{"id":4503,"date":"2022-02-25T08:28:44","date_gmt":"2022-02-25T07:28:44","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=4503"},"modified":"2022-02-25T12:14:48","modified_gmt":"2022-02-25T11:14:48","slug":"wir-stehen-blank-da-was-zu-tun-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/2022\/02\/25\/wir-stehen-blank-da-was-zu-tun-ist\/","title":{"rendered":"Wir stehen blank da &#8211; was zu tun ist"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Kurswechsel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Nacht hat in der deutschen Parteien- und Medienlandschaft ein Kurswechsel stattgefunden. Man \u00fcbt sich in Zerknirschung. Da\u00df ein Moderator des Deutschlandfunks heute fr\u00fch Clausewitz zitierte, ist symptomatisch. Gestern hatte der Inspekteur unseres Heeres erneut geklagt, da\u00df wir blank dastehen. Was zu tun ist, sagt uns Uwe Wappler als Gastautor. Er fordert eine Erneuerung der Bundeswehr von Grund auf:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Uwe Wappler<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\" style=\"font-size:rem\"><strong>Wir stehen blank da<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Der Inspekteur des Heeres hat am Tag Eins des russischen Angriffs auf die Ukraine erkl\u00e4rt: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e[\u2026] <em>und die Bundeswehr, das Heer, das ich f\u00fchren darf, steht mehr oder weniger blank da.<\/em> [\u2026] <em>Die Optionen, die wir der Politik zur Unterst\u00fctzung des B\u00fcndnisses anbieten k\u00f6nnen, sind extrem limitiert.<\/em> [\u2026] <em>Wir haben es alle kommen sehen und waren nicht in der Lage, mit unseren Argumenten durchzudringen.<\/em>\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Es ist relativ einfach, bei Bedarf in den Krieg zu ziehen. Die Soldaten werden abtelefoniert, in den Dienst befohlen und reisen innerhalb von 24 Stunden an. Die Gefechtsfahrzeuge sind technisch einsatzbereit und werden durch die bereits vor Ort befindlichen Soldaten mit scharfer Munition aufmunitioniert (betankt sind sie schon). Der Bataillonskommandeur wurde durch den Brigadekommandeur in seinen Auftrag eingewiesen und hat an seine Kompanie\u00adchefs den Vorbefehl f\u00fcr die Verlegung in einen Verf\u00fcgungsraum in der N\u00e4he der zu erwartenden Kampfhandlungen gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Eisenbahnverwaltung stellt bereits die Transportz\u00fcge zusammen und macht f\u00fcr den Transportzeitraum die ben\u00f6tigten Transportstrecken frei von zivilem Verkehr. Das ist alles deswegen kein Problem, weil es dutzende Male ge\u00fcbt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ist die Panzerbrigade verladen und auf dem Weg, um unseren NATO-Verb\u00fcndeten beizustehen. Die Kompaniefeldwebel fahren mit Radfahrzeugen den Transport-kolonnen voraus und stellen sicher, dass die Ausgabe von Warmverpflegung und Hei\u00df\u00adgetr\u00e4nken l\u00e4ngs der Strecke, sowohl in Deutschland als auch in Polen oder Litauen genauso reibungslos funktioniert, wie zuvor in den \u00dcbungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ausladebahnhof l\u00e4dt die Brigade unter milit\u00e4rischer Sicherung des Vorauskommandos aus, marschiert in den vorgesehenen Verf\u00fcgungsraum und meldet dem bereits ungeduldig wartenden Divisions\u00adkommandeur ihre Einsatzbereitschaft f\u00fcr alle Gefechtsarten. Jetzt noch eine M\u00fctze Schlaf f\u00fcr die Soldaten, w\u00e4hrend die Offiziere die Unteroffiziere in den Kampfauftrag einweisen. Am n\u00e4chsten Tag beginnt f\u00fcr die Brigade der Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies alles kann doch gar nicht so schwer sein, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ja, w\u00fcrde der Inspekteur des Heeres sagen und sich seinen nicht vorhandenen Bart reiben. Das kann ich leider nicht sicherstellen, weil keine einzige der oben genannten Voraussetzungen erf\u00fcllt ist:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><strong>Das Material ist nicht vorhanden oder kaputt. Es kann auch nicht instandgesetzt werden, weil die Ersatzteile fehlen.<\/strong><\/li><li><strong>Der Ausbildungsstand der Soldaten ist selbst innerhalb der meisten Kompanien uneinheitlich. Die Bataillone sind personell nicht mit Soldaten aufgef\u00fcllt, die einsatzbereit sind. Selbst Soldaten, die offiziell als einsatzbereit gemeldet werden, sind nur oberfl\u00e4chlich und nicht an allen Waffen ausgebildet. Vielen Soldaten fehlt die ihnen zustehende Zusatzausr\u00fcstung (\u201eInfanterist der Zukunft\u201c).<\/strong><\/li><li><strong>Keine einzige Heeresbrigade ist in der Lage, aus dem Stand das Gefecht der verbundenen Waffen zu f\u00fchren, weil Derartiges seit 35 Jahren nicht mehr ge\u00fcbt worden ist. Selbst die VJTF Brigade kann nur dann voll aufgef\u00fcllt und voll ausgestattet in Marsch gesetzt werden, wenn daf\u00fcr andere Verb\u00e4nde kannibalisiert werden.<\/strong><\/li><li><strong>Die Bundesbahn ist nicht in der Lage, kurzfristige Transportanforderungen gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00dfes zu erf\u00fcllen: Der b\u00fcrokratische Aufwand betr\u00e4gt mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate.<\/strong><\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Dennoch gibt es auch Positives zu berichten: Alle Dienstposten f\u00fcr Gleichstellungs\u00adbeauftragte sind besetzt, die zivile Arbeitszeitverordnung wird eingehalten. Falls es immer noch vereinzelt unverantwortliche Vorgesetzte geben sollte, die unzul\u00e4ssige Mehrarbeits\u00adstunden auf den Dienstplan setzen, werden sie knallhart zur Rechenschaft gezogen. Wer in der Truppe Witze \u00fcber idiotische Transgendervorschriften macht, wird von seinen Kame\u00adraden gemeldet und als Nazi und Rassist konsequent aus der Truppe entfernt. Wer sich unp\u00e4sslich f\u00fchlt, wird krankgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschaffungsbeh\u00f6rden k\u00f6nnen zwar das ben\u00f6tigte Wehrmaterial nicht zeitgerecht beschaffen, halten aber erfolgreich den Dienstweg ein und machen keine vergaberechtlichen Fehler. Das Glanzst\u00fcck deutscher Beschaffungsb\u00fcrokratie ist ein Sch\u00fctzenpanzer, in dem auch schwangere Soldaten mitfahren k\u00f6nnen (vermutlich weibliche). Da werden sich die schwangeren Soldaten aber freuen, wenn sie mit dem ungeborenen Kind im Mutterleib mitten im Hagel explodierender Granaten den Feuerkampf f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso regt sich dieser Inspekteur des Heeres eigentlich auf. Eigentlich ist doch alles genau so, wie es sich die Politik w\u00fcnscht? Er bedauert, dass er \u201enicht in der Lage war, mit seinen Argumenten durchzudringen. Schade.\u201c Aber er ist Inspekteur des Heeres. Das ist doch auch sch\u00f6n. Es ist gute preu\u00dfisch-deutsche Milit\u00e4rtradition, dass sich Generale schlechten Befehlen widersetzen. Gehorsam kann auch ein Untugend sein. Heutzutage wird niemand mehr wegen Ungehorsams erschossen. Das Schlimmste, was einem General passieren kann, ist, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt zu werden. Der Inspekteur ist also mit seinen Argumenten nicht durchgedrungen und jetzt f\u00fchrt er nur noch eine Tr\u00fcmmertruppe? Achso.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sagt denn der gute alte General Carl von Clausewitz dazu, wie die Bundeswehr sein sollte:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&#8222;<em>Wir m\u00f6gen nichts h\u00f6ren von Feldherren, die ohne Menschenblut siegen. Wenn das blutige Schlachten ein schreckliches Schauspiel ist, so soll das nur eine Veranlassung sein, die Kriege mehr zu w\u00fcrdigen, aber nicht die Schwerter, die man f\u00fchrt, nach und nach aus Menschlichkeit stumpfer zu machen, bis einmal wieder einer dazwischen kommt mit einem scharfen, der uns die Arme beim Leibe weghaut.<\/em>&#8220; (Vom Kriege, 4. Buch, 11. Kap.)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-644x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4516\" width=\"322\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-644x1024.jpg 644w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-189x300.jpg 189w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-768x1222.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-966x1536.jpg 966w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-1288x2048.jpg 1288w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-900x1432.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-1280x2036.jpg 1280w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114359-scaled.jpg 1609w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Clausewitz stammt allerdings auch der Begriff vom Primat der Politik:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Das Unterordnen des politischen Gesichtspunktes unter den milit\u00e4rischen w\u00e4re widersinnig, denn die Politik hat den Krieg erzeugt; sie ist die Intelligenz, der Krieg aber blo\u00df das Instrument, und nicht umgekehrt. Es bleibt also nur das Unterordnen des milit\u00e4rischen Gesichtspunktes unter den politischen m\u00f6glich.<\/em>\u201c (Vom Kriege, 8. Buch, 6. Kap.)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Voraussetzung ist aber milit\u00e4rischer Sachverstand:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e<em>Da\u00df die Politik an den Krieg Forderungen macht,<\/em> <em>die er nicht leisten kann, w\u00e4re gegen die Voraussetzung, da\u00df sie das Instrument kenne, welches sie gebrauchen will, also gegen eine nat\u00fcrliche, ganz unerl\u00e4ssliche Voraussetzung.<\/em>\u201c (Vom Kriege, 8. Buch, 6. Kap.)<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Bundeswehr mu\u00df von Grund auf erneuert werden.<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Folgende Aufgaben sind, nach F\u00fchrungsgrundgebieten (\u201eFGG\u201c) geordnet, zu erf\u00fcllen, mit der Dringlichkeit gem. Reihenfolge in der jeweiligen Aufz\u00e4hlung:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FGG 0 \u2013 Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;&nbsp; Die politische F\u00fchrungsentscheidung f\u00e4llen, die Bundeswehr neu aufzustellen. Dabei sind auch systematisch und beherzt \u2013 sofern erforderlich \u2013 alle relevanten Gesetze zu \u00e4ndern, die die Schlagkraft der Truppe gef\u00e4hrden oder herabmindern.<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;&nbsp; Die allgemeine Wehrpflicht f\u00fcr M\u00e4nner mit einer Dienstzeit von 12 Monaten wird wieder eingesetzt. Wehrpflichtige werden in J\u00e4gerregimentern des Territorialheeres im Orts- und H\u00e4userkampf ausgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;&nbsp; Die Bundeswehr wird auf eine Friedensst\u00e4rke von 250.000 Soldaten erh\u00f6ht. Kern des Heeres werden 4 Panzerdivisionen mit 8 aktiven und 4 weiteren, nichtaktiven Panzerbriga\u00adden. Hinzu kommt eine Infanteriedivision mit Fallschirm- und Gebirgsj\u00e4gern f\u00fcr UN-Eins\u00e4tze. In diesen Einsatzverb\u00e4nden dienen nur Soldaten mit einer Mindestdienstzeit von 4 Jahren. Alle Verb\u00e4nde erhalten materiell 100 Prozent Vollausstattung. Hinzu kommt eine Material\u00adreserve.<\/p>\n\n\n\n<p>4.&nbsp;&nbsp; Die Dienstgradinflation wird beendet. Dazu werden die Besoldungsstufen der Dienst\u00adgrade um zwei Stufen erh\u00f6ht und daf\u00fcr die Dienstgrade zur\u00fcckgef\u00fchrt: Der Unter\u00adoffi\u00adzier ist Gruppenf\u00fchrer, der Feldwebel ist bef\u00e4higt, einen Zug f\u00fchren und der Kompaniechef ist Hauptmann.<\/p>\n\n\n\n<p>5.&nbsp;&nbsp; Das weitere Fortschreiten der Desorganisation und Zersetzung durch \u00fcbergeordnete Weisungen und Erlasse wird unterbunden und die f\u00fcr tatkr\u00e4ftige F\u00fchrer erforderliche Rechtssicherheit wird geschaffen. Hierdurch werden schwachsinnige Erlasse, wie die \u00dcbernahme der zivilen Arbeitszeitrichtlinie der EU \u00fcbersteuert. Ideologisch motivierte Erlasse zu Genderfragen und \u00e4hnlichem wissenschaftlich nicht belegbarem Unsinn ersatzlos abschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FGG 1 \u2013 Personalwesen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;&nbsp; Bei der Bef\u00f6rderung von Soldaten, insbesondere von Offizieren, werden unabh\u00e4ngige Charaktere bevorzugt, die durch sachliche Kritik an der bestehenden Misswirtschaft aufgefallen sind und die sich als F\u00fchrer im Kampfeinsatz bew\u00e4hrt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;&nbsp; Die derzeitige deutsche Generalit\u00e4t ist nicht Teil der L\u00f6sung, sondern Teil des Problems. Sie ist konsequent von ehr- und charakterlosen Subjekten zu s\u00e4ubern. Hier sind nicht Verst\u00e4ndnis und Empathie gefragt, sondern ein eiserner Besen. Wer sich aktiv an Ma\u00dfnahmen zur Zersetzung beteiligt hat, ist nicht nur unverz\u00fcglich und endg\u00fcltig aus dem aktiven Dienst zu entfernen, sondern auch \u2013 sofern m\u00f6glich \u2013 strafrechtlich zu belangen. Hierunter fallen z. B. Mitzeichner von zersetzenden Erlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Generale und Admirale ben\u00f6tigen wir Soldaten, die ohne R\u00fccksicht auf ihre Karriere\u00adchancen offene Kritik ge\u00fcbt haben. Demzufolge kommen in den folgenden f\u00fcnf Jahren f\u00fcr Generalsdienstposten in der Regel keine Generale in Frage, sondern bew\u00e4hrte Stabs\u00adoffiziere mit Kampferfahrung. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Generalsdienstposten trotz vergr\u00f6\u00dferter Bundeswehr deutlich reduziert wird. F\u00fcr Streichungen und Herabstufungen kommen insbesondere Schreibtischdienstposten in Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vorschriften, Erlasse und Weisungen ersatzlos au\u00dfer Kraft setzen, welche zum Zweck der Zersetzung erlassen worden sind oder die aus Verantwortungsscheu nicht dem Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>4.&nbsp;&nbsp; Offiziere und erfahrene Portepeeunteroffiziere werden auf freiwilliger Basis als St\u00e4mme f\u00fcr neu aufzustellende Verb\u00e4nde zusammengezogen. Voraussetzung in die Aufnahme in diese Verb\u00e4nde ist eine durch Beurteilungen nachgewiesene \u00fcberdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und eine besondere dienstliche Belastbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Charakterlich, k\u00f6rperlich oder geistig nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt f\u00fcr den (Kampf-) Einsatz geeignete Soldaten werden nicht weiter bef\u00f6rdert, ihre Verpflichtungszeit wird nicht verl\u00e4ngert und sie werden bei sich bietender M\u00f6glichkeit aus der Bundeswehr entfernt. Dies gilt au\u00dfer f\u00fcr Grundwehrdienstleistende auch f\u00fcr alle Soldaten, die aus den o. g. oder famili\u00e4ren oder sonstigen Gr\u00fcnden dauerhaft nicht auslandsverwendungsf\u00e4hig sind. Alle Sol\u00addaten aller Dienstposten und Verwendungsreihen m\u00fcssen j\u00e4hrlich das deutsche Sport\u00adabzeichen ablegen, ansonsten gelten sie unabh\u00e4ngig von dem durch sie besetzten Dienst\u00adposten k\u00f6rperlich als nicht geeignet. Dieser Abschnitt gilt nicht f\u00fcr durch Kampfeins\u00e4tze oder Dienstunf\u00e4lle Versehrte.<\/p>\n\n\n\n<p>6.&nbsp;&nbsp; Die S1-Abteilungen (Personalwesen) der Bataillone sind befugt und werden dazu auf\u00adgefordert, eigenst\u00e4ndig Grundwehrdienstleistende als Zeitsoldaten anzuwerben. Die Kreis\u00adwehrersatz\u00e4mter arbeiten ihnen zu. In den Kampftruppenbrigaden werden nur Soldaten eingestellt, die sich \u00fcber den Grundwehrdienst hinaus f\u00fcr drei weitere Dienstjahre verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p>7.&nbsp;&nbsp; Die Kompaniechefs sind befugt, mit Zustimmung des Bataillonskommandeurs Mann\u00adschaften als Unteroffizieranw\u00e4rter in die Laufbahn der Unteroffiziere zu \u00fcbernehmen, sofern sie absehbar \u00fcber freie Planstellen verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>8.&nbsp;&nbsp; Das Denken in Qualifikationsmerkmalen statt in Menschen wird beendet. Kompanie\u00adchefs und Bataillonskommandeure stellen sicher, dass ihre eigenen Soldaten alle fachlichen Qualifikationen erhalten die sie ben\u00f6tigen. Das Auseinanderrei\u00dfen gewachsener Truppen\u00adteile ist zu unterbinden. Kommandeure, die hier nicht standhaft sind, werden wegen charakterlicher Nichteignung abgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FGG 2 \u2013 Milit\u00e4rische Sicherheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;&nbsp; Um die Bundeswehr in die Lage zu versetzen, gem. Art 87a (d) Grundgesetz bei Bedarf auch im Inneren die grundgesetzliche Ordnung wieder herzustellen, muss die einzusetzende Truppe zuverl\u00e4ssig sein. Ihr d\u00fcrfen beispielsweise keine Angeh\u00f6rigen von Parallel\u00adgesellschaften angeh\u00f6ren, welche das Grundgesetz ablehnen oder die abweichend von dem deutschen ein eigenes ethnisches Bewusstsein haben. In die Bundeswehr erfolgt daher ein Einstellungsstopp f\u00fcr Angeh\u00f6rige von nichtdeutschen Parallelgesellschaften sowie von verfassungsfeindlichen Organisationen, Clans und Religionsgemeinschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Soldaten, die nicht loyal zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetztes stehen oder die ihren Soldateneid schuldhaft verletzen, sind zu entlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;&nbsp; An deutschen Schulen und Hochschulen wird verfassungsfeindliche Agitation durch Lehrer und Vertreter fremder Organisationen wirkungsvoll unterbunden. Insbesondere die Ver\u00e4chtlichmachung Andersdenkender, die Verunglimpfung der Bundeswehr und die Verherrlichung der Antifa und anderer kommunistischer Organisationen werden konsequent beendet.<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;&nbsp; Soldaten erhalten wieder das Recht der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung im Kameradenkreis, ohne bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen, bei \u201epolitisch unkorrekten\u201c Aussagen von ihren Kameraden denunziert, zu werden. Es sind die Denunzianten, die zu disziplinieren sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FGG 3 \u2013 Ausbildung und Einsatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;&nbsp; Die Verb\u00e4nde der Kampftruppen werden von Grund auf neu aufgestellt. Hierzu werden pro Jahr 2 Panzerbrigaden durch Wegversetzungen bis zum 30. September personell komplett entleert und neu aufgestellt. Unzweckm\u00e4\u00dfige Kasernenbauten (\u201eKaserne 2000\u201c und verrottete Altbauten) werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die das Zusammen\u00adleben in der soldatischen Gemeinschaft f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;&nbsp; Jeweils zum 1. Juli werden die zuk\u00fcnftigen Brigadekommandeure, Bataillons\u00adkom\u00adman\u00addeure und Kompaniechefs ausgew\u00e4hlt und zu Sonderlehrg\u00e4ngen zusammengezogen. Auf diesen Sonderlehrg\u00e4ngen werden sie in die Aufgabenstellung eingewiesen und mit dem zuk\u00fcnftigen, erweiterten Rechtsrahmen vertraut gemacht. Sie werden in den wieder herzustellenden F\u00fchrungs-, Einsatz- und Ausbildungsgrunds\u00e4tzen der Bundeswehr geschult.<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;&nbsp; Zum 1. Oktober erfolgt die Zuversetzung von zuverl\u00e4ssigen Stammsoldaten, die f\u00fcr die Neuaufstellung der Brigaden verantwortlich sind in H\u00f6he von 5% der Sollst\u00e4rke. Als Stamm\u00adsoldaten sind bew\u00e4hrte Soldaten mit Einsatzerfahrung auszuw\u00e4hlen, die von der Beurteilung her zu den besten 10% ihres Jahrgangs geh\u00f6ren und die k\u00f6rperlich und geistig \u00fcberdurch\u00adschnittlich belastbar sind. Bataillonskommandeure und Kompaniechefs haben das Recht, ihnen pers\u00f6nlich bekannte und vertrauensw\u00fcrdige Soldaten als weitere Stamm\u00adsoldaten anzufordern.<\/p>\n\n\n\n<p>4.&nbsp;&nbsp; Die Stammsoldaten der neuaufgestellten Verb\u00e4nde erarbeiten Dienst- und Aus\u00adbil\u00addungsvorschriften, inkl. Musterdienstpl\u00e4ne f\u00fcr die Grund- und Spezialgrundausbildung sowie die Gefechtsausbildung im Zug- und Kompanierahmen. In enger Zusammenarbeit mit den Standortverwaltungen, die sich von hemmenden und einengenden Vorschriften frei\u00adzu\u00admachen haben, planen sie die Ausbildungseinrichtungen am Standort.<\/p>\n\n\n\n<p>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Charakterlich, geistig oder k\u00f6rperlich nicht geeignete Offiziere werden im Ermessen der Bataillonskommandeure wieder wegversetzt. Bei sonstigen nicht geeigneten Soldaten veran\u00adlassen dies in ihrem Ermessen die Kompaniechefs.<\/p>\n\n\n\n<p>6.&nbsp;&nbsp; Die Verb\u00e4nde werden zum 1. April des Folgejahres mit den \u00fcbrigen Stammsoldaten aufgef\u00fcllt, insbesondere mit Unteroffizieren mit und ohne Portepee. Ab diesem Zeitpunkt erlischt f\u00fcr diese Verb\u00e4nde das Recht zentraler Dienststellen der Bundeswehr oder des Heeres, ihnen Soldaten ohne ausdr\u00fcckliche vorherige Zustimmung der zust\u00e4ndigen Vor\u00adgesetzten hinzu zu versetzen:<\/p>\n\n\n\n<p>Bataillonskommandeure entscheiden mit Zustimmung des Brigadekommandeurs \u00fcber die Zuversetzung von Offizieren und Offiziersanw\u00e4rtern, Kompaniechefs entscheiden mit Zu\u00adstimmung des Bataillonskommandeurs \u00fcber die Zuversetzung von Unteroffizieren mit Porte\u00adpee und eigenst\u00e4ndig \u00fcber die Zuversetzung von Unteroffizieren ohne Portepee und von Mannschaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem weiteren halben Jahr werden am 1. Oktober die Brigaden mit Rekruten mit einem \u00dcberhang von 50% aufgef\u00fcllt, die sich \u00fcber den Grundwehrdienst hinaus freiwillig f\u00fcr drei weitere Dienstjahre verpflichtet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>7.&nbsp;&nbsp; Der neu aufzustellende Generalstab der Bundeswehr formuliert gemeinsam mit den im Bundessicherheitsrat vertretenden Ressorts unter Federf\u00fchrung des Bundeskanzleramts die deutsche nationale Strategie der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik.<\/p>\n\n\n\n<p>9. Im Einsatz entscheiden die Kommandeure vor Ort, welche verwaltungsrechtlichen und sonstigen Bestimmungen einzuhalten sind und welche nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>FGG 4 \u2013 Logistik, Versorgung, Unterkunftswesen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Liegenschaften werden f\u00fcr neu aufzustellende Verb\u00e4nde freigemacht und eingerichtet. Hierzu geh\u00f6rt, dass Unterkunftsgeb\u00e4ude \u2013 vorrangig der Kampftruppe \u2013 abgerissen werden, die dem kameradschaftlichen Zusammenleben abtr\u00e4glich sind (\u201eKaserne 2000\u201c). Sie werden ersetzt durch Kompaniegeb\u00e4ude, in denen die Z\u00fcge etagenweise zusammenwohnen.<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;&nbsp; Der Prozess der Beschaffung von Wehrmaterial wird verschlankt durch Streichung \u00fcberfl\u00fcssiger Genehmigungsebenen und Planungsphasen sowie durch die Straffung des Mitzeichnungsgangs.<\/p>\n\n\n\n<p>3.&nbsp;&nbsp; Das Beschaffungsamt BAAINBw wird aufgel\u00f6st und durch ein Bundesamt f\u00fcr Wehr\u00adtechnik und Beschaffung (BWB) mit insgesamt maximal 500 Dienstposten unter Beibehal\u00adtung s\u00e4mtlicher Aufgaben abgel\u00f6st. Externe Dienstleistungsvertr\u00e4ge und Beratervertr\u00e4ge zur Wahrnehmung origin\u00e4rer Aufgaben des BWB werden beendet und zuk\u00fcnftig unterbunden. Unn\u00f6tige Bindungen an das Europ\u00e4ische Vergaberecht werden beendet. Milit\u00e4rische Anfor\u00adderungen an Wehrmaterial werden durch Soldaten formuliert und nicht durch Bundesbeamte und durch die Industrie in Form technischer Spezifikationen umgesetzt. Hierbei werden die milit\u00e4rischen Anforderungen auf das technisch Machbare reduziert und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Kostentreiber eliminiert.<\/p>\n\n\n\n<p>4.&nbsp;&nbsp; Damit alle Ausbildungsvorhaben termingerecht und ohne Einschr\u00e4nkungen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, wird die ben\u00f6tigte Munition vorausschauend beschafft und bevorratet. Sind Mehrbedarfe erforderlich, die nicht durch den Bundeshaushalt abgedeckt sind, so werden sie als Nachtragshaushalt zus\u00e4tzlich parlamentarisch genehmigt.<\/p>\n\n\n\n<p>5.&nbsp;&nbsp; Damit sich gepanzerte milit\u00e4rische Verb\u00e4nde weitgehend uneingeschr\u00e4nkt bewegen k\u00f6nnen, werden zuk\u00fcnftig Landesstra\u00dfen, Bundesstra\u00dfen und Bundesautobahnen wieder entsprechend ausgelegt und gebaut. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Br\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>6.&nbsp;&nbsp; Die Bundeswehr h\u00e4lt Eisenbahnwaggons so vor, dass im Mobilmachungsfall die Kettenfahrzeuge des Heeres (4 Panzerdivisionen mit 12 Panzerbrigaden inklusive Kampf-unterst\u00fctzungs-, F\u00fchrungs- und Versorgungstruppen) innerhalb von drei Wochen an die polnische Ostgrenze und nach Litauen verlegt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>7.&nbsp;&nbsp; Die Deutsche Bahn stellt sich darauf ein, im Mobilmachungsfall, die hierf\u00fcr ben\u00f6tigte Bahninfrastruktur sowie die notwendigen Lokomotiven bereitzustellen und dar\u00fcber hinaus Bahntransporte von westlichen Verb\u00fcndeten durch deutsches Gebiet in insgesamt vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfenordnung zu koordinieren.<\/p>\n\n\n\n<p>8.&nbsp;&nbsp; Die Deutsche Bahn plant und \u00fcbt die im engen Zusammenwirken mit den zust\u00e4ndigen polnischen und litauischen Stellen die Durchf\u00fchrung der Transporte gem. der Ziffern 6 und 7.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-717x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4515\" width=\"359\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-717x1024.jpg 717w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-210x300.jpg 210w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-768x1097.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-1075x1536.jpg 1075w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-1433x2048.jpg 1433w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-900x1286.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-1280x1829.jpg 1280w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/20220225_114244-scaled.jpg 1792w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><em>Der Autor dieses Artikels ist Oberstleutnant der Reserve. Die Forderungen wurden aus seinem Buch entnommen: \u201eDie Erneuerung der Bundeswehr: Konzept zur Wiederwehr\u00adhaftmachung Deutschlands\u201c, R. G. Fischer Verlag, Nov. 2020, ISBN 978-3830195795<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurswechsel \u00dcber Nacht hat in der deutschen Parteien- und Medienlandschaft ein Kurswechsel stattgefunden. Man \u00fcbt sich in Zerknirschung. Da\u00df ein Moderator des Deutschlandfunks heute fr\u00fch Clausewitz zitierte, ist symptomatisch. Gestern hatte der Inspekteur unseres Heeres erneut geklagt, da\u00df wir blank dastehen. Was zu tun ist, sagt uns Uwe Wappler als Gastautor. 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