Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Sitzmannsdorf

Grundherrschaft:

1253 Kloster St. Vinzenz Breslau; 1323 Petircho; 1361: Niczo Sueomir; 1397 Bock [Bork?]; 1663 von Prittwitz; 1783: „Sizmannsdorf, auch Sizdorf, gehöret schon über 100 Jahr der Familie von Prittwiz. Der gegenwärtige Besitzer heisset, Herr Caspar Leonhard von Prittwiz“; 1819: Rittmeister von Prittwitz; 1830: Rittmeister und Districts-Commissarius v. Prittwitz; 1845: „Erben des Rittmeisters a. D. Karl von Prittwitz; Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Sitzmannsdorf; 1250 Seceborici, 1258 villa siceborii, 1285 Simanouiz, 1323 Siecoborowice, 1361 Cziczborsdorf, 1363 Czuczborsdorf, 1397 Cziczbersdorf
Polnisch: nach 1945: Siecieborowice
Ortsgründung: 1250 zu deutschem Recht neu angelegt
Dorfform: ursprünglich Gassendorf, zuletzt Straßendorf oder schmales Angerdorf
Amtsbezirk: 1895 Sitzmannsdorf, 1905 Jakobine, 1935 Dremling
Standesamtsbezirk: Sitzmannsdorf
evangelische Kirche: Wüstebriese
katholische Kirche: Niefnig (= Kresseheim), Gutsbezirk: 1895 Hennersdorf
Entfernung von Ohlau: 10,2 km
Eisenbahnstation: Niehmen
Koordinaten (Sitzmannsdorf): 50° 52’ 1,7703’’ N; 17° 13’ 46,8093’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler,139,66 m, Platte138,77 m

 

1743:
7 Bauernstellen.
1783:
1 Vorwerk, 1 Mühle, 7 Bauern- und 18 andere Stellen; 209 Einwohner, „welche deutsch sprechen und evangelisch sind.“
1819:
1 herrschaftliches Schloß, 1 Kretscham, 6 Bauergüter, 7 Freigärtner-, 9 Dreschgärtner- und 3 Freihäuslerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 11 sonstige Feuerstellen, insgesamt 40 Haushalte; 260 Einwohner (136 männlich, 124 weiblich; 221 Lutheraner, 39 Katholiken).
1830:
40 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 292 Einwohner (kath. 35), evangelische Kirche zu Wüstebriese, katholische Kirche zu Hennersdorf (Gastgemeinde); 1 Brauerei und Brennerei, 1 Wassermühle.
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 Wassermühle, 1 Brauerei und Brennerei, 41 Häuser, 276 Einwohner (38 katholisch); 10 Handwerker, 1 Händler; 700 Merinoschafe, 116 Rinder; Rapsbau, Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 37 Wohngebäude, 47 Haushaltungen, 205 Einwohner (davon 133 ortsgebürtig; 99 männlich, 106 weiblich; 172 evangelisch, 33 katholisch). Gutsbezirk: 6 Wohngebäude, 21 Haushaltungen, 87 Einwohner (davon 33 ortsgebürtig; 39 männlich, 48 weiblich; 58 evangelisch, 29 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 230 ha, davon Ackerland 203 ha, Wiesen 17 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 40,73 Mark/ha, von Wiesen 42,69 Mark/ha, von Holzungen 13,71 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 34 Wohngebäuden, 44 Haushaltungen und 201 Einwohnern (davon 97 männlich, 104 weiblich; 182 Evangelische, 19 Katholiken). - Gutsbezirk: Flächeninhalt 194 ha, davon Ackerland 161 ha, Wiesen 13 ha, Holzungen 13 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 40,34 Mark/ha, von Wiesen 39,17 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 21 Haushaltungen und 105 Einwohnern (davon 48 männlich, 57 weiblich; 77 Evangelische, 28 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 34 Wohnhäuser, 42 Haushaltungen, 190 Einwohner (davon 83 männlich, 107 weiblich; 182 evangelisch, 8 katholisch). Gutsbezirk: 6 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 89 Einwohner (davon 40 männlich, 49 weiblich; 87 evangelisch, 2 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 30 Wohnhäuser, 42 Haushaltungen, 180 Einwohner (Muttersprache: deutsch 179, polnisch 1); Gemarkungsfläche 230,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 40,37 Mark/ha. Gutsbezirk: 7 Wohnhäuser, 23 Haushaltungen, 105 Einwohner (Muttersprache: deutsch 105); Gemarkungsfläche 193,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 38,18 Mark/ha.
1925:
38 Wohnhäuser, 66 Haushaltungen, 263 Einwohner (davon 137 männlich, 126 weiblich; 231 evangelisch, 32 katholisch); Flächengröße 1931: 423,9 ha, Grundsteuer-Reinertrag 39,40 RM/ha.
1935:
251 Einwohner.
1939:
62 Haushaltungen, 249 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut: Heinrich von Prittwitz-Gaffron.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Adler, Beier, Berude, Brielich, Buchhardt, Fabian (3), Felgenhauer, Fiebig (2), Freitag (2), Gebauer, Gruchalla, Hagedorn (3), Hannuscheck (2), Heilmann /2), Hentschel, Hiller, Hubrich, Jabke, Jäschke, Jahn, Karbstein (2), Kilian, Kille (3), Klose, Kolisch, Kretschmer, Land (3), Loch (2), Malkwitz [oder Mallwitz?], Mehlich, Mittmann, Neugebauer, Neumann, Nitschke (2), Obst, Paduch, Paulus, Peschke, von Prittwitz, Reichelt, Reichert, Rodestock, Römisch, Schauder, Schmidt, Schneider, Schönfelder, Schröter, Sünermann (2), Thiel (4), Tiffert, Urban (2), Weiß, Zaloßny.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Joachim von Prittwitz und Gaffron (Familienbesitz seit 1663).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Sitzmannsdorf 7/1966, S. 6, 8/1966, S. 9.

Linus Hallwig, Sitzmannsdorf; Heimatblatt Strehlen/Ohlau Nr. 3/2003, S. 1 f.

Gisela von Preradovic, Sitzmannsdorf, Heimatblatt Strehlen/Ohlau Nr. 8/2004, S. 37 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 143.

Gisela v. Preradovic, Nachruf für Heinrich Joachim Paul Constantin von Prittwitz und Gaffron, Sitzmannsdorf, Kreis Ohlau, 1935-2008; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau Nr. 9/2008, S. 4-6.

[H. Winkler, Liste Sitzmannsdorf aus der] Flurnamensammlung der Historischen Kommission für Schlesien]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2010, S. 26 f.; vgl. 8/2010, S. 34.

Standesamtsregister:

Verfilmungen 1874-1888: Geburten, Heiraten, Tote 1874-1877 Film SLC 1191853; Geburten, Heiraten 1880-1881 SLC 1874427; Tote 1880-1881 SLC 2089860; Tote 1885, Geburten, Heiraten 1884, Geburten 1882 SLC 2089861; Geburten, Heiraten 1885, Tote 1884 SLC 2035207; Geburten, Heiraten, Tote 1886-1888 SLC 2089821.