcrgertums endete:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDas B\u00fcrgertum hat Grenzen; es geh\u00f6rt zur Kultur; es umfa\u00dft im besten Sinne alle ihre Zugeh\u00f6rigen, und zwar unter der Bezeichnung Volk, <em>populus, demos<\/em>, wobei Adel und Priestertum Geld und Geist, Handwerk und Lohnarbeit als Einzelbestandteile in ihn eingeordnet werden. Diesen Begriff findet die Zivilisation vor und vernichtet ihn durch den Begriff des vierten Standes, der Masse, der die Kultur mit ihren gewachsenen Formen grunds\u00e4tzlich ablehnt. Es ist das absolut Formlose, das jede Art von Form, alle Rangunterschiede, den geordneten Besitz, das geordnete Wissen mit Ha\u00df verfolgt. Es ist das neue Nomadentum der Weltst\u00e4dte, f\u00fcr das die Sklaven und Barbaren in der Antike, der Tschudra in Indien, alles, was Mensch ist, gleichm\u00e4\u00dfig ein flutendes Erwas bilden, das mit seinem Ursprung g\u00e4nzlich zerfallen ist, seine Vergangenheit nicht anerkennt und eine Zukunft ncht besitzt. Damit wird der vierte Stand zum Ausdruck der Geschichte, die ins Geschichtslose \u00fcbergeht. Die Masse ist das Ende, das radikale Nichts.\u201c<\/p><p>Oswald Spengler<a id=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dieses Nichts bildet aber kein ideologisches oder metaphysisches Vakuum, sondern beruht auf eigenen Glaubensinhalten, die der objektiven Struktur der Massengesellschaft entsprechen. Seit hundert Jahren wurde der innere Zusammenhang zwischen der \u201eMoral\u201c eines Staates und seinen \u00f6konomischen Bed\u00fcrfnissen erkannt. Arnold Gehlen hat den unmittelbaren Zusam\u00admenhang zwi\u00adschen der allum\u00adfas\u00adsenden Kosmopolis des Hel\u00adlenismus und der Aus\u00adbil\u00addung universa\u00adlisti\u00adscher Ideen nach\u00adgewiesen:<\/p>\n\n\n\n<p>Der in Athen woh\u00adnen\u00adde Ph\u00f6nizier Zenon, ein schwer\u00adreicher H\u00e4ndler, hatte die passende Ideo\u00adlogie f\u00fcr den moralisierenden Handels\u00adstaat gefunden: eine universali\u00adsti\u00adsche Welt\u00adsicht, nach der alle Verwandt\u00adschaftsverbindun\u00adgen und Stam\u00admes\u00adpflich\u00adten vor der <em>Tugend<\/em> zur\u00fcckzutreten h\u00e4tten.<a href=\"#_ftn35\" id=\"_ftnref35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Was diese Tugend im einzelnen forder\u00adte, erl\u00e4u\u00adterten gern die Phi\u00adlo\u00adsophen, und so hatte je\u00adder seinen Vorteil. Hier entstand der Ge\u00addanke eines mensch\u00adheits\u00adum\u00adspannenden Naturrechts. Es besagt, da\u00df allen Menschen \u201evon Natur aus\u201c moralische Prinzipien innewohnen, nach denen jeder sich richten soll. Der konkrete Inhalt dieser metaphysischen Normen richtet sich nach den jeweiligen Bed\u00fcrfnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute steht der \u201ezivilisierte\u201c Teil der Welt unter dem Primat vielf\u00e4ltiger Bed\u00fcrfnisbefriedigungen. Ihnen dient in der Epoche der Massengesellschaften eine \u00d6konomie, die unabl\u00e4ssig Ressourcen in verk\u00e4ufliche Waren verwandelt. Seit Jahrzehnten erweckt die deutsche Innenpolitik den Eindruck, Politik reduziere sich auf die \u201egerechte\u201c Aufteilung erwirtschafteter G\u00fcter, also auf den Massenkonsum als notwendige Kehrseite der Massenproduktion. Eine solche \u00d6konomie bedarf f\u00fcr ihr reibungsloses Funktionieren einer Reihe mentaler Voraussetzungen:<\/p>\n\n\n\n<p>Um wirtschaftliches Wachstum sicherzustellen, sollte die Masse der Menschen konsumbereit sein. W\u00e4hrend die Askese zum Unwert absinkt, f\u00f6rdert die hedonistische Bereitschaft zum materiellen Lebensgenu\u00df die Produktion. Eine solche \u00d6konomie verschlingt wie ein schwarzes Loch st\u00e4ndig mehr nat\u00fcrliche Ressourcen, als wir besitzen. Eine weitgehende friedliche Welt ohne st\u00f6rende Zollgrenzen \u00f6ffnet dem n\u00f6tigen Nachschub an materiellen und personellen Ressourcen die T\u00fcren. Die Steigerung des Bruttosozialprodukts eines schrumpfenden Volkes ben\u00f6tigt nicht zuletzt auch st\u00e4ndig einwandernde neue Verbraucher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529672\">Die postmoderne Hintert\u00fcr f\u00fcr die Religion<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Die soziologische Methode sucht f\u00fcr bestimmte Ideen und intellektuelle Gestaltungen den typischen Personenkreis, der aus seiner sozialen Lage heraus zu bestimmten ideologischen Resultaten kommt.<a href=\"#_ftn36\" id=\"_ftnref36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Im Perpetuum mobile aus Massenproduktion und Massenkonsum stimmen die Interessen der hedonistischen Massen in einem entscheidenden Punkt mit denen der produzierenden Industriellen \u00fcberein, n\u00e4mlich eben diesen Kreislauf aufrecht zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es beruht nicht auf Zufall, da\u00df intellektuelle Exponenten der Massengesellschaft genau diejenigen Tugenden f\u00fcr unverzichtbar halten, deren Massenproduktion und -konsum bed\u00fcrfen. Au\u00dfer Kurs geraten Heroismus, Vaterlandsliebe und die Bindung ans Partikulare. Gefordert werden Kosmopolitismus, das Tolerieren des Fremden im eigenen Land und die Bereitschaft, die innerstaatlichen und internationalen Spannungen ausschlie\u00dflich mit finanziellen Machtmitteln auszutragen, was als \u201efriedlich\u201c verkl\u00e4rt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Funktionsweise jeder Gesellschaft ben\u00f6tigt ideelle Rahmenbedingungen, die ihrerseits genau diese und keine andere Funktionsweise begr\u00fcnden und in Gang setzen.<a id=\"_ftnref37\" href=\"#_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Dieses Ideelle kann sich, mu\u00df sich aber nicht offen religi\u00f6ser Formen bedienen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Formen des Ideellen in ihrer Gesamtheit bilden zwar, wenn sie an sich betrachtet werden, das Pendant der materiellen Funktionsweise der Gesellschaft, gleichzeitig stellen sie aber einen Aspekt oder einen Teil eben dieser Funktionsweise dar.\u201c <\/p><p>Panajotis Kondylis<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Solange diese ideellen Rahmenbedingungen von der Masse geglaubt werden wie eine Religion, bleibt das System stabil. Es fordert: \u201eBis hierher d\u00fcrft ihr denken, aber hier m\u00fc\u00dft ihr glauben!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Metaphysik aus dem postmodernen Instrumentenkasten ist nicht etwa restlos skeptisch und aufgekl\u00e4rt, wie sie vorgibt. Sie enth\u00e4lt ein vollst\u00e4ndiges Glaubenssystem, das den materiellen Bedingungen der Massengesellschaft und ihrer \u00d6konomie entspricht. Es bildet eine ideologisch sublimierte Projektion von Einstellungen und Mentalit\u00e4ten, die f\u00fcr die massenhaft konsumierende und permissive Massendemokratie kennzeichnend sind, vom apolitischen Hedonismus bis zur resignierten Gleichg\u00fcltgkeit und zur intellektuellen Narrenfreiheit.<a href=\"#_ftn38\" id=\"_ftnref38\"><sup>[38]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Davon macht auch die aktuelle Bewu\u00dftseinslage in Deutschland keine Ausnahme. Die scheinbar auf dem R\u00fcckzug befindliche Religion schlich sich auf leisen Sohlen durch Hintert\u00fcren wieder in die K\u00f6pfe der Menschen. Die Vordert\u00fcren waren einst die Portale der christlichen Kirchen. Nur noch rund die H\u00e4lfte der Deutschen ist hier Mitglied. Der Glaube des Durchschnitts-Christen beschr\u00e4nkt sich heute auf ein diffuses \u201eIch glaube, da\u00df es da irgend etwas G\u00f6ttliches gibt.\u201c Nachfragen nach dem konkreten Inhalt des christlichen Glaubensbekenntnisses quittiert man mit verlegener Miene. Dreifaltigkeit? Gemeinschaft der Heiligen? Auferstehung des Fleisches? Dazu bekennen sich immer weniger.<\/p>\n\n\n\n<p>In der hierarchischen St\u00e4ndegesellschaft bis ins 18. Jahrhundert hatte noch jeder einen feststehenden Status und damit einen sozialen Wert, den ihm niemand nehmen konnte. Aber alter Adelsstolz, B\u00fcrgerstolz und Bauernstolz wurden in der industrialisierten Massengesellschaft pulverisiert. Der festen irdischen Hierarchie entsprach eine transzendente, in der man sich der Liebe eines pers\u00f6nlichen Gottes sicher war. Bis zum sozial Schw\u00e4chsten glaubte sich doch jeder als unsterbliche Seele von Gott wertgesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne den Glauben an eine liebende Gottesperson und eine himmlische Hierarchie der g\u00f6ttlichen Heerscharen wurden die Glaubenslosen der Massengesellschaft auf sich selbst zur\u00fcckgeworfen. Sie atomisierte die sozialen Strukturen und lie\u00df die Einzelnen wie austauschbare Bauteile einer Produktions- und Konsummaschine zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen mit festen nationalen und kulturellen Identit\u00e4ten werden als \u201eMigranten\u201c wie von einem Mahlstrom angesaugt. Ihre Identit\u00e4ten verfl\u00fcssigen sich. Als fluide Masse werden sie zu frei untereinander austauschbaren Bauteilchen der Massengesellschaft. Sie werden entwurzelt, entpersonalisiert und von ihren alten Familien- und Stammeswurzeln abgeschnitten. Ihre Religion d\u00fcrfen sie in folkloristischem Rahmen behalten, eben so, wie auch das Christentum in Deutschland weitgehend nicht mehr geglaubt, sondern nur noch rituell bei Taufe, Hochzeit und Begr\u00e4bnis als Staffage dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Physik und Kosmologie l\u00f6sten R\u00e4tsel, die zuvor nur religi\u00f6s beantwortet werden konnten. Pl\u00f6tzlich sah der Mensch sich aus dem Zentrum g\u00f6ttlicher Aufmerksamkeit und Liebe ins emotionale Abseits gerutscht. Er verlor seine feste Identit\u00e4t als Sch\u00f6pfung und Objekt g\u00f6ttlicher Liebe. Moderne Kosmologie legte nahe, da\u00df er nur einen Platz wie ein \u201eZi\u00adgeuner am Ran\u00adde des Universums hat, das f\u00fcr sei\u00adne Musik taub ist und gleich\u00adg\u00fcltig gegen seine Hoffnungen, Lei\u00adden oder Ver\u00adbrechen&#8220;<a href=\"#_ftn39\" id=\"_ftnref39\"><sup>[39]<\/sup><\/a>, wie der Mikrobiologe und Nobelpreistr\u00e4ger Jacques Monod formulierte. Was war der Mensch jetzt noch wert in einer Epoche globaler \u00dcberbev\u00f6lkerung, in der ein noch Mehr an Menschen eher Fluch als Segen zu sein scheint?<\/p>\n\n\n\n<p>Psychologisch ist der Massenglauben an einen \u201eWert des Menschen schlechthin\u201c leicht erkl\u00e4rbar. Wer macht sich schon klar, da\u00df kein Wert im bewerteten Objekt allgemeing\u00fcltig vorhanden ist? Wertsch\u00e4tzen ist eine menschliche, h\u00f6chstpers\u00f6nliche T\u00e4tigkeit. Da\u00df jedem Einzelnen bestimmte Personen nahestehen und ihm darum viel wert sind, gen\u00fcgte der wertbegierigen Massenseele aber nicht. Sie verlangte nach einem objektiven Wert jedes einzelnen Menschen. Wenn schon \u201eJesus liebt Dich!\u201c nicht mehr glaubhaft klang und die Massengesellschaft alle aus Standesstolz, Leistungsstolz oder Nationalstolz geborenen Wertbegriffe vernichtet hatte, blieb dem wertbed\u00fcrftigen Ego nur noch der egalit\u00e4re Stolz, wenigstens Mensch zu sein. Dem \u201eMenschen an sich\u201c und damit jedem Menschen wurde ein prinzipiell unbegrenzter Wert zugemessen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529673\">Der gro\u00dfe Reset<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Die \u00d6konomie der westlichen Massengesellschaft und ihr metaphysischer Zeitgeist bedingen einander wechselseitig. Sie bilden gemeinsam ein selbstreferentielles System. Ein solches System kreist immerfort nur um sich selbst und bleibt im Kern seiner Funktionen von au\u00dfen unbeeindruckt. Erst die r\u00e4umliche Begrenzung der erreichbaren Ressourcen dieser Welt setzt ihm eine un\u00fcberwindliche Grenze. Diese ist den gro\u00dfen Wirtschaftsf\u00fchrern bewu\u00dft. Weil ein Krieg um Rohstoffe keine sinnvolle L\u00f6sung w\u00e4re und das Problem nur verschieben w\u00fcrde, mu\u00df der Wirtschaftskreislauf sich umstellen. Ohne nachhaltige und schonende Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen wird sich die Welt in einen M\u00fcllhaufen verwandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pl\u00e4ne und Absichten ma\u00dfgeblicher Wirtschaftsf\u00fchrer zu einem <em>Great Reset<\/em> ber\u00fccksichtigen perfekt die wechselseitige Abh\u00e4ngigkeit einer bestimmten Wirtschaftsform und die zu ihr passenden mentalen Einstellungen. Sie sollen den Wirtschaftskreislauf und damit auch die Macht der gro\u00dfen Konzerne langfristig sichern. F\u00fcr Deutschland bedeutet das aus Sicht von M\u00e4nnern wie dem Multimilliard\u00e4r George Soros, dem Leiter des WWF Klaus Schwab und vielen anderen tendenziell die Aufgabe der Nationalstaatlichkeit, unseres Selbstverst\u00e4ndnisses als ethnisches Volk und die v\u00f6llige Einbindung in den internationalisierten Warenkreislauf als blo\u00dfer Wirtschaftsstandort, angef\u00fcllt mit beliebigen Verbrauchern aus aller Herren L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil sich kein politisches oder \u00f6konomisches System dauerhaft gegen den Widerstand seiner Regierten halten kann, mu\u00df dieser durch ideologische Umorientierung gebrochen werden. Diesem Zweck dienen diverse, von Leuten wie Soros finanzierte internationale Nichtregierungsorganisationen (\u201eNGOs\u201c) in diversen Staaten. Mit der n\u00f6tigen finanziellen Ausstattung f\u00f6rdern sie seit Jahren jede Bestrebung, die unseren Staat, unsere demokratischen Institutionen, unseren Selbstbehauptungswillen und unsere Identit\u00e4t untergr\u00e4bt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel des Umwandlungsprozesses ist eine multikulturelle, internationalisierte Gesellschaft. Sie wird nicht mehr aus Deutschen bestehen, sondern aus einer Mischbev\u00f6lkerung ohne eigenst\u00e4ndige Identit\u00e4t. Sie wird keine gemeinsame Kraft aufbringen k\u00f6nnen, sich als demokratisch verfa\u00dftes Ganzes zu verstehen und zu verteidigen: eine amorphe Masse blo\u00dfer Konsumenten und weniger Dienstleister, leicht lenkbar durch Reklame, mediale Meinungskampagnen und ideologische Beeinflussung im jeweils gew\u00fcnschten Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Methode der weltanschaulichen Umorientierung besteht darin, die herk\u00f6mmlichen Glaubensgrundlagen der Bev\u00f6lkerung zu extrahieren und ihr neue einzupflanzen. Die Liebe zum eigenen Volk gilt als rassistisch und wird durch den Glauben ersetzt, globale Vermischung bis zur Unterschiedlosigkeit sei moralisch anzustreben, wenigstens aber hinzunehmen. Um keinen organisierten Widerstand aufkommen zu lassen, wird Hingabe und Opferbereitschaft zu kollektiven Ph\u00e4nomenen als faschistisch gebrandmarkt und ein individualistischer Denkstil gef\u00f6rdert. Zugleich wird \u201eantifaschistischer\u201c Ha\u00df auf die moralisch scheinbar Zur\u00fcckgebliebenen geweckt, die sich der neuen Religion verweigern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529674\">Keine Verschw\u00f6rung<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Konzerngewaltigen der westlichen Welt haben sich nicht gegen die V\u00f6lker verschworen. Sie sind ein aus ihren jeweiligen Gesellschaften herausgewachsener Teil von ihnen. Was sie vereint, ist ihre pers\u00f6nliche Interessenlage.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese deckt sich insoweit mit derjenigen der Massen, weil diese schon zur Zeit der R\u00f6mer nach Brot und Spielen verlangte und auch heute erst das Fressen will, dann die Moral. Willig nehmen sie jede Moral an, die ihnen ihre weitere Alimentation sichert. In Deutschland st\u00fcrzte sich eine ganze Generation \u00fcber den Tr\u00fcmmern ihrer fr\u00fcheren Ideale in Fre\u00df- und Konsumwellen. Widerstandslos l\u00e4\u00dft sie sich t\u00e4glich von Fernsehmatadoren eine fremdbestimmte Moral eintr\u00e4ufeln, derzufolge ihr eigenes Volk wertlos ist, Nachkommen schlimmer Verbrecher und selbst immer unter Verdacht, wohingegen alles Fremde gut, mindestens aber interessant und sch\u00fctzenswert ist. Sie glauben die Wahrheiten aus ihrem Fernseher so treu wie ihre Vorv\u00e4ter den Mahnungen von der Kanzel und ihre Eltern denen aus dem Volksempf\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p>Das selbstreferentielle System aus Wirtschaft und Moral stabilisiert sich st\u00e4ndig aus sich selbst heraus. Mehrheitsf\u00e4hige gesellschaftliche Einstellungen trugen eine \u00d6konomie, die keine Wahrheiten au\u00dfer \u00f6konomischen neben sich duldet. Die Lenker dieser \u00d6konomie schwangen sich zu Meinungslenkern auf und erzeugen durch ihnen geh\u00f6rende Presse, Medien und NGOs fortlaufend die inneren Haltungen der Bev\u00f6lkerung, die das System erfordert. Halb zog es das Volk, halb sank es hin. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;My\u00adthen, Religionen und Ideologien sind im Grun\u00ad\u00adde kol\u00adlektive welt\u00ad\u00adan\u00adschauliche Entscheidungen. Solche sind m\u00f6g\u00ad\u00ad\u00adlich, weil be\u00adstimmte kon\u00adkre\u00adte Lagen dazu geeignet sind, mehrere In\u00ad\u00addi\u00advi\u00adduen gleichzeitig in eine mehr oder weniger einheitliche Per\u00adspek\u00ad\u00adtive gleich\u00adsam hinein\u00adzuzwin\u00adgen.&#8220;<\/p><p>Panajotis Kondylis<a id=\"_ftnref40\" href=\"#_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung vollzog sich in der Epoche globaler Bev\u00f6lkerungsexplosion mit innerer Folgerichtigkeit. Entwickeln kann sich immer nur etwas, was zuvor, noch \u201eaufgewickelt\u201c, im Keim schon vorhanden war. Nutznie\u00dfer und Drahtzieher wie Soros, Schwab, Gates oder Zuckerberg handeln nicht heimlich, sie sind keine Verschw\u00f6rer und nicht \u201eb\u00f6se\u201c. Sie sind nur die Exponenten einer Epoche, die ihre Ideologie, ihre ureigene Metaphysik und ihren Glauben im Rahmen ihrer materiellen Funktionsvoraussetzungen herausgebildet hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529675\">Die Dogmen unserer Zeit<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Wesentliches Merkmal wissenschaftlichen Denkens ist die Bereitschaft, jederzeit angesichts neuer Fakten seine bisherige Lieblingshypothese \u00fcber Bord zu werfen. Religi\u00f6ses Denken hingegen sucht keine empirischen Erkenntnisse. Es ben\u00f6tigt sie nicht, weil es die Welt nicht kausal zu erkl\u00e4ren, sondern zu \u201edeuten\u201c sucht. Hat jemand seine Weltdeutung gefunden, glaubt er sie und bekennt sich zu ihr. An der Erkenntnis erkennen wir Wissenschaft, am Bekenntnis eine Religion.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Pr\u00e4ambel unseres Grundgesetzes hei\u00dft es, das Deutsche Volk habe es sich \u201eim Bewu\u00dftsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen gegeben.\u201c In Artikel 1 Absatz 2 folgt das Bekenntnis: \u201eDas Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist religi\u00f6ses Denken schon in die Grundlage unserer Verfassung und unseres Rechtsverst\u00e4ndnisses eingewoben. \u201eTen\u00addenziell wachsen, aus dem Grund\u00adge\u00adsetz, sei\u00adner Selbst\u00adbe\u00adscheidung zum Trotz, ganz\u00adheitliche Pro\u00adgramme f\u00fcr Kultur, Wirt\u00adschaft, Erzie\u00adhung, Moral ab\u00adzu\u00adlei\u00adten, seine de\u00admokrati\u00adschen, sozialen und grund\u00adrechtli\u00adchen Nor\u00admen religi\u00f6s zu \u00fcber\u00adh\u00f6\u00adhen und die Verfas\u00adsung als s\u00e4kula\u00adres Glau\u00adbens\u00adbe\u00adkenntnis zu deu\u00adten.&#8220;<a href=\"#_ftn41\" id=\"_ftnref41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Wo Glaubensbe\u00adkenntnis\u00adse ge\u00adfragt sind statt Rechtstreue zum Verfas\u00adsungs\u00adtext, wird mit Wor\u00adten des lang\u00adj\u00e4hri\u00adgen Rich\u00adters am Euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Gerichtshof Ulrich Everling<a href=\"#_ftn42\" id=\"_ftnref42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> &#8222;aus dem Ver\u00adfas\u00adsungs\u00ad\u00adpa\u00adtriotis\u00admus &#8222;eine gera\u00adde\u00adzu religi\u00f6s ver\u00adkl\u00e4rte &#8218;Ver\u00adfas\u00adsungs\u00admystik.&#8220; So hat der theologische Kern<a href=\"#_ftn43\" id=\"_ftnref43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> der Men\u00adschen\u00adrechts- und Demo\u00adkra\u00adtie\u00adtheo\u00adrie alle S\u00e4kulari\u00adsie\u00adrungen \u00fcber\u00adstan\u00adden.<a href=\"#_ftn44\" id=\"_ftnref44\"><sup>[44]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529676\">Das Repr\u00e4sentationsdogma<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Zu den tragenden Grundlagen des Parlamentarismus und anderer Herrschaftssysteme geh\u00f6rt die Repr\u00e4sentation. Sie besagt, Personen oder Interessen k\u00f6nnten von einer anderen Person oder Institution \u201erepr\u00e4sentiert\u201c werden. Die Vertretenen sitzen zwar nicht wirklich mit am Entscheidungstisch. Ihre Vertreter \u201erepr\u00e4sentieren\u201c sie aber so, als ob sie dabei w\u00e4ren. Ihre Anwesenheit ist eine Fiktion. Darum sollen die Folgen der Entscheidung auch f\u00fcr die Repr\u00e4sentierten gelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Repr\u00e4sentation ist also eine geistige Vorstellung, eine gedankliche Konstruktion, \u201ekein normativer Vorgang, kein Verfahren und keine Prozedur, sondern etwas <em>Existentielles<\/em>. Repr\u00e4sentieren hei\u00dft, ein unsichtbares Sein durch ein \u00f6ffentlich anwesendes Sein sichtbar machen und vergegenw\u00e4rtigen.\u201c<a href=\"#_ftn45\" id=\"_ftnref45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> Solange dieses unsichtbare Sein von den Vertretenen geglaubt wird, schenkt es dem Handeln der Vertreter Legitimit\u00e4t. Ohne diesen Glauben funktioniert die letzte Begr\u00fcndung vieler weltlicher Herrschaften \u00fcber Menschen nicht. Darum erhielt sie sich \u00fcber Epochen hinweg als Dogma, an das nicht zwingend die Repr\u00e4sentanten, unbedingt aber die Masse der Repr\u00e4sentierten glauben mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Repr\u00e4sentation einer Vielzahl von Personen setzt immer voraus, da\u00df sie wesentlich zusammengeh\u00f6ren und gemeinsam ein Ganzes h\u00f6herer Ordnung bilden. Sie <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eberuht darauf, da\u00df ein als <em>politische Einheit<\/em> existierendes Volk gegen\u00fcber dem nat\u00fcrlichen Dasein einer irgendwie zusammenlebenden Menschengruppe eine h\u00f6here und gesteigerte, intensivere Art Sein hat. Wenn der Sinn f\u00fcr diese Besonderheit der politischen Existenz entf\u00e4llt und die Menschen andere Arten ihres Daseins vorziehen, entf\u00e4llt auch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einen Begriff wie Repr\u00e4sentation.\u201c<\/p><p>Carl Schmitt <a id=\"_ftnref46\" href=\"#_ftn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Er funktioniert nur, wo Menschen an die in ihren K\u00f6pfen befindliche Konstruktion eines kollektiven Ganzen wie an etwas Reales glauben. Ob dieses Ganze h\u00f6herer Art ein Volk ist, die Arbeiterklasse oder eine von einem W\u00fcrdentr\u00e4ger repr\u00e4sentierte Gemeinde, bleibt sich dabei gleich. Ohne Glauben geht es nicht. Dieser Glaube kann sich bei vielen in religi\u00f6ser Weise manifestieren, wenn das repr\u00e4sentierte Ganze zum Gegenstand der Anbetung wird. Man betet nur etwas an, das man, gegen\u00fcber der eigenen kreat\u00fcrlichen Existenz, f\u00fcr kategorial \u00fcbergeordnet h\u00e4lt. Wo Politiker oder Autoren zum Beispiel eine \u201eW\u00fcrde der Demokratie\u201c<a id=\"_ftnref47\" href=\"#_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a> proklamieren, ist die Schwelle zum Religi\u00f6sen erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Rous\u00adseau war der de\u00admokrati\u00adsche Ge\u00admein\u00adwille schlecht\u00adhin un\u00adver\u00adtret\u00adbar. Das Volk k\u00f6n\u00adne \u00fcberhaupt nicht repr\u00e4\u00adsen\u00adtiert wer\u00adden.<a href=\"#_ftn48\" id=\"_ftnref48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> F\u00fcr den Soziologen Ro\u00adbert Michels ist die Idee von der Ver\u00adtret\u00adbar\u00adkeit der Volks\u00adin\u00adter\u00ades\u00adsen eine durch ei\u00adnen falschen Licht\u00adef\u00adfekt her\u00advor\u00adge\u00adrufene Wahn\u00adidee.<a href=\"#_ftn49\" id=\"_ftnref49\"><sup>[49]<\/sup><\/a> Ihren religi\u00f6sen Kern hat Erich V\u00f6gelin aufgewiesen: In Anlehnung an Hegels Philosophie h\u00e4tten die Nationalsozialisten ihren F\u00fchrer als Inkarnation des Volksgeistes und Repr\u00e4sentanten des Volkes verstanden. Er zitiert einen ungenannten \u201eTheoretiker\u201c: \u201eDer F\u00fchrer ist von der Idee durchdrungen; sie handelt durch ihn. [\u2026] In ihm verwirklicht sich der Volksgeist und bildet sich der Volkswille; in ihm gewinnt das geschlechterumspannende und deshalb niemals in seiner Ganzheit konkret versammelte Volk die sichtbare Gestalt. Er ist der Repr\u00e4sentant des Volkes.\u201c<a href=\"#_ftn50\" id=\"_ftnref50\"><sup>[50]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das repr\u00e4sentierte Volk und der kategorial h\u00f6herstehende Volksgeist verdichten sich demzufolge im F\u00fchrer, der Volksgeist ist ihm immanent. Mussolini sprach vom \u201eFaschismus als einer religi\u00f6sen Idee und von der Politik des Regimes als religi\u00f6ser Politik, weil der Faschismus von der Annahme ausgehe, da\u00df der Mensch mit einer <em>Volont\u00e0 obiettiva<\/em> in Verbindung stehe und durch diese Verbindung Pers\u00f6nlichkeit in einem geistigen Reich, im Reich des Volkes, gewinne.\u201c<a href=\"#_ftn51\" id=\"_ftnref51\"><sup>[51]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Glaubenskern ist es unma\u00dfgeblich, ob das Volk von einem F\u00fchrer repr\u00e4sentiert wird, einem K\u00f6nig, einem Politb\u00fcro oder hunderten kleiner K\u00f6nige in einem Parlament. Immer h\u00e4ngt die Legitimit\u00e4t ihrer Macht davon ab, da\u00df ihre Untertanen wirklich glauben, von ihnen \u201erepr\u00e4sentiert\u201c zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute hat der Glaube, in Parlamenten werde ein Volk wirklich repr\u00e4sentiert, stark nachgelassen. Wir befinden uns in einer religi\u00f6sen und weltanschaulichen Umbruchphase. F\u00fcr viele Menschen bildet das Repr\u00e4sentativsystem nur noch einen leeren Formalismus: eine stehengebliebene gesetzliche Fassade, hinter der tats\u00e4chlich ganz andere Interessengruppen die Strippen ziehen. Das Repr\u00e4sentativsystem wird noch benutzt, aber vielfach nicht mehr geglaubt. Statt an unterschiedliche Menschen, die in ihrer Unterschiedlichkeit zu repr\u00e4sentieren sind, glaubt man an die Gleichheit aller Menschen. Wenn aber alle Menschen gleich sind, gibt es keine menschliche Vielfalt mehr, die man parlamentarisch noch durch Repr\u00e4sentation abbilden m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529677\">Von der Ungleichheit zur Gleichheit<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn in jedem Menschen das gleiche G\u00f6ttliche im Kern vorhanden ist, sind in dieser Beziehung alle Menschen gleich. Dieses im Menschen vermutete Immaterielle nannte man sp\u00e4ter seine W\u00fcrde. Nicht mehr Leistung, Rang, Titel, Alter oder Benehmen eines Menschen mache ihn \u201ew\u00fcrdig\u201c, sondern das in allen Menschen gleicherma\u00dfen vermutete r\u00e4tselhafte Etwas, das man zuvor Psyche oder Seele genannt hatte und in dem man jetzt etwas Gottgleiches sah. Wenn Gott auch Geist ist und den Menschen nach seinem Bilde formte, dann hat auch jeder Menschen an diesem immateriellen Gleichen seinen Anteil, gleicht insoweit allen anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob es um eine solche immaterielle, jenseitige Gleichheit geht, an die man allenfalls glauben kann, ohne um eine rein diesseitige, wird aber meistens nicht mehr auseinandergehalten. Die Kirchen hatten fr\u00fcher klar formuliert: &#8222;Vor Gott sind alle Menschen gleich,&#8220; also irgenwo im Jenseits, wenn sie vor Gott treten. Das beinhaltet die so banale wie richtige Aussage, da\u00df sie im Diesseits \u00e4u\u00dferst ungleich und vielf\u00e4ltig sind. Wenn man die Person Gottes aus der &#8222;Gleichheit vor Gott&#8220; tilgt, f\u00e4llt sie in sich zusammen. &#8222;Der Mensch&#8220; anstelle Gottes vermag diese Funktion nicht zu auszuf\u00fcllen, denn die Menschen k\u00f6nnen schlie\u00dflich nicht vor dem &#8222;Menschen an sich&#8220; gleich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichwohl h\u00e4lt die neue Humanit\u00e4tsreligion das Unsinnige f\u00fcr sinnvoll. Ihre Anh\u00e4nger finden wir nicht in den verbliebenen bibeltreuen Kreisen, die buchst\u00e4blich an einen Gott als Person glauben. Dieser Glaube ist nicht in sich unlogisch. Zu den rituellen Glaubensbekenntnissen des Humanitarismus geh\u00f6rt dagegen heute in Amerika und Europa das Mantra: \u00bbAlle Menschen sind gleich.\u00ab Wer es in vorschriftsm\u00e4\u00dfiger Weise abspult, darf auf Gnade hoffen, jedenfalls mit Milde rechnen. Sofort im n\u00e4chsten Satz kann er dann ungeniert loslegen und begr\u00fcnden, warum das genaue Gegenteil richtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Lesen Sie einfach mit eingeschalteter Logik diese Erkl\u00e4rung der Universit\u00e4t L\u00fcbeck vom 18. September 2020: <em>&#8222;<\/em><em>Alle Menschen sind gleich, und doch ist jeder Mensch einzigartig. Das liegt zum Teil an Erziehung und Umwelt, aber gr\u00f6\u00dftenteils auch an der Herkunft unserer Gene, die in der DNA, dem Bauplan des Lebens, kodiert sind. Die genetische Ausstattung des Menschen unterscheidet sich weltweit und bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Krankheiten und das Ansprechen auf Medikamente. Um diese Unterschiede zur Entwicklung einer individuellen Pr\u00e4zisionsmedizin zu untersuchen wurden in den letzten Jahren verschiedene Projekte zur Populationsgenetik in Europa, Nordamerika, Asien und dem s\u00fcdlichen Afrika ins Leben gerufen.&#8220;<\/em><a href=\"#_ftn52\" id=\"_ftnref52\"><sup>[52]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>An die Spitze des ersten Satzes geh\u00f6rte das zentrale Glaubensbekenntnis. Es steht zum zweiten, durch ein Komma getrennten Satz in logischem Widerspruch. Entweder sind alle Menschen gleich, oder jeder Mensch ist einzigartig. Ein Drittes dazwischen gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df die realen Menschen sich voneinander in vielem unterscheiden, hatte sich reibungslos in ein hierarchisches Weltbild eingef\u00fcgt: Von oben herunter regierte Gott die Heerscharen der Engel, die Menschen, das Tierreich, seine ganze Sch\u00f6pfung. Dem hatte eine politische Ordnung mit einem Kaiser an der Spitze entsprochen, gefolgt von untergeordneten K\u00f6nigen und so fort bis zum letzten Bettler. Kirchlich entspricht diesem Modell die Idee von der Unfehlbarkeit des Papstes und seine Autorit\u00e4t \u00fcber die Kirchenhierarchie. Dieses mittelalterliche Weltbild verlor die Plausibilit\u00e4t, sobald immer weniger Menschen glaubten, ihr Gott walte tagt\u00e4glich und regele die menschlichen Dinge. Die Wirklichkeit von Kriegen, Hunger und Seuchen lie\u00dfen an solcher Regierung und Verantwortlichkeit Gottes selbst im Fr\u00f6mmsten starke Zweifel aufkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Indem man Gott von einem aktiven Macher zu einer Art geistigem Splitter herabstufte, der jedem Menschen innewohnte &#8211; wom\u00f6glich der ganzen Natur -, unterschieden sich die Menschen insofern nicht mehr voneinander, als sie alle gleicherma\u00dfen dessen Tr\u00e4ger waren. Nur vor dem Hintergrund dieser Idee l\u00e4\u00dft sich der Satz von der Gleichheit alles dessen rechtfertigen, was Menschenantlitz tr\u00e4gt. Er ist ungeeignet, irgend eine Art weltlicher Hierarchie zu st\u00fctzen. Statt dessen mu\u00dfte er bald zu der Forderung f\u00fchren,&nbsp; die spirituelle menschliche Gleichheit auch im Materiellen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist jede Rechtfertigung einer \u201enat\u00fcrlichen\u201c menschlichen Ungleichheit verworfen, etwa das Denken in h\u00f6her- oder minderwertigen Rassen und Klassen. Aber auch Statusunterschiede, Besitzverh\u00e4ltnisse und jede \u00dcber- oder Unterordnung werden fragw\u00fcrdig. Da\u00df Menschen mehr besitzen als andere oder gar die einen im \u00dcberflu\u00df leben, andere aber Mangel leiden, erscheint als Frevel. Der religi\u00f6se Glaube an die spirituelle Gleichheit aller Menschen bildet den Kern der politischen Forderung nach ihrer materiellen Gleichstellung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529678\">Die Sozialreligion<\/a><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDas Christentum hatte die Erl\u00f6sung von den Leiden und Beschwernissen der Welt im Jenseits verk\u00fcndet; die neue Religion des Sozialen verspricht einen gesellschaftlichen Endzustand, in dem Leid und Angst, Gewalt und Unterdr\u00fcckung, Armut und Ausbeutung nicht mehr auftreten k\u00f6nnen.\u201c<\/p><p>Helmut Schelsky<a id=\"_ftnref53\" href=\"#_ftn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Geistesgeschichtliche Wurzeln dieser Sozialreligion finden wir bei Autoren wie Rousseau, der die menschenverachtenden Jakobiner der franz\u00f6sischen Revolution inspiriert hatte, und von dem eine geistige Ahnenreihe \u00fcber Marx und Engels, Lenin und Stalin bis zu Pol Pot und Fidel Castro f\u00fchrt. Im Konzept der Machtergreifung und des Machterhalts unterscheiden sich \u201edemokratische Sozialisten\u201c und \u201eSozialpolitiker\u201c bis in CDU-Kreise sehr wesentlich vom marxistischen Fl\u00fcgel der Sozialreligion, nicht aber in ihrer Vision von einer sozial homogenen Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Egalitarismus mu\u00df nicht so dramatisch daherkommen wie in den brutalen Unterdr\u00fcckungsregimen. Bei uns wehrt sich ja keiner. In gewisser Weise ist er aber noch viel effektiver in seinem Ziel, alle gleichzumachen. Augenf\u00e4llig wird dieses Ziel, wenn heute Verfassungsch\u00fctzer eine \u201efundamentale Gleichheit\u201c aller Menschen behaupten und es als verfassungsfeindlich bewerten, wenn jemand gar nicht entz\u00fcckt ist, \u201efundamental gleich\u201c sein zu sollen. Es liegt in der Logik dieser Metaphysik der Menschengleichheit, durch sozialstaatliche Umverteilung tats\u00e4chlich \u201ealle gleich\u201c zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen seien \u201cgleich\u201d oder sollten \u201egleich\u201c gemacht werden, ist die gro\u00dfe Illusion und zugleich die Lebensl\u00fcge des sozialistischen Egalitarismus seit seiner Entstehung. Die Aufkl\u00e4rung hatte in Europa zu einem welthistorisch einzigartigen R\u00fcckgang religi\u00f6sen Glaubens gef\u00fchrt, nicht aber zu einem Verschwinden des religi\u00f6sen Bed\u00fcrfnisses. Die Massen wandten sich, formulierte Gustave le Bon, <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eda sie um jeden Preis Illusionen haben m\u00fcssen, wie die Motte zum Licht instinktiv den Rhetoren zu, die ihnen solche bieten. Der gro\u00dfe Faktor der V\u00f6lkerentwicklung war niemals die Wahrheit, sondern stets der Irrtum. Und wenn heute der Sozialismus so m\u00e4chtig ist, so erkl\u00e4rt sich das daraus, da\u00df er die einzige noch lebendige Illusion darstellt. Trotz aller wissenschaftlichen Demonstrationen w\u00e4chst er weiter. Seine Hauptst\u00e4rke ist, da\u00df er von Leuten verteidigt wird, welche die Wirklichkeit der Dinge genug verkennen, um es zu wagen, den Menschen k\u00fchn das Gl\u00fcck zu versprechen. Die soziale Illusion herrscht heute auf allen aufget\u00fcrmten Ruinen der Vergangenheit, und ihr geh\u00f6rt die Zukunft.\u201c<\/p><p>Gustave le Bon<a id=\"_ftnref54\" href=\"#_ftn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da\u00df die gleiche, politisch korrekte Gesinnung zwingend zu den Geboten des Gottes der Gleichheit geh\u00f6rt, versteht sich. Diese mu\u00df darum schon vom Kindergarten an jedem durch ein gleichf\u00f6rmiges Erziehungssystem eingeimpft werden. \u201eAlle Stifter eines religi\u00f6sen oder politischen Glaubens haben diesen nur dadurch begr\u00fcndet, da\u00df sie es verstanden, den Massen jene Gef\u00fchle des Fanatismus einzufl\u00f6\u00dfen, welche bewirken, da\u00df der Mensch sein Gl\u00fcck in der Anbetung und im Gehorsam findet und gewillt ist, sein Leben f\u00fcr sein Idol zu lassen.\u201c<a href=\"#_ftn55\" id=\"_ftnref55\"><sup>[55]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gleichheitsforderung ist die geschworene Feindin der Freiheit. Dem israelische Historiker Martin van Creveld zufolge hat sie sich \u201ezum eifers\u00fcchtigsten und rachs\u00fcchtigsten Gott aller Zeiten entwickelt. Zwar fordert er keine Blutopfer und Gebete. Er verlangt aber bestimmte Anstandsregeln, Akzeptanz f\u00fcr sein Dogma und eine nie enden wollende F\u00e4higkeit zu simulieren, zu kaschieren, die F\u00e4higkeit zur Scheinheiligkeit und zur Erfindung immer neuer Euphemismen.&nbsp; Wie der alte Gott, den er vom Thron gesto\u00dfen hat, verf\u00fcgt auch er \u00fcber seine Priester, seine J\u00fcnger und seine Henker. Wer immer die Gleichheit infrage stellt und sich m\u00fcndlich oder schriftlich oder durch seine Handlungen in einer Weise \u00e4u\u00dfert, die als kontr\u00e4r zu seinem heiligen Willen empfunden wird, mu\u00df er sich warm anziehen.\u201c<a href=\"#_ftn56\" id=\"_ftnref56\"><sup>[56]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die neue Sozialreligion und ihre Funktion\u00e4rs-Diakone<a href=\"#_ftn57\" id=\"_ftnref57\"><sup>[57]<\/sup><\/a> haben die versachlichten Institutionen der modernen Industriegesellschaft unterwandert und zersetzen die freiheitliche demokratische Grundordnung von innen heraus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529679\">Der Weg in den Sozialkollektivismus<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Von jenem historischen Humanismus, dessen zentraler Wert eben der Mensch und nicht mehr Gott war, f\u00fchrte ein konsequenter Weg hin zum Humanitarismus unserer sozialen Menschenbegl\u00fccker. Als Hohepriester \u201edes Menschen\u201c st\u00fctzen sie ihre Macht \u00fcber uns auf den Anspruch, kein Mensch d\u00fcrfe zu kurz kommen und d\u00fcrfe an Geld und Gut, Bildung und Chancen weniger haben als jeder andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie f\u00fchren uns immer tiefen in einen modernen Sozialkollektivismus, in die totalit\u00e4re Barbarei ihres Gleichheitswahnes. In ihm gilt: Du bist nichts, die Gesellschaft ist alles! Was \u201edie Gesellschaft\u201c fordert und verlangt, erz\u00e4hlen uns schon heute die Ingenieure unseres sozialen Seelenheils, unsere uns fundamental gleichenden Hohepriester des Humanitarismus, unsere geliebten sozialen F\u00fchrer!<\/p>\n\n\n\n<p>Wie jede Religion hat auch die Sozialreligion des Humanitarismus ihre strikten Gebote und Verbote. Hinter der Definition \u201edes Menschen\u201c als spirituell <em>gleich<\/em> stehen harte Sollensvorschriften. Es geht schon lange nicht mehr um juristische Gleichberechtigung, sondern um das Ziel faktischer Gleichheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich der Gleichheitsforderung nicht beugt, ist verd\u00e4chtig. Er hat am Humanum keinen Anteil. Mu\u00df man ihn \u201ehuman\u201c behandeln, wo er sich doch selbst \u201einhuman\u201c verh\u00e4lt? Darf man ihn zu seinem Gl\u00fcck zwingen, \u201ehuman\u201c zu handeln? F\u00fcr die modernen Humanitaristen ist das v\u00f6llig klar. Ihr Glaube gibt jedem Menschen eine Bestimmung auf den Weg: Sie verfallen in den <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eeigent\u00adlichen Fehler der Religion, dem Menschen eine \u00bbBestim\u00admung\u00ab zu geben,\u201c [..] \u201eindem \u00adauch sie ihn g\u00f6ttlich, menschlich und dergleichen wissen wollen: Sitt\u00adlichkeit, Freiheit und Humanit\u00e4t usw. sei sein Wesen. Und wie die Religion, so wollte auch die Politik den Menschen <em>\u00bberziehen\u00ab, <\/em>ihn zur Verwirklichung seines \u00bbWesens\u00ab, seiner \u00bbBestimmung\u00ab bringen, etwas aus ihm <em>machen, <\/em>n\u00e4mlich einen \u00bbwahren Menschen\u00ab, die einen in der Form des \u00bbwahren Gl\u00e4ubigen\u00ab, die anderen in der des \u00bbwahren B\u00fcrgers oder Untertanen\u00ab. In der Tat kommt es auf eins hinaus, ob man die Bestimmung das G\u00f6ttliche oder Menschliche nennt.\u201c<\/p><p>Max Stirner<a id=\"_ftnref58\" href=\"#_ftn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wo dieser Glaube sich mit politischer Macht paart, wird diese totalit\u00e4r. Eine Religion mit Gottesperson etabliert sich als Gottesstaat. Wir denken dabei an moderne islamische Regime. Aber bereits die Herrschaft der Pharaonen bildete eine Theokratie, eine\u00a0 nominelle unmittelbare Gottesherrschaft. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eKehrt am Ende der Neuzeit die antike Theopolitie zur\u00fcck? 1929 schrieb Hermann Heller angesichts der modernen Totalitarismen den prophetischen Satz: \u00bbDer Staat kann nur totalit\u00e4r werden, wenn er wieder Staat und Kirche in einem wird, welche R\u00fcckkehr zur Antike aber nur m\u00f6glich ist durch eine radikale Absage an das Christentum\u00ab (<em>Europa und der Faschismus<\/em>, 1929, 56). Eric Voegelin und Raymond Aron haben die Gewaltregime der j\u00fcngsten Vergangenheit \u2013 Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus \u2013 als \u00bbpolitische Religionen\u00ab bezeichnet. Sie sahen in deren Bem\u00fchen um eine quasi-religi\u00f6se Dimension politischer Ordnung Parallelen zu den Modellen der antiken politisch-religi\u00f6sen Einheitskultur.\u201c<\/p><p>Hans Maier<a id=\"_ftnref59\" href=\"#_ftn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529680\">Wo steht der Feind?<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Scheidelinie zwischen demokratischem Rechtsstaat und einem Bekenntnisstaat verl\u00e4uft, wo der andere nicht mehr blo\u00df als Gegner der eigenen Interessen betrachtet, sondern als Ungl\u00e4ubiger gebrandmarkt wird. Hinter ihr gibt es nur noch Andersgl\u00e4ubige, die man als Feind vernichten mu\u00df. Die innerstaatliche Feinderkl\u00e4rung ist die Aufk\u00fcndigung des inneren Friedens. &#8222;Es ist un\u00adm\u00f6g\u00adlich, mit Leuten, die man f\u00fcr verdammt h\u00e4lt, in Frie\u00ad\u00adden zu leben.&#8220;<a href=\"#_ftn60\" id=\"_ftnref60\"><sup>[60]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Monotheistische Religionen identifizieren ihren Gott gern mit einem <em>Guten an sich<\/em>. Als Inbegriff aller Heiligkeit steht er dem B\u00f6sen an sich gegen\u00fcber, personifiziert als Teufel. Sie bilden antithetische Bestandteile desselben Weltbildes,<a href=\"#_ftn61\" id=\"_ftnref61\"><sup>[61]<\/sup><\/a> derselben Religionen. Wir haben humanitarische Religion strukturell als H\u00e4resie des Christentums bezeichnet. Sie bildete sich aus ihm heraus, als man an keinen pers\u00f6nlichen Gott mehr glaubte und dieser durch den Glauben an den Menschen an sich verdr\u00e4ngt wurde, moderner Inbegriff des <em>Guten an sich<\/em>. Als logische Kehrseite der Medaille mu\u00dfte der neue Glaube auch die Idee eines <em>B\u00f6sen an sich<\/em> \u00fcbernehmen und erkl\u00e4ren. Das fiel nicht schwer:<\/p>\n\n\n\n<p>Die katholische Theologie hatte in der Verlegenheit, die Existenz des B\u00f6sen in Gottes Sch\u00f6pfung zu erkl\u00e4ren, eine einfache L\u00f6sung gefunden: Es gibt kein dem Guten gleich m\u00e4chtiges, eigenst\u00e4ndiges Prinzip des B\u00f6sen. Vielmehr erkl\u00e4rt es sich nur aus teilweise mangelndem Guten.<a href=\"#_ftn62\" id=\"_ftnref62\"><sup>[62]<\/sup><\/a> Ebenso verfuhr die Humanit\u00e4tsreligion: Wenn der Mensch von Grund auf \u201ehuman\u201c und gut ist, vermochte sie die Exististenz des Inhumanen nur durch unzul\u00e4ngliche Auspr\u00e4gung des Humanen zu erkl\u00e4ren. Eine selbst\u00e4ndige Existenz des Inhumanen im Menschen verbot sich aus naheliegenden Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>So findet sie ihren Feind \u00fcberall dort, wo jemand \u201einhuman\u201c handelt. Worin dieses inhumane Handeln im Einzelfall konkret besteht, diese Auslegung behalten sich die Priester des Humanitarismus f\u00fcr sich vor. Sie verstehen davon, so glauben sie, am meisten. Tats\u00e4chlich wimmelt es in ihren Augen weltweit von Inhumanem: in der \u201eausgebeuteten dritten Welt\u201c, in Nachwirkungen des Kolonialismus, in inhumaner Behandlung von \u201eFl\u00fcchtlingen\u201c, der Kopftuch- oder Schleierpflicht im Islam, der inhumanen deutschen Sprache mit ihrem generischen Maskulinum, dem zu niedrigen Mindestlohn und anderen Teufeleien mehr. In \u201ekeinem organisierten gr\u00f6\u00dferen organisierten Weltbild hat die Figur eines Feindes jemals gefehlt, auch wenn an die Stelle von b\u00f6sen Geistern oder etwa der S\u00fcnde das Unmoralische, das Unsoziale, die Unterdr\u00fcckung, die Entfremdung\u201c<a href=\"#_ftn63\" id=\"_ftnref63\"><sup>[63]<\/sup><\/a> oder das Inhumane getreten ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529681\">&#8222;Menschenverachtung&#8220; als moderne Gottesleugnung<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Anstelle der fr\u00fcher schlimmsten S\u00fcnde der Gottesl\u00e4sterung ist die \u201eMenschenverachtung\u201c getreten. Damit ist aber nicht gemeint, man d\u00fcrfe keine individuelle Person verachten. Wer jemandem diesen Vorwurf wie einen Bannstrahl entgegenschleudert, verachtet ihn ja offenkundig auch. Gemeint ist damit, der andere mi\u00dfachte die Heiligkeit des Menschen an sich, deren Abglanz ihm wie ein Splitter einer h\u00f6heren Wesenheit innewohnt. Terminologisch liegt dieser Vorstellung der schon erw\u00e4hnte \u201emehr oder weniger klare Immanenz-Pantheismus\u201c zugrunde<sup>.<a href=\"#_ftn64\" id=\"_ftnref64\">[64]<\/a><\/sup> \u201eMenschenverachtung\u201c ist die Erzs\u00fcnde gegen das pantheistisch vorgestellte \u201eG\u00f6ttliche\u201c im Menschen, gegen den verg\u00f6tterten Menschen an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>1874 witterte der Theologe Johann Peter Lange (1802-1884) Menschenverachtung in der neuen Evolutionstheorie und <a><\/a>zog vom Leder: &#8222;Welch eine seltsame rasche und \u00fcberraschende Wendung ist in Beziehung auf die Werthhaltung des Menschen und insbesondere auch des Menschenbildes eingetreten! Es ist noch nicht lange hin, da\u00df man uns verhie\u00df, wenn man erst die Gottesidee in den Hintergrund schiebe oder gar beseitige, werde der Mensch in seiner wahren heroischen Gr\u00f6\u00dfe erscheinen, auf den dunklen Tr\u00fcmmern der Religion werde der lichte Tempel der Humanit\u00e4t erstehen. Und nun sehen wir die Menschenverachtung als Selbstverachtung und Verachtung des N\u00e4chsten&nbsp; auf allen Seiten hervorbrechen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das &#8222;Grundverbrechen der Menschenverachtung&#8220; beginne mit der &#8222;Ableitung der Menschenart aus einer zuf\u00e4lligen thierischen Metamorphose, Menschenverachtung der Katechismus von der socialen Allmacht der Faust, und nicht minder auch die Menschenverachtung, die Satzung, der Mensch k\u00f6nne von seinem Unfrieden befreit werden, wenn man ihm das Opfer seiner \u00dcberzeugung&nbsp; und seines Gewissens abgelistet und ihn zu einem dressirbaren Gesch\u00f6pf, zu einem willenlosen und fanatischen Werkzeug fremder hierarchischer Selbstverg\u00f6tterung gemacht habe.&#8220;<a href=\"#_ftn65\" id=\"_ftnref65\"><sup>[65]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Heute wird der Begriff der Menschenverachtung undifferenziert gegen alle Positionen gerichtet, die aus Sicht der Humanit\u00e4tsreligion nicht fromm genug sind. Man wirft ihnen vor, in Menschen nichts Spirituelles&nbsp; zu erkennen und sie womoglich nicht als W\u00fcrdetr\u00e4ger, sondern wie Objekte zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>1947 stand der religi\u00f6se Ursprung des Begriffs noch sehr deutlich vor Augen: Alexander Mitscherlich hatte aus Anla\u00df der N\u00fcrnberger \u00c4rzteprozesse geschrieben: &#8222;Eine tiefe Inhumanit\u00e4t hat sich seit langem vorbereitet. Dies ist die Alchemie der Gegenwart, die Verwandlung von Subjekt in Objekt, des Menschen in eine Sache, an der sich dann der Zerst\u00f6rungstrieb ungehemmt entfalten darf&#8220;. [&#8230;] &#8222;So sahen wir unsere Aufgabe als Chronisten von Tod, Verzweiflung und ha\u00dfvoller Menschenverachtung nicht in der Anklage, noch in der Entschuldigung, sondern allein in der Vermittlung zeitgen\u00f6ssischer Geschichte&#8220;.<a href=\"#_ftn66\" id=\"_ftnref66\"><sup>[66]<\/sup><\/a> Mitscherlich \u00fcberh\u00f6ht seine verst\u00e4ndliche Abscheu vor Menschenversuchen mit dem Vorwurf der Inhumanit\u00e4t und kr\u00f6nt ihn mit der Behauptung der Menschenverachtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer ist die Begr\u00fcndung der wesentliche Punkt: F\u00fcr ein gesetzliches Verbot jedweder Versuche an Menschen kann man mit guten Gr\u00fcnden eintreten. Wenn diese Gr\u00fcnde aber religi\u00f6se sind, darf man nicht erwarten, da\u00df jeder sie glaubt. Auch der Vorwurf der &#8222;Menschenverachtung&#8220; gewinnt nur in einem normativen religi\u00f6sen Rahmen Sinn. Sie bleibt unverst\u00e4ndlich jedem, der immer nach Einzelfall selbst entscheidet, ob er einen anderen Menschen liebt und w\u00fcrdigt, gleichg\u00fcltig bleibt oder ihn verachtet. So verh\u00e4lt sich der empirische Mensch. Er kann liebevoll, aber auch grausam sein: Empirisch ist das eine so menschlich wie das andere. Erst wenn man das Adjektiv menschlich religi\u00f6s aufl\u00e4dt und an &#8222;den Menschen als von Natur aus gut&#8220; glaubt, erscheint wie von Zauberhand alles Grausame als inhuman: Der verg\u00f6ttlichte Idealmensch an sich ist n\u00e4mlich edel, sittsam und gut.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529682\">Wieder in der religi\u00f6sen Vorzeit<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Damit ist der moderne Humanitarismus wieder in der Fr\u00fchzeit der Religionsgeschichte angekommen, als die Menschen sich wohl noch keine G\u00f6tterpersonen vorstellten, aber die gesamte Natur als beseelt. Es ist konsequent, da\u00df der Humanitarismus sich in den K\u00f6pfen seiner Gl\u00e4ubigen gut vertr\u00e4gt mit einer modischen Ideenwelt, in der wir in jedem Lurch und Grashalm \u201edie Natur\u201c verehren und gegen jede Methanbl\u00e4hung unseres Viehs \u201edas Klima\u201c verteidigen sollen. Der Natur, dem Klima und dem Menschen an sich werden normative Eigenschaften zugeschrieben. Sie haben als \u201edas Gute\u201c unserer gottlosen Zeit die Rolle Gottes als \u201edas Gute an sich\u201c \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rational oder auch aus emotionaler Zuneigung kann man ja gute Gr\u00fcnde f\u00fcr Klima- und Naturschutz finden. Vielfach tritt dieser aber auch esoterisch angehaucht auf und ist im Kern religi\u00f6s. \u201eDie Natur\u201c und \u201edas Klima\u201c werden wie eigenst\u00e4ndige Wesenheiten begriffen, als Teil einer \u201eSch\u00f6pfung\u201c. Eine Art religi\u00f6ser Regression stellt diese als etwas Sakrosanktes dar, ohne einen Sch\u00f6pfer ausdr\u00fccklich zu ben\u00f6tigen. Statt dessen beruht sie auf einem diffusen Animismus oder Spiritualismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der Vorstellung eines Menschen an sich mit spirituellen Eigenschaften wie einer gottgleichen W\u00fcrde oder einer unsterblichen Seele f\u00fchrt ein konsequenter Weg zu einem spirituellen Weltbild, das auch Tieren, B\u00e4umen oder Quellen, schlie\u00dflich der Natur oder dem Klima ein Sein h\u00f6herer Art beimi\u00dft. Es gibt dann wenig Anla\u00df, nicht auch seinem Hund, den Zwergflederm\u00e4usen oder gleich dem ganzen Kosmos ein geistvolles F\u00fcnkchen zuzutrauen. Dieses gilt als heilig und unantastbar. Da\u00df man dann keinen Wald roden und kein Fleisch essen darf, versteht sich von selbst. Tierversuche gelten als inhuman. Hinter einem Nebel an gutmenschlicher Achtsamkeit gegen\u00fcber allem und jedem versteckt sich eine religi\u00f6se Vorstellungswelt, wie wir sie aus der Steinzeit und von Naturv\u00f6lkern kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der innerhumanit\u00e4ren und kirchlichen Diskussion spielt die Forderung nach mehr \u201eSpiritualit\u00e4t\u201c eine bedeutende Rolle und hat die alten Grenzen zwischen theologischer Dogmatik und Esoterik aufgeweicht. Es gibt keine einheitliche Vorstellung von Spiritualit\u00e4t. Jedenfalls soll sie mit einem speziellen Kontakt zu einer als rein geistig vorgestellten Macht oder im Menschen siedelnden geistigen Prinzipien zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529683\">Ausblick<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns auf dem Weg zu einer neuen Art Gottesstaat, in welchem der Mensch an sich Gegenstand religi\u00f6ser Verehrung und seine Anbetung Untertanenpflicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Glaube an den guten Menschen an sich und die Humanit\u00e4t sind substanziell Religion, weil er etwas im Menschen wohnendes Immaterielles behauptet; er ist durch den Modus des festen Glaubens seiner Anh\u00e4nger anstelle von Faktenwissen eine Religion, und er ist auch funktional Religion. Er hilft anscheinend seinen Anh\u00e4ngern, trotz t\u00e4glicher schlechter Nachrichten \u00fcber alles Schreckliche, das Menschen sich gegenseitig antun, den Glauben an \u201eden Menschen\u201c zu bewahren und damit gesellschaftlichen Sinn zu stiften. Dieser Sinn soll diejenige Gemeinschaft stiften, die in der modernen Atomisierung der alten sozialen Einheiten und Verb\u00e4nde verlorengegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Sinn w\u00e4chst ihm auch eine Funktion im Rahmen einer neuen Herrschaftsideologie zu, die diesen Glauben ben\u00f6tigt. Er soll die fluide gemachte Masse beherrschbar halten. Wer den humanitaristischen Glauben an den Menschen und seine Gleichheit offen verleugnet, gibt sich aus gl\u00e4ubiger Sicht als Unmensch zu erkennen. Der Vorwurf einer \u201eLeugnung\u201c war immer ein religi\u00f6ser: \u201eEhe der Hahn kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnet haben!\u201c, soll Jesus zu Petrus gesagt haben. Der biblische \u201eLeugner\u201c ist der Prototyp des religi\u00f6s Ungl\u00e4ubigen. Phrasen wie Klimaleugner, Coronaleugner und \u00e4hnliche sind beliebte Waffen im Arsenal der Gl\u00e4ubigen. Das angebliche Leugnen wird zum Sakrileg, das Allerheiligste wird frech angetastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus gl\u00e4ubiger Sicht d\u00fcrfen da Konsequenzen nicht ausbleiben. Was der eine leugnet, gilt dem Gl\u00e4ubigen als Wahrheit. Wer sich aber \u201eselbst im Besitze un\u00adum\u00adst\u00f6\u00df\u00adli\u00adcher Wahr\u00adhei\u00adten w\u00e4hnt, kann dem Andersden\u00adkenden nicht mit To\u00adle\u00adranz begeg\u00adnen.&#8220;<a href=\"#_ftn67\" id=\"_ftnref67\"><sup>[67]<\/sup><\/a> Seine Wahrheit ist ihm heilig. Der Spanier Donoso Cort\u00e9s hat die Konsequenzen aus katholischer Sicht anschaulich geschildert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Die Freiheit in der Wahrheit ist ihr heilig, die im Irrtum ist ihr ebenso ver\u00adab\u00adscheuungsw\u00fcrdig wie der Irr\u00adtum selbst; in ihren Augen ist der Irr\u00adtum ohne Rechte ge\u00adboren und lebt ohne Rechte, und dies ist der Grund, weshalb sie ihm nach\u00adsp\u00fcrt, ihn verfolgt bis in die geheim\u00adsten Schlupf\u00adwinkel des menschlichen Gei\u00adstes; wes\u00adhalb sie ihn auszu\u00adrotten sucht. Und diese ewige Illegitimit\u00e4t, diese ewige Nackt\u00adheit und Bl\u00f6\u00dfe des Irrtums ist sowohl ein religi\u00f6ses als auch ein po\u00adli\u00adti\u00adsches Dogma. Zu allen Zeiten haben es alle irdischen Gewalten ver\u00adk\u00fcn\u00addet: Alle ir\u00addi\u00adschen Gewal\u00adten haben das Prinzip, auf dem sie be\u00adru\u00adhen, der Dis\u00adkus\u00adsion entzogen; alle haben das diesem Prinzip ent\u00adge\u00adgen\u00adste\u00adhende Prin\u00adzip Irrtum genannt und haben es jeder Legi\u00adtimit\u00e4t und jeden Rechtes ent\u00adklei\u00addet.&#8220;<\/p><p>Juan Donoso Cort\u00e9s<a id=\"_ftnref68\" href=\"#_ftn68\"><sup>[68]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Humanitarismus schafft eine neue Gesellschaft, die nur noch seinen Glauben an Humanit\u00e4t und den Menschen gelten l\u00e4\u00dft. Diese Gesellschaft wird allerdings keine freie Gesellschaft mehr sein.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc82529684\">Quellenverzeichnis<\/a><a><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<p>Baader, Roland, \u201ctotgedacht\u201d, 2002 (2020).<\/p>\n\n\n\n<p>Backes, Uwe und Eckhard Jesse, Politischer Extremismus in der Bundesre\u00adpublik Deutsch\u00adland, Bonn 1989.<\/p>\n\n\n\n<p>van Creveld, Martin, Gleichheit. Das falsche Versprechen, 2018.<\/p>\n\n\n\n<p>Di Fabio, Udo, Die Kultur der Freiheit, 2005.<\/p>\n\n\n\n<p>Donoso Cort\u00e9s, Juan, Essay \u00fcber den Katholizismus, den Liberalismus und den Sozialismus, 1851.<\/p>\n\n\n\n<p>Enzens\u00adberger, Hans Magnus, Aussichten auf den B\u00fcrgerkrieg, 1993.<\/p>\n\n\n\n<p>Gehlen, Arnold, Moral und Hypermoral, 5.Aufl. 1986.<\/p>\n\n\n\n<p>Grau, Alexander, Liberalismus ade: Wie der moderne Hyperindividualismus zum Hyperetatismus f\u00fchrt, NZZ 20.6.2020, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/liberalismus-ade-oder-ueber-das-krux-der-minderheiten-ld.1561505\">https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/liberalismus-ade-oder-ueber-das-krux-der-minderheiten-ld.1561505<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Habermas, J\u00fcrgen, Rettet die W\u00fcrde der Demokratie, FAZ (aktualisiert) 4.11.2011, abgerufen 30.8.2021, https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/euro-krise-rettet-die-wuerde-der-demokratie-11517735.html.<\/p>\n\n\n\n<p>Hartmann, Fritz, Vom &#8222;Diktat der Menschenverachtung&#8220; 1946 zur &#8222;Medizin der Menschlichkeit&#8220; 1960, in: Zentrum f\u00fcr medizinische Ethik Bochum, Medizinische Materialien, Heft 161, Februar 2005, 3.Auf.l. 2007<\/p>\n\n\n\n<p>Heineccius, Johann Gottlieb, Elementa juris naturae et gentium, 1737, Hrg. Christoph Berg\u00adfeld, Frankfurt 1994.<\/p>\n\n\n\n<p>Hirsch, Samuel, Die Humanit\u00e4t als Religion, Trier 1854.<\/p>\n\n\n\n<p>Isensee, Josef, Staatsrepr\u00e4sentation und Verfassungspatriotismus, in: Critic\u00f3n 1992, 273.<\/p>\n\n\n\n<p>Kondylis, Panajotis,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Macht und Entscheidung, 1984.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ohne Wahrheitsanspruch keine Toleranz, FAZ 21.12.1994.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Der Niedergang der b\u00fcrgerlichen Denk- und Lebensform, 1991.<\/p>\n\n\n\n<p>Lange, Johann Peter, Ein Wort \u00fcber die Verbrennung der Leichen, in: Daheim, Ein deutsches Familienblatt mit Illustrationen, 1874, S.614 ff.<\/p>\n\n\n\n<p>Le Bon, Gustave, Psychologie der Massen, 1895, K\u00f6ln 2016.<\/p>\n\n\n\n<p>Maier, Hans, Entg\u00f6ttert? Wie das Christentum Staat und Herrschaft ver\u00e4nderte, in: Die politische Meinung Ausgabe 545, 30.8.2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Michels, Robert, Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demo\u00adkratie, 1911, 4.Aufl.Stuttgart 1989.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitscherlich, Alexander, Politisch-publizistische Aufs\u00e4tze, 1983.<\/p>\n\n\n\n<p>Monod, Jacques, Zufall und Notwendigkeit, Philosophische Fragen der mo\u00addernen Biologie, Paris 1970, dtsch: M\u00fcnchen 1971, 9.Aufl.1991.<\/p>\n\n\n\n<p>Nietzsche, Friedrich, Jenseits von Gut und B\u00f6se, 1886, 5.Aufl.Goldmann-TB 7530.<\/p>\n\n\n\n<p>Nippold, Friedrich, Handbuch der neuesten Kirchengeschichte, 3.Auf., 1.Band, 1889.<\/p>\n\n\n\n<p>Nolte, Ernst, Von Echnaton zu Hitler, Frankfurter Allgemeine Zeitung 7.12.1993.<\/p>\n\n\n\n<p>Proudhon, Pierre Joseph, Die Widerspr\u00fcche der National-Oekonomie oder die Philosophie der Noth, Leipzig 1847.<\/p>\n\n\n\n<p>Roedig, Andrea, Wider den Konformit\u00e4tsdruck, Neue Z\u00fcrcher Zeitung 11.8.2015, https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/buecher\/wider-den-konformitaetsdruck-1.18593185.<\/p>\n\n\n\n<p>Rousseau,&nbsp; Jean-Jacques, Der Gesellschaftsvertrag, 1762, (Hrg. Weinstock), 1974.<\/p>\n\n\n\n<p>Schelsky, Helmut, Die Arbeit tun die anderen, 1975.<\/p>\n\n\n\n<p>Schmitt, Carl,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Legalit\u00e4t und Legitimit\u00e4t, Berlin 1932, 4.Aufl. 1988.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Der Begriff des Politischen, Berlin 1932 (1963\/1987).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Politische Theologie, 2. Aufl. 1934, unver\u00e4nderte 4.Aufl.1985,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Verfassungslehre, 1993, 8.Auf. des Werks von 1928.<\/p>\n\n\n\n<p>Spengler, Oswald, Der Untergang des Abendlandes, 1918 in zwei B\u00e4nden, hier zitert nach der einb\u00e4ndigen Ausgabe nach dem Druck von 1923, Anaconda-Verlag 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>Stirner, Max (alias Johann Caspar Schmidt), Der Einzige und sein Eigen\u00adtum, 1845, Stuttgart (Reclam) 1972.<\/p>\n\n\n\n<p>Strau\u00df, David Friedrich, Das Leben Jesu f\u00fcr das deutsche Volk bearbeitet, Leipzig 1864.<\/p>\n\n\n\n<p>Thielicke, Helmut, Glauben und Denken in der Neuzeit, 1983, 2.Aufl. 1988.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6gelin, Erich<a href=\"#_ftn69\" id=\"_ftnref69\"><sup>[69]<\/sup><\/a>, Die politische Religion, 1938, 2.Aufl.1993.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Weinkauff, Hermann, Der Naturrechtsgedanke in der Rechtsprechung des BGH, Neue Juristische Wochenschrift 1960, 1689.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Max Stirner, 1845 (1972), S.62.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Max Stirner, 1845 (1972), S.193.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Grundlegend: Erich V\u00f6gelin, S.11.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1932, S.26.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1984), S.33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Zum konkreten massendemokratischen Ursprung und Charakter des Pluralismus: Panajotis Kondylis&nbsp; (1991), S.8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1991), S.56.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Max Stirner (1845), S.269.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Carl Schmitt 1934 (1985), S.49.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Carl Schmitt (1934 (1985), S.51.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Udo Di Fabio (2005), S.114.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Udo Di Fabio (2005), S.98.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Alexander Grau, NZZ 20.6.2020.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><sup>[14]<\/sup> Donoso Cort\u00e9s , 1851, S.72<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.65.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Proudhon (1847), S.392.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Le Bon (1895), K\u00f6ln 2016, S.70.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" id=\"_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Helmut Schelsky (1975), S.77.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" id=\"_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Samuel Hirsch, 1854, Vorwort, S.II.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" id=\"_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Max Stirner, S.192.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" id=\"_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Friedrich Nippold (1889), S.404.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" id=\"_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> David Friedrich Strau\u00df (1864), S.625, Helmuth Thielicke, 1988, S.528.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" id=\"_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Carl Schmitt 1934 (1985), S.64.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" id=\"_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Heineccius, Elementa iuris (1737), Kap.I, \u00a7 14 = S.31.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" id=\"_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Hermann Weinkauff, NJW 1960, 1689 (1691).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\" id=\"_ftn26\"><sup>[26]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1984), S.67.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\" id=\"_ftn27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.59.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref28\" id=\"_ftn28\"><sup>[28]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.62.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\" id=\"_ftn29\"><sup>[29]<\/sup><\/a> Erich V\u00f6gelin (1938), S.40.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\" id=\"_ftn30\"><sup>[30]<\/sup><\/a> Edith P\u00e1sztor, J.v. Fiore, in: Lexikon des Mittelalters, V., 1999, Sp.485 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\" id=\"_ftn31\"><sup>[31]<\/sup><\/a> Erich V\u00f6gelin (1938), S.41.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref32\" id=\"_ftn32\"><sup>[32]<\/sup><\/a> Ernst Nolte, Von Echnaton zu Hitler, FAZ 7.12.1993.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\" id=\"_ftn33\"><sup>[33]<\/sup><\/a> Hans Kelsen. Archiv f\u00fcr Sozialwissenschaft 1920, S.84, sinngem\u00e4\u00df zitiert von Carl Schmitt (1934 \/ 1985), S.55.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\" id=\"_ftn34\"><sup>[34]<\/sup><\/a> Oswald Spengler, 1923 (2017), S.1207.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\" id=\"_ftn35\"><sup>[35]<\/sup><\/a> Arnold Gehlen (1986), S.30.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref36\" id=\"_ftn36\"><sup>[36]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.57.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref37\" id=\"_ftn37\"><sup>[37]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1991), S.12.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref38\" id=\"_ftn38\"><sup>[38]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1991), S.5.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref39\" id=\"_ftn39\"><sup>[39]<\/sup><\/a> Jacques Monod (1971), S.151.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref40\" id=\"_ftn40\"><sup>[40]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1984), S.43.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref41\" id=\"_ftn41\"><sup>[41]<\/sup><\/a> Josef Isensee, Critic\u00f3n 1992,273.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref42\" id=\"_ftn42\"><sup>[42]<\/sup><\/a> Ulrich Everling, Leserbrief, FAZ 29.9.1995.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref43\" id=\"_ftn43\"><sup>[43]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.49.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref44\" id=\"_ftn44\"><sup>[44]<\/sup><\/a> Hans Magnus Enzens\u00adberger (1993), S.74.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref45\" id=\"_ftn45\"><sup>[45]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1993, S.209.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref46\" id=\"_ftn46\"><sup>[46]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1993, S.210.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref47\" id=\"_ftn47\"><sup>[47]<\/sup><\/a> J\u00fcrgen Habermas, FAZ 4.11.2011.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref48\" id=\"_ftn48\"><sup>[48]<\/sup><\/a> Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, Buch III, Kap. 15 S.158.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref49\" id=\"_ftn49\"><sup>[49]<\/sup><\/a> Michels, Soziologie,&nbsp; S.371.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref50\" id=\"_ftn50\"><sup>[50]<\/sup><\/a> Zitat nach Erich V\u00f6gelin, 1938, S. 56 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref51\" id=\"_ftn51\"><sup>[51]<\/sup><\/a> Erich V\u00f6gelin, S.56.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref52\" id=\"_ftn52\"><sup>[52]<\/sup><\/a> Das erste \u00e4gyptische Referenzgenom des Menschen, https:\/\/www.vbio.de\/aktuelles\/wissenschaft\/das-erste-aegyptische-referenzgenom-des-menschen\/<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref53\" id=\"_ftn53\"><sup>[53]<\/sup><\/a> Helmut Schelsky (1975), S.77.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref54\" id=\"_ftn54\"><sup>[54]<\/sup><\/a> Gustave Le Bon (1895), S.104.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref55\" id=\"_ftn55\"><sup>[55]<\/sup><\/a> Gustave Le Bon (1895), S.71.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref56\" id=\"_ftn56\"><sup>[56]<\/sup><\/a> Martin van Creveld (2018), S.290.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref57\" id=\"_ftn57\"><sup>[57]<\/sup><\/a> Roland Baader, 2002, 2. Auf. 2020, S.255.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref58\" id=\"_ftn58\"><sup>[58]<\/sup><\/a> Max Stirner, 1854, S.268.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref59\" id=\"_ftn59\"><sup>[59]<\/sup><\/a> Hans Maier (2017).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref60\" id=\"_ftn60\"><sup>[60]<\/sup><\/a> Jean-Jacques Rousseau, 1762&nbsp; (1974), S.155.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref61\" id=\"_ftn61\"><sup>[61]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1084), S.23.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref62\" id=\"_ftn62\"><sup>[62]<\/sup><\/a> Donoso Cort\u00e9s, Essay, S.83.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref63\" id=\"_ftn63\"><sup>[63]<\/sup><\/a> Panajotis Kondylis (1984), S.35.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref64\" id=\"_ftn64\"><sup>[64]<\/sup><\/a> Carl Schmitt, 1934 (1985), S.64.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref65\" id=\"_ftn65\"><sup>[65]<\/sup><\/a> Lange (1874), S.616.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref66\" id=\"_ftn66\"><sup>[66]<\/sup><\/a> Alexander Mitscherlich, Medizin ohne Menschlichkeit, 1948, zitiert nach: derselbe (1983), S.153.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref67\" id=\"_ftn67\"><sup>[67]<\/sup><\/a> Backes\/ Jesse (1989), S.173.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref68\" id=\"_ftn68\"><sup>[68]<\/sup><\/a> Donoso Cort\u00e9s (1851), S.22.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref69\" id=\"_ftn69\"><sup>[69]<\/sup><\/a> Der 1901 in K\u00f6ln geborene Autor publizierte seit seiner Emigration unter der anglisierten Schreibweise Eric Voegelin.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Humanitarismus &#8211; Die Religion der Gottlosen Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis&nbsp; Vorwort Der Glaube an \u201eden Menschen\u201c Das soll Religion sein? 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