{"id":5782,"date":"2023-07-05T12:56:11","date_gmt":"2023-07-05T10:56:11","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=5782"},"modified":"2023-07-05T16:21:34","modified_gmt":"2023-07-05T14:21:34","slug":"fragen-des-interesses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/2023\/07\/05\/fragen-des-interesses\/","title":{"rendered":"Moralrausch oder Interessenpolitik?"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Moralisierung des Politischen ist eine politische Frage, keine moralische.<\/h4>\n\n\n\n<p>Ein alter Trick im politischen Machtkampf besteht darain, Interessen moralisierend vorzutragen. Ein moralisch maskierter Machtanspruch wirkt auf schlichte Gem\u00fcter gerechter als ein offener.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewisse \u00f6konomische Interessengruppen &#8222;des Westens&#8220; mit sehr viel Geld finanzieren viele &#8222;Nichtregierungsorganisationen&#8220;, um Einflu\u00df auf demokratische Wahlentscheidungen und auf Regierungshandeln zu gewinnen. Multikulturelle Gesellschaften liegen in ihrem Interesse. In Deutschland st\u00fctzt ihr Einflu\u00df sich auf akademisch ausgebildete Kreise, aus denen unsere Funktionseliten sich zu rekrutieren pflegen. Vom Lehrer \u00fcber den Hochschullehrer bis hin zu den ausgebildeten &#8222;Politikwissenschaftlern&#8220; und Journalisten sind sie heute weitgehend links sozialisiert. Sie haben die fr\u00fcheren Funktionseliten der Nachkriegsjahrzehnte ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jene waren hervorragend ausgebildet gewesen. Ein antitotalit\u00e4rer Grundkonsens verband sie. Dieser schlo\u00df ideologische Konstrukte weitgehend aus, verp\u00f6nte politische Propaganda und widmete sich pragmatisch dem Aufbau der deutschen Institutionen und unseres Wohlstandes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die heutige Funktionselite verk\u00f6rpert das Gegenbild. Nach 1968 standen sie langhaarig, b\u00e4rtig und nickelbebrillt hinter roten B\u00fcchertischen und erkl\u00e4rten uns, je nach Fraktion, da\u00df Breschnew, Mao oder Che Guevarra nette Leute seien und die Weltrevolution eine gerechte Sache w\u00e4re. Sie regieren unser Land, obwohl sie es eingestandenerma\u00dfen gar nicht lieben wie Habeck oder die Existenz des deutschen Volkes rundweg als &#8222;Konstrukt&#8220; abstreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Machtinstrumente sind die Hypermoralisierung aller Entscheidungen und die scheinbare Abschaffung interessengeleiteter Politik. Inhaltlich st\u00fctzt die Hypermoralisierung sich auf das Postulat der &#8222;Gerechtigkeit&#8220;. Damit ist aber nicht Leistungsgerechtigkeit gemeint, sondern die Utopie sozialer Ergebnisgleichheit: Durch Umverteilung soll dereinst keiner mehr besitzen als der andere. Um sie zu erreichen, sollen &#8222;Privilegien abgebaut&#8220; und &#8222;historische Ungerechtigkeiten&#8220; kompensiert werden. Die Privilegien bestehen zum Beispiel darin, da\u00df Deutsche selbstbestimmt in Rechtssicherheit und Wohlstand in ihrem eigenen Land leben, wom\u00f6glich gar im alten H\u00e4uschen ihrer Oma mit Vorgarten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Moral als Rammbock eigener Interessen<\/h2>\n\n\n\n<p>Jenseits aller Moralisierungen geraten die Interessen von \u00fcber acht Milliarden Menschen zwangsl\u00e4ufig miteinander in Konflikt. Zwischen Arm und Reich, \u00fcberv\u00f6lkert oder \u00fcberaltert, tolerant oder fanatisch, milit\u00e4risch bedroht oder in Sicherheit: Nichts deutet auf das von dem Liberalen Fukuyma einst ausgerufene Ende der Geschichte hin. Das Gegenteil ist der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist der \u00e4u\u00dfere Ablauf der Menschheitsgeschichte nichts anderes als zu Vergangenheit geronnene Politik. Interessenkonflikte und Machtk\u00e4mpfe geh\u00f6ren zu ihrem Wesen. Typischerweise maskieren sich Machtanspr\u00fcche durch den Anschein h\u00f6herer Moral oder Gerechtigkeit. So tarnte sich der Finanzimperialismus der USA immer schon mit der moralischen Parole &#8222;to make the world safe for democracy&#8220;. Eroberer aller Herren L\u00e4nder schm\u00fcckten sich mit dem Titel der &#8222;Befreier&#8220;. Der sowjektrussische Imperalismus trat unter der Devise an, die Proletarier aller L\u00e4nder sollten sich gef\u00e4lligst unter F\u00fchrung der KPdSU vereinigen. Frau Baerbock tingelt durch die Lande und s\u00e4uselt \u00fcberseeischen Potentaten etwas von &#8222;feministischer Au\u00dfenpolitik&#8220; vor, hinter der allerdings handfeste Interessen stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Moral als Ideal scheint im Gegensatz zur Politik zu stehen. Realistisch betrachtet ist sie aber eine der Waffen, deren ein politischer oder pers\u00f6nlicher Machtanspruch sich bedient, um sich Geltung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ideen und Werte sind Funktionen, ja Funktionsweisen  des um Selbsterhaltung und Machterweiterung k\u00e4mpfenden sozialen Existenz.<\/p><cite>Panajotis Kondylis, Macht und Entscheidung, 1984, S.119.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wer einen Gegner der eigenen Interessen dazu bringt, diese zu vergessen und die Moral seines Konfliktgegners zu \u00fcbernehmen, hat verloren. Sie fesselt und bindet ihn. Er kann nicht mehr in eigenem Interesse handeln, sondern fremdbestimmt durch fremde Moral.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich hat aber politisch nie &#8222;die Moral&#8220; geherrscht, sondern reale Interessen haben das Handeln bestimmt. Die Moral wurde oft wie ein F\u00e4hnchen des guten Gewissens vor den Armeen hergetragen. Es gab aber niemals nur eine Moral, sondern stets so viele, wie es Menschen mit verschiedenen Interessen und Moralvorstellungen gibt. Was im eigenen Interesse lag, erkannten Menschen schnell und gern als das moralisch Gebotene an. Die Moral ihrer Gegner aber fanden sie abscheulich und stritten ihr den Moralgehalt rundweg ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Moral ist ein Mittel, eigene Machtanspr\u00fcche ideologisch oder gar religi\u00f6s zu \u00fcberh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das ist der Grund, warum alle festen und langlebigen Herrschaften in der bisherigen Geschichte im Namen von objektiv g\u00fcltigen Prinzipien und nicht einer nackten Entscheidung ausge\u00fcbt wurden; der Herrscher mu\u00df theoretisch dienen, um praktisch herrschen zu k\u00f6nnen.<\/p><cite>Panajotis Kondylis, Macht und Entscheidung, 1984, S.56.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klassische Interessenkonflikte<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Menschen sich moralische Prinzipien im Kopf ausdenken, sind Interessenkonflikte elementar. Sie haben ihren Ursprung nicht im Kopf wie die vielen Moralvorstellungen, sondern in der Realit\u00e4t der Verh\u00e4ltnisse. Freilich machte sich bei Moralisten noch nie beliebt, wer das klar aussprach. Von unbestechlichem Urteil war der athenische  Geschichtsschreiber Thukydides. Er lebte in der zweiten H\u00e4lfte des 5. vorchristlichen Jahrhunderts. In seinem Werk \u00fcber den peloponnesischen Krieg berichtet er \u00fcber die Rede des Radikaldemokraten Alkibiades vor den athenischen B\u00fcrgern 415 v.Chr. Er \u00fcberzeugte sie vom Feldzug gegen Sizilien:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Gegen den M\u00e4chtigen wehrt man sich n\u00e4mlich nicht nur, wenn er angreift. Sondern damit er nicht angreift, kommt man ihm zuvor, Wir k\u00f6nnen uns nicht einteilen, wie weit wir herrschen wollen, sondern sind gezwungen, da wir nun einmal auf dem Stand angelangt sind, gegen die einen Anschl\u00e4ge zu ersinnen, die anderen nicht hochkommen zu lassen, da uns droht, von anderen beherrscht zu werden, wenn wir nicht selbst \u00fcber andere herrschen.<\/p><cite>Alkibiades, Rede vor der athenischen Volksversammlung 415 v.Chr., nach Thukydides, Der peloponnesische Krieg, 6.Buch, 18.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"614\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/800px-Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160-614x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5793\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/800px-Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160-614x1024.jpg 614w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/800px-Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160-180x300.jpg 180w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/800px-Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160-768x1281.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/800px-Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><figcaption>Der Athener Alkibiades *um 450, gestorben 404 v.Chr. (<a href=\"https:\/\/no.wikipedia.org\/wiki\/Alkibiades#\/media\/Fil:Bust_Alcibiades_Musei_Capitolini_MC1160.jpg\">Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>So wurde der Angriffskrieg demokratisch beschlossen. Der Imperativ der Macht gilt bis heute: Wer nicht beherrscht werden will, mu\u00df dem zuvorkommen, der sonst \u00fcber ihn herrschen w\u00fcrde. Das l\u00e4\u00dft sich nicht auf ein moralisches Angriffskriegsproblem verengen, denn bei jedem existenziellen Konflikt sagt jeder Seite ihre Moral, da\u00df es schrecklich unmoralisch w\u00e4re, gew\u00e4nne der Feind weiteren Boden oder gew\u00f6nne gar den Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Seemacht Athen sah ihren Imperialismus als Garanten ihrer Existenz an. Der Krieg gegen die Landmacht Sparta w\u00e4hrte schon Jahre, und jede Aktion wurde am Gebot der N\u00fctzlichkeit gemessen. Athens Flotte segelte zur &#8222;spartanischen&#8220; Insel Melos, um die Melier in ein B\u00fcndnis mit Athen zu zwingen. Die Melier beschworen Recht und Gerechtigkeit, Moral und alle G\u00f6tter. Unbeeindruckt erwiderten 416 die Athener:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"399\" height=\"588\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thukydides_night-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5787\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thukydides_night-1.jpg 399w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thukydides_night-1-204x300.jpg 204w\" sizes=\"auto, (max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><figcaption>Thukydides, vor dem Parlament in Wien (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thukydides#\/media\/Datei:Thukydides_night.jpg\">Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Sucht das M\u00f6gliche zu erreichen, da ihr ebenso gut wie wir wi\u00dft, da\u00df Recht im menschlichen Verkehr nur bei gleichem Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zur Geltung kommt, die St\u00e4rkeren aber alles in ihrer Macht Stehende durchsetzen und die Schwachen sich f\u00fcgen.<\/p><cite>Antwort der athenischen Verhandlungsf\u00fchrer an die Melier, nach Thukydides, Der peloponnesische Krieg, 5.Buch, 89.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Jeder der Konfliktparteien best\u00e4tigte ihre Moral, sagten ihre G\u00f6tter, mit h\u00f6heren Gesetzen in Einklang zu handeln. Als die Melier n\u00e4mlich auf ihre Gottesfurcht pochten und in ihre G\u00f6tter ihre Hoffnung setzten, erkl\u00e4rten die Athener:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wir glauben, da\u00df der Gott wahr\u00adscheinlich, der Mensch ganz sicher allezeit nach dem Zwang der Na\u00adtur \u00fcberall dort, wo er die Macht hat, herrscht. Wir ha\u00adben dieses Ge\u00adsetz weder aufgestellt noch als bestehendes zuerst be\u00adfolgt. Als gege\u00adben haben wir es \u00fcbernommen und werden es als ewig g\u00fcl\u00adtiges hinter\u00adlassen.&#8220;<\/p><cite>Antwort der athenischen Verhandlungsf\u00fchrer an die Melier, nach Thukydides, Der peloponnesische Krieg, 5.Buch, 105.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als sich die Melier trotzdem nicht f\u00fcgten, wur\u00adden nach kurzem Kampf alle M\u00e4nner get\u00f6tet und ihre Frauen und Kin\u00adder in die Sklave\u00adrei verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Die elementare Kraft des Politischen erkennen wir historisch \u00fcberall, und im gegenw\u00e4rtigen Welttheater bestimmt es das Handeln der globalen Gro\u00dfakteure. Die moralischen Maskeraden sind etwas f\u00fcr die sich \u00fcber das breite Publikum ergie\u00dfenden Propaganda der Staatsmedien von Moskau \u00fcber Kiew, Berlin bis Washington.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die moralische Maskerade<\/h2>\n\n\n\n<p>Sie wird aber nicht nur bei Staats- und V\u00f6lkerkonflikten benutzt, sondern bildet auch ein Instrument der Herrschaft im Innern. Je homogener eine Bev\u00f6lkerung ist, desto weniger konflikttr\u00e4chtig ist sie. So war es in den ersten Nachkriegsjahren in Westdeutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Scheitern der multikulturellen Experimente befinden wir uns in einer v\u00f6llig anderen Lage. Die Meinungslager sind tief gespalten und bis zum weltanschaulichen Ha\u00df gegeneinander aufgebracht. Zwischen Stadt- und Landbev\u00f6lkerung bestehen erhebliche Unterschiede an inneren Haltungen und objektiven Interessen, zum Beispiel im Bed\u00fcrfnis nach Verkehrsmitteln, und zwischen oft l\u00e4ndlichen Hauseigent\u00fcmern und Bewohnern st\u00e4dtischer Mietskasernen. W\u00e4hrend die deutsche Bev\u00f6lkerung immer laizistischer, toleranter und altersweiser geworden ist, werden die Anh\u00e4nger fanatischer orientalischer Kulte immer zahlreicher und pflanzen ihre Gebetst\u00fcrme wie Siegeszeichen ins Herz unserer St\u00e4dte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder der Nachkriegsgeneration, denen es &#8222;einmal besser&#8220; hatte gehen sollen, sind saturiert, w\u00e4hrend Millionen ausl\u00e4ndischer Kolonisten \u00f6konomisch Habenichtse sind. Freien Wohnraum gibt es nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Was tun?\u201c spricht Zeus, \u00b4 &#8222;die Welt ist weggegeben,\u201c<br>&#8222;Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.<\/p><cite>Friedrich Schiller, Der Poet.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wo regierungsamtlich hunderte Kolonisten in einem D\u00f6rfchen angesiedelt werden sollen, das auch nur ein paar hundert Bewohner z\u00e4hlt, bricht der Interessenkonflikt auf. Die meist orientalischen jungen M\u00e4nner werden den D\u00f6rflern vor die Nase gesetzt, und mit ihren Steuern sollen sie das auch noch teuer mit bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2015 haben unsere Regierungen Millionen Fremder ins Land gelassen, von denen die weit \u00fcberwiegende Mehrheit, bek\u00f6stigt, behaust, versorgt, therapiert und gepampert werden mu\u00df. Wie viele Fachkr\u00e4fte sind allein erforderlich, all diese Arbeit zu leisten? Fachkr\u00e4ftemangel ist unausweichlich, wo die Anforderungen der Regierungsparteien \u00fcber unsere Kr\u00e4fte gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklungen f\u00fchren zu klar erkennbaren Interessenkonflikten. Diese sind die unausweichliche Konsequenz der Multikulti-Ideologie und Frucht ihrer moralisierenden Bannertr\u00e4ger. Der Interessenkonflikt besteht zwischen uns, die wir das Eigene behalten und erhalten wollen, und den hier anlandenden und einfliegenden Bev\u00f6lkerungs\u00fcbersch\u00fcssen s\u00fcdlicher L\u00e4nder, denen wir jahrzehntelang &#8222;Brot f\u00fcr die Welt&#8220; geschickt hatten. Von Generation zu Generation stellt alle Welt immer wieder verbl\u00fcfft fest, da\u00df ihre Anzahl sich mal wieder verdoppelt hat und die Infrastruktur ihrer L\u00e4nder nicht ausreicht, alle satt, reich und gl\u00fccklich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>So suchen denn die wohlhabenden unter Ihnen, die sich die teure Reise und Geld f\u00fcr die Schlepper leisten k\u00f6nnen, ihr Heil bei uns, gerade so, wie Millionen Deutsche im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert waren. Individuell kann man das niemandem verdenken. Auswanderer sind keine b\u00f6sen Menschen. Die Einwanderung in die USA hatte dem Land damals gen\u00fctzt. Die Einwanderung solcher Leute, wie sie eben tagt\u00e4glich kommen, n\u00fctzt aber dem deutschen Volk gar nichts. Ihr Aufenthalt hier n\u00fctzt ihnen, schadet aber uns. <\/p>\n\n\n\n<p>Darin liegt ein klassischer Interessenkonflikt. Solche Konflikte m\u00fcssen immer irgendwann aufbrechen, manchmal gerade so wie wir es momentan in Frankreich an den Einwandererkrawallen gesehen haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Utopismus oder Realismus?<\/h2>\n\n\n\n<p>Er ist rein politisch zu l\u00f6sen, nicht moralisierend. Ob und welche Moral man auf ihn anwenden k\u00f6nnte, ist eine politische Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>Man seift uns aber regierungsamtlich jeden Tag moralisch ein. Die Zutaten wuchsen im ideologischen G\u00e4rtlein der Gr\u00fcnen und der Roten, irgendwo fern im utopischen Nirwana. Dort sind alle Menschen gleich, das gilt dann als gerecht. Wie auf den kitschigen Werbebildern der Zeugen Jehovas L\u00f6wen und L\u00e4mmer friedlich beieinander liegen, integrieren sich Menschen aus aller Herren L\u00e4nder fr\u00f6hlich auf gr\u00fcnen Bl\u00fcmchenwiesen. Da schw\u00f6ren wom\u00f6glich monotheistische Fanatiker ihrem allein seligmachen Gott ab und entdecken den stillen Charme der Ungl\u00e4ubigkeit und der Ketzerei.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer an diese niedliche Idylle nicht glaubt, sind die skeptischen B\u00f6sewichter der ganzen Geschichte. Denn jede Moral erzeugt als Antithese ihre spezifische Unmoral. Und Unmoral, wei\u00df jeder Moralist, hat keine Existenzberechtigung, weil sie ja unmoralisch ist. Wer gegen die Kolonisierung Deutschlands durch Fremde ist, wer sie nicht mit seinem Steuergeld durchf\u00fcttern m\u00f6chte, wer als Fan der freiheitlichen demokratischen Grundordnung keinen Zustrom religi\u00f6ser Fanatiker dulden m\u00f6chte, wer realistisch bemerkt, da\u00df Deutschland f\u00fcr so viele Kolonisten weder Grund und Boden noch Wohnungen, \u00c4rzte, Therapeuten und Polizisten besitzt: F\u00fcr alle jene findet man als politischer Moralist flugs das passende N-Wort.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber den Wolken m\u00f6gen viele h\u00fcbsche, bunte moralische Seifenblasen schweben. Wer seine Schritte aber als moralisierender Hans-guck-in-die-Luft nach ihnen lenkt, f\u00e4llt alsbald auf die Nase.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>So jagt ihr gleichsam einer anderen Welt nach, als in der wir leben, versteht euch aber nicht einmal hinreichend auf die Gegenwart.<\/p><cite>Rede des Kleon vor dem athenischen Volk 427 v.Chr. nach Thukydides, Der peloponnesische Krieg, 3.Buch, 38.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"330\" height=\"459\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thucydides_pushkin01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5788\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thucydides_pushkin01.jpg 330w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Thucydides_pushkin01-216x300.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><figcaption>B\u00fcste des Thukydides, Puschkin-Museum, Moskau (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Thukydides#\/media\/Datei:Thucydides_pushkin01.jpg\">Wikipedia<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die moralischen Blockwarte unseres Parteienblocks sind schon auf die Nase gefallen. Mit Utopien allein kann eine K\u00fcchenhilfe kein Land regieren. Noch halten sie sich verzweifelt an den Restbest\u00e4nden unseres fr\u00fcheren Wohlstandes fest und glauben an ein finanzielles F\u00fcllhorn, das niemals versiegt. Sie klammern sich an die t\u00e4tigen Arme aller T\u00fcchtigen, die noch arbeiten und Steuern zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie rei\u00dfen diese aber mit sich in den Abgrund, wenn sie nicht vorher in die K\u00fcche zur\u00fcckgeschickt werden, wo sie hingeh\u00f6ren. Wie hei\u00dft es doch in ihrer eigenen Utopie: &#8222;Jeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jeder nach seinen Bed\u00fcrnissen!&#8220; &#8211; Eine Besch\u00e4ftigung nach den F\u00e4higkeiten unserer rotgr\u00fcnen Parteipolitiker werden sie sicherlich bald finden bei dem &#8222;Fachkr\u00e4ftemangel&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Starker Fachkr\u00e4fte\u00fcberschu\u00df herrscht freilich in der Branche der Klimapropheten, der Gesundheitsangsterzeuger, der Moralprediger, der Gleichheitsapostel, der Gesellschaftsingenieure, der Internetzensoren, der Fernsehhetzer und der Nachahmer Karl Eduard von Schnitzlers und seiner Sendung &#8222;Der schwarze Kanal&#8220;. Sie alle leben von der Arbeit und dem Geld der werkt\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung. Sie nehmen es vom Lebendigen. Zwischen ihnen und den Familien, der Arbeitenden, den Steuerzahlenden, den Bewohnern kleiner Eigenheime und allen, die gern freie Luft in einem Land mit freier Rede atmen m\u00f6chten, besteht ein fundamentaler Interessenkonflikt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Moralisierung des Politischen ist eine politische Frage, keine moralische. Ein alter Trick im politischen Machtkampf besteht darain, Interessen moralisierend vorzutragen. Ein moralisch maskierter Machtanspruch wirkt auf schlichte Gem\u00fcter gerechter als ein offener. Gewisse \u00f6konomische Interessengruppen &#8222;des Westens&#8220; mit sehr viel Geld finanzieren viele &#8222;Nichtregierungsorganisationen&#8220;, um Einflu\u00df auf demokratische Wahlentscheidungen und auf Regierungshandeln zu gewinnen. 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