Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Kallen

Grundherrschaft:

1319 herzoglicher Ritter von Schenk; 1329 Janko (Johannes) von Kalenow; bis 1359 Herzog Ludwig I.; 1359 Johanniter-Kommende Klein Öls; 1484: Malteser-Kommende Klein Öls; 1783: „Kallen, auch Kaln, gehöret zur Kommende Klein-Oels“; 1819: General Graf York von Wartenburg; 1830: General-Feldmarschall Graf York von Wartenburg; sonst Maltheser-Commende Klein-Oels; 1845: Ludwig Graf York von Wartenburg.

Namen: Kallen, 1305 Kalinowa, 1319 Kalnauu, Kalinow, 1329 Kallnow,1359 Calnow, ~1500 Kalnaw, 1783 Kaln, Kallen
Polnisch: Kalinowa
Ortsgründung: ~1230 Ansetzung des deutschen Angerdorfs an das slawische Straßendorf; vor 1300 zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Ostteil Angerdorf, Westteil Straßendorf
Amtsbezirk: Klein Öls
Standesamtsbezirk: Mechwitz
evangelische Kirche: Klein Öls, 1845, 1885 Mechwitz
katholische Kirche: Klein Öls, 1845 Günthersdorf
Entfernung von Ohlau: 12 km
Eisenbahnstation: Günthersdorf
Koordinaten (Kallen): 50° 49’ 38,4706’’ N; 17° 16’ 2,7958’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 154,08 m, Platte153,19 m

 

1300:
5 Hufen Vorwerk und 5 Zinshufen.
1678:
14½ Zins- und 2 Freihufen; 8 Bauern-, 13 Gärtner-, 7 Angerhäuslerstellen.
1783:
8 Bauern- und 14 andere Stellen, 133 Einwohner, „welche deutsch sprechen und katholisch sind“.
1819:
1 Wassermühle, 1 Försterei, 1 Kretscham, 7 Bauergüter, 6 Freigärtner-, 6 Dreschgärtner und 5 Freihäuslerstellen sowie 1 dienstbare Häuslerstelle, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 3 sonstige Feuerstellen, insgesamt 31 Haushalte; 215 Einwohner (98 männlich, 117 weiblich; 4 Lutheraner, 211 Katholiken).
1830:
50 Häuser, 1 Freischoltisei, 247 Einwohner, ganz katholisch, katholische Kirche zu Günthersdorf, „am Ort eine Bethkapelle“, 1 katholische Schule, gestiftet 1826, 1 Wassermühle, 5 Leinweberstühle nebenbei, 1 Oelschlägerei.
1845:
1 Freischoltisei, 1 Betkapelle, 1 katholische Schule, 1 Kretscham, 1 Wassermühle, 51 Häuser, 257 Einwohner (11 evangelisch); 1 Ölschläger, 5 Leinweberstühle, 5 Handwerker, 2 Händler; 174 Rinder; Flachsbau und Bienenzucht; Dominialförsterei.
1871:
40 Wohngebäude, 67 Haushaltungen, 297 Einwohner (davon 192 ortsgebürtig; 137 männlich, 160 weiblich; 7 evangelisch, 290 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Forsthaus 1 und 7, Mühle 1 und 13.
1885:
Flächeninhalt 277 ha, davon Ackerland 251 ha, Wiesen 14 ha, Holzungen 8 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 30,16 Mark/ha, von Wiesen 36,42 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 3 Wohnplätze mit 48 Wohngebäuden, 67 Haushaltungen und 292 Einwohnern (davon 132 männlich, 160 weiblich; 4 Evangelische, 288 Katholiken). Auf Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Forsthaus 1 und 10, Mühle 1 und 11.
1895:
45 Wohnhäuser, 76 Haushaltungen, 284 Einwohner (davon 122 männlich, 162 weiblich; 2evangelisch, 282 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Forsthaus 1 und 7, Mühle 1 und 9.
1905:
45 Wohnhäuser, 64 Haushaltungen, 269 Einwohner (Muttersprache: deutsch 269); Gemarkungsfläche 276,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 28,73 Mark/ha; auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Waldwärterei 1 und 8, Mühle 1 und 12.
1925:
3 Wohnplätze, 54 Wohnhäuser, 56 Haushaltungen, 234 Einwohner (davon 102 männlich, 132 weiblich; 8 evangelisch, 226 katholisch); Flächengröße 1931:323,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 27,42 RM/ha.
1935:
224 Einwohner.
1939:
63 Haushaltungen, 219 Einwohner.

Im Urbarium 1678 genannte Rustikalstellenbesitzer:

Bauern: Hübner, Gloger, Pohl (2), Sabisch, Schicke, Schinke, Winckler; Gärtner: Barisch, Binner, Breyler, Hancke, Helm, Hoffmann (2), Kunisch, Moritz, Müller, Neumann, Weinrich, Teichmann. Angerhäusler: Brickner, Härtel, Larisch, Moritz, Müller, Neymann, Zimmermann.

In den Urbarien des 18. Jahrhunderts genannte Stellenbesitzer:

1710: Bauern: Gloger, Laugwitz, Pohl (2), Sabisch, Saußke, Schicke, Winckler. Gärtner: Altmann, Frantzke, Gloger, Hanke (2), Larisch, Moritz, Neumann (2), Pauhel, Seidel, Wielde. – 1738: Bauern: Adolph, Gloger, Laugwitz (2), Sabisch, Saußke, Schicke, Winckler. Gärtner: Günter, Hofmann, Jüttner, Laugwitz, Meltz, Poppel, Schelentz, Schnurke, Scholtz, Thiel, Thiele, Winckler (2). – 1764: Bauern: Adolf, Gloger (2), Laugwitz, Sabisch, Schicke, Steiner, Winkler. Gärtner: Forelle, Kayser, Kayßer, Kusch, Lincke, Pfeister, Schölenz, Schönfelder, Seidel, Stephan, Ulbrich, Winckler (2). – 1781: Bauern: Gloger (2), Hanßel, Klinke, Laugwitz, Sabisch, Senwitz, Winkler; Gärtner: Breuer, Christian, Gaffron, Pantke, Prescher, Rühmer, Schelenz, Stephan, Thiel, Ulbrich, Winckler, Wuttke; Angerhäusler: Adolph, Larisch, Winckler. [1710, 1738 und 1781 Angerhäusler nicht aufgeführt.]

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Blacha, Bräuer, Christian, Dierschke (2), Gebel, Gloger (2), Günther, Hampel, Hansel (4), Hiersemann (2), Hoffmann (2), Hönersch, Hubrich (2), John, Jonscher, Kadner, Kay, Kunze, Langner (2), Langs, Larisch (2), Laugwitz (4), Noske (2), Nowak, Pohl (2), Reichelt (2), Riemer (2), Rippin (2), Schmidt, Scholz (2), Schubert, Seidel (3), Sowieja (2), Thiel (2), Winkler, Wolf, Zimmermann (2).

Literatur:

Urbarium von 1678 der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924 S. 165 und S. 168.

Josef Brier, Die Ritterkommende Kleinöls im Mittelalter; in: Briegische Heimatblätter, II. Folge, Nr. 56-73 (1938/39); darin: Die Erwerbung von Kallen, Nr. 68 (1938), S. 272; sowie: : Sonstige Nachrichten über […] Kallen, Nr. 72 (1938), S. 288.

Erinnerungen an Kallen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1961, S. 11.

Karl Eistert, Zur Geschichte von Kallen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1962, S. 11.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Kallen 2/1966, S. 6.

So war es einst in Kallen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1968, S. 17.

Annemarie und Klaus Paul, Die Bewohner der Malteser-Kommende Klein Öls…nach den Urbarien von 1710, 1738, 1764 und 1781; in: Ostdeutsche Familienkunde 1995. S. 97-99 Kallen.

Hilde Hansel und H. Löhlein, Bittage in unseren Pfarrgemeinden Klein Öls, Günthersdorf und Kallen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/2000, S. 32 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 82.