Flügelt ein kleiner, blauer Falter ...
Heimatforschung Fürstenhagen
 
Einheimische Falter des Weserberglandes
Arctiidae - Bärenspinner
Spilosoma luteum - Gelbflügliger Fleckleibbär
Rand
 
 

Ein niedliches, pelzverbrämtes Schätzchen stellt sich uns vor.

Die dachförmig übereinandergefalteten Flügel weisen ihn als Nachfalter aus. Daß er zu den Spinnern gehört, erkennen wir an den gezähnten Fühlern. Mit seinen nahen Verwandten zählt er zur Familie der Bärenspinner, die ihren Namen nach ihren langhaarigen Raupen und nicht nach den Haarbüscheln am Falterleib tragen.

Spilosoma luteum
Fotos: K.Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 6.5.2007
 

"Tu mir nicht, Mich gibts gar nicht mehr. Mindestens bin ich tot. Totes frißt man nicht. Außerdem schmecke ich bestimmt nicht." -

Kein schreckliches Schmetterlings-Schicksal. Keine Umweltkatastrophe. Kein Biologe hat ihm einen frühen Tod bereitet.

Wenn Fleckleib-Bärenspinner sich bedroht fühlen, lassen sie sich fallen und stellen sich tot.

Anders als sein naher Verwandter, der Breitflüglige Fleckleibbär Spilosoma lubricipeda, schmeckt er vorzüglich - aus Vogelsicht oder nach Fledermausgeschmack. Stellt er sich tot, präsentiert er gern die Seitenfront seines grell gepunkteten Leibes. Die Muster sollen Feinschmecker an schlechte Erfahrungen erinnern, die sie mit dem Verwandten Spilosoma lubricipeda gemacht haben. Jener ist absolut ungenießbar, weil er erhebliche Mengen Histamine und Acetylochin in Blut hat. In der Literatur werden Fütterungsversuche beschrieben, nach denen ein Vogel den Falter ausspuckte und nie wieder einen der Art anrührte.

Unser Spilosoma luteum ahmt den giftigen Verwandten nach - Mimikry nennt man das.

Weiterführend: Lepiwiki
Verbreitungskarte

Spilosoma luteum 

 

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