Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Weisdorf

Grundherrschaft:

um 1350 (?) Zehntdorf des Vinzenzstiftes Breslau; 1326-1441 Katharinenstift Breslau; 1675 herzoglich; 1783: „Weisdorf, gehöret dem Amte Olau“; 1819: Domainen-Amt Ohlau; 1830 und 1845: königliches Rent-Amt Ohlau.

Namen: Weisdorf; 1316 Wyzdorf, 1361 Wyschdorf, 1373 Wisdorff, 1871 Weissdorf; 1830 auch Wiscowic
Polnisch: nach 1945: Wyszkowice
Ortsgründung: 1316 erwähnt; vor 1373 deutsches Recht
Dorfform: früher wohl Angerdorf; Gehöftzeilen locker
Amtsbezirk: Gusten
Standesamtsbezirk: Gusten
evangelische Kirche: Wüstebriese
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 14 km
Eisenbahnstation: Wäldchen und Thomaskirch
Koordinaten (Weisdorf): 50° 52’ N; 17° 09’ Ö

 

1604:
25 Hufen, davon 2 Freihufen; 10 Bauern.
1743:
8 Bauernstellen.
1783:
8 Bauern- und 7 andere Stellen, 177 Einwohner, „reden deutsch und sind evangelisch“.
1819:
1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 6 Bauergüter, 2 Freigärtnerstellen, 1 Schmiedewohnung, 6 sonstige Feuerstellen, insgesamt 17 Haushalte; 149 Einwohner (76 männlich, 73 weiblich; 143 Lutheraner, 6 Katholiken).
1830:
1 Freischoltisei, 17 Häuser, 142 Einwohner (2 katholisch); evangelische Kirche zu Wüstebriese.
1845:
1 Freischoltisei, 1 Wirtshaus, 21 Häuser, 154 Einwohner (12 katholisch); 1 Victualienhändler, 1 Schmied, 1 Schneider; 525 Schafe, 84 Rinder; Bienenzucht.
1871:
26 Wohngebäude, 34 Haushaltungen, 168 Einwohner (davon 64 ortsgebürtig; 85 männlich, 83 weiblich; 157 evangelisch, 11 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 422 ha, davon Ackerland 405 ha, Wiesen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 29,77 Mark/ha, von Wiesen 23,50 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 25 Wohngebäuden, 30 Haushaltungen und 180 Einwohnern (davon 86 männlich, 94 weiblich; 164 Evangelische, 16 Katholiken).
1895:
27 Wohnhäuser, 40 Haushaltungen, 199 Einwohner (davon 87 männlich, 112 weiblich; 180 evangelisch, 19 katholisch).
1905:
20 Wohnhäuser, 36 Haushaltungen, 198 Einwohner (Muttersprache: deutsch 193, polnisch 5); Gemarkungsfläche 422,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 29,92 Mark/ha.
1925:
22 Wohnhäuser, 48 Haushaltungen, 243 Einwohner (davon 115 männlich, 128 weiblich; 203 evangelisch, 40 katholisch); Flächengröße 1931: 421,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 29,94 RM/ha.
1935:
394 Einwohner.
1939:
56 Haushaltungen, 235 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei Nr. 1 und Bauergut Nr. 7: Paul Schoeps; Gut Nr. 2: Wilhelm Klee.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Arasin, Best, Bonk, Brandt, Bresler, Franzke, Gasa, Gieschler (2), Gregor, Gutsche, Hahn, Heinrich, Jäkel, Jeltsch, Klee, Kluge, Klus, König, Kunsch, Kusche (2), Kleinod, Krause, Kunek, Lamm, Landskron, Lobe (2), Loch, Maron, Moraw. Müller, Nowak, Rechlitz, Schenk (2), Scholz (2), Sobotta, Standtke (3), Schwitzky, Thomas, Titze, Urban.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei Nr. 1 (Erbhof): Bernhard Rother in Ohletal; Gut Nr. 2 (Erbhof): Arthur Klee (Familienbesitz seit über 130 Jahren); Güter Nr. 3, Nr. 4 und Nr. 8: Max Gregor; Gut Nr. 5: Oswald Bresler; Gut Nr. 6: Georg Jeltsch; Gut Nr. 7: Arthur Kusche.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Laudemienfreiheit 1567-1719 S. 72; Freibesitz 1604 in Weisdorf S. 176; Beschwerde 1727 S. 264-266.

Bernhard Kille, Stammfolge Klee in den Kreisen Frankenstein und Ohlau (Schlesien) [hier: in Weisdorf]; in: Archiv ostdeutscher Familienforscher, 16. Band, Lieferung 11 (2/2006), S. 332-335.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 155.