{"id":4201,"date":"2021-10-29T23:18:10","date_gmt":"2021-10-29T21:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=4201"},"modified":"2021-10-30T19:26:33","modified_gmt":"2021-10-30T17:26:33","slug":"von-der-banalitaet-des-boesen-zu-des-reiches-herrlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/2021\/10\/29\/von-der-banalitaet-des-boesen-zu-des-reiches-herrlichkeit\/","title":{"rendered":"Von der Banalit\u00e4t des B\u00f6sen zu des Reiches Herrlichkeit"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ben\u00f6tigen wir eine neue Metaphysik?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Reste unserer Kultur und unseres Volkes fristen im multikulturellen Experiment ein Nischendasein. Machen wir uns keine Illusionen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Extremer als die Jugend anderer L\u00e4nder strebt die deutsche nach einer kunterbunten Weltb\u00fcrgerschaft, die ungenau allerlei ist, n\u00e4mlich umwelt- und klimabewu\u00dft, genderneutral, antiimperialistisch, antikolonialistisch, antirassistisch und antisexistisch, nur eben bitte nicht deutsch \u2013 mit dem Nebeneffekt, da\u00df ebensowenig von Vaterland wie von Muttersprache die Rede sein darf und folgerichtig die Kenntnis der eigenen Sprache und des kulturellen Erbes nicht nur als unn\u00f6tig, sondern bereits als verd\u00e4chtig gelten.<\/p><cite> Heino Bosselmann, <a href=\"https:\/\/sezession.de\/64875\/kollektive-psychologie\">Kollektive Psychologie, 26.10.2021<\/a> <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Eine kulturelle Kluft g\u00e4hnt zwischen alten Kulturtr\u00e4gern und einem Teil der Jugend. Die einen sind oft noch am Lateinischen oder Griechischen und alten Philosophen geschult, sie wissen um unsere Geschichte, ihre Glanzpunkte und ihre tragischen Tiefen. In solch einem tiefen Loch sehen sie soeben die Zukunft unseres Volkes verschwinden. Mit in den Orkus des Vergessens wandern das Dichten und Denken, unsere Rechtschreibung und Grammatik, die Wertsch\u00e4tzung pers\u00f6nlicher Freiheit und das ehrende Andenken all derer, die einst f\u00fcr unser Volk Leib und Leben geopfert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich w\u00e4re schwer zu verstehen, warum ein Mustafa \u00d6zt\u00fcrk oder eine Sawsan Chebli auf einmal irgendeine Art von Liebe zum deutschen Volk entwickeln sollte. Viele w\u00fcrden bereits l\u00fcgen, wenn sie nur den Mund aufmachten und von und Muttersprache und Vaterland spr\u00e4chen. Das tun sie auch nicht, klugerweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Das deutsche Volk ist durch seine pure Existenz ein Hindernis f\u00fcr jeden, der sein Gedeihen dem Umstand verdankt, da\u00df unser Staat jahrzehntelang Ausl\u00e4nder importiert hat wie andere Industriel\u00e4nder ihre materiellen Rohstoffe. Der alleinige Primat \u00f6konomischer Faktoren wie dem Bruttosozialprodukt oder dem angeblichen Arbeitskr\u00e4ftemangel hat so viele Ausl\u00e4nder nach Deutschland gesp\u00fclt, da\u00df auf den B\u00e4nken vieler Schulen keine Deutschen mehr sitzen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJetzt sind sie nun mal da\u201c, w\u00fcrde Angela Merkel dazu sagen. Jedenfalls haben sie sich h\u00e4uslich niedergelassen. Wie alle anderen Menschen auch machen sie sich Ideologien zu eigen, nach deren Pr\u00e4missen sie pers\u00f6nlich vorteilhaft wegzukommen hoffen. Liebe zu Deutschland, Hochachtung von Goethe und Schiller oder Dankbarkeit f\u00fcr die Gefallenen des Befreiungskieges 1813-15 geh\u00f6ren eher nicht dazu. Auch f\u00fcr die Gefahren totalit\u00e4rer Machtaus\u00fcbung scheint die Masse der Ausl\u00e4nder in Deutschland nicht besonders sensibel zu sein. Wo sie unserer Verfassungsordnung nicht gleichg\u00fcltig gegen\u00fcberstehen, lieb\u00e4ugeln viele mit religi\u00f6sen Verhei\u00dfungen oder den Verlockungen autokratischer Macht. Die t\u00fcrkischen Heerscharen auf den K\u00f6lner Rheinwiesen, die Erdogan zugejubelt hatten, werden wohl kaum jemals die freiheitliche demokratische Grundordnung verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der marginalisierte Otto Normalverbraucher<\/h2>\n\n\n\n<p>In unseren l\u00e4ndlichen Gebieten gibt es noch deutsche Mehrheiten. Hier \u00fcberwiegen noch traditionelle Lebenseinstellungen. St\u00e4dtische und l\u00e4ndliche Milieus stehen sich oft fremd gegen\u00fcber. Ein auf dem Dorf lebender deutscher Handwerker und eine ausl\u00e4ndische Gendersternchenliebhaberin aus der nahen Universit\u00e4tsstadt haben sich nichts zu sagen. Ein Erstkontakt mit einer fremden Spezies nahe Alpha Centauri h\u00e4tte gr\u00f6\u00dfere Chancen f\u00fcr ein gegenseitiges Verstehen. In den Medien und der sogenannten \u00d6ffentlichkeit geben aber die st\u00e4dtischen Milieus den Ton an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die verbliebenen Restbest\u00e4nde des fr\u00fcheren Otto Normalverbrauchers werden marginalisiert. Die Normalverbraucher versuchen vergeblich, sich auf dem Weg demokratischer Abstimmungen ihr normales Deutschland zur\u00fcckzuholen. F\u00fcr eine strategische Mehrheit gibt es zu wenige, die sich bewu\u00dft als Normale verstehen. Die normale Restbev\u00f6lkerung <em>wei\u00df <\/em>aus dem Fernsehen, da\u00df alle Leute rechts von der Union <em>Nazis <\/em>sind, was sie denn auch nicht f\u00fcr normal halten w\u00fcrden und darum nicht w\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit ist die Kausalkette fast perfekt: Linke Utopisten haben vor vierzig Jahren die multikulturelle Gesellschaft gefordert und wurden ausgelacht. \u00dcber die Jahrzehnte stieg der Ausl\u00e4nderanteil immer weiter an, und zugleich zerfiel die fr\u00fchere deutsche Mehrheitsgesellschaft. Sie segmentierte sich entlang ideologischer, religi\u00f6ser und soziologischer Bruchlinien. Sie l\u00f6ste sich in einander nicht mehr verstehende Szenen auf, von denen jede ihre eigenen Echokammern bildete, unf\u00e4hig und auch unwillig, Au\u00dfenstehenden \u00fcberhaupt noch zuzuh\u00f6ren. Wer mit wem noch \u00f6ffentlich reden darf, wurde zum Politikum.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Multikulturalismus wurde in Deutschland nicht durch Abstimmungen oder Parlamentsbeschl\u00fcsse herbeigef\u00fchrt, sondern durch die normativierende Kraft des Faktischen. Man kann eine multikulturelle Gesellschaft nicht nur auf demokratischem Wege herbeif\u00fchren, sondern auch, indem man f\u00fcr Millionen fremder Menschen schlicht alle T\u00fcren \u00f6ffnet. Das Faktische wird \u00fcber kurz oder lang ihr Bewu\u00dftsein bestimmen, und dieses wird keine deutsche Identit\u00e4t beinhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Chaos: das ganz banale B\u00f6se<\/h2>\n\n\n\n<p>Aus konservativer Sicht haben unsere politisch Verantwortlichen der letzten Jahrzehnte nicht nur fremden V\u00f6lkerschaften, sondern der g\u00e4nzlichen Zersetzung alles dessen Raum gegeben, was unser Land einst im Innersten zusammenhielt. Diese Zersetzung empfindet er als das heute allt\u00e4gliche ganz banale B\u00f6se. Banal ist es, weil es kein eigenes ideales Ziel beinhaltet oder zu erreichen verspricht. Als B\u00f6se empfindet er es, weil es nur zerst\u00f6rt, aber nichts aufbaut, und anstelle der gewohnten Ordnung eine chaotische Nichtordnung setzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem alles so ist, wie es ist, kann man je nach Lebensalter grollend in seinem Rollstuhl im Pflegeheim auf und ab fahren. Man kann sich auch z\u00fcrnend eine radikalen Jugendbewegung anschlie\u00dfen und warten, bis die Polizei kommt. Das wird sie unweigerlich, denn Jugend ist oft unbedenklich und ma\u00dflos in Wort und Tat. Das noch zu sagen und zu schreiben Erlaubte zerbr\u00f6selt uns wie Sandstein.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Verh\u00e4ltnisse, die sind, wie sie sind, kann man allerdings auch versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen. Wenn im neuen multikulturellen Utopia f\u00fcr jede abgedrehte Szene und jeden fremden Kl\u00fcngel ein Zimmer frei ist, d\u00fcrfen wir sagen: Wir sind auch da. Wir sind sogar schon l\u00e4nger hier. Und wo wir sind, beanspruchen wir f\u00fcr uns denselben Schutz unserer selbstgew\u00e4hlten Lebensweise, den Fremde in unserem Land f\u00fcr sich beanspruchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind wir in unserer Heimat nicht Indigene? Seit unvordenklicher Zeit wohnen unsere Ahnen hier. Zuwanderer gab es seit der Eiszeit des \u00f6fteren. Das waren aber verwandte Zuwanderer. In nichts Wichtigem unterschieden sich genetisch und kulturell unsere Urahnen, die Megalithgr\u00e4ber errichteten und die Himmelsscheibe von Nebra schufen, von ihren Verwandten aus der \u00f6stlichen Steppe, die indogermanische Sprachen \u00fcber Europa verbreiteten. Wir sind die Nachkommen von Ureinwohnern. Jedem indigenen Stamm halb nackter Wilder winden Multikulturalisten Lorbeerkr\u00e4nze und stellen ihn unter Schutz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Normale &#8211; wo gibt es das noch?<\/h2>\n\n\n\n<p>Den k\u00f6nnen wir erst recht gebrauchen. Reservate f\u00fcr Deutsche in unseren eigenen St\u00e4dten! Deutschenquoten in Grundschulen!<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherlich kann man den Multikulturalismus auf diese Weise persiflieren. Der wahre Kern besteht aber darin, da\u00df wir tats\u00e4chlich Keimzellen ben\u00f6tigen, in denen wir bleiben k\u00f6nnen, wer wir sind und wie wir sind. Heino Bosselmann r\u00e4t: \u201eKonservative Alternative: Lieber im Kleinen das Normale versuchen!\u201c<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Wer es noch nicht einmal in seinem eigenen Umkreis vermag, normal zu leben und den Seinen ein Leben in Normalit\u00e4t zu erm\u00f6glichen, wird uns von der Rettung unseres Volkes und Vaterlandes nichts N\u00fctzliches zu erz\u00e4hlen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei geht es nicht nur um die nackte Fortexistenz eines alternden und schrumpfenden Volkes vor dem Hintergrund steigender Anteile Fremder. Es geht auch um unseren kulturellen Fortbestand und die Sicherung unserer freien Lebensweise. Diese hat sich als freie demokratische Grundordnung bew\u00e4hrt und verdient umso mehr Verteidigung, als die realistischen Alternativen zu ihr sozialistische, anarchistische, islamistische, jedenfalls totalit\u00e4re sind. Sie ist der politische Ausdruck unserer historischen Erfahrungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne deutsches Volk mit gerade diesen historischen Erfahrungen und seiner jahrhundertelangen Freiheitstradition wird es auch unsere freiheitliche Ordnung nicht mehr geben. Der Ha\u00df auf das deutsche Volkstum geht Hand in Hand mit der versteckten Uminterpretation oder offenen Anfeindung unserer Verfassung. Als Meister des Bandwurmsatzes formulierte David Engels:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Betrachtet man n\u00e4mlich in der Tat den Selbstha\u00df, mit dem zahlreiche einflu\u00dfreiche Politiker nicht nur die Geschichte ihres eigenen Landes auf eine blo\u00dfe Abfolge von Verbrechen reduzieren, sondern ganz offen auch die Abschaffung des eigenen Volkes durch Aufgehen in einem multikulturellen Massenmenschentum begr\u00fc\u00dfen, ja sogar bewu\u00dft einleiten, und zu diesem Zwecke gar unter fadenscheinigen Vorw\u00e4nden skrupellos s\u00e4mtliche bildungstechnischen, gesellschaftlichen und migrationspolitischen Weichen stellen, kann man nicht an ders, als tiefe Verwunderung zu empfinden \u2013 Verwunderung nicht nur angesichts der inneren Verwahrlosung jener Menschen, sondern auch angesichts des offensichtlichen Versagens einer gesamten Gesellschaft, in ihren B\u00fcrgern ein Mindestma\u00df an Verst\u00e4ndnis und Liebe f\u00fcr die gro\u00dfartigen geistigen, k\u00fcnstlerischen und politischen Sch\u00f6pfungen vergangener Generationen zu wecken.<\/p><cite> Prof. David Engels, <a href=\"https:\/\/renovatio.org\/download\/26812\/\">Leben mit dem Niedergang, Renovatio-Analysen 1\/2020<\/a> = Die Neue Ordnung, Nr. 2\/2020, S. 102-111.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Engels verwirft einen G\u00e4rtner-Konservatismus als unbrauchbar, der meint, \u201edurch einige wenige ausgew\u00e4hlte politische Handlungen zum status quo ante zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen, der in der Vorstellung der Betroffenen meist eine oder doch nur wenige Generationen in der Vergangenheit liegt.\u201c Wir werden die Biedermeierzeit der alten Bundesrepublik niemals zur\u00fcckbekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Rad der Geschichte dreht sich vorw\u00e4rts, nicht r\u00fcckw\u00e4rts. In den Jahrzehnten nach dem 1. Weltkrieg starb die kaisertreue Generation aus. Am Ende gab es keinen Kaiser, aber auch keine Monarchisten mehr. In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg ereignete sich unter anderem ideologischen Vorzeichen das Gleiche. Politische Streitfragen werden von der Geschichte niemals entschieden oder beantwortet. Sie werden ganz einfach irgendwann nicht mehr gestellt, wenn die alten Fragesteller nicht mehr leben. Auch uns kann das so gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird so gehen, wenn sich unsere Nachkommen nicht unsere Fragen und Sorgen zu eigen machen und selbst stellen: Was macht mich als Deutscher aus? Messen wir uns als Deutsche einen Eigenwert bei? Lohnt es sich, f\u00fcr ihn einzutreten? Worin besteht der Kern unserer deutschen Identit\u00e4t?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antworten auf diese Fragen sind keinesfalls Selbstl\u00e4ufer. Fremdent\u00fcmelei und Weltb\u00fcrgertum haben in Deutschland eine st\u00e4rkere Tradition, als es die nationale Geschichtsschreibung seit dem 19. Jahrhundert wahrhaben wollte. Es gen\u00fcgt nicht mehr, der Aufl\u00f6sung unseres Volkes und seiner Ersetzung durch andere Menschen den biedermeierlichen Geist der alten Bundesrepublik entgegenzusetzen. Dieser hat uns n\u00e4mlich genau dahin gef\u00fchrt, wo wir heute stehen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Extrapolieren wir aus dem Erfahrungsschatz der Vergangenheit, ergibt sich der Eindruck, da\u00df nicht nur die meisten sogenannten Altparteien, welche zunehmend mit dem gegenw\u00e4rtige Scheitern des modernen politischen Systems assoziiert werden, zum Untergang verurteilt sind, sondern auch, da\u00df die meisten der sogenannten populistischen Parteien, welche oft wenig mehr als einen m\u00fcden Aufgu\u00df jener Wahlprogramme bieten, die vor Einzug der Ideologie der politischen Korrektheit vor etwa zwei Jahrzehnten charakteristisch f\u00fcr die meisten im mittleren rechten Spektrum verorteten Parteien waren und sich durch eine Mischung zwischen Liberalismus und gem\u00e4\u00dfigtem Nationalismus kennzeichnen, ebenfalls keinerlei Aussicht haben, in dieser Form die K\u00e4mpfe der n\u00e4chsten Jahrzehnte zu \u00fcberleben.<\/p><cite> David Engels <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Innerhalb der Katarakte der industriellen Massengesellschaft befindet sich das deutsche Volk geradewegs auf halber Strecke. Schwer leck geschlagen d\u00fcmpelt unser Schiff im Kausalstrom globaler Einfl\u00fcsse. Es gibt kein Zur\u00fcck. Die besten Seeleute sind bereits tot. In wenigen Jahrzehnten werden unsere Nachkommen restlos in der Minderheit sein. Dann wird sich nicht mehr die Frage stellen, ob in K\u00f6ln der Muezzin rufen darf, sondern ob die Glocken l\u00e4uten d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Christliches Abendland oder des Reiches Herrlichkeit?<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn wir retten wollen, was noch Substanz hat und den Keim f\u00fcr eine deutsche Zukunft unserer Nachkommen bilden kann, m\u00fcssen wir ihnen das geistige R\u00fcstzeug daf\u00fcr an die Hand geben und ihnen unsere Normalit\u00e4t vorleben. Was kaputt ist, ist kaputt. Wenn es einen Weg gibt, dann nur vorw\u00e4rts. Engels sieht Metaphysik auf diesem Weg als notwendiges R\u00fcstzeug an:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Als letzter Punkt ist nun das zu besprechen, was gemeinhin \u201eRevolution\u00e4rer Konservatismus\u201c genannt wird und wohinter der Versuch steckt, die reale oder doch zumindest angenommene Grundstimmung einer idealisierten archaischen Vergangenheit mit den Mitteln modernster Technik neu erstehen zu lassen, wobei sowohl ein erheblich weiter reichender R\u00fcckgriff in das kollektive Unterbewu\u00dftsein vonn\u00f6ten ist als auch eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber den allgemeinen Tendenzen historischer Dynamik: Der Gang der Zeit soll hier nicht etwa zur\u00fcckgedreht oder aufgehalten werden, sondern im Gegenteil unter Beschleunigung des Tempos in eine utopische, zyklisch an die Grundanf\u00e4nge der jeweiligen Gesellschaft anschlie\u00dfende Zukunft gelenkt werden.<\/p><cite> David Engels <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dem Katholiken David Engels schwebt dabei der R\u00fcckgriff auf das christliche Abendland vor. Welche Idee auch immer sich als z\u00fcndend erweist, mit welcher Metaphysik auch immer die Herzen unserer Jugend entflammt werden k\u00f6nnen, bleibt sich gleich. Alle Metaphysik und jede Religion beruht auf inneren Vorstellungen, die in der realen Welt keine Entsprechungen haben. Sie mu\u00df nur wirken, keine letzte &#8222;Wahrheit&#8220; widerspiegeln. Mythen enthalten viele metaphyische Elemente und sollten bewahrt werden, weil sie zur kollektiven Existenz geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Metaphysik eines Kaisers Barbarossa, der einst des Reiches Herrlichkeit wiedererrichten wird, hatte einst die Herzen ganzer Generationen entflammt. Vorher war es die Idee eines Sacrum Imperium, eines christlichen Abendlandes, die David Engels bevorzugt. Sp\u00e4ter erwuchs der Gemeinschaftsgeist aus v\u00f6lkischen Idealen. Alles das waren begeisternde, psychologisch funktionierende Mythen. Sie wurden von wehm\u00fctigen Alten an Kinder weitergegeben, die mit gro\u00dfen, gl\u00e4nzenden Augen zuh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4205\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-768x1024.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-225x300.jpg 225w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-900x1200.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/2021-05-25-34-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Mythos: idealisiertes Standbild Kaiser Barbarossas vor der Kaiserpfalz Goslar<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das normale Leben besteht nicht darin, abends vor der Flimmerkiste zu sitzen und sich Multikultipropaganda aus Soft-Operas anzutun. Es webt im Familienkreis und kann nur hier als wertvoll erfahren werden. Der Teufelskreis aus Aufhetzung unserer Jugend gegen ihre Vorfahren, Generationen-Entfremdung, Selbstha\u00df und Aufgabe des eigenen Selbst kann nur noch innerhalb funktionierender Familienverb\u00e4nde durchbrochen werden. Verantwortungsbewu\u00dftsein f\u00fcr unsere nachfolgenden Generationen kann kein Spahn und kann keine Merkel aufbringen, weil sie keine Kinder haben. Und Liebe zur althergebrachten eigenen Identit\u00e4t kann nur aufbringen, wer als Kind im Familienkreis geborgen war und den Alten lauschen durfte.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Heino Bosselmann, Kollektive Psychologie, 26.10.2021, https:\/\/sezession.de\/64875\/kollektive-psychologie.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Prof. David Engels, Leben mit dem Niedergang, Renovatio-Analysen 1\/2020 = Die Neue Ordnung, Nr. 2\/2020, S. 102-111.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ben\u00f6tigen wir eine neue Metaphysik? Die Reste unserer Kultur und unseres Volkes fristen im multikulturellen Experiment ein Nischendasein. 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