Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Kresseheim (= Niefnig)

Grundherrschaft:

1250: Dompropst Konrad zu Breslau; 1350: Domkapitel Breslau; 1783: „Das Dohmkapitel ist Grundherr“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: Königliches Rent-Amt Ohlau; sonst Dom-Kapitel Breslau.

Namen: Kresseheim, bis 1.2.1937 Niefnig; 1250 Nevenino, 1352 Novenino, 1783 Niefnig
Polnisch: nach 1945: Niwnik
Ortsgründung: 1250 Umsetzung zu deutschem Recht
Dorfform: Angerdorf (Kurzform mit verkümmertem Anger)
Amtsbezirk: 1905 Jakobine
Standesamtsbezirk: Bulchau, 1905 Jakobine
evangelische Kirche: Wüstebriese
katholische Kirche: bis 1893 Hennersdorf, ab 1893 Kresseheim
Entfernung von Ohlau: 6 km
Koordinaten (Kresseheim): 50° 54’ N; 17° 15’ Ö
Eisenbahnstation: Ohlau

 

1609:
17½ Hufen; danach 8 Bauern.
1783:
8 Bauern- und 21 andere Stellen, 214 Einwohner, „welche deutsch und polnisch reden.“ Religion katholisch. „Man bauet hier etwas Tabak“.
1819:
1 Kretscham, 8 Bauergüter,16 Freigärtner- und 10 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 17 sonstige Feuerstellen, insgesamt 53 Haushalte; 251 Einwohner (119 männlich, 132 weiblich; 1 Lutheraner, 250 Katholiken).
1830:
46 Häuser, 1 Freischoltisei, 270 Einwohner (evangelisch 40), katholische Kirche zu Hennersdorf, 6 Leinweberstühle nebenbei. „Taback, Röthe- und Flachsbau (jährlich 4000 Kloben, à 4 Pfund).“
1845:
1 Freischoltisei, 1 katholische Schule, 1 Betkapelle, 1 Wirtshaus; 54 Häuser, 284 Einwohner (5 evangelisch); 17 Leinweberstühle, 6 andere Handwerker,1 Höcker (= Höker); 540 Schafe, Tabak-und Flachsbau, Bienenzucht.
1871:
44 Wohngebäude, 73 Haushaltungen, 344 Einwohner (davon 232 ortsgebürtig; 164 männlich, 180 weiblich; 20 evangelisch, 324 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 322 ha, davon Ackerland 260 ha, Wiesen 44 ha, Holzungen 4 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 34,86 Mark/ha, von Wiesen 18,41 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 44 Wohngebäuden, 64 Haushaltungen und 270 Einwohnern (davon 121 männlich, 149 weiblich; 12 Evangelische, 258 Katholiken).
1895:
38 Wohnhäuser, 62 Haushaltungen, 251 Einwohner (davon 115 männlich, 136 weiblich; 11 evangelisch, 240 katholisch).
1905:
36 Wohnhäuser, 52 Haushaltungen, 239 Einwohner (Muttersprache: deutsch 238, polnisch 1); Gemarkungsfläche 322,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 31,94 Mark/ha.
1925:
35 Wohnhäuser, 43 Haushaltungen, 191 Einwohner (davon 86 männlich, 105 weiblich; 24 evangelisch, 166 katholisch); Flächengröße 1931: 323,4 ha, Grundsteuer-Reinertrag 31,94 RM/ha.
1935:
221 Einwohner.
1939:
45 Haushaltungen, 221 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Gut Nr. 1: Berthold Kresse; Gut Nr. 18: Karl Gebel.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Arndt, Becker, Biallas, Brogt, Christian, Ender, Gebel, Grabolle, Heisig, Henschel, Hentschel, Heurich, Hoffmann, Hübner, Jeltsch, Juschkewitz, Kiok, Kirmis, Klein, Krämer (2), Kresse (4), Loch (2), Pantke, Reichelt, Rippin, Schmarsel (2), Schmidt (5), Scholz (2), Seifert, Stefan, Titze, Veith, Werznek, Zwick.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei: Berthold Kresse (Familienbesitz seit mehr als 100 Jahren); Gut Nr. 4: Franz Heisig; Gut Nr. 18 (Erbhof): Josef Scholz (Familienbesitz seit 1907).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Niefnig (später Kresseheim) 7/1966, S. 5.

Klaus Paul, Nachkommen des Erbscholzen Pantke aus Niefnig, Kr. Ohlau in Schlesien; Archiv ostdeutscher Familienforscher VII/18 (Dezember 1979), S. 519-535.

Paul Pantke, Zur Gründungsurkunde von Hennersdorf und Niefnig; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2000, S. 20 f.

Pfarrei Kresseheim (Niefnig), Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1998, S. 19 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 96.

Kirchenbücher:

[vor 1893 s. Hennersdorf; ab 1893 nicht bekannt].