Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Breile (= Polnisch Breile) 

Grundherrschaft:

1331 oder 1332 Johanniter-Kommende Klein Oels; 1678: „Polnisch-Breyl gehöret der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß“; 1783: „Polnisch-Breyle, gehöret zur Maltheser-Kommende Klein-Oels“; 1810, 1819: General Graf York von Wartenburg; 1830 „Graf Yorg zu Wartenburg, sonst Maltheser-Commende Klein-Oels“; 1845 „Ludwig Graf Yorg von Wartenburg auf Kleinöls“.

Namen: Breile; 1329 Brilow polonicalis, 1332 bis 15. Jh. Brylaw, 1783 Polnisch-Breyle, 1819 Pohlnisch-Breule; 1845 Polnisch-Breile, bis 1923 Polnisch Breile
Polnisch: nach 1945: Brylow, 1845 Polskie Brelowice
Ortsgründung: Ende 13. Jahrhundert zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Klosdorf
Standesamtsbezirk: Klosdorf
evangelische Kirche: Mechwitz
katholische Kirche: Jauer
Entfernung von Ohlau: 18 km
Eisenbahnstation: Günthersdorf
Koordinaten (Poln. Breile): 50° 48' 47,3291'' N; 17° 17' 2,2182'' Ö
Höhe über Meeresspiegel:  Trig. Punkt: Pfeiler 155,69 m, Platte 154,80 m

 

um 1300:
20 Hufen.
1678:
12 Bauern- und 5 Gärtnerstellen.
1781:
7 Bauern-, 11 Gärtner- und 3 Angerhäuslerstellen.
1783:
6 Bauern-, 12 andere Stellen, 115 Einwohner, katholisch, sprechen deutsch.
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 5 Bauergüter, 5 Freigärtner-, 2 Dreschgärtner- und 3 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 12 sonstige Feuerstellen, insgesamt 30 Haushalte; 131 Einwohner (66 männlich,65 weiblich; 1 Lutheraner, 130 Katholiken).
1830:
33 Häuser, 1 Freischoltisei, 147 Einwohner, alle katholisch; kath. zu Jauer, „am Ort eine Bethkapelle“; ev. zu Mechwitz.
1845:

1 Freischoltisei, 1 Betkapelle, 37 Häuser; 180 Einwohner (8 evangelisch); 4 Handwerker, 2 Händler; Bienenzucht und Lein-Kultur.

1871:

32 Wohngebäude, 36 Haushaltungen, 192 Einwohner (davon 117 ortsgebürtig; 95 männlich, 97 weiblich; 14 evangelisch, 178 katholisch).

1885:
Flächeninhalt 328 ha, davon Ackerland 312 ha, Wiesen 5 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,81 Mark/ha, von Wiesen 23,50 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 27 Wohngebäuden, 31 Haushaltungen und 166 Einwohnern (davon 83 männlich, 83 weiblich; 30 Evangelische, 136 Katholiken).
1895:
28 Wohnhäuser, 44 Haushaltungen, 177 Einwohner (davon 89 männlich, 88 weiblich; 27 evangelisch, 150 katholisch).

1905:

28 Wohnhäuser, 40 Haushaltungen,197 Einwohner (Muttersprache: deutsch 175, polnisch 3); Gemarkungsfläche 328,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 27,47 Mark/ha.
1925:
29 Wohnhäuser, 40 Haushaltungen, 179 Einwohner (davon 90 männlich, 89 weiblich; 41 evangelisch, 138 katholisch); Flächengröße 1931: 328,2 ha, Grundsteuer-Reinertrag 27,45 RM/ha.
1935:
167 Einwohner.
1939:
41 Haushaltungen, 167 Einwohner.


Im Urbarium 1678 genannte Rustikalstellenbesitzer:

Bauern: Hartmann, Helmann, König, Meltz, Müller, Paul (3), Seyffert, Seyler, Zapper; Gärtner: König, Meltz (2), Müller, Woitge.

In den Urbarien des 18. Jahrhunderts genannte Stellenbesitzer:

1710: Aüle [?], Grundt, Hampel, Hanke [Janke?], Höllmann, Hoppe, Kauer, Laugwitz, Meltz, Müller, Pauhel, Pauhl, Paul, Schölentz, Steiner, Zimmermann. 1738: Görlich, Goglich [?], Hampel (2), Haschke, Hillebrandt, Hoffmann, Hoppe, Meltz (2), Neugebauer, Paul, Pohl, Thiel (3), Wiedemann. 1764: Elsner, Gotert, Hancke, Haschke, Hillebrandt, Hofmann, Kalcke, Kauer, Krause (2), Meltz, Miller [? oder Müller], Müller, Scholtz, Thiel, Wolf (2), Zimmermann. 1781: Anders, Haschke, Hillebrandt, Hoppe, Kalcke, Kay, Meltz, Oelsner [= Elsner], Paul, Peschke, Schmiedt, Scholtz (2), Thiel (2), Waltern, Zimmermann (2).

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei Nr. 1: Richard Scholz; Gut Nr. 3: Bernhard Scholz.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Achtert, Altmann, Baumgart, Blaschke, Briehlich, Dierschke, Drescher, Girke, Grottker, Hansel, Hanke, Hantke, Hellmann (2), Hübner, Jendro, Jonscher, Karbstein, Kegler, Kirmis, König, Kunze, Laugwitz, Linneck, Metzner, Nicklaus, Olbrich, Peiffer, Pohl (2), Scholz (3), Schmidt, Schwager, Seidel, Thiel, Urban, Woitaske, Woitock, Wude, Zeckey.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei: Bernhard Scholz (Familienbesitz seit 1855); Gut Nr. 3: Richard Scholz; Gut Nr. 6: Richard Wude; Gut Nr. 14: Reinhold Pfeiffer; Gut ohne Nr.: Hermann Schönfelder.

Literatur:

Urbarium von 1678 der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924 S. 163-164, S. 167.

Josef Brier, Die Ritterkommende Kleinöls im Mittelalter; in: Briegische Heimatblätter, II. Folge, Nr. 56-73 (1938/39); darin: Die Erwerbung von Poln.-Breile (jetzt nur Breile), Nr. 67 (1938), S. 268; sowie: Sonstige Nachrichten über […] Breile, Nr. 72 (1938), S. 288.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Polnisch-Breile (später Breile) 7/1966, S. 5.

Annemarie und Klaus Paul, Die Bewohner der Malteser-Kommende Klein Öls nach den Urbarien von 1710, 1738, 1764 und 1781; in: Ostdeutsche Familienkunde 1995. S. 44-45 Polnisch Breile.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 34.

 

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