{"id":5521,"date":"2023-02-02T09:54:36","date_gmt":"2023-02-02T08:54:36","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=5521"},"modified":"2023-02-02T10:27:08","modified_gmt":"2023-02-02T09:27:08","slug":"der-tuerkische-heiland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/2023\/02\/02\/der-tuerkische-heiland\/","title":{"rendered":"Der t\u00fcrkische Heiland"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johannes_Scherr\">Johannes Scherr <\/a>waren kirchliche Christen und Kommunisten Br\u00fcder im Geiste. &#8222;Von 1848 bis 1849 war er Abgeordneter der Zweiten Kammer des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrttembergische_Landst%C3%A4nde\">w\u00fcrttembergischen Landtags<\/a> f\u00fcr <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geislingen_an_der_Steige\">Geislingen<\/a>. Scherr mu\u00dfte nach der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Revolution_1848\/49\">gescheiterten demokratischen Revolution<\/a> 1849 in die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schweiz\">Schweiz<\/a> fliehen, wo er sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Habilitation\">habilitieren<\/a> konnte und 1860 zum Ordinarius f\u00fcr Geschichte am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eidgen%C3%B6ssische_Technische_Hochschule_Z%C3%BCrich\">Polytechnikum Z\u00fcrich<\/a> aufstieg.&#8220; (Wikipedia).<\/p>\n\n\n\n<p>Als Urdemokrat und Patriot mu\u00dfte er emigrieren, um einer 15j\u00e4hrigen Haftstrafe zu entgegen. Er starb dort 1886 als hoch geachteter Professor und Publizist. Von seinen Werken geh\u00f6rt die Deutsche Kultur- und Sittengeschichte von 1857 zu den Standardwerken und wurde zuletzt 1925 von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Blei\">Franz Blei <\/a>dreib\u00e4ndig herausgegeben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"787\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-1024x787.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5535\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-1024x787.jpg 1024w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-300x230.jpg 300w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-768x590.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-1536x1180.jpg 1536w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-900x691.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849-1280x983.jpg 1280w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Rundgemaelde_Europa_1849.jpg 1574w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Zu den 1849 aus Deutschland in die Schweiz &#8222;hinausgefegten&#8220; Demokraten z\u00e4hlte auch Johannes Scherr (Karikatur von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/Ferdinand_Schr\u00f6der_(Mediziner)\" target=\"_blank\">Ferdinand Schr\u00f6der<\/a> zur Niederlage der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/Europ\u00e4ische_Revolutionen_1848\/1849\" target=\"_blank\">Revolutionen in Europa<\/a> 1849. Zuerst erschienen in den <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/D\u00fcsseldorfer_Monathefte\" target=\"_blank\">D\u00fcsseldorfer Monatheften<\/a><\/em> unter dem Titel <em>Rundgem\u00e4lde von Europa im August 1849<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/Deutsche_Revolution_1848\/1849#Media\/Datei:Rundgem%C3%A4lde_Europa_1849.jpg\">Wikiwand<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Scherr begr\u00fc\u00dfte 1871 den deutschen Sieg \u00fcber Frankreich und die Reichseinigung in einer Ansprache vor einer <a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/017245\/2011-08-08\/\">Festversammlung in der Z\u00fcricher Tonhalle<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Allerdings gab es eine Minderheit, gl\u00fccklicher Weise eine verschwindend kleine Minderheit, zusammengesetzt aus schwarzen und rothen Pfaffen, aus den Fanatikern des ultramontanen und des kommunistischen Aberglaubens, welche Minderheit von dieser Einheit sich ausschlo\u00df. Allein wir wollen sie nicht verfluchen, sondern nur bemitleiden. Denn, f\u00fcrwahr, wer so klein denkt und so niedrig f\u00fchlt, da\u00df er, wo es um das Sein oder Nichtsein seiner Nation handelt, nicht vermag, das Vaterland \u00fcber die Partei zu stellen, der ist nicht einmal des Hasses w\u00fcrdig, sondern verdient nur achselzuckendes Mitleid.<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p><cite>Johannes Scherr 9.3.1871<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p>Die Gesinnungen der Schwarzen und der Roten waren f\u00fcr ihn pf\u00e4ffisch, weil beide je ihre Art von Religion predigten. Die mittelalterliche Scholastik hatte &#8222;den Menschen&#8220; als prinzipiell s\u00fcndhaft und b\u00f6se bezeichnet. Rousseau kehrte dieses Dogma um, bezeichnete ihn als prinzipiell gut und f\u00fchrte das B\u00f6se in der Welt auf eine schlechte Gesellschaft zur\u00fcck. Gut und b\u00f6se? Mit beidem konnte Scherr als aufgekl\u00e4rter Freigeist und Skeptiker nichts anfangen. Christlichen und sozialistischen Fanatismus z\u00e4hlte er zu den &#8222;D\u00e4monen&#8220;, die uns piesacken.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:29% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"351\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-351x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5526 size-full\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-351x1024.jpg 351w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-103x300.jpg 103w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-768x2242.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-526x1536.jpg 526w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-702x2048.jpg 702w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-900x2627.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20230201_200056-1-scaled.jpg 877w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Noch Jahrzehnte nach seinem Tod galten die Schwarzen und die Roten in b\u00fcrgerlichen Kreisen als reichsfeindlich. Man verd\u00e4chtigte sie stets, ihre eigene jewelige Heilslehre stehe ihnen  im Zweifel h\u00f6her als das Wohl des Vaterlandes. \u00dcberdies galt der ultramontane Fl\u00fcgel der Schwarzen zurecht als jesuitisch und romh\u00f6rig.<\/p>\n\n\n\n<p>Scherr war \u00fcberzeugter Demokrat und republikanisch gesinnt. An der F\u00fcrstenherrschaft lie\u00df er kein gutes Haar. An den im Deutschland des 20. Jahrhunderts bis heute real existierenden Republiken h\u00e4tte er aber wenig Freude gefunden. Sie wurden n\u00e4mlich \u00fcberwiegend von den Schwarzen, den Roten oder in Koalition gleich von beiden regiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Essay &#8222;Ein t\u00fcrkischer Heiland&#8220; steht in der 1. Auflage von &#8222;D\u00e4monen&#8220; auf Seite 66 bis 129. Er geh\u00f6rt zur Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr Patrioten, die mit den Schwarzen und den Roten wenig anfangen k\u00f6nnen. Dabei ist erstaunlich, wie wenig bei jenen sich in den letzten 150 Jahren ge\u00e4ndert hat. Der Essay von 1871 ist hoch aktuell, solange Scherrs D\u00e4monen herumgeistern.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Scherr appelliert nachdr\u00fccklich an das Reale gegen\u00fcber dem Idealen, an die Macht der Wirklichkeit gegen\u00fcber blo\u00dfen Vorstellungen. <\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Ein t\u00fcrkischer Heiland<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">von Johannes Scherr<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. [Ungleichheit der Menschen]<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Widerspruch gegen die Organisation der Gesellschaft ist bekanntlich so alt wie diese selbst. Der Satan des persisch-j\u00fcdisch-christlichen Mythus war der erste Kritiker des Systems patriarchalischen Absolutismus, der Kain der hebr\u00e4ischen Paradiessage eine Art von vorsintflutlichem Babeuf. Wir d\u00fcrfen mit Bestimmtheit annehmen, da\u00df schon in vorhistorischer Zeit, in fernabliegenden verschollenen Jahrtausenden Zornschreie der Verzweiflung \u00fcber das grelle Mi\u00dfverh\u00e4ltnis von Recht und Gl\u00fcck, von Verdienst und Erfolg, von Ideal und Wirklichkeit, kurz \u00fcber das ganze Elend der Menschheit aus hei\u00df pulsierenden Menschenherzen zum tauben Himmel emporgestiegen seien, wie einen solchen Zornschrei auch der arme Lamartine in besseren Tagen in seiner Seele gefunden und herausgeschleudert hat.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Freilich ist seine Emp\u00f6rung akademisch glatt und niedlich, verglichen mit den Felsbergen von Fl\u00fcchen, welche K\u00f6nig Lear titanisch gen Himmel t\u00fcrmt. In Shakespeares \u00bbTimon\u00ab vollends rast die wilde Jagd des Pessimismus z\u00fcgel- und b\u00fcgellos einher. Kein moderner Poet hat aber, wie mir scheint, den Jammer der Armen und Unterdr\u00fcckten in ergreifenderen Lauten sprechen oder vielmehr weinen lassen als der Kleinrusse Taras Grigoriewicz Szewczenko.<a id=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Seine Poesie, in der schwermutsvollen Molltonart der slawischen Volksdichtung gehalten, birgt ein verzehrendes Zornfeuer, wie die Wolke den Blitz \u2026<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Jahrtausende schon, bevor Rousseau seine hochberedsame, aber, wie heute wohl kein Wissender mehr bestreiten wird, auf dem Treibsande falscher Voraussetzungen aufgebaute Deklamation \u00bbSur l&#8217;origine et les fondements de l&#8217;in\u00e9galit\u00e9 parmi les hommes\u00ab loslie\u00df und damit zu einer unabsehbaren sozialistischen Literatur den Ansto\u00df gab, hat das \u00dcbel der Ungleichheit unter den Menschen religi\u00f6se Phantasten und philosophische Tr\u00e4umer lebhaft besch\u00e4ftigt. Von den \u00e4ltesten Zeiten bis zur gegenw\u00e4rtigen Stunde hat es nie an feinf\u00fchlenden, warmherzigen Menschen gefehlt, welche die traurige Thatsache, da\u00df Gl\u00fcck und Ungl\u00fcck, Arbeit und Genu\u00df ihren Mitmenschen keineswegs immer nach Verdienst zugemessen werden, nicht rasten und ruhen lie\u00df. Die Gesellschaft, so, wie sie war, erschien ihnen nur als ein abscheuliches Zerrbild dessen, was sie eigentlich sein sollte. <\/p><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"460\" height=\"566\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zuschneiden-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5531\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zuschneiden-1.jpg 460w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zuschneiden-1-244x300.jpg 244w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption>Den Sozialisten mangelte es schon zu Lebzeiten Scherrs weder an Aggressivit\u00e4t noch an Abneigung gegen das Deutsche Reich und seinen Gr\u00fcnder Bismarck <br>(Sozialistische Karikatur von 1875).<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>N\u00e4mlich sein sollte dem Ideal zufolge, welches sie in der Brust trugen. Sie w\u00e4hnten, nur die Selbstsucht der Starken, der Gl\u00fccklichen, der Reichen, der Bevorrechtigten w\u00e4re schuld daran, da\u00df es Schwache, Ungl\u00fcckliche, Arme und Rechtlose g\u00e4be. Sie glaubten die Gleichheit dekretieren zu k\u00f6nnen, indem sie der eisernen Praxis des Lebens das Spinnengewebe einer wohlwollenden Theorie entgegenstellten.  <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sie \u00fcbersahen oder wollten \u00fcbersehen, da\u00df die Natur selbst mit jener unerbittlich grausamen Logik, welches ihr erstes und ewiges Attribut ist, die Thatsache der Ungleichheit gesetzt hat und festh\u00e4lt. Die Ungleichheit ist ein Naturgesetz so gut wie irgendeins. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die sch\u00e4dlichen Wirkungen von Naturgesetzen vermag man einigerma\u00dfen zu mildern, wie man ja z. B. dem Blitze sozusagen seinen Weg vorzeichnen kann; aber die Naturgesetze aufheben kann kein Gott und kein Mensch. Solange die Menschheit existirt, wird es sch\u00f6ne und h\u00e4\u00dfliche, gerade und krumme, starke und schwache, gesunde und kranke, gescheite und dumme, flei\u00dfige und faule, sparsame und verschwenderische, ehrbare und liederliche, ehrliche und gaunerische, tugendhafte und frevlerische, reiche und arme, edle und gemeine, gro\u00dfdenkende und kleinrechnende, geistig schaffende und mechanisch hantierende, f\u00fchrende und folgende, gebietende und gehorchende Menschen geben. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Eine kommunistische Schablonenmenschheit oder Menschheitschablone ist nur ein Narrenwahn, die menschliche \u00bbBruderschaft\u00ab ein nicht einmal im kleinsten Kreise dauerhaft zu verwirklichender Bummelwitz, das Zukunftparadies, das Millennium der Freiheit und Gleichheit, des Friedens und der Freude entweder ein Traum wohlwollender Thoren oder ein Kaleidoskop f\u00fcr gro\u00dfe Kinder oder endlich ein K\u00f6der, welchen Gauner auslegen, um Gimpel damit zu fangen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bed\u00fcrfte es zu den unz\u00e4hligen Beweisen, die die Geschichte f\u00fcr die Thatsache beibringt, da\u00df die Menschenbruderliebe allzeit nur eine L\u00fcgenphrase war und demnach auch allzeit nur eine solche sein wird, noch weiterer, das Jahr 1870 w\u00fcrde sie liefern. Im Sankt Peter arbeitete die \u00bb\u00f6kumenische\u00ab Fl\u00fcchespritze, um all die lieben \u00bbMenschenbr\u00fcder\u00ab, welche nicht an den alleinseligmachenden Humbug der \u00bbUnfehlbarkeit\u00ab glauben wollen, mit giftiger Jauche zu \u00fcbersch\u00fctten, und die, ihrem kl\u00e4glich dummen D\u00fcnkel zufolge, \u00bbstets an der Spitze der Zivilisation marschierende grande nation\u00ab lie\u00df sich wie ein wohldressierter Bluthund auf ihre Nachbarin hetzen, damit auf den blutdampfenden Walst\u00e4tten des deutschfranz\u00f6sischen Krieges wieder einmal recht handgreiflich-entsetzlich offenbar w\u00fcrde, wes Wesens die vielgepriesene moderne Civilisation eigentlich w\u00e4re. Falls Vorhersagungen \u00fcber das Endschicksal der Menschheit nicht \u00fcberhaupt m\u00fc\u00dfige Spielereien w\u00e4ren, so h\u00e4tte man vollauf Grund, zu meinen, das Ende aller Dinge werde keineswegs ein Ge\u00dfnersches Idyll sein, sondern vielmehr ein byron\u2018sches<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Nachtst\u00fcck, wie solches der gro\u00dfe Dichterlord in seiner furchtbaren Vision \u00bb Darkness\u00ab mit H\u00f6llenfarben gemalt hat \u2026<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die praktischen Versuche, das \u00dcbel der naturgesetzlichen Ungleichheit unter den Menschen mittels kommunistischer Gesetzgebungen oder Einrichtungen aufzuheben, sind von \u00e4ltester Zeit bis auf die j\u00fcngste entweder kl\u00e4glich gescheitert, oder sie haben beklagenswerte, geradezu bestialisierende Wirkungen gehabt.  Wo sie einen zeitweiligen Schein von Erfolg erzielten, waren sie nicht etwa auf Vernunftschl\u00fcsse und Humanit\u00e4t, sondern vielmehr auf den albernsten religi\u00f6sen Fanatismus basiert.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>So haben z. B. die \u00bbRappisten\u00ab in der kommunistischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/New_Harmony_(Indiana)#New_Harmony_im_19._Jahrhundert\">Kolonie Harmony in den Vereinigten Staaten <\/a>allerdings ein ungeheures Gemeinverm\u00f6gen angehamstert, aber um welchen Preis? Um diesen, da\u00df sie auf Befehl ihres Papstes Rapp zur Naturwidrigkeit der M\u00f6ncherei zur\u00fcckkehrten, der Ehe entsagten und Manustupranten<a id=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> wurden. Das Ende der ganzen Herrlichkeit war, da\u00df zuletzt nur noch etliche halb oder ganz bl\u00f6dsinnige Greise durch die \u00f6den Gassen von Harmony wankten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johannes_Scherr.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5529\" width=\"465\" height=\"637\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johannes_Scherr.jpg 467w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Johannes_Scherr-219x300.jpg 219w\" sizes=\"auto, (max-width: 465px) 100vw, 465px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Johannes_Scherr.jpg#\/media\/Datei:Johannes_Scherr.jpg\">Johannes Scherr<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Der Kommunismus, wof\u00fcr ja der Sozialismus nur ein versch\u00e4mterer Name ist, &nbsp;mu\u00df verm\u00f6ge der ihm innewohnenden zwingenden Logik \u00fcberall und allzeit zur Vernichtung der individuellen Freiheit und Selbstbestimmung, wie zur Vernichtung der Ehe und folglich zur Zerst\u00f6rung der Familie schreiten. <\/p><p>Er kann sich dieser Konsequenz gar nicht entziehen: darum ist er geradeso wesentlich antisozial, kulturfeindlich, mittelm\u00e4\u00dfigkeits\u00fcchtig und tyrannisch, wie das Christenthum in der Jugendfrische seines Fanatismus gewesen und, wo immer es ernstlich-dogmatisch genommen wird, bis zur Stunde geblieben ist. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Vernichtet die Pers\u00f6nlichkeit, entwurzelt den Trieb und Drang des menschlichen Ich, sich auf sich selbst zu stellen, sich Bahn zu brechen mittels eigener Kraft in dem ruhelosen Kampf ums Dasein, sich so oder so hervorzutun vor seinen Mitk\u00e4mpfern und sein Gl\u00fcck selber zu schmieden, dr\u00fcckt die Individualit\u00e4ten platt unter der bleierndummen Gleichheitwalze, zerrei\u00dft durch Aufhebung der Ehe und Vernichtung der Familie die innigsten Bande, welche die Menschen aneinanderkn\u00fcpfen und dem Unsinn des Lebens wenigstens einen Schein von Sinn verleihen, verwandelt die Gesellschaft in die Staatszwangsarbeiterkaserne, wie sie euer Feist L\u00f6b<a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> \u2013 die humanit\u00e4ren Phrasen und jesuitischen Mentalreservationen abgerechnet \u2013 euch vorgeschwindelt hat, und<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00bbGebt nur erst acht, die Bestialit\u00e4t Wird sich gar herrlich offenbaren.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Sie wird sich offenbaren. Denn wo und wann h\u00e4tte es jemals einen h\u00f6heren oder tieferen, einen h\u00f6chsten oder tiefsten Bl\u00f6dsinn gegeben, welcher nicht seinen Verlauf haben wollte und nicht wirklich hatte? Dem Aberwitz wohnt eine d\u00e4monische Macht und Gewalt inne, gegen welche mit Vernunftgr\u00fcnden geradesowenig an- und aufzukommen ist, wie mit papierenen \u00bbMenschenrechten\u00ab gegen wohlbediente Kanonen und r\u00fccksichtslos gehandhabte Bajonette.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. [Staatskommunismus in der Antike]<\/h3>\n\n\n\n<p>Erleuchtetste Geister wie unklarste Schw\u00e4rmer haben sich von jeher abgem\u00fcht, das unselige Sphinxr\u00e4tsel, das \u00bbsoziale Problem\u00ab, zu l\u00f6sen. Der \u00e4lteste historisch bekannte Versuch, eine theoretische L\u00f6sung in die Praxis des Lebens zu \u00fcbertragen, ist, wie jedermann wei\u00df, die mosaische Gesetzgebung gewesen. Vom kommunistischen Prinzip ausgehend und es streng durchf\u00fchrend, hat sie das mit kannibalischer Grausamkeit seinen rechtlichen Besitzern geraubte Kanaan unter die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israel so verteilt, da\u00df jedem Stamme und jeder Familie ein bestimmter Teil des Bodens in gleichen Loosen zugewiesen wurde. Der j\u00fcdische Gesetzgeber wu\u00dfte freilich sehr wohl, da\u00df diese Gleichheit des Besitzes unm\u00f6glich eine dauernde sein k\u00f6nnte; aber er traf Vorsorge, die im Verlaufe der Zeit naturgem\u00e4\u00df einrei\u00dfende Ungleichheit immer wieder aufzuheben. Zu diesem Zwecke setzte er das sogenannte Jubeljahr (\u00bbSchenat Hajjobel\u00ab) ein, das von f\u00fcnfzig zu f\u00fcnfzig Jahren wiederkehrte und am \u00bbVers\u00f6hnungstage\u00ab (am 10. des 7. Monats) unter Posaunenschall feierlich durch das ganze Land ausgerufen wurde. Beim Propheten Ezechiel (46, 17) hei\u00dft das Jubeljahr das Jahr der Freiheit, der Befreiung. Mit Fug. Denn mit der Wiederkehr desselben wurden alle Sklaven und Sklavinnen israelitischer Herkunft ohne alle Entsch\u00e4digung der Besitzer frei, die ver\u00e4u\u00dferten Grundst\u00fccke fielen an den urspr\u00fcnglichen Besitzer oder dessen rechtm\u00e4\u00dfige Erben zur\u00fcck, alle Schuldtitel erloschen, und sogar die Erde sollte an dieser Erneuerung und Wiedergeburt der Gesellschaft theilhaben, indem ja w\u00e4hrend des Jubeljahres alle Feldarbeit ruhen mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie weit haben es nun die Juden mit dieser kommunistischen Gesellschaftsverfassung gebracht? Dazu, da\u00df ihre Geschichte eine der grausigsten ist, welche gedacht werden k\u00f6nnen, und da\u00df sie, den energischen Ausdruck des r\u00f6mischen Historikers zu gebrauchen, \u00bbzum Abscheu des Menschengeschlechts\u00ab wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Staatskommunismus zu gr\u00fcnden und aufrechtzuerhalten, unternahm auch die der kretischen nachgebildete und um 810 v. Chr. eingef\u00fchrte lykurgisch-spartanische Verfassung, welche aber, wohlverstanden! zu gr\u00fcnden und aufrechtzuerhalten nur m\u00f6glich war auf der Grundlage des Helotenthums, d. h. der grausamen Sklaverei der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung. Was hat aber dieser von gelehrten Dummk\u00f6pfen vielgepriesene Kommunismus, welcher das Institut der Ehe zu einer blo\u00dfen Besch\u00e4lungsanstalt verbestialisierte, aus den Spartanern gemacht? Gewissenlose Egoisten, brutale Tyrannen, deren Roheit, Falschheit und T\u00fccke der Fluch von Hellas geworden sind und zum Untergange griechischer Freiheit und Kultur sehr viel beigetragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begr\u00fcnder einer philosophischen Theorie des Kommunismus soll einer Bemerkung des Aristoteles (Politik II, 4) zufolge ein gewisser Phaleas aus Chalkedon gewesen sein. Ihn verdunkelte jedoch vollst\u00e4ndig der gro\u00dfe <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Platon, welcher in seiner Schrift \u00bbVom Staat\u00ab den Idealstaat mit G\u00fctergemeinschaft konstruierte \u2013 eine der kolossalsten, buntestschillernden Seifenblasen, welche jemals die menschliche Phantasie aus dem Thonpfeifenrohr des Theorieschwindels geblasen hat. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Bemerkenswerth ist daran insbesondere zweierlei: erstens, da\u00df der Republikaner Platon keineswegs eine demokratische Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit aller Staatsb\u00fcrger will, indem er nur dem Lehr- und Wehrstand, nicht aber dem N\u00e4hrstand das Vollb\u00fcrgerrecht zutheilt; und zweitens, da\u00df der superlativische Idealist Platon in seinen Vorschriften \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der beiden Geschlechter v\u00f6llig auf den Standpunkt spartanischer Stuterei sich stellt. Auch im platonischen Idealstaat gibt es weder Ehe noch Familie. Sp\u00e4ter freilich scheint dem guten Philosophen der kommunistische Dusel verflogen zu sein. Wenigstens lie\u00df er in seinem Buch \u00bbVon den Gesetzen\u00ab die kommunistischen Postulate gro\u00dfenteils fallen, wehm\u00fcthig bemerkend, da\u00df \u00bbdie G\u00fctergemeinschaft nur f\u00fcr G\u00f6tter und G\u00f6tters\u00f6hne sich eigne\u00ab, d. h. da\u00df sie f\u00fcr die Menschen, wie diese nun einmal sind und der Hauptsache nach allzeit sein werden, eine Unm\u00f6glichkeit sei. Platons Zeitgenosse, der Erzschalk <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Aristophanes, einer der gescheitesten Menschen, welche je gelebt, hat bekanntlich in seiner Kom\u00f6die \u00bbDie Weibervolksversammlung\u00ab den platonischen Idealstaat und dessen G\u00fcter- und Weibergemeinschaft mit unsterblichem Gel\u00e4chter \u00fcbersch\u00fcttet. Seine Satire pa\u00dft auch auf die modernen und modernsten Apostel des Kommunismus wie angemessen, und wenn man seiner Klubrednerin Praxagora zuh\u00f6rt, glaubt man die Flunkereien der sogenannten Sozialdemokraten und Sozialdemokr\u00e4tinnen unserer eigenen Tage zu h\u00f6ren.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wenn etliche H\u00e4uptlinge der modernen Kommunisten mit den kommunistischen Tendenzen des Urchristenthums Parade machten, so mu\u00df das der bekannten Unwissenheit und Oberfl\u00e4chlichkeit dieser L\u00fcgenpropheten zugute gehalten werden. Es war mit diesen kommunistischen, aus dem Essenerthum her\u00fcbergenommenen Tendenzen des UrChristenthums nicht weit her, und jedenfalls sind sie nur da und dort zu kurzd\u00e4rmiger Verwirklichung gelangt. Sobald das Christenthum auch unter den besitzenden und gebildeten Klassen Mode geworden, waren die vielbesungenen kommunistischen Bruder- und Liebesmahle (\u00bbAgapen\u00ab) weiter nichts mehr als modische Picknicks, von den Tonangebern und Tonangeberinnen feiner Lebensart wie andere Zeitvertreibe veranstaltet. Die bez\u00fcglichen Schilderungen, die ein gewi\u00df unverd\u00e4chtiger und glaubhafter Zeuge, Sankt Hieronymus, in seinen Briefen entwirft, die sich \u00fcber seine Erlebnisse in Rom w\u00e4hrend der zweiten H\u00e4lfte des 4. Jahrhunderts verbreiten, lassen hier\u00fcber keinen Zweifel aufkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im 13. und 14. Jahrhundert sodann suchten christliche Sekten, insbesondere die \u00bbGeschwister des freien Geistes\u00ab und die \u00bbApostelbr\u00fcder\u00ab, die essenisch-urchristlich-kommunistischen Anl\u00e4ufe weiterzuf\u00fchren. Worauf liefen aber ihre Bestrebungen hinaus? Auf Faulenzerei, Diebstahl und greuliche Unzucht. Das christliche Institut der M\u00f6ncherei ist allerdings ein kommunistisches und hat sich \u2013 je d\u00fcmmer, desto dauerhafter \u2013 seit f\u00fcnfzehn Jahrhunderten erhalten. Aber man wird uns doch diese gemeinschaftliche Natur-, Vernunft- und Zeitwidrigkeit nicht f\u00fcr ein verwirklichtes Gesellschaftideal ausgeben wollen? Haben denn die Doktrin\u00e4re des Kommunismus, die Prediger der fourier\u2018schen<a href=\"#_ftn7\" id=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Phalanst\u00e8re-Herrlichkeit, haben sie nie davon l\u00e4uten geh\u00f6rt, da\u00df die kl\u00f6sterliche Sklaverei die h\u00e4rteste von allen?<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df und wie zur Reformationszeit, welche die Gem\u00fcther in ihren Tiefen aufw\u00fchlte, der kommunistische Gedanke in der Form der Wiedert\u00e4uferei hervortrat und eine Menge fanatischer Anh\u00e4nger gewann, ist bekannt. Ebenso da\u00df die wiedert\u00e4uferische Kommunisterei unter F\u00fchrung des Schneiderk\u00f6nigs Jan Bockelsohn<a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> zu M\u00fcnster zeitweilig (1534-35) staatliche Gestaltung gewann und folgerichtig in die zwei Spitzen molochistischen Wahnwitzes auslief, in Wollust und Grausamkeit. Endlich ist auch bekannt, da\u00df innerhalb des Kreises christlicher Sektiererei bis auf den heutigen Tag herab kommunistische Gel\u00fcste sich kundgegeben haben und da\u00df, wiederum ganz folgerichtig, in dem heiligen D\u00e4mmer und Dunkel frommer Konventikel und muckerischer Tabernakel der kommunistische Unzuchtkitzel der Weibergemeinschaft frech sich regt. Weniger bekannt dagegen ist, da\u00df auch im Scho\u00dfe des Islam vorzeiten eine kommunistische Bewegung stattgefunden hat, welche wohl verdient, etwas n\u00e4her angesehen zu werden.<a id=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. [Ein kommunistischer &#8222;Prophet&#8220; im Islam]<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Insel Chios gegen\u00fcber springt das kleinasiatische Festland in eine bizarr gestaltete Landzunge aus, welche sich s\u00fcdw\u00e4rts und nordw\u00e4rts gabelt. Der n\u00f6rdliche Zinken, wie ein kolossales Ei geformt, bildet mit seinem Ostrande die westliche Einfassung des Golfes von Smyrna und treibt aus der Mitte seiner Masse den <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Karaburun,+Izmir,+T%C3%BCrkei\/@38.4668501,26.799021,10.29z\/data=!4m5!3m4!1s0x14bba8ad8c90572b:0x3c8f61d9c79483da!8m2!3d38.6382509!4d26.512738?hl=de\">Karaburun <\/a>empor, den schwarzen Berg, wie die T\u00fcrken ihn nennen, oder den Stylarios, wie die Griechen des 15. Jahrhunderts das felszackige, schluchtenreiche Waldgebirge ihrerseits nannten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Berglandschaft war der Schauplatz, auf welchem eine der denkw\u00fcrdigsten Episoden der t\u00fcrkischen Geschichte sich abspielte \u2013 eine Episode, die, kulturgeschichtlich angesehen, von weit gr\u00f6\u00dferer Bedeutung war als gar manche der ber\u00fchmtesten Haupt- und Staatsaktionen in dem langen Greuelspiel des Osmanentums.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den dunklen Waldkuppen des Karaburun schlug um das Jahr 1418 \u2013 die Zeitrechnung ist in jener Periode der T\u00fcrkengeschichte ziemlich unsicher und verworren \u2013 eine Flamme auf, welche f\u00fcr das Reich Osmans zu einem vernichtenden Brande zu werden drohte. Auf dem Stylarios n\u00e4mlich erhob sich ein Prophet, ein Heiland, welcher, Worte der Liebe auf den Lippen und das Schwert in der Rechten, den k\u00fchnen Versuch machte, die Bekenner des Alten und des Neuen Testaments mit denen des Korans zu vers\u00f6hnen und zu verb\u00fcnden und Moslemin, Juden und Christen unter dem Banner einer neuen Heilslehre zu sammeln, welche Glaubens- und G\u00fctergemeinschaft verk\u00fcndigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit mu\u00dfte solchem Unternehmen g\u00fcnstig sein, denn sie war ja voll Tr\u00fcbsal. Timurs entsetzliche Tatarenflut war \u00fcber Asien hingerollt und hatte in ihrem Gewoge auch den \u00bbBlitz\u00ab Bajesid ausgel\u00f6scht (in der Schlacht auf der Ebene Tschib\u00fckabad unweit Angoras im Juli 1402). Viele Jahre hindurch hatten dann Bajesids S\u00f6hne auf asiatischem und europ\u00e4ischem Boden in m\u00f6rderischen Bruderkriegen um den Besitz des Osmanenthrones gerungen, bis endlich Prinz Mohammed den letzten seiner Mitbewerber, seinen \u00e4lteren Bruder Musa, auf der Ebene von Tschamurli besiegte und den Gefangenen mittels einer Bogensehne erdrosseln lie\u00df, worauf der Sieger als Sultan und Padischah Mohammed I. triumphierend in Adrianopel einzog (1413). Vierzig Jahre danach hielt sein Enkel, Sultan Mohammed II., nachdem der letzte Kaiser von Byzanz, Konstantin Dragosos, auf der Bresche beim Romanosthor heldisch gefallen, seinen Triumpheinzug in die erst\u00fcrmte Konstantinopolis, und sah mit grimmigem L\u00e4cheln, wie das gro\u00dfe Kruzifix vom Hauptaltar der Aja Sofia herabgerissen, mit einer Janitscharenm\u00fctze bekr\u00f6nt und unter dem Spottjubel: \u00bbSeht, das ist der Gott der Christen!\u00ab umhergetragen wurde. Dann sprang er auf einen der Alt\u00e4re, auf welchem seine im Siegesorgiasmus rasenden Krieger gefangene Edelfrauen und Nonnen gesch\u00e4ndet hatten, stimmte das Symbolum des Islam an: \u00bbAu\u00dfer Allah kein Gott\u00ab und verlieh der Stadt, die jetzt seine Hauptstadt war, den Namen Istambol (29. Mai 1453).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierungszeit Mohammeds I. war von den Nachwehen der mongolischen Invasion wie der inneren K\u00e4mpfe, zu welchen Bajesids Fall und Tod das Signal gegeben, schwer gedr\u00fcckt und getr\u00fcbt; die Stimmung nicht allein der unterjochten Slawen und Semiten in Asien und Europa, sondern auch der herrschenden Kaste, der T\u00fcrken, war vielfach eine verzweifelnde. Materielle Not und moralische Anarchie an allen Ecken und Enden. Die Autorit\u00e4t des Sultans eine keineswegs vollst\u00e4ndig durchgef\u00fchrte und gesicherte, weil insbesondere sein ungl\u00fccklicher Bruder Musa einen starken Anhang hinter sich zur\u00fcckgelassen hatte. In allen Adern des Reichsk\u00f6rpers pulsierte Unzufriedenheit, den ganzen Staatsorganismus durchzuckten rebellische Regungen. Wie in solchen Lagen allzeit und \u00fcberall zu geschehen pflegte, so gab sich auch damals unter der Bev\u00f6lkerung des Osmanenreiches das Gef\u00fchl kund: Schlechter kann es nicht mehr gehen, es mu\u00df also besser werden! Der uralte und ewigjunge Wiegensingsang, womit Menschen und V\u00f6lker sich einlullen. Die gr\u00fcne Hoffnungsfeder, welche die Leute aufblasen in die Luft und der sie dann mit kindischer Zuversicht nachlaufen, bis sie unversehens in ihre Gr\u00e4ber hinabtorkeln.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Je wuchtiger aber der Druck der Wirklichkeit, um so energischer der Gegendruck des Hoffnungwahns. Aus dem Extrem der Noth springt, sozusagen, der Mensch mit gleichen F\u00fc\u00dfen in das Extrem der Illusion hin\u00fcber, <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>und so geschah es auch dazumal auf dem Karaburun. Man machte einen sozialen Salto mortale, man stellte die Gesellschaft, um sie zu reformieren, auf den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Unterfangen war \u00fcbrigens nicht so originell, wie es beim ersten Anblick aussah. Auch in der islamischen Welt trat von jeher der Orthodoxie die Ketzerei auf die Fersen. Namentlich von der Zeit an, wo der Islam nach seinem Vordringen nach Iran und Hindostan mit parsischen und brahmanischen Anschauungen sich verquickt hatte. Schon im 2. Jahrhundert der mohammedanischen Zeitrechnung erhoben in Khorossan zwei Ketzer die Aufruhrfahne gegen das religi\u00f6se und soziale Dogma, Rawendi und Mokannaa. Jener \u00bbverunreinigte\u00ab den Islam durch Einf\u00fchrung der brahmanischen Seelenwanderungslehre, dieser (der \u00bbverschleierte Prophet\u00ab) predigte und praktizierte eine ganz willk\u00fcrlich aus dem Parsismus gezogene zuchtlose Freigeisterei. Unlange nachher kam die Sekte der Churremije, d. i. der \u00bbFr\u00f6hlichen\u00ab auf, gestiftet von einem gewissen Babek, einem persischen Jan Bockelsohn, welcher lehrte, die Bestimmung des Menschen sei, fr\u00f6hlich zu sein und zu genie\u00dfen, was das Leben Genie\u00dfbares b\u00f6te; die Erde mit allem, was darauf, die Weiber nat\u00fcrlich inbegriffen, sei Gemeingut der \u00bbFr\u00f6hlichen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Der t\u00fcrkische Heiland vom Stylarios fa\u00dfte aber die Sache viel ernster und tiefer an, auch mit etwas reineren H\u00e4nden. Er hie\u00df B\u00f6rekl\u00fcdsche Mustafa oder wohl auch nur kurzweg B\u00f6re und war von Stand ein einfacher Bauer.<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Eine auserw\u00e4hlte Natur sicherlich, eine bedeutende Pers\u00f6nlichkeit, ein Schw\u00e4rmer, der an seine Schw\u00e4rmerei aufrichtig glaubte bis zu seinem letzten Atemzug \u2013 welche Gl\u00e4ubigkeit und \u00dcberzeugungstreue bekanntlich einer Schw\u00e4rmerei, die wirksam sein will, nie fehlen darf. Die Illusion mu\u00df schlechterdings an sich selber glauben, so sie an anderen Glaubenswunder wirken soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Schade, da\u00df unser zundertrockener Dukas vom Werden und Wachsen des Heilands gar nichts berichtet. Er l\u00e4\u00dft den fertigen pl\u00f6tzlich wie vom Himmel herabfallen. Fassen wir aber die damaligen Zust\u00e4nde und Stimmungen im Osmanenreich und insbesondere in Kleinasien zusammen, so finden wir, da\u00df neben dem Elend der Zeit ein Wirrsal von islamisch-persischer, j\u00fcdischer und christlicher Mystik den Ansto\u00df zu einem jedenfalls denkw\u00fcrdigen religi\u00f6sen und sozialen Revolutionsversuch gegeben habe.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00f6rekl\u00fcdsche verk\u00fcndigte den Bewohnern des Karaburun dieses Evangelium: \u00bbFreiwillige Armuth! Was mein, ist dein; was dein, ist mein. Alles ist gemeinsames Gut, mit Ausnahme der Weiber; gemeinsam ist der Ertrag des Feldes, das Feld selbst, gemeinsam sind Kleider und Ger\u00e4the. Du betrachtest und brauchst mein Haus als das deinige, ich bediene mich deines Hauses als des meinigen, immer den Harem ausgenommen\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesem Kommunismus, welcher sich vor dem lykurgischen, platonischen und Saint-Simonistischen durch Heilighaltung der Ehe sehr vorteilhaft auszeichnete, hatte die frohe Botschaft B\u00f6res zu ihrem wesentlichen Inhalt auch noch eine kosmopolitische Toleranz, welche sich namentlich den Christen gegen\u00fcber sehr nachdrucksam aussprach. Der Prophet orakelte: \u00bbJeder Moslem, welcher sagt, die Christen seien keine rechten Gottesverehrer, der ist selber ein Gottloser\u00ab \u2013 und dieses Toleranzedikt hatte zur Folge, da\u00df die Bekenner der frohen Botschaft von Karaburun sich au\u00dferordentlich zuvorkommend gegen die Bekenner der Kreuzreligion benahmen. Wo sie \u2013 wird uns gesagt \u2013 einem Christen begegneten, umhalsten sie ihn liebevoll und ehrten ihn wie einen Engel Gottes. Der neue Heiland suchte dieses Verh\u00e4ltnis f\u00fcr seine Pl\u00e4ne nutzbar zu machen, indem er darauf ausging, zwischen den Moslemin und den Christen Kleinasiens und des Archipels eine enge Verbindung zu stiften. Demzufolge lie\u00df er insbesondere den Primaten und Pr\u00e4laten der Insel Chios wiederholt entbieten, er sei fest \u00fcberzeugt, das gemeinsame Heil beruhe auf einer festen Glaubensbruderschaft zwischen den Anh\u00e4ngern Mohammeds und Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Es lebte damals im Kloster Turlotas auf Chios ein aus Kreta gekommener Anachoret, von welchem ein starker Geruch der Heiligkeit ausging. B\u00f6re erkannte mit jener Schlauheit, welche Fanatikern selten abgeht, da\u00df er diesen christlichen Heiligen zu seinem Werkzeug machen m\u00fc\u00dfte. Zwei seiner Sendboten, Derwische, erschienen in Turlotas, wie christliche Bettelm\u00f6nche ausstaffiert, d. h. barf\u00fc\u00dfig, geschorenen Kopfes, nur mit einem Tierfell bekleidet, und meldeten dem Einsiedler: \u00bbAlso spricht unser Meister: \u2013 Ich lebe wie du ein Leben der Askese; ich verehre denselben Gott, den du verehrst, und ich werde n\u00e4chtlicherweile stillheimlich auf meinen F\u00fc\u00dfen meer\u00fcber zu dir kommen.\u00ab Und siehe, der christliche Schw\u00e4rmer glaubte dem islamischen, glaubte ihm so frommlich, da\u00df er alles Ernstes aussagte, B\u00f6rekl\u00fcdsche k\u00e4me alln\u00e4chtlich zu ihm \u00fcber das Meer her\u00fcbergewandelt und sie spr\u00e4chen und beteten dann mitsammen Unser Gew\u00e4hrsmann Dukas erkl\u00e4rt, er habe diese und andere derartige Wunder aus des heiligen Mannes eigenem Munde vernommen.. Das Ansehen des t\u00fcrkischen Heilands wuchs dadurch unter den Christen sehr bedeutend.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Sachen des Glaubens wie der Politik ist das D\u00fcmmste immer das M\u00e4chtigste: es wirkt auf den gro\u00dfen Haufen mit d\u00e4monischer Gewalt. Man mu\u00df, so man die Menge an- und aufregen will, nie an ihre Vernunft appelliren, denn das hie\u00dfe bekanntlich auf ein Nichtseiendes sich berufen, sondern man mu\u00df auf ihre Phantasie abstellen, und dieser darf man das Ungeheuerlichste, Absurdeste und Groteskeste zumuten. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Nur zugelogen! Recht dumm und plump und schamlos zugelogen! Wollt ihr den s\u00fc\u00dfen und den sauren, den vornehmen und den geringen P\u00f6bel f\u00fcr euch haben, so l\u00fcgt wie der Gallier im allgemeinen und l\u00fcgt im besonderen, wie Napoleon-Verhuell, Ollivier, Gramont, Thiers, Gambetta, Favre, Mermillod, Chaudordy usw. bis X, Y, Z im Jahre 1870-71 gelogen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch mit den Juden suchte B\u00f6re Beziehungen zu kn\u00fcpfen, und hierbei brauchte er als Anschicksmann den Rabbi Torlak Hudbin Kemal, welcher, sozusagen, den Koran mit der Thora Hochzeit machen lie\u00df, auf die Anschauungen des Heilands vom Karaburun mit Eifer einging und dem neuen Evangelium insbesondere unter den Derwischen Kleinasiens zahlreiche Anh\u00e4nger warb. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ein nicht sehr schwieriges Gesch\u00e4ft, diese Werbung f\u00fcr das kommunistische Heil unter Leuten, welche die heilige Faulenzerei als ihren Beruf betrachteten. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Torlak brachte etliche Tausende dieser Lumpe zusammen, welche es sehr leicht und eilig hatten zu sagen: \u00bbWas dein, ist mein!\u00ab, da der Zusatz: \u00bbWas mein, ist dein!\u00ab ein wahrer Spa\u00df und Spott im Munde von Kerlen war, die rein nichts besa\u00dfen als ihren Bettelsack und einen vortrefflichen Appetit.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt lockte die frohe Botschaft von der G\u00fctergemeinschaft eine sehr gemischte Gesellschaft in die Th\u00e4ler des Stylarios. Zweifelsohne waren darunter Hunderte, sogar Tausende schlichtgl\u00e4ubiger Seelen, welche das neue Evangelium gedankenlos hinnahmen, der M\u00f6glichkeit einer dauernden Verwirklichung desselben nicht nachfragten und in den Tag hineinlebten mit der \u00dcberzeugung, der \u00bbDede Sultan\u00ab (Vater Sultan), wie sie ihren Heiland nannten, werde schon alles wohl und recht machen. Daneben gab es aber sicherlich auch Hunderte, Tausende von Tagedieben, Taugenichtsen und verzweifelten Gesellen, welchen es au\u00dferordentlich bequem und behaglich vorkam, da\u00df sich Narren genug f\u00e4nden, welche f\u00fcr sie arbeiteten. Leider sind wir \u00fcber die Einzelheiten der Lebensf\u00fchrung von B\u00f6res Sekte nicht unterrichtet. Wir wissen nicht einmal genau, wie lange die kommunistische Herrlichkeit in den T\u00e4lern und an den Waldh\u00e4ngen des Schwarzen Berges gew\u00e4hrt habe. Das aber wissen wir, da\u00df der Dede Sultan gewillt war, nicht allein mittels des Wortes, sondern auch mittels des Schwertes das neue Heil zu predigen und da\u00df er, solche Schwertpredigt ins Werk zu setzen, nach und nach eine stattliche Streitmacht von Fu\u00dfvolk und Reiterei zusammenbrachte. Die Zahlenangaben schwanken zwischen 3000 und 10 000 Mann; fest steht aber, da\u00df die Zahl der bewaffneten Scharen B\u00f6res jedenfalls in die Tausende ging.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. [Gl\u00fccklicher mit Brett vor dem Kopf?]<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Heiland von Karaburun war aber doch nur ein Strohmann, eine Marionette, wie das noch gar mancher Heiland gewesen sein mag, ohne da\u00df man es wei\u00df. Schade um dieses Nichtwissen! Denn die Geschichte der Religion k\u00f6nnte nur gewinnen, so sie aus dem \u00bbheiligen\u00ab Dunkel der Mystik und Phantastik vollst\u00e4ndig und allseitig in die \u00bbfreche\u00ab Tageshelle der menschlichen Interessen und Leidenschaften her\u00fcberger\u00fcckt w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber w\u00e4re dieser wissenschaftliche Gewinst auch ein wirklicher, d. h. ein menschlicher? <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sind die Wahrheitsucher, deren Augen so beschaffen, da\u00df sie das Brett, welches religi\u00f6ser und politischer Afterglaube den Nichtdenkenden und Nichtwissenden vor die Stirn bindet, durchdringen k\u00f6nnen, sind sie gl\u00fccklicher als die kenntnislose Menge? Gl\u00fccklicher als die Phantasten und Illusion\u00e4re? Gl\u00fccklicher als die orthodoxen Bekenner der heiligen Dreifaltigkeit Kirche, Krone und Kanone? <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"588\" height=\"370\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/skladder097.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5530\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/skladder097.jpg 588w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/skladder097-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><figcaption>&#8222;Das Brett, welches religi\u00f6ser und politischer Afterglaube den Nichtdenkenden und Nichtwissenden vor die Stirn bindet&#8220; (Kladderadatsch Jg. 26, Nr. 31, S. 123. 6.7 1873)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit nichten! Und was ist am Ende aller Enden Wahrheit? Nichts mehr und nichts weniger als das, wor\u00fcber man zeitweilig \u00fcbereingekommen ist, \u00fcbereinkommt und \u00fcbereinkommen wird, es daf\u00fcr zu halten. Ein Jahrtausend lang galt der gesamten Christenheit und gilt noch heute etlichen hundert Millionen \u00bbvernunftbegabter\u00ab Wesen f\u00fcr eine hochheilige \u00bbWahrheit\u00ab das vom Sankt Ambrosius psallierte Dogma \u2026 [siehe Fu\u00dfnote<a id=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a>] und es untersteht gar keinem Zweifel, da\u00df Leute, welche diese und andere dergleichen \u00bbWahrheiten\u00ab gl\u00e4ubig hinnehmen und demnach von ihrem Denkapparat, falls sie einen solchen \u00fcberhaupt besitzen, nie und nimmer, nicht f\u00fcr zehn, nicht f\u00fcr f\u00fcnf Minuten lang Gebrauch machen, entschieden ruhiger und zufriedener, folglich gl\u00fccklicher sind als solche, welche, vom D\u00e4mon des Zweifelns, des Suchens und Forschens besessen, rast- und ruhelos der Wahrheit nachjagen \u2013 der Wahrheit, die, wie gesagt, am Ende auch nur eine \u00bb fable convenue\u00ab, eine vereinbarte Narretei ist, Spielzeug f\u00fcr grauhaarige Kinder in frostigen Dachstuben. Die redlichen Wahrheitsucher, solche wie Lessing, wu\u00dften und wissen das wohl. Darum hatten und haben sie nur am Suchen ihre Freude, nicht am Finden. Sie bildeten und bilden sich auch gar nicht ein, einen wirklichen Fund gemacht, die absolute Wahrheit erjagt zu haben. Redliche Wahrheitsucher wissen und bekennen, da\u00df sie auf Fragen, welche allen Denkenden die h\u00f6chstfragw\u00fcrdigen sein m\u00fcssen, keine Antwort zu geben verm\u00f6gen. Woher, warum, wozu, wohin der Mensch? Alle Antworten, welche die Religionen oder die Philosopheme, die exakten oder die humanistischen Wissenschaften auf die furchtbare Hiob-Prometheus-Faust-Manfredfrage herzustottern pflegen, sind purer pueriler Firlefanz, und wenn Kanzelgaukler und Kathederseilt\u00e4nzer den aus ihren aufgeblasenen Orakelbacken entlassenen Wortwind f\u00fcr eine L\u00f6sung des unseligen Welt- und Menschenr\u00e4tsels ausgeben, so kennzeichnen sie sich selber als die, als welche sie schon der alte Gottfried von Stra\u00dfburg gekennzeichnet hat, als Hanswurste,<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDie gern in M\u00e4rchen wildern<\/p>\n\n\n\n<p>Und wilde M\u00e4rchen bildern,<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Riegel und Ketten klirren,<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Sinne verwirren,<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcchsen schwingen und r\u00fctteln,<\/p>\n\n\n\n<p>Statt Perlen Staub draus sch\u00fctteln,<\/p>\n\n\n\n<p>Und Gold aus schlechten Sachen<\/p>\n\n\n\n<p>Den Kindern k\u00f6nnen machen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Den leitenden Draht, woran der Messias vom Stylarios tanzte, hielt die rechte Hand des Mahmud Bedreddin und hielt ihn so geschickt, da\u00df nicht allein die gl\u00e4ubige Menge nichts davon merkte, sondern auch der geleitete B\u00f6re selber sich einbilden konnte, ein solcher Leitdraht sei gar nicht vorhanden. Bedreddin war ein gelehrter Mann und ein gerieben praktischer Politiker, dem man nicht zu sagen brauchte: \u00bbEin Puppenspieler zeige nicht die H\u00e4nde!\u00ab Er wu\u00dfte auch, da\u00df der wirksamste Hebel, die Massen in Bewegung zu bringen, Schwindel hie\u00dfe, und er z\u00f6gerte keinen Augenblick, diesen Hebel zur F\u00f6rderung seiner Absichten in Th\u00e4tigkeit zu setzen, d. h. seinen Einflu\u00df auf B\u00f6rekl\u00fcdsche zu benutzen, um diesen die frohe Botschaft von der G\u00fctergemeinschaft predigen zu machen. Die Verk\u00fcndigung dieses Evangeliums und die dadurch bezweckte Ansammlung streitbarer Scharen in Kleinasien geh\u00f6rte n\u00e4mlich mit in den Aufstandsplan, welchen Bedreddin gegen den Padischah Mohammed I. ins Werk setzen wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mann war hochstrebend, vom Ehrgeize verzehrt und wohl auch von einer besseren Leidenschaft gestachelt. Von der Leidenschaft n\u00e4mlich, den bei Tschamurli so kl\u00e4glich vernichteten Musa an dessen siegreichem Bruder und M\u00f6rder zu r\u00e4chen. Er hatte sein Gl\u00fcck an das des genannten ungl\u00fccklichen Prinzen geheftet und war, mit der hochangesehenen, ja fast f\u00fcr heilig geachteten W\u00fcrde des obersten Heeresrichters bekleidet, der vertrauteste Ratgeber und Minister Musas gewesen. Der Untergang desselben hatte ihn als Gefangenen in die H\u00e4nde Mohammeds gegeben. Aber so \u00fcberaus gro\u00df war das Ansehen und die Verehrung, welche Bedreddin als Rechtsgelehrter im ganzen Umfange der osmanischen Welt geno\u00df, da\u00df der Sultan geraten fand, das Leben des Gefangenen zu schonen. Sogar die Freiheit gab er ihm wieder, nahm ihn zu Gnaden an und setzte ihn mit reichlichem Gehalt als Richter nach Nik\u00e4a.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum hier angelangt, begann Bedreddin seinen Plan, den Thron des Padischah umzust\u00fcrzen, auszuhecken, allseitig zu entwickeln und der Verwirklichung entgegenzuf\u00fchren. Was er in letzter Linie wollte, ist nicht mit Bestimmtheit anzugeben, weil die Quellen hier\u00fcber unklar sind oder ganz schweigen. M\u00f6glich, da\u00df er sich mit dem Gedanken schmeichelte, er, der beste Ausleger des Korans, w\u00fcrde keinen schlechten Sultan vorstellen. Gewi\u00df ist, da\u00df er alle die zahlreichen F\u00e4den seiner Verbindung in Asien und Europa anzog, um eine Schilterhebung gegen das Sultanat Mohammeds I. zu erm\u00f6glichen, vorzubereiten und zum Ausbruch zu treiben. Sein Hauptwerkzeug auf der asiatischen Seite des Bosporus wurde B\u00f6re, mit dem er ja schon von fr\u00fcher her genau bekannt und engbefreundet war. Es konnte f\u00fcr den schlauen Gelehrten kein schweres Gesch\u00e4ft sein, den bildungslosen, aber ehrlichen und energischen Schw\u00e4rmer vom Karaburun zu seiner Rolle anzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df und wie B\u00f6re\u2018s Schw\u00e4rmerei Erfolg und zwar, wie schon angegeben worden, bedeutenden Erfolg hatte, war ganz nat\u00fcrlich und in der Ordnung. H\u00e4tte der kommunistische Heiland noch Verr\u00fcckteres gepredigt, als er wirklich predigte, er w\u00fcrde zweifelsohne noch gr\u00f6\u00dferen Zulauf gehabt haben. Man mu\u00df in der Tat dem sozialistischen Evangelium vom Stylarios eine gewisse N\u00fcchternheit und M\u00e4\u00dfigung nachr\u00fchmen. Der gute B\u00f6re verstieg sich nicht bis zu der H\u00f6he des Unsinns, von welcher herab vier Jahrhunderte sp\u00e4ter Saint-Simon die \u00bbRehabilitation\u00ab des Fleisches verk\u00fcndigte, ein Dogma, das sodann die Saint-Simonisten also kommentierten: \u00bbJeder ist f\u00fcr jede und jede f\u00fcr jeden da. Mann und Weib laufen zusammen und voneinander, wie es ihnen gerade gef\u00e4llt.\u00ab Von solchem Saint-Simonistischen \u00bb mariage libre\u00ab hatte der arme Dede Sultan keine Ahnung. Er phantasierte auch nicht, wie vierhundert Jahre nach ihm ein anderer Hauptmessias des modernen Sozialismus phantasierte, Fourier, welcher zur Geschichte der menschlichen Narrheit einen der kostbarsten Beitr\u00e4ge lieferte, indem er bekanntlich behauptete, wann einmal die von ihm theoretisierte sozialistische Harmonie und Herrlichkeit aufgetan und hergestellt w\u00e4re, w\u00fcrden die wunderbaren Wirkungen davon nicht allein auf die menschliche Gesellschaft, sondern auch auf das Pflanzen- und Tierreich, auf den ganzen Erdball, auf die gesamte Natur, auf das Weltall sich erstrecken. Was w\u00fcrde man nicht alles sehen, erleben und genie\u00dfen, wann erst unser armer Planet mit fourieristischen \u00bbPhalanst\u00e8res\u00ab bedeckt, ja in ein kolossales Phalanst\u00e8re umgewandelt, die unselige Kruste, womit eine falsche Philosophie ihn bedeckte, gesprengt h\u00e4tte. Denn dann w\u00fcrde sich die Lage der Erdachse so gl\u00fccklich ver\u00e4ndern, da\u00df alle Teile der Erde gleich angenehm zu bewohnen w\u00e4ren, Kamtschatka ein sizilisches Klima h\u00e4tte und die Lappinnen so gut Orangen von den B\u00e4umen pfl\u00fccken k\u00f6nnten wie die Andalusierinnen. An die Stelle unseres erb\u00e4rmlichen Dinges von Mond w\u00fcrden nicht weniger als sechs prachtvolle Monde treten, und ein unverg\u00e4nglich herrliches Nordlicht w\u00fcrde in Gestalt einer riesigen Krone vom Pole herleuchten. Die mit frischer Sch\u00f6pferkraft ausgestattete Erde w\u00fcrde eine Reihe neuer und wohlt\u00e4tiger Zeugungen bewerkstelligen: L\u00f6wen und Tiger oder vielmehr Antil\u00f6wen und Antitiger, welche sich eine Ehre daraus machen w\u00fcrden, den Menschen als windschnelle Reitpferde zu dienen; ebenso Antiwalfische und Antihaifische, welche sich aus freien St\u00fccken beeiferten, den Menschen ihre Schiffe \u00fcber den Ozean zu ziehen, der seinerseits nicht mehr aus gemeinem Salzwasser, sondern aus vortrefflicher Limonade bestehen w\u00fcrde. In demselben Verh\u00e4ltnisse w\u00fcrden sich nat\u00fcrlich auch die Menschen vervollkommnen. Ihr Wuchs w\u00fcrde eine Durchschnittsh\u00f6he von 80 Fu\u00df, ihr Dasein eine Durchschnittsdauer von 144 Jahren erreichen. Fl\u00fcgel zwar w\u00fcrden ihnen nicht wachsen, wohl aber eine Art von Schwanz, welcher ihnen sowohl zur Waffe wie zum Fortbewegungsmittel dienen k\u00f6nnte \u2026 Wie schade, da\u00df Fourier noch nicht lebte und orakelte, als Erasmus von Rotterdam sein \u00bb Encomium moriae\u00ab oder als Swift seinen \u00bbGulliver\u00ab schrieb. Die Komik von Fouriers sozialistischem Millennarium wirkt um so drastischer, wenn man bedenkt, da\u00df diese saftigen Narreteien ein Mensch ausgehen lie\u00df, welcher sonst der trockenste Buchhalter gewesen, der je Buch gehalten hat \u2013 ein so absolut und mathematisch trockener Gesell, da\u00df er, falls er \u00fcberhaupt jemals schwitzte, jedenfalls Z\u00fcndh\u00f6lzchen geschwitzt haben mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">6.  [Tyrannis ist die Natur des Kommunismus]<\/h3>\n\n\n\n<p>Mohammed I. war nun aber nicht der Mann, sich nur so mir nichts dir nichts entthronen zu lassen, weder von einem Mahmud Bedreddin, noch von einem Rabbi Torlak, noch auch sogar von einem Dede Sultan. Er weilte gerade in der Gegend von Thessalonich, als ihm die Kunde von Bedreddins ehrgeizigen R\u00e4nken und B\u00f6res weltverbesserlichen Schw\u00e4nken zuging. Der Sohn Bajesids war scharfblickend genug, zu sehen, da\u00df aus der vom Schwarzen Berge auflodernden Flamme eine gro\u00dfe und gef\u00e4hrliche Feuersbrunst werden k\u00f6nnte; aber er w\u00e4hnte, die Flamme w\u00fcrde sich leichter niederschlagen und austreten lassen, als es in Wahrheit der Fall war. Vermutlich hat er seine Brandl\u00f6schma\u00dfregeln \u00fcberst\u00fcrzt, weil er in Erfahrung gebracht, da\u00df B\u00f6rekl\u00fcdsche vorh\u00e4tte, an der Spitze seiner Scharen aus dem Karaburun hervorzubrechen, das Feuer seiner Schw\u00e4rmerei in die Landschaften Soghla und Aidin zu tragen und seinem Apostel Torlak, welcher in der Umgebung von Magnesia eine starke Rotte bewaffneter Derwische gesammelt hatte, die Hand zu reichen. Der Sultan wollte solchem Unterfangen sofort die Spitze abbrechen und lie\u00df deshalb an den Statthalter der Provinz Aidin den Befehl ergehen, mit rasch gesammelter Heeresmacht in das Schwarze Gebirge einzur\u00fccken, um den Aufruhr in seiner Wiege zu erdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Statthalter von Aidin war zur Zeit der Renegat Susman, ein serbischer Prinz, und zwar, wie es scheint, ein sehr gew\u00f6hnlicher Prinz. Wenigstens fa\u00dfte er die Ausf\u00fchrung des an ihn ergangenen sultanischen Befehls m\u00f6glichst unvorsichtig an. Er raffte zusammen, was ihm gerade von Wehrleuten zur Hand war, drang damit sorglos in die unausgekundschafteten Engp\u00e4sse des Stylarios ein, wurde in einer unwegsamen Waldschlucht von dem Dede Sultan, welcher gar kein ver\u00e4chtlicher Kriegsmann gewesen sein mu\u00df, umstellt, \u00fcberfallen und mit seinem ganzen Heerhaufen bis auf den letzten Mann, die eigene statthalterliche Person inbegriffen, niedergehauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie leicht begreiflich, schwoll ob diesem gl\u00e4nzenden kriegerischen Erstlingserfolg den Stylariern der Kamm gewaltig. Sie w\u00fcrden auch, so sie jetzt sofort als ein tosender Bergstrom mit aller Macht in die Ebene hervorgebrochen w\u00e4ren, Aussicht gehabt haben, einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung von Kleinasien mit sich fortzurei\u00dfen. Allein dieser Hervorbruch unterblieb, und der Heiland vom Karaburun vertr\u00f6delte die g\u00fcnstige Zeit, sein Unternehmen einer sozialen Revolution in gro\u00dfem Stile zu betreiben, mit allerhand Lappalien. Statt zu handeln predigte er, und das Resultat seines Predigens war zun\u00e4chst, da\u00df die Kommunisten vom Stylarios den Beschlu\u00df fa\u00dften, der Stifter des Islam sei nur ein kleiner Prophet, verglichen mit ihrem gro\u00dfen, gr\u00f6\u00dferen, gr\u00f6\u00dften, dem Dede Sultan B\u00f6re. Item, als richtige Bekenner der alleinwahren und alleinseligmachenden Heilslehre wollten sie f\u00fcrder nicht mehr in H\u00e4userw\u00e4nden, sondern nur noch unter freiem Himmel leben, stets barh\u00e4uptig gehen und nur ein einziges Kleidungsst\u00fcck antun.<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Mit solchen Alfanzereien st\u00fcrzt man keinen Sultansthron um, macht man keine weitreichende Revolution, gr\u00fcndet man keinen Staat; abgesehen sogar davon, da\u00df dem <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Kommunismus die staatenbildende Potenz \u00fcberhaupt abgeht. Er freilich leugnet das, weil er Staat oder Gesellschaft mit Tyrannis verwechselt. Eine solche kann er nicht nur, sondern mu\u00df er begr\u00fcnden! Das ist seine Natur. Daher schrien und schreien alle Kommunisten nach der Diktatur, und zwar nach der schlimmsten aller Diktaturen, nach der Tyrannis des rohen Haufens, wobei allerdings auf seiten der F\u00fchrer der geheime Vorbehalt nicht ausgeschlossen ist, nach den eigenen h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Gel\u00fcsten den rohen Haufen zu g\u00e4ngeln und zu nasf\u00fchren. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Man wei\u00df ja, da\u00df die kommunistischen Feist Lasal, gerade wie die verflossenen restaurativen Judas-Gentze, vor allem darauf aus sind, \u00bbrasend gut zu leben\u00ab. Heine hat einmal von den Bonzen im allgemeinen gesagt: \u00bbSie trinken heimlich Wein und predigen \u00f6ffentlich Wasser.\u00ab Von den Bonzen der Kommunisterei unserer Tage k\u00f6nnte man sagen: Sie predigen \u00f6ffentlich das Evangelium der Arbeit, praktizieren aber heimlich den Grundsatz, faulenzen sei besser als arbeiten und letzteres auch gar nicht n\u00f6tig f\u00fcr Leute, welche pfiffig genug, mittels Herleierung der Freiheits-, Gleichheits- und Bruderschaftsphrasen arme dumme Teufel f\u00fcr sich arbeiten zu machen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Derweil l\u00e4chelte dem Dede Sultan und seinen Einr\u00f6cklern trotz ihrer mangelhaften Strategie noch einmal das Gl\u00fcck und brachte ihnen ihre gegen Susman befolgte Taktik einen zweiten kriegerischen Erfolg. Der Padischah traf zum zweitenmal eine schlechte Generalswahl, indem er den Alibeg, des serbischen Renegaten Nachfolger in der Statthalterschaft von Aidin, mit der Exekution gegen die Rebellen vom Karaburun beauftragte. Alibeg man\u00f6vrierte gerade so dumm wie Susman oder wie der Herzog Leopold im Jahre 1315 beim Morgarten. Er lie\u00df sich, in den Stylarios eingedrungen, mit seinen gesamten Truppen in einen Hinterhalt locken und erlag einem pl\u00f6tzlichen, wohlgef\u00fchrten und massenhaften Angriff der barh\u00e4uptigen Fanatiker. Mit Not rettete er auf drangvoller Flucht sein Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt endlich erkannte Sultan Mohammed den ganzen Ernst der Sachlage und ging mit gr\u00f6\u00dferer Umsicht an die Bew\u00e4ltigung der Gefahr. Es sollte, wo n\u00f6tig, die ganze osmanische Streitmacht in Asien und Europa gegen den Dede Sultan und seinen Anhang aufgeboten werden. Den nominellen Oberbefehl gab der Padischah an seinen zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Sohn Murad, den tats\u00e4chlichen an Bajesid-Pascha, Beglerbeg von Rumili (d. i. Europa). Die sultanische Instruktion lautete: Spurlose Vertilgung der Rebellion.<\/p>\n\n\n\n<p>Bajesid-Pascha verwirklichte diesen Befehl in echt t\u00fcrkischer Manier, schonungslos, unerbittlich. Mit gewaltiger Heeresmasse zog er gegen die Halbinsel des Stylarios heran, sperrte sie vollst\u00e4ndig vom Festland ab, drang dann in das Waldgebirge hinein, Schritt f\u00fcr Schritt den Boden gewinnend und behauptend, alles Lebendige, M\u00e4nner und Greise, Weiber und Kinder, sogar das Vieh, auf seinem Marsche niedertretend und vernichtend, so da\u00df bald ein schwerer Blutdampf \u00fcber den Kuppen des Karaburun hing. Der Dede Sultan leistete mannhaften Widerstand, allein was vermochten seine Tausende gegen die Hunderttausende des Gegners? Nichts als scharenweise zu fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also neigte sich der Stern des kommunistischen Messias rasch zum Untergange. Mit den letzten Resten seiner Streitmacht mu\u00dfte B\u00f6re k\u00e4mpfend dorthin zur\u00fcckweichen, wo am nordwestlichen Ende der Halbinsel der Stylarios in Vorgebirgsform zum Meer abf\u00e4llt. Hier, wo ihnen der weitere R\u00fcckzug abgeschnitten war, stellten sich die Barh\u00e4uptigen zum letzten Verzweiflungskampf. Obzwar halb verhungert, hielten sie der \u00dcbermacht stand mit jener ausdauernden Raserei, wie nur der Fanatismus sie verleiht. Sie lie\u00dfen sich schlachten und schlachteten selber, bis ihnen die Schwerter aus den vor \u00dcberanstrengung versteiften H\u00e4nden fielen. Dann erst ergaben sich B\u00f6re und der karge Rest seiner noch atmenden Getreuen dem Sieger.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gefangenen wurden nach Ephesus geschleppt, wo Murad und Bajesid-Pascha dazu schritten, den Ketzer- und Rebellenh\u00e4uptling mittels Aufbietung aller t\u00fcrkischen Folterk\u00fcnste zum Bekenntnis des Islam zur\u00fcckmartern zu lassen. Allein die B\u00fcttel ersch\u00f6pften umsonst ihren Folterwitz an dem armen K\u00f6rper des Ungl\u00fccklichen. Man wei\u00df ja, welche d\u00e4monische Kraft und St\u00e4rke wie zum Tun so auch zum Leiden der religi\u00f6se Wahnwitz verleiht. Hat man doch erlebt, da\u00df sich zu allen Zeiten Menschen eifrigst zum Martyrium dr\u00e4ngten, da\u00df sie sich um der barocksten Einf\u00e4lle willen und f\u00fcr die m\u00e4rchenhaftesten Torheiten henken, spie\u00dfen, verbrennen, k\u00f6pfen und ans Kreuz schlagen lie\u00dfen. Auch B\u00f6rekl\u00fcdsche wurde, nachdem seine Henker sich vergeblich abgem\u00fcht hatten, einen Widerruf aus ihm herauszufoltern, schlie\u00dflich gekreuzigt. \u00bbSie nagelten ihn \u2013 meldet Dukas \u2013 mit in Kreuzesform ausgestreckten H\u00e4nden und Beinen auf ein Brett, luden dieses auf ein Kamel und f\u00fchrten ihn so durch die Stadt.\u00ab W\u00e4hrend dieses Umzugs wurden seine Mitgefangenen, so sie ihre Ketzerei nicht abschw\u00f6ren wollten, vor den brechenden Augen des sterbenden Messias zusammengehauen. Sie lie\u00dfen sich zusammenhauen, ihre Blicke auf den Gekreuzigten geheftet und sprechend: \u00bbDede Sultan, la\u00df uns zukommen dein Reich!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>So starb der Heiland, so die J\u00fcnger. Rabbi Torlak wurde dann mit seinen Derwischen durch Bajesid-Pascha bei Magnesia rasch und leicht \u00fcberw\u00e4ltigt. Doch begn\u00fcgte sich hier der Sieger, den gefangenen Rabbi und dessen vertrauteste Anh\u00e4nger strangulieren zu lassen. Die wenigen Einr\u00f6ckler, welche den Untergang der Sekte \u00fcberlebten, waren \u00fcbrigens des Glaubens, B\u00f6re sei nicht gestorben und k\u00f6nne \u00fcberhaupt nicht sterben; er habe sich in wunderbarer Weise nach Samos gerettet und lebe dort im Verborgenen ein Leben der Beschaulichkeit. Auch der christliche Anachoret im Kloster Turlotas auf Chios glaubte das, wie er unserem Gew\u00e4hrsmann Dukas mitzuteilen geruhte. Man sieht, L\u00fcgnerin Legende lie\u00df, wie anderen Heilanden, so auch dem vom Karaburun ihre M\u00fchewaltung zugute kommen. Es ist im Grunde immer derselbe kleine Kreis von Vorstellungen, in welchem sich die religi\u00f6se Phantasterei allzeit und \u00fcberall herumtreibt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wo aber war, w\u00e4hrend in Kleinasien das kommunistische Heil vertilgt, bis zur Spurlosigkeit vertilgt wurde, der Einf\u00e4deler, Anzetteler und Dr\u00e4htelenker des ganzen Schwindels geblieben? Weit vom Schu\u00df, sozusagen. Wenigstens auf der asiatischen Seite des Bosporus hatte Mahmud Bedreddin sich wohl geh\u00fctet, an der Entscheidung durch die Waffen teilzunehmen. Als es mit den Stylariern schon scharf bergab ging, wu\u00dfte sich der Schlaue nach Europa hin\u00fcberzuschl\u00e4ngeln, wo er bei dem ihm von fr\u00fcher her befreundeten Hospodar der Walachei Aufnahme und Unterst\u00fctzung fand. So konnte er versuchen, den dr\u00fcben in Asien schon niedergestampften und im Blut erstickten Aufruhr h\u00fcben in Europa neu zu beleben. Und er versuchte das. Eine Weile mit Gl\u00fcck, da er noch von der Zeit seiner Heeresrichterei her in der Gegend von Silistria und in den T\u00e4lern des Balkan gro\u00dfen Einflu\u00df besa\u00df. So gelang es ihm, dortherum eine Streitmacht ins Feld zu bringen. Aber der gelehrte R\u00e4nkek\u00fcnstler war kein General, und Sultan Mohammed lie\u00df ihm auch keine Zeit, allenfalls einer zu werden. Der Padischah selber f\u00fchrte ein Heer von Thessalonich aus gen Seres, um die Insurgenten anzugreifen, und gab zugleich dem aus Asien zur\u00fcckgekehrten Bajesid-Pascha den Befehl, von Adrianopel her gegen den Balkan vorzugehen. Die Entscheidung \u2013 ungewi\u00df, ob noch im Jahre 1418 oder erst 1420 \u2013 vollzog sich ohne gro\u00dfe Schl\u00e4chterei; denn Bedreddins Freisch\u00e4rler liefen nach Freisch\u00e4rlermode auseinander, als von zwei Seiten her die sultanischen Truppen gegen sie heranr\u00fcckten und unter ihnen zugleich kund wurde, da\u00df und wie der Dede Sultan zugrunde gegangen. Bedreddin selbst rettete sich in die Wildnisse des Balkan, ward wie ein Jagdtier umhergehetzt und zuletzt von seinen eigenen Leuten, soviele deren noch bei ihm ausgehalten hatten, verraten, in Fesseln geschlagen und dem Padischah \u00fcberliefert. Dieser lie\u00df den Gefangenen zu Seres mit gro\u00dfer Feierlichkeit verurteilen, und der gro\u00dfe Gelehrte und gr\u00f6\u00dfere Intrigant ist dann \u00bbmit Umst\u00e4nden\u00ab gehenkt, d. h. mit allen den zeremoniellen R\u00fccksichten, welche seinem hohen Rang und Rufe geb\u00fchrten, an den Galgen bef\u00f6rdert worden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>So endigte der denkw\u00fcrdige Versuch, den kommunistischen Menschenbruderschaftshumbug im t\u00fcrkischen Reiche aufzutun. Er wird an seiner Grundverlogenheit, d. h. an seiner Unnatur und Widernatur schlie\u00dflich immer und allerorten scheitern. Allein er wird, ein zwar unfreiwilliger, jedoch sehr wirksamer Bundesgenosse oder F\u00f6rderer pf\u00e4ffischer Bevormundung und soldatischer Despotie, immer wieder versucht werden.<\/p><p>Daf\u00fcr sorgt ja der D\u00e4mon der Lumpagogie, welcher alle angebrannten, abgebrannten, ausgebrannten, durchgebrannten, hirnverbrannten Existenzen, das ganze wanzenhaft wuchernde Katilinariat unter seine Fahne sammelt, um den gro\u00dfen Feldzug gegen die Familie, das Eigentum und die Gesittung zu f\u00fchren. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das gemeinsame Merkmal dieser katilinarischen Apostelschaft ist die niedertr\u00e4chtige Volksschmeichelei, welche allzeit von Volksrechten und niemals von Volkspflichten redet, nicht an die besseren Instinkte der Massen sich wendet, sondern an die schlechtesten, nicht das Ehr- und Rechtsgef\u00fchl derselben zu wecken sucht, sondern nur die gemeinen und t\u00f6richten Gel\u00fcste zu stacheln wei\u00df. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>So streuen diese verblendeten, meist an der Klippe der Halbbildung gescheiterten Menschen eine Unheilssaat, f\u00fcr deren Gedeihen nur allzuviel Boden und D\u00fcnger vorhanden ist. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Boden und D\u00fcnger liefern ihr der bornierte Protzenhochmut, welcher die Errungenschaften des B\u00f6rsenschwindels in prahlendem Prunke zur Schau stellt, sowie die zappelnde Philisterangst, welche, statt dem \u00bbroten Gespenst\u00ab mutig ins Gesicht zu sehen und es kr\u00e4ftig in sein Nichts zur\u00fcckzusto\u00dfen, sich vielmehr von ihm zu den F\u00fc\u00dfen des Militarismus zur\u00fcckschrecken l\u00e4\u00dft; weiterhin der grobmaterialistische Ungeist der Vergn\u00fcgungssucht und Genu\u00dfwut und endlich die Ungeheuerlichkeit einer Finanzwirtschaft, welche es, beispielsweise zu reden, den Prinzen einer j\u00fcdischen Dynastie m\u00f6glich macht, in ihren Kassen den Schwei\u00df ganzer Nationen anzuwuchern, nicht mehr nach Millionen, sondern nur noch nach Milliarden zu z\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00dft nur alle diese Motive noch eine Weile ungest\u00f6rt fortarbeiten und gebt acht, ihr f\u00fcttert damit den Kommunismus so gro\u00df, da\u00df ihr eines w\u00fcsten Tages vollauf Ursache haben werdet, verzweiflungsvoll aufzuschreien: \u00bbUnsinn, du siegst!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ansprache am 9.3.1871 in Z\u00fcrich. Tonhalle [https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/017245\/2011-08-08\/], abgedruckt in D\u00e4monen, Berlin 1871, Seite LIII.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00bbLa vertu succombant sous l&#8217;audace impunie,<\/p>\n\n\n\n<p>L&#8217;imposture en honneur, la v\u00e9rit\u00e9 bannie;<\/p>\n\n\n\n<p>L&#8217;errante libert\u00e9<\/p>\n\n\n\n<p>Aux dieux vivants du monde offerte en sacrifice;<\/p>\n\n\n\n<p>Et la force partout fondant de l&#8217;injustice<\/p>\n\n\n\n<p>Le r\u00e8gne illimit\u00e9!<\/p>\n\n\n\n<p>La fortune toujours du parti des grands crimes,<\/p>\n\n\n\n<p>Les forfaits couronn\u00e9s devenus l\u00e9gitimes,<\/p>\n\n\n\n<p>La gloire au prix du sang;<\/p>\n\n\n\n<p>Les enfants h\u00e9ritant l&#8217;iniquit\u00e9 des p\u00e8res,<\/p>\n\n\n\n<p>Et le si\u00e8cle qui meurt racontant ses mis\u00e8res<\/p>\n\n\n\n<p>Au si\u00e8cle renaissant.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. J. G. Obrist: T. G. Szewczenko, ein kleinruss. Dichter, 1870. S. bes. die beiden Dumken \u00bbDie Lilie\u00ab (S. 44) und \u00bbDie Rusalka\u00ab (S. 51). Szewczenko wurde als Leibeigener 1814 geboren und starb nach einem Dasein voll Mi\u00dfgeschick 1861.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Byron<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Onanisten<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Lasalle<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Charles Fourier [\u0283a\u0280l fu\u02c8\u0280je] (* 7. April 1772 in Besan\u00e7on; \u2020 10. Oktober 1837 in Paris) war ein franz\u00f6sischer Gesellschaftstheoretiker, ein Vertreter des Fr\u00fchsozialismus und ein scharfer Kritiker des fr\u00fchen Kapitalismus (Wikipedia)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> Alias Jan van Leiden: &nbsp;https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jan_van_Leiden<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Hauptquelle f\u00fcr das Folgende ist die \u00bb Historia Byzantina\u00ab des Johannes Michael Dukas. (Ich gebrauche und zitiere die Ausgabe von Bekker, Bonn 1834, in dem bekannten Corpus scriptorum histor. byzant.) Dukas war in seinen j\u00fcngeren Jahren Zeitgenosse der denkw\u00fcrdigen Ereignisse auf dem Gebirge Stylarios: er hat noch um oder nach 1462 auf der Insel Lesbos gelebt. Was die Angabe von Thatsachen betrifft, verdient er Vertrauen. Dagegen ist er der Geistverlassenheit, welche den byzantinischen Historikern eigen, durchweg teilhaft. Von einer Darlegung der psychologischen und sozialen Motive der Begebenheiten ist bei ihm keine Rede. Seine Geschichtschreibung ist nur eine Aneinanderreihung trockener Notizen, eine Fl\u00e4che ohne Perspektive, ohne Licht- und Schattengebung. Hammer (Gesch. d. osman. Reiches, I, 375 fg.) und Zinkeisen (Gesch. d. osman. Reiches in Europa, I, 473 fg.) haben aus Neschri und Seadeddin einiges Wesentliche zu Erg\u00e4nzung der Erz\u00e4hlung von Dukas beigebracht. Ein deutscher Dichter, Leopold Schefer, wurde durch den in Rede stehenden Stoff lebhaft angemutet und schuf daraus seine sch\u00f6ne Novelle \u00bbDer Gekreuzigte oder nichts Altes unter der Sonne\u00ab (Ausgew. Werke, IV, 1). Darin tritt der kommunistische Heiland vom Berge Stylarios als eine jener \u00bbindischen Blumenseelen\u00ab vor uns hin, von welchen es in Schefers Werken bekanntlich wimmelt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> Dukas (c.21, p.62): \u201e,\u00f4\u00e9\u00f2 \u00f4\u00f9\u00ed \u00d4\u00ef\u00fd\u00f1\u00ea\u00f9\u00ed \u00e9\u00e4\u00e9\u00fe\u00f4\u00e7\u00f2 \u00ea\u00e1\u00e9 \u00dc\u00e3\u00f1\u00ef\u00e9\u00ea\u00ef\u00f2\u201c. welches letzte Wort bekanntlich nicht nur \u201eb\u00e4uerisch\u201c schlechtweg bedeutet, sondern auch den Nebensinn \u201eroh\u201c, \u201ebrutal\u00a7 in sich schlie\u00dft. Der gute Byzantiner hat es offenbar nicht der M\u00fche werth gehalten, nach der Pers\u00f6nlichkeit B\u00f6re\u2019s n\u00e4her sich zu erkundigen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00dcbersetzung des bei Scherr lateinischen Gedichts:<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbZur Pforte Christi ward die Maid<\/p>\n\n\n\n<p>Voll aller Gnaden S\u00fc\u00dfigkeit;<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nig schritt hindurch, und doch<\/p>\n\n\n\n<p>Blieb sie und bleibt verschlossen noch.<\/p>\n\n\n\n<p>Des h\u00f6chsten Gottes Spro\u00df erbrach<\/p>\n\n\n\n<p>Und lie\u00df das keusche Brautgemach,<\/p>\n\n\n\n<p>Erl\u00f6ser, Gr\u00fcnder, Br\u00e4utigam<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kirche, der ihr Riese kam.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Darum nennt Dukas die Stylarier gelegentlich auch die Einr\u00f6ckler oder Einhemdler (\u03bc\u03bf\u03bd\u03bf\u03c7\u03af\u03c4\u03c9\u03b5\u03c2).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ansprache am 9.3.1871 in Z\u00fcrich. Tonhalle [https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/017245\/2011-08-08\/], abgedruckt in D\u00e4monen, Berlin 1871, Seite LIII.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Johannes Scherr waren kirchliche Christen und Kommunisten Br\u00fcder im Geiste. &#8222;Von 1848 bis 1849 war er Abgeordneter der Zweiten Kammer des w\u00fcrttembergischen Landtags f\u00fcr Geislingen. Scherr mu\u00dfte nach der gescheiterten demokratischen Revolution 1849 in die Schweiz fliehen, wo er sich habilitieren konnte und 1860 zum Ordinarius f\u00fcr Geschichte am Polytechnikum Z\u00fcrich aufstieg.&#8220; (Wikipedia). 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