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.... Ihr Name in der Presse ...
 

.... löst nicht immer Entzücken aus, vor allem im Zusammenhang mit Strafverfahren:

Berichterstattung in Medien kann das Ansehen einer Person schwer beeinträchtigen oder zerstören, wenn seine Person für Leser identifizierbar ist. Das ist rechtlich besonders problematisch bei naheliegender Vorverurteilung durch die Öffentlichkeit, selbst wenn der Betroffene später freigesprochen wird: Es bleibt meistens etwas hängen.

Grundsätzlich zulässig ist wahrheitsgemäße Berichterstattung auch mit Nennung des Namens, wenn öffentliches Interesse gerade an der Person des Betroffenen besteht.

Die Allgemeinheit hat ein berechtigtes Interesse, über Gerichtsverfahren und zumindest solche Straftaten informiert zu werden, die einen aktuellen Bezug haben und sehr schwer wiegen oder aus anderen Gründen ein besonderes öffentliches Interesse begründen (BGH NJW 2000, 1036; BGH NJW 2000, 1036; s. auch BVerfG NJW 1973, 1226 - Lebach I.). Je mehr sich die Tat in ihrer Schwere von der gewöhnlichen Kriminalität abhebt, umso größer ist das Öffentlichkeitsinteresse. Es bezieht sich dabei grundsätzlich auch darauf, nähere Informationen über den Täter zu erlangen, zum Beispiel seinen vollständigen Namen oder sein Aussehen zu erfahren,
OLG Hamm Urteil vom 7.8.2013 -I-3 U 71/13, 3 U 71/13

Öffentliches Interesse gerade an der Identität des Verdächtigen hat die Rechtsprechung zum Beispiel bejaht:
bei einem leitenden Bankangestellten wegen hoher Spekulationsverluste einer teils in öffentlicher Hand befindlichen Bank (EGMR, Urteil vom 10.1.2012, -34702/07- , NJW 2013 S.768).
Eine das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen ganz erheblich beeinträchtigende Berichterstattung im Internet über ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren ist nach Einstellung dieses Verfahrens nur zulässig, wenn die weitere Entwicklung in einem Zusatz zur Ursprungsmeldung mitgeteilt wird und den interessierten Internet-Nutzern nicht lediglich über einen Link vermittelt wird
OLG Düsseldorf, Urteil vom 27. Oktober 2010 – I-15 U 79/10, 15 U 79/10 –
Wahre Tatsachen wie ein Tätername dürfen verbreitet werden, wenn nicht der Schaden für das Persönlichkeitsrecht außer Verhältnis zum Interesse an seiner Verbreitung steht.

Die namentliche Erwähnung bei der Berichterstattung über ein Ermittlungsverfahren setzt voraus, daß es um schwere Kriminalität oder eine Straftat handelt, welche die Öffentlichkeit besonders berührt und auch in Hinblick auf die Person besonderes öffentliches Interesse besteht,
OLG Celle, Beschluß vom 9.12.2013 -13 W 91/13- nach Bericht über Hausdurchsuchungen wegen Verdachts terroristischer Gewalttaten.

Handelt es sich bloß um eine Strafanzeige, gelten strenge Anforderungen für namentliche Nennung des Angezeigten in der Presse.
"Eine bloße Strafanzeige reicht regelmäßig nicht aus, um einem Presseorgan das Recht zu geben, hierüber und über die erhobenen Vorwürfe zu berichten (OLG Düsseldorf, AfP 1995, 500, 501; Damm/Rehbock, Rn. 63), denn jedermann kann gegen jedermann Strafanzeige erstatten, ohne dass dieser Umstand etwas darüber aussagt, daß an den Vorwürfen „etwas dran“ ist." (OLG Stuttgart, Urteil vom 2.10.2013 -4 U 78/13-)
Außerhalb von Strafverfahren darf frei und wahrheitsgemäß mit Namensnennung berichtet werden, wenn es sich nicht um Tatsachen aus der Intimsphäre handelt.
Aber bei Personen, an denen besonderes öffentliches Interesse besteht, ist auch Berichterstattung über Erkrankungen zulässig (BGH Urteil vom 8.9.2012 - VI ZR 291/10 im Falle einer bekannten Kabarettistin).