Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Klein Jenkwitz

Grundherrschaft:

1345 (erneut 1370): Johanniter-Kommende Klein Öls; 1352 herzogliches Recht an Breslauer Domkapitel abgetreten; 1484: Malteser-Kommende Klein Öls; 1783: „Jänkwiz, klein, gehört zur Kommende Klein-Oels“; 1819: General Graf York von Wartenburg; 1830: General-Feldmarschall Graf York von Wartenburg; sonst Maltheser-Commende Klein-Oels; 1845: Ludwig Graf York von Wartenburg; Pertinenz zum Majorat Klein Öls.

Namen: Klein Jenkwitz, 1345 Jenkowicz, 1360 Jencowicz parvum polonicum, 1378 Jenkewicz, im 15. Jh. Jenckwitz, 1678 Jengwitz
Polnisch: nach 1945: Jankowice Male
Ortsgründung: vor 1359 zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Kurzform, Angerdorf
Amtsbezirk: Frauenhain
Standesamtsbezirk: Frauenhain
evangelische Kirche: Frauenhain
katholische Kirche: Tempelfeld
Entfernung von Ohlau: 9 km
Eisenbahnstation: Laugwitz
Koordinaten (Kl. Jenkwitz): 5° 51’ N; 17° 19’ Ö

 

1659:
[Jenkwitz „wüstes Dorff“, wohl durch den Dreißigjährigen Krieg].
1678:
7 Bauern- und 6 Angerhäuslerstellen, besetzt mit Neusiedlern („Freileuten“).
1738:
8 Bauern- und 5 Angerhäuslerstellen.
1781:
8 Bauern-, 4 Gärtner- und 2 Angerhäuslerstellen.
1783:
15 Haushalte („Feuerstellen“), 90 Einwohner, „die katholisch sind und deutsch sprechen“
1819:
1 Kretscham, 7 Bauergüter, 5 Freigärtner- und 2 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, insgesamt 16 „Feuerstellen“; 111 Einwohner (56 männlich, 55 weiblich; 2 Lutheraner, 109 Katholiken).
1830:
26 Häuser, 126 Einwohner (evangelisch 10), katholische Kirche zu Tempelfeld, 1 Invalidenhaus.
1845:
1 Betkapelle, 1 Schmiede, 28 Häuser, 183 Einwohner (7 evangelisch); 3 Händler; 134 Rinder.
1871:
20 Wohngebäude, 35 Haushaltungen, 221 Einwohner (davon 132 ortsgebürtig; 100 männlich, 121 weiblich; 26 evangelisch, 195 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 290 ha, davon Ackerland 278 ha, Holzungen 3 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 39,17 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 22 Wohngebäuden, 39 Haushaltungen und 182 Einwohnern (davon 78 männlich, 104 weiblich; 23 Evangelische, 159 Katholiken).
1895:
27 Wohnhäuser, 37 Haushaltungen, 188 Einwohner (davon 89 männlich, 99 weiblich; 28 evangelisch, 160 katholisch).
1905:
30 Wohnhäuser, 39 Haushaltungen, 175 Einwohner (Muttersprache: deutsch 174, polnisch 1); Gemarkungsfläche 290,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 38,74 Mark/ha.
1925:
33 Wohnhäuser, 41 Haushaltungen, 193 Einwohner (davon 88 männlich, 105 weiblich; 34 evangelisch, 159 katholisch); Flächengröße 1931: 293,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 38,74 RM/ha.
1935:
215 Einwohner.
1939:
46 Haushaltungen, 171 Einwohner.

Im Urbarium 1678 genannte Rustikalstellenbesitzer:
Bauern: Bähr, Bürckner, Hüllebrandt, Mener, Pohl, Trabzig auf je 1 Stelle sowie Schlotge und Vogte gemeisam auf 1 Stelle. Angerhäusler: Irbrigen, Kunth, Mener, Schneider, Tabalcke „undt die Schmiedin“.

In den Urbarien des 18. Jahrhunderts genannte Stellenbesitzer:

1710: Bauern: Gloger, Hillebrand, Jokisch, Pohl (2), Trabzich auf je 1 Stelle sowie Hartmann und Zimmermann gemeinsam auf 1 Stelle; Angerhäusler: König, Kürzer, Schneider, Seidel, Tebalke (oder Tabalke). – 1738: Bauern: Dielehner, Gloger, Hartmann, Hillebrand, Karbstein, Paul, Pohl, Winckler; Angerhäusler: Höllmann, Jokisch, Kalusche, Scholtz, Seydel. – 1764: Bauern: Brieger, Christian, Gloger, Gürth, Hartmann, Pfeiffer (hält 2 Stellen), Winckler; Angerhäusler: Calline, Hüldebrandt, Kallusche, Scholz, Seydel. – 1781: Bauern: Christian, Gürth, Hartmann, Pfeiffer (hält 2 Stellen), Schönfelder, Winckler, Wude; Gärtner: Pohl, Prescher, Reichelt, Sauske; Angerhäusler: Günther, Pfeiffer.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Aßmann, Berg, Dierschke (3), Feigs, Gierth, Girndt, Gotthardt, Grundke, Gutsche, Haase, Hansel, Hentschel, Hubrich (2), Hümer, Jeretzky, Jeschke, Jüttner (2), Karbstein, Krüger (3), Langner, Larisch, Laugwitz, Libowsky, Melz (2), Münch, Neumann, Niebisch, Nowak (2), Otto, Pfufar, Püschner, Reichert, Rieger, Schlesinger, Scholz Schwabe,, Sternagel, Thomas (2), Völke (2), Wiedemann.

Bauergutsbesitzer 1937:

Bauergüter: Richard Aßmann, Maria Hubrich; Oswald Krüger; Paul Hümer; Josef Hansel; Josef Wiedemann; Paul Krüger; Paul Larisch.

Literatur:

Urbarium von 1678 der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924 S. 164 und S. 168.

Josef Brier, Die Ritterkommende Kleinöls im Mittelalter; in: Briegische Heimatblätter, II. Folge, Nr. 56-73 (1938/39); darin: Die Erwerbung von Klein Jenkwitz, Nr. 69 (1938), S. 274 f.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Klein Jenkwitz 3/1966, S. 8.

Annemarie und Klaus Paul, Die Bewohner der Malteser-Kommende Klein Öls…nach den Urbarien von 1710, 1738, 1764 und 1781; in: Ostdeutsche Familienkunde 1995. S. 53 u. 93.

[…über die Schanzen]; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1991, S. 22

[Erich Woitelle,] Gerhard Vierling, Käthe und Manfred Scholz, Manfred Riedel, Einweihung der [zweisprachigen] Gedenktafel für unsere verstorbenen Heimatfreunde [aus Frauenhain und Klein Jenkwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2002; S. 21 f.; 8/2002: S. 22 ff.und 9/2002, S. 25 f.

Hubertus Dierschke, Erinnerungen eines 14jährigen [aus Klein Jenkwitz] 1945/46; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/2006, S. 25

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 86.

Helmut Münch und Hubertus Dierschke, Lageplan [von] Klein-Jenkwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2010, S. 15.