Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Grebelwitz mit Neuvorwerk Durok   

Grundherrschaft:

um 1300 Gallici/Walch; 1368: drei Familien aus Grobilwicz; 1393: Peter, Meister des Hauses St. Matthis zu Breslau; 1783: „Gräbelwiz, auch Greblowiz, ist das Eigenthum des Breslauischen Matthiästifts“. 1819: Gräbelwitz zum Domainen-Amt Tschechnitz; 1830 und 1845: „Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Mathias-Stift in Breslau“. – Freigut 1383: von Borsnitz.

Namen: Grebelwitz; vor 1300 Grobilwicz, 1337 Grobelicz, 1362 Groblowitz, 1370 Groblitz, 1392 Grobelwicz
Polnisch: nach 1945: Groblice
Ortsgründung: alte slawische Gründung
Dorfform: Sackgassendorf, fiedrig weitergebildet
Amtsbezirk: 1885 Märzdorf, 1905 Rohrau
Standesamtsbezirk: Jungwitz, 1885 Märzdorf, 1905 Rohrau
evangelische Kirche: Sillmenau Kreis Breslau
katholische Kirche: Kattern Kreis Breslau
Entfernung von Ohlau: 11 km
Eisenbahnstation: Sambowitz
Koordinaten (Grebelwitz): 51° 1’ 18,9258’’ N; 17° 11’ 38,9678’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 122,12 m, Platte 121,22 m

 

1750:
1 Schenke, 14 Frei- und 10 Hofegärtner sowie 5 Angerhäusler.
1783:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 „Bauerguth“, 29 andere Häuser, 188 Einwohner, diese „bauen Röthe und sind der Religion und Sprache nach vermischt“.
1819:
1 Kretscham, 14 Freigärtner-, 10 Dreschgärtner- und 7 Freihäuslerstellen, 1 Schmiede-Wohnung, 2 sonstige Feuerstellen, insgesamt 35 Haushalte; 272 Einwohner (140 männlich, 132 weiblich; 49 Lutheraner, 223 Katholiken).
1830:
42 Häuser, 398 Einwohner (ev. 64), evangelische Kirche zu Sillmenau, katholische Kirche zu Kattern, 1 katholische Schule, 1 Lehrer, 1 königliche Chaussee-Zollstätte. – Hierzu: Neuvorwerk, Durok, Vorwerk.
1845:
1 Domainen-Amts-Vorwerk, 1 königliches Chaussee-Zollhaus, 1 Kretscham; 41 Häuser, 447 Einwohner (70 evangelisch); 7 Handwerker, 7 Händler; 1080 Merinoschafe, 245 Rinder; Rapsbau und Heugewinn. Hierzu: Neuvorwerk (Durok), 1807 neu angelegt.
1871:
Landgemeinde: 39 Wohngebäude, 63 Haushaltungen, 347 Einwohner (davon 233 ortsgebürtig; 174 männlich, 173 weiblich; 67 evangelisch, 280 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 Wohngebäude und 7 Einwohner. Gutsbezirk: 5 Wohngebäude, 33 Haushaltungen, 109 Einwohner (davon 29 ortsgebürtig; 38 männlich, 71 weiblich; 60 evangelisch, 49 katholisch); auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Domäne 3 und 70, Vorwerk Durock 2 und 39.
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 146 ha, davon Ackerland 92 ha, Wiesen 41 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 18,41 Mark/ha, von Wiesen 34,07 Mark/ha, von Holzungen 5,87 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 38 Wohngebäuden, 61 Haushaltungen und 320 Einwohnern (davon 157 männlich, 163 weiblich; 62 Evangelische, 258 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 Wohngebäude und 12 Einwohner. - Gutsbezirk: Flächeninhalt 420 ha, davon Ackerland 274 ha, Wiesen 101 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 18,80 Mark/ha, von Wiesen 28,08 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 4 Wohngebäuden, 27 Haushaltungen und 120 Einwohnern (davon 50 männlich, 70 weiblich; 74 Evangelische, 46 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz Neuvorwerk (Durock) entfallen 1 Wohngebäude und 46 Einwohner.
1895:
Landgemeinde: 38 Wohnhäuser, 56 Haushaltungen, 261 Einwohner (davon 125 männlich, 136 weiblich; 44 evangelisch, 217 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 Wohnhäuser und 9 Einwohner. Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 27 Haushaltungen, 128 Einwohner (davon 56 männlich, 72 weiblich; 69 evangelisch, 59 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Durock entfallen 1 Wohnhaus und 44 Einwohner.
1905:
Landgemeinde: 39 Wohnhäuser, 61 Haushaltungen, 252 Einwohner (Muttersprache: deutsch 247, polnisch 2,eine andere Sprache 3); Gemarkungsfläche 145,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 21,74 Mark/ha; auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 WohnWohnhäuser und 8 Einwohner. Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 30 Haushaltungen, 124 Einwohner (Muttersprache: deutsch 124); Gemarkungsfläche 423,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 20,74 Mark/ha; auf den Nebenwohnplatz Neuvorwerk Durok entfallen 1 Wohnhaus und 34 Einwohner.
1925:
3 Wohnplätze, 42 Wohnhäuser, 95 Haushaltungen, 400 Einwohner (davon 191 männlich, 209 weiblich; 149 evangelisch, 251 katholisch); Flächengröße 1931: 570,0 ha, Grundsteuer-Reinertrag 21,01 RM/ha.
1935:
401 Einwohner.
1939:
120 Haushaltungen, 450 Einwohner.

Rittergut 1894:

Selbständiger Gutsbezirk (zur Domäne Tschechnitz gehörig) mit Neuvorwerk: Königlicher Domänen-Fiskus.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Ackermann, Ast, Barwisch, Bedürftig (4), Bernst (3), Bernert, Bielert, Binner, Böhm, Brandt (5), Brockt, Clemens, Döbelie, Dobin, Engel, Erbrich, Eule, Fanjung, Feige, Fietz (2), Frost (2), Gaffert, Geike, Glasnek, Grabis (3), Griebsch, Grünert (2), Häusler, Hoffmann, Jaletzki, Jendrock (2), Jungke (2), Kadura, Kalus, Kiesewetter, Klebeck (2), Krause (2), Kräusel (2), Kretschmer, Kruber, Langer (2), Laube, Lukas (2), Mandrossa (2), Mangliers, May, Menzel (2), Michalke, Morawetz, Müller, Otto, Pfändt, Pohl, Ponier, Posch, Rademacher, Radon, Ripke, Rossa, Rygiel, Sarkissow, Schaluschke, Schmidt (2), Scholz (3), Schreiber, Schwibode (2), Spalke (2), Seidel, Steuer (2), Stiller, Strokoll, Strulik, Ulbrich, Weber, Weitze (2), Wuttke (2), Zahl.

Ritterguts- und Bauergutsbesitzer 1937:


Rittergut mit Vorwerk Durok durch die Schlesische Landgesellschaft Breslau aufgeteilt; Bauernhof Nr. 2: Leo Güntner.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: 1405: Mühle zu Grebelwitz S. 105 f.; Verkauf 1650 eines Gutes in Sambowitz durch Melchior Kemler zu Grebelwitz S. 177.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Grebelwitz 1/1966, S. 5 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 54 f.

Werner Kochinke, Eine Familie Kleinod in Grebelwitz Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/2012, S. 20 f.