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.... Ihr Bild in falschen Händen ...
 
Über ihr eigenes Portrait freuen sich die meisten Leute, aber nicht auf einem Fahndungsfoto oder mit abwertenden Bemerkungen im Internet oder in der Presse.

Grundsätzlich hat jeder das Recht an seinem eigenen Bilde, geregelt in § 22 Kunsturheberrechtsgesetz:

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von 10 Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.

 

 

 

Sie können darum grundsätzlich jede Veröffentlichung Ihres Bildnisses gerichtlich untersagen lassen, zum Beispiel:

Eine Zeitung druckte das Hochzeitsfoto einer Braut mit der Überschrift "Wir gegen rechts", weil neben der Braut der politisch rechts tätige Bräutigam zu sehen war: nach OLG Braunschweig Beschluß vom 1.11.2000 - 2 W 255/00 eine Verletzung der Persönlichkeit der Braut.
Ein Publizist und Lehrer an der Bundeswehrhochschule hatte sein Foto als Gastautor einer Zeitung zur Verfügung gestellt. Diese durfte es später nicht in einer "Image-Broschüre" zu Werbezwecken verwenden, LG München I U.v.15.2.96 -7 O 22550/95-.
Das Bildnis eines Polizeibeamten auf einem "Fahndungsfoto" der Antifa verbot BerlVerfGH B.v. 7.11.2006, NJW-RR 2007, 1686.
Die Veröffentlichung eines Bildnisses im Internet ohne Zustimmung des Abgebildeten kann auch dann unzulässig sein, wenn der Abgebildete seine Zustimmung zur Veröffentlichung auf einer anderen Website, die sich mit seiner Freizeitgestaltung befaßt, erteilt hatte. OLG München, Entscheidung vom 26.06.2007 - 18 U 2067/07

Das Recht am eigenen Bilde ist aber gesetzlich begrenzt durch § 23 KunstUrhG (KUG)

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:
1.
Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2.
Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3.
Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4.
Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

 

 

 

Wer sich selbst zu einer "öffentlichen Person" macht, muß die Verbreitung seines Bildes dulden:

Wer auf einem öffentlichen Platz eine schwere Gewalttat begeht, muß die Verbreitung seines bei der Tatbegehung aufgenommenen Fotos dulden. Das gilt auch dann, wenn er noch nicht strafrechtlich verurteilt ist. OLG Braunschweig Urteil vom 28.10.2004 -2 U 95/04-, LG Berlin Beschluß vom 25.11.2004 -27 O 698/04-.

 

 

 

 

 

Aber auch ohne Zutun des Betroffenen erregtes großes Medieninteresse berechtigt zur Publikation:

Ein Schweinemastbetrieb war wegen angeblicher Tierquälerei in die Schlagzeilen geraten, und investigative Journalisten hatten den Inhaber von der Straße aus gefilmt. Wegen des Informationsbedürfnisses der Öffentlichkeit hielt eine Ausstrahlung der Bilder für erlaubt OLG Frankfurt Urteilvom 3.11.2005 -16 U 99/05-.

 

(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

Ausnahmsweise dürfen auch von öffentlich interessierenden Menschen keine rein privaten Alltagsfotos verbreitet werden:

Bilder aus Kernbereich privater Lebensführung ohne Bezug zur öffentlich interessierenden Berichterstattung dürfen aber nicht verbreitet werden, Kammergericht U.v. 28.7.2006 NJW-RR 2007, 109.
Das gilt zum Beispiel bei Fotos eines Prominenten-Einkaufsbummels, Kammergericht U. v. 28.7.2006, NJW-RR 2007, 109.