Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Freudenfeld (= Raduschkowitz)    

Grundherrschaft:

1783: „Raduschkowiz, auch Bischwiz, gehöret dem Dohmkapitul zu Breslau“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: „Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst fürstbischöflich“.

Namen: Freudenfeld; bis zum 9.12.1936 Raduschkowitz; 1830 und 1845 „auch Klein-Bischwitz genannt“; 1245 Radosouici, 1349 Bischkowitz oder Raduschowitz, 1360 Biscopicz oder Radoschowicz, 1420 Raduschowitz
Polnisch: nach 1945: Radoszkowice
Ortsgründung: zu deutschem Recht umgesetzt vor 1300
Dorfform: Straßendorf (Kurzform)
Amtsbezirk: 1905 Kontschwitz (sp. Hohenlinde)
Standesamtsbezirk: Sitzmannsdorf; 1885, 1905 Kontschwitz
evangelische Kirche: Großburg Kreis Strehlen
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 17,5 km
Eisenbahnstation: Kochern
Koordinaten (Raduschk.): 50° 52’ 45,6316’’ N; 17° 5’ 56,8404’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 144,05 m, Platte 143,16 m

 

um 1300:
10 Hufen, davon 1 Freihufe für den Scholzen.
1425:
11½ Hufen, davon 2½ Scholzenhufen.
1745:
4 Bauern.
1783:
4 Bauern- und 19 andere Stellen, 76 Einwohner; „sie reden deutsch und sind evangelisch“.
1819:
1 Kretscham, 3 Bauergüter, 8 sonstige Feuerstellen, insgesamt 12 Haushalte; 93 Einwohner (43männlich, 50 weiblich; 87 Lutheraner, 6 Katholiken).
1830:
14 Häuser, 1 Freischoltisei, 89 Einwohner (kath. 4), ev. Kirche zu Großburg, kath. Kirche zu Thomaskirch.
1845:
1 Freischoltisei, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 14 Häuser, 101 Einwohner (10 katholisch).
1871:
12 Wohngebäude, 19 Haushaltungen, 93 Einwohner (davon 21 ortsgebürtig; 49 männlich, 44 weiblich; 78 evangelisch, 15 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 199 ha, davon Ackerland 186 ha, Wiesen 8 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 28,98 Mark/ha, von Wiesen 47,78 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 12 Wohngebäuden, 19 Haushaltungen und 90 Einwohnern (davon 41 männlich, 49 weiblich; 65 Evangelische, 25 Katholiken).
1895:
6 Wohnhäuser, 16 Haushaltungen, 62 Einwohner (davon 26 männlich, 36 weiblich; 49 evangelisch, 13 katholisch).
1905:
6 Wohnhäuser, 14 Haushaltungen, 49 Einwohner (Muttersprache: deutsch 49); Gemarkungsfläche 199,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag 29,86 Mark/ha.
1925:
6 Wohnhäuser, 26 Haushaltungen, 107 Einwohner (davon 51 männlich, 56 weiblich; 102 evangelisch, 5 katholisch); Flächengröße 1931: 200,4 ha, Grundsteuer-Reinertrag 29,76 RM/ha.
1935:
104 Einwohner.
1939:
22 Haushaltungen, 89 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei Nr. 1: Gustav Behnisch; Gut Nr. 3: Julius Scheible.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Best, Bitomsky, Bojak, Brückner, Deinert, Frost, Gebel, Gleisberg, Hartmann, Hauke, Heckert, Henatsch, Hürdler, Jentsch, Linke, Marder, Meister, Pramur, Richter, Runge, Seidel, Welzebock.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei Nr. 1: Ernst Henatsche Erben.

Literatur:

Christa Dziedo, Großburg – eine Dorfgeschichte [betreffend auch Dammelwitz, Eulendorf, Graduschwitz, Haltauf, Kochern, Kontschwitz und Raduschkowitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1977, S. 15 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 47.

Kirchenbücher von Großburg:

Verfilmungen: Film SLC 1959641 (Taufen 1766-1792, 1793-1800, 1829-1840, Begräbnisse 1714-1792); SLC 1959642 (Taufen 1841-1854, 1915-1936, Trauungen 1741-1792); SLC 1959643 (Taufen 1780, Trauungen 1795-1862, Konfirmanden 1840-1867); SLC 1959644 (Begräbnisse 1865-1881, Konfirmanden 1869-1917, 1918-1944). - [Nach Großburg waren folgende Dörfer des Kreises Ohlau eingepfarrt: Dammelwitz, Freudenfeld (Raduschkowitz), Grasau (Graduschwitz), Haltauf, Hohenlinde (Kontschwitz), Kochern.]