{"id":6443,"date":"2024-08-31T19:13:10","date_gmt":"2024-08-31T17:13:10","guid":{"rendered":"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/?p=6443"},"modified":"2024-08-31T20:36:35","modified_gmt":"2024-08-31T18:36:35","slug":"ihr-seid-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/2024\/08\/31\/ihr-seid-frei\/","title":{"rendered":"Ihr seid frei!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Das rechte Weltbild als Befreiungsphilosophie gegen die Herrschaftsideologien<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023104\">Die proto-rechte Denkstruktur&nbsp; und das rechte Weltbild<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023105\">1. Denkstruktur und Denkinhalt<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023106\">2. Merkmale der rechten Denkstruktur<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023107\">3. Die politische und soziale Funktion.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023108\">4. Rechte Erben des b\u00fcrgerlichen Weltbildes<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023109\">5. Emotionale Merkmale des rechten Weltbildes<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023110\">6. Abgrenzungen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023111\">(1) Religionen.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023112\">(2) Liberalkonservative<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023113\">(3) Kollektivismus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023114\">7. Strategisches<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023115\">(1) Die nihilistische Zerst\u00f6rungswaffe<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023116\">(2) Die So-tun-als-ob-Devise<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023117\">(3) Das Sinnangebot der Selbsterhaltung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_Toc176023118\">8. Rechtsextremismus<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><a id=\"_Toc176023104\">Die proto-rechte Denkstruktur&nbsp; und das rechte Weltbild<\/a><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer jeweils Freund und Feind ist, h\u00e4ngt von der gegebenen historischen Lage ab. Diese kann sich \u00e4ndern. Die geistesgeschichtliche und politische Lage ist heute grundlegend verschieden von der etwa aus den 1920er Jahren. Darum kann auch die Rechte nicht mehr sein, was sie damals war.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum m\u00f6chte ich Sie heute auf die bleibenden Strukturmerkmale und Voraussetzungen rechten Denkens hinweisen. Ich m\u00f6chte diese bewu\u00dft machen, dadurch die potentielle Durchschlagskraft rechter Argumentation erh\u00f6hen und die uns zur Verf\u00fcgung stehenden geistigen Waffen sch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist mir bewu\u00dft, auf Widerspruch zu sto\u00dfen, wo jemand sich als rechts versteht, dieses Selbstverst\u00e4ndis aber mit einem fundamentalistischen religi\u00f6sen Glauben verbindet, ebenso auch bei den Liberalkonservativen, die im Grunde Liberale sind und den Liberalismus konservieren m\u00f6chten. Mit beiden Gruppen gemeinsam haben Rechte den Gegner und k\u00e4mpfen Seite an Seite oft f\u00fcr dieselben inhaltlichen Werte. Sie unterscheiden sich aber in ihrer Denkstruktur und damit auch in letzter Konsequenz in vielen inhaltlichen Positionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich stelle Ihnen insgesamt ein idealtypisches Bild der strukturellen Voraussetzungen rechten Denkens vor. Idealtypisch ist es, weil seine Einzelmerkmale ein koh\u00e4rentes Ganzes bilden und kein Merkmal im Widerspruch zum anderen steht. Weltbilder, bei denen ein Postulat im Widerspruch zu einem anderen steht, sind leicht angreifbar. Sie haben keinen dauerhaften Bestand, so wie beispielsweise ein Verst\u00e4ndnis von Christentum keinen Bestand haben konnte, das jeden einzelnen Menschen als gottesebenbildlich ansieht und befiehlt, seinen N\u00e4chsten zu lieben, auf der anderen Seite aber anordnet, man d\u00fcrfe den Ketzer nicht leben lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1.<a id=\"_Toc176023105\"><\/a> Denkstruktur und Denkinhalt<\/h3>\n\n\n\n<p>Rechtes Denken beruht auf einer Denkstrukur mit rational nachvollziehbaren Merkmalen. Diese f\u00fchren aber nicht zwangsl\u00e4ufig zu rechten Denkinhalten. Rechte Denkinhalte wachsen origin\u00e4r aus Gef\u00fchlswerten wie der Liebe oder dem Selbsterhaltungstrieb. Die aus diesen Gef\u00fchlen naheliegende Vaterlandsliebe beispielsweise ist also ein Denkinhalt, den nicht jeder teilen mu\u00df, selbst wenn er von der Denkstruktur alle Voraussetzungen rechten Denkens mitbringt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2.<a id=\"_Toc176023106\"><\/a> Merkmale der rechten Denkstruktur<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine proto-rechte Denkstruktur bildet die Voraussetzung f\u00fcr ein inhaltlich rechtes Weltbild. Eine meiner zentralen Thesen beruht auf der Beobachtung, da\u00df die strukturellen Einzelmerkmale eines proto-rechten Weltbildes einander bedingen und insgesamt ein zusammh\u00e4ngendes Ganzes bilden. Ein Merkmal folgt konsequent aus dem anderen. Stellen Sie sich diese Einzelmerkmale, es sind sieben, als Siebeneck vor. Diese sieben Eckmerkmale sind das rationale Denken, das skeptische Denken, das naturwissenschaftliche Denken, das realistische Denken, das Entscheidungsdenken, das geschichtliche Denken und das vergleichende Denken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"827\" height=\"314\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/strukturelle-Merkmale.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6449\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/strukturelle-Merkmale.jpg 827w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/strukturelle-Merkmale-300x114.jpg 300w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/strukturelle-Merkmale-768x292.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 827px) 100vw, 827px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><br>Die strukturellen Merkmale proto-rechten Denkens geh\u00f6ren zusammen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Des Denkens aller Anfang ist die Neugierde. Um zweckgerichtet handeln zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir wissen, ob die uns umgebenden Ph\u00e4nomene sind, was sie zu sein scheinen, ob wir in einer Matrix leben oder ob wir blo\u00df tr\u00e4umen. Alle Menschen m\u00f6chten realit\u00e4tsbezogen handeln. Schlichte Gem\u00fcter wie die Zeugen Jehovas schlagen dazu die Bibel auf und entnehmen dieser ihre Realit\u00e4t. F\u00fcr einen naturwissenschaftlich gebildeten Menschen unserer Tage ist aber nur real, da\u00df irgendwann einmal irgendwelche Leute jenes Buch geschrieben haben. Alles andere w\u00e4re erst zu beweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Logisch eng miteinander verkn\u00fcpft sind das skeptische Denken, das vergleichende Denken und das geschichtliche Denken. Diese Denkstile hatten sich in der Phase der sogenannten antiken griechischen Aufkl\u00e4rung bereits ausgepr\u00e4gt. Der mit allen antiken Schriften eng vertraute Michel de Montaigne hat das Ende des sechzehnten Jahrunderts in seinen Essais neu begr\u00fcndet. Ihm fiel auf, wie viele unterschiedliche V\u00f6lker, Kulturen, Moralvorstellungen und Religionen es gibt, von denen schon die blo\u00dfe Existenz der einen die Wahrheitsanspr\u00fcche aller anderen relativierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ging es ihm dabei nicht um historische oder theologische Quisquilien. Michel de Montaigne kannte bereits die Schriften Niccol\u00f3 Machiavellis, der keinen Gedanken daran verschwendet hatte, ob irgendeine Religion, eine Konfession oder ein Moralgebot etwas mit &#8222;Wahrheit&#8220; zu tun hatte. Machiavelli hatte erkannt, da\u00df alle diese Wahrheitsbehauptungen in ihrer konkreten politischen Funktion auf die Stabilisierung von konkreten Machtverh\u00e4ltnissen hinausliefen. Ein erfolgreicher F\u00fcrst, schrieb er, m\u00fcsse nicht in moralischen Sinne gut sein, er m\u00fcsse aber von seinen Untertanen daf\u00fcr gehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das einmal verstanden hat, wundert sich nicht, wenn unsere Herrscher uns mit Klimaabgaben \u00fcberziehen, w\u00e4hrend sie selbst fr\u00f6hlich in der Weltgeschichte herumjetten. Sie m\u00fcssen sich pers\u00f6nlich nicht klimafromm verhalten, sie m\u00fcssen nur vom Volk f\u00fcr klimafromm gehalten werden, um ihre Herrschaft zu stablilisieren. Diese soziologische Sicht nimmt Religionen und moralische Gebote niemals zu ihrem Nennwert, sondern fragt: Stehen die Machtinteressen, die hinter diesen Geboten stehen, mit meinen eigenen Interessen in Einklang?<\/p>\n\n\n\n<p>Das skeptische und realistische Denken ist niemals gl\u00e4ubig. Es verzichtet darauf, rein spekulative Konstrukte wie ein Jenseits, Dinge hinter den Dingen oder in den Dingen verborgene magische Kr\u00e4fte in sein Bild von der Realit\u00e4t einzubeziehen. Es ist strikt antimetaphysisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Skeptiker wird darum, was er f\u00fcr Realit\u00e4t h\u00e4lt, nicht in g\u00f6ttlichen Geboten oder Moralgeboten suchen, sondern in nachweisbaren Tatsachen. Die wissenschaftliche Methode, diese Tatsachen herauszufinden, ist der Empirismus. Darum steht Naturwissenschaft f\u00fcr alles skeptische Denken hoch im Kurs. Politische, relig\u00f6se oder moralische Forderungen, die mit naturwissenschaftlichen Tatsachen unvereinbar sind, lehnt dieses Denken ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor moralisierendem Einsch\u00fcchterungsvokabular wie &#8222;Gendergerechtigkeit&#8220; zuckt Skeptizismus&nbsp; die Achseln und verl\u00e4\u00dft sich lieber auf eine medizinische Untersuchung.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Skeptiker ist sich immer bewu\u00dft, da\u00df alle Vorschriften, Normen, Gebote und Moralvorstellungen mit denen man ihn beherrschen will, Menschenwerk sind. Strukturell sind alle diese Normen Befehle: &#8222;Du sollst!&#8220;, oder &#8222;Du sollst nicht!&#8220; Je nach den Machtverh\u00e4ltnissen oder auch aus eigener Einsicht wird er solchen Befehlen gehorchen. Eins wird er aber gewi\u00df nicht, er wird den Befehl eines anderen Menschen nicht f\u00fcr einen Befehl irgendwelcher G\u00f6tter halten, nur weil der Befehlende sich auf G\u00f6tter beruft. Solange der angebliche Gott nicht pers\u00f6nlich vorbeikommt und befiehlt, wird er hinter jedem &#8222;Gebot&#8220; und jeder Sollensvorschrift, die ihm ein Mensch macht, diesen Menschen als Urheber erkennen. Er glaubt nicht einfach irgendetwas, sonst w\u00e4re er kein Skeptiker.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignfull size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"602\" src=\"http:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner-1024x602.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6451\" srcset=\"https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner-1024x602.jpg 1024w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner-300x176.jpg 300w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner-768x451.jpg 768w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner-900x529.jpg 900w, https:\/\/klauskunze.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/03-Die-Gegner.jpg 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Gegenbegriffe zur proto-rechten Denkstruktur<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In rechtem Denken verk\u00f6rpert sich aufgekl\u00e4rter Selbstbehauptungswille. Nach allen \u00dcberlegungen d\u00fcrfen wir darum das strukturell rechte Denken definieren als ein<\/p>\n\n\n\n<p>die historische Identit\u00e4t von Individuum und Gruppe betonendes<\/p>\n\n\n\n<p>rationales,<\/p>\n\n\n\n<p>aufgekl\u00e4rtes,<\/p>\n\n\n\n<p>skeptisches,<\/p>\n\n\n\n<p>auf naturwissenschaftlicher Grundlage die empirische Ungleichheit<\/p>\n\n\n\n<p>anstelle metaphysischen Gleichheitsdenkens betonendes Menschenbild,<\/p>\n\n\n\n<p>das alle fremdbestimmenden Sinnstiftungen zur\u00fcckweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ergeben seine in untrennbarem Zusammenhang miteinander stehenden ontologischen und philosophischen Grundlagen das Resultat einer vollst\u00e4ndigen, sich ihrer selbst bewu\u00dften und reifen Aufkl\u00e4rung. W\u00e4hrend verschiedene Ideologien die Folgerungen aus der Aufkl\u00e4rung immer nur f\u00fcr ihre Gegner zogen und selbst Kernbest\u00e4nde metaphysischen Glaubens bewahrten, zog das rechte Weltbild als einziges die Konsequenz, die Erkenntnisse der Aufkl\u00e4rung auch auf rechtes Denken fr\u00fcherer Epochen anzuwenden und deren metaphysische Schlacken und ideologische Restbest\u00e4nde abzuwerfen. Damit setzt es erstmals und als einziges Weltbild konsequent die aufkl\u00e4rerische Erkenntnis in die Tat um, da\u00df alle Wertungen nur in unserem Kopf ihren Ursprung haben und wir Menschen a limine normativ ungebunden sind. Alle Menschen sind zu eigener Sinnstiftung und Normsetzung bef\u00e4higte und von absoluten, universellen Werten freie Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie stark sich bei einer Person im Einzelfall aus der vorhandenen rechten Denkstruktur ein umfassendes und koh\u00e4rentes rechtes Weltbild ausbildet, ist individuell verschieden. Es h\u00e4ngt von der individuellen St\u00e4rke einzelner emotionaler Komponenten ab, aber auch von der Geschichtlichkeit des Individuums, seinen Lebenserfahrungen, seiner famili\u00e4ren Pr\u00e4gung und Erziehung, dem pers\u00f6nlichen Interesse daran, \u00fcberhaupt ein umfassendes Weltbild auszubilden und nicht zuletzt der n\u00f6tigen Intelligenz, etwaige Widerspr\u00fcchlichkeiten zu bemerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum folgt auch nicht zwangsl\u00e4ufig aus einer rechten Denkstruktur, in welcher Weise jeder Einzelne f\u00fcr sich von seiner Freiheit zur Wertsetzung und Sinnstiftung Gebrauch macht. Gerade diese Freiheit schlie\u00dft jede Zwangsl\u00e4ufigkeit aus. Da\u00df er rein normativ gesehen alles darf, bedeutet nicht, da\u00df er tats\u00e4chlich alles oder irgend etwas Bestimmtes tun soll. Alles liegt in seiner eigenen Entscheidung. Wie auch linke Autonome und Anarchisten betont er diese normative Freiheit. Er w\u00e4re aber kein Rechter, machte er von seiner normativen Freiheit einen psychotischen Gebrauch, der sich gegen ihn selbst, gegen seine Familie, seinen Staat oder sein Land richtete. Er benutzt sie, um zu sch\u00fctzen und zu verteidigen, was ihm lieb und teuer ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kern hei\u00dft rechts zu sein, f\u00fcr das zu k\u00e4mpfen, was man ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3.<a id=\"_Toc176023107\"><\/a> Die politische und soziale Funktion<\/h3>\n\n\n\n<p>Skeptisches, naturwissenschaftliches Denken hinterfragt alle metaphysischen Letztbegr\u00fcndungen und Sinnstiftungen. Es glaubt nicht an Befehle und Gebote aus einem Jenseits, wenn ein solcher transzendenter Ort keinerlei nachweisbare Realit\u00e4t aufweist. Offenbar haben aber alle Menschen die erstaunliche F\u00e4higkeit, sich solche Orte auszudenken, bev\u00f6lkert von mehr oder weniger freundlichen Geistwesen, die man bei guter Laune halten sollte. Die historischen Wurzeln solchen Glaubens liegen in steinzeitlichem Animismus. Die Literatur liebt sie, von Maupassants Gespenstergeschichten bis zur Science-Fiction-Literatur, und im Glaubensbekenntnis haben Geist und Geister einen heiligen Schein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die soziale Funktion solchen Glaubens ist ebenso alt: Er stabilisiert die jeweilige Herrschaft des jeweiligen Machthabers, der behauptet, berufener Interpret eines g\u00f6ttlichen Willens zu sein. Daran hat sich nichts ge\u00e4ndert, seit die notorische Unt\u00e4tigkeit der Gottesperson zu einer neuen Argumentationsstruktur f\u00fchrte. Einst hatte er noch geschaffen und gewaltet. Jetzt lie\u00df er den irdischen Dingen anscheinend ihren Lauf. Die g\u00f6ttlichen Gebote, hie\u00df es darum, steckten in seiner Sch\u00f6pfung drin. Man erkl\u00e4rte einen fiktiven Menschen an sich f\u00fcr von Natur aus f\u00fcr gott\u00e4hnlich, n\u00e4mlich vern\u00fcnftig und gut, und man folgerte daraus, alle Menschen sollten vern\u00fcnftig und gut sein. Damit war der Zirkelschlu\u00df perfekt, denn aus einem schlichten Sein folgt niemals ein normatives Sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Skeptisches Denken ben\u00f6tigt dagegen keine Sinnstiftungen aus dem Jenseits, sondern stiftet sich den Sinn des eigenen Lebens bei Bedarf selbst. Es erkennt in jedem Sinnprediger und Heilsstifter jemanden, der ihn \u00fcber verabsolutierte Wertsetzungen in letzter Konsequenz beherrschen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Denken bildet die reife Frucht der Aufkl\u00e4rung. Weil es jeden normativen Herrschaftsanspruch kritisch hinterfragt, besteht seine soziale Funktion darin, Herrschaft zu delegitimieren. Die hier vorgestellte Denkstruktur dekonstruiert vollst\u00e4ndig alle derzeitigen Ideologeme des herrschenden Linksradikalismus wie auch des liberalen Extremismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Notwendigerweise mu\u00df sie dabei darauf verzichten, Gef\u00fchlswerte wie die Liebe zu unserem Volk und Vaterland metaphysisch aufzuladen. Dieser Verzicht bildet aber wieder ihre St\u00e4rke in der argumentativen Auseinandersetzung mit Verfassungsschutz-Politologen, weil er ihnen keinen Angriffspunkt bietet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4.<a id=\"_Toc176023108\"><\/a> Rechte Erben des b\u00fcrgerlichen Weltbildes<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine klassisch b\u00fcrgerliche Denkfigur besagt, da\u00df ein Ganzes mehr sein kann als die Summe seiner Teile. Der Philosoph Panajotis Kondylis hat in seinem Werk \u00fcber den Niedergang der b\u00fcrgerlichen Denk- und Lebensform herausgearbeitet, wie sehr die b\u00fcrgerliche Epoche von dem Bestreben gekennzeichnet war, selbst aus heterogenen Bestandteilen ein harmonisches Ganzes zu synthetisieren, also z.B. aus substantiell verschiedenen Gesellschaftsschichten ein funktionierendes Staatssystem, in dem jedes Verschiedene noch seinen notwendigen Platz hatte, gerade wie in einem Uhrwerk mit heterogenen Teilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Denkmodell wurde durch die Moderne abgel\u00f6st, deren analytisch-kombinatorischer Denkstil prinzipiell alle Teile als gleich ansah, so da\u00df er aus ihnen beliebig alles und jedes konstruieren konnte. Dieser Denkstil schlie\u00dft prinzipiell die Existenz von Entit\u00e4ten wie V\u00f6lkern aus, weil alles aus allem beliebig konstruierbar sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein Rechter heute von einem Volk spricht, bedient er sich also des im 19. Jh. noch vorherrschenden synthetisch-harmonisierenden Denkstils. Er ben\u00f6tigt keine Metaphysik, um zu erkennen, da\u00df zur Erkl\u00e4rung von Ph\u00e4nomenen wie Familie und Volk andere Regeln gelten als zur Erkl\u00e4rung des Verhaltens einer Einzelperson, da\u00df ein Wald als biologisches Kompositum verschiedenster miteinander verflochtener Tiere und Pflanzen nicht allein mit den botanischen Merkmalen einer einzelnen Spezies zu erkl\u00e4ren ist und so fort. Ein Volk ist ein real existierendes soziales Gebilde mit z.B. soziologisch beschreibbaren Gesetzlichkeiten und Funktionsvoraussetzungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Darin besteht, bei allem Skeptizismus und Einzelmenschbewu\u00dftsein, die konstruktive Komponente rechten Denkens.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5.<a id=\"_Toc176023109\"><\/a> Emotionale Merkmale des rechten Weltbildes<\/h3>\n\n\n\n<p>Die aufgezeigte proto-rechte Denkstruktur ist grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr verschiedene Denkinhalte. Indem sie betont, da\u00df jeder \u00fcber den Sinn seines Lebens und seine Moralvorstellungen selbst entscheiden kann, verbietet sich jede inhaltliche Vorgabe. Die proto-rechte Denkstruktur stellt einen f\u00fcr alle denkbaren Inhalte offenen Denkstil dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der proto-rechten Denkstruktur zum rechten Weltbild im engeren Sinne gelangt man, wenn eine Person innerhalb der gegebenen Leitplanken Entscheidungen trifft, was ihr wertvoll und wichtig ist. Die metaphorischen Leitplanken sind ihr rationalistisches und ihr realistisches Denken, das sie vor Phantastereien bewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Etwas wertzusch\u00e4tzen und seinem Leben einen Sinn zu geben, stellt einen gedanklichen Entscheidungsproze\u00df dar. Dieser geht aber aus keinem Nichts hervor, wie reiner Intellektualismus a la Descartes vermutet. Lange bevor das bewu\u00dfte Denken einsetzt, sind unsere Gef\u00fchle schon lange an der Arbeit. Sie wissen genau, was uns gef\u00e4llt oder abst\u00f6\u00dft. Ihnen entsprechend fallen unsere Werturteile aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Psychologische Forschungen haben ergeben, da\u00df ein me\u00dfbarer Zusammenhang besteht zwischen bestimmten emotionalen Dispositionen und rechten politischen Einstellungen. Anders als bei den sieben Elementen der proto-rechten Denkstruktur bilden derartige emotionale Komponenten aber kein notwendigerweise koh\u00e4rentes Ganzes.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig aber sind emotionale Bedingungen einer rechten Einstellung eine Wertsch\u00e4tzung der Reinheit, ein eigensinniger, verteidigungsbereiter&nbsp; Lebenswille und die Liebe zum Eigenen. Zu ihm geh\u00f6rt nat\u00fcrlich die Person selbst mit ihren Angeh\u00f6rigen, aber auch alle, mit denen sie sich mehr oder weniger identifiziert, ihrer Geschichtlichkeit, ihren Mythen und \u00dcberlieferungen und ein lebendiges Gef\u00fchl der Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das Herz auf dem rechten Fleck hat, f\u00fchlt sich von fremdbestimmtem Moralisieren geg\u00e4ngelt. Hingegen schl\u00e4gt sein Herz h\u00f6her bei allem \u00e4sthetisch Vollendeten. Das kann ein Mensch sein, ein anderes Lebewesen, aber auch ein Kunstwerk, ein Gedicht oder vor seinen Augen sich abspielendes Geschehen. Einem Kampf tapferer und ebenb\u00fcrtiger Gegner wie in einem ritterlichen Tournier oder einem Pokalendspiel vermag er \u00e4sthetischen Wert beizumessen, k\u00e4me aber nicht auf die Idee, in Gut-B\u00f6se-Kategorien zu moralisieren. So gesehen hatten die Nibelungen einen gro\u00dfartigen Kampf geliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der F\u00fclle solcher emotionaler Grundlagen bewertet er, je nach Lage der Dinge, menschliches Verhalten, menschliche Werke und unsere Geschichte, aus deren Perspektive er die Welt selbstverst\u00e4ndlich sieht und bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend man die rechte Denkstruktur definieren kann, weil ihre Elemente zwingend zusammengeh\u00f6ren, ist das nicht bei allen typisch rechten Denkinhalten zwingend. Insoweit sind f\u00fcr einen strukturell rechts Denkenden und sein Weltbild aber inhaltlich typisch und h\u00e4ufig<\/p>\n\n\n\n<p>der Selbstbehauptungswille, die eigene pers\u00f6nliche, kulturelle und ethnische Identit\u00e4t zu wahren,<\/p>\n\n\n\n<p>auch in einer manchmal chaotisch scheinenden Welt zu bestehen und ihr seinen Gestaltungswillen entgegenzusetzen,<\/p>\n\n\n\n<p>die Wertsch\u00e4tzung und Liebe seiner Angeh\u00f6rigen,<\/p>\n\n\n\n<p>das unbedingte Einstehen f\u00fcr die, die er liebt und und unbedingt sch\u00fctzen will,<\/p>\n\n\n\n<p>weil sich auch in den eigenen Kindern ein Teil dessen wieder verk\u00f6rpert, was er ist,<\/p>\n\n\n\n<p>seine generationen\u00fcbergreifende Identifikation mit den Personengemeinschaften, in die er hineingeboren wurde oder denen er Treue versprochen hat,<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe zu seiner Heimat, seinem Volk, seinem Vaterland, seiner Muttersprache und Mundart,<\/p>\n\n\n\n<p>Respekt vor historisch Gewordenem in seiner Mannigfaltigkeit,<\/p>\n\n\n\n<p>staunende Zuwendung zu allem Sch\u00f6nen, Harmonischen und Geordneten und die<\/p>\n\n\n\n<p>Wertsch\u00e4tzung der Vielfalt von Kulturen und V\u00f6lkern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">6.<a id=\"_Toc176023110\"><\/a> Abgrenzungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Ausgehend von der proto-rechten Denkstruktur ergeben sich f\u00fcr das rechte Weltbild klare Abgrenzungen zu bestimmten Ideologien.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon im Ansatz bildet es keine geschlossene Ideologie mit irgendwelchen normativen Forderungen. Es enth\u00e4lt kein \u201eDu sollst!\u201c. Was ein rechter Rechter \u201esoll\u201c, gewinnt er aus seinem h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Willen. Diesen bildet er sich autonom. Er verlangt auch nicht etwa, alle Leute sollten \u201ewollen\u201c und moralisch autonom sein. Eine solche Willensmetaphysik ist ihm fremd.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(1)<a id=\"_Toc176023111\"><\/a> Religionen<\/h5>\n\n\n\n<p>Weil er als Skeptiker nicht an g\u00f6ttliche Gebote glaubt, ben\u00f6tigt er keine heiligen B\u00fccher als Benutzerhandb\u00fccher f\u00fcr sein Leben. Wer auch immer ihm die Gebote irgendeines Gottes predigt, ist allemal selbst ein Mensch, der ihm etwas befehlen will. Doch warum sollte er gehorchen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ein gl\u00e4ubiger Mensch um Gottes Willen gegen Abtreibung eintritt, liegt f\u00fcr rechtes Denken nahe, den Vorgang selbst abscheulich zu finden und auch dagegen zu sein, aber aus freiem Willen. Er wird dabei freilich differenzieren und Abtreibung umso sch\u00e4dlicher finden, je n\u00e4her ihm ein Mensch steht, schlie\u00dflich werden wir immer weniger.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit scheide ich alles Denken grunds\u00e4tzlich aus einem rechten Weltbild aus, das die Person als gebunden an eine vorgegebene religi\u00f6se Metaphysik betrachtet. Emotional n\u00e4her stehen ihm da schon die alten germanischen G\u00f6tter, an die er als Skeptiker auch nicht glaubt, die aber nicht die unangenehme Eigenschaft hatten, jedem Menschen irgend etwas abzuverlangen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(2)<a id=\"_Toc176023112\"><\/a> Liberalkonservative<\/h5>\n\n\n\n<p>Konservative m\u00f6chten das Gegenw\u00e4rtige bewahren. Etwas Zerst\u00f6rtes zu restaurieren, ist nicht mehr konservativ, sondern restaurativ oder reaktion\u00e4r. Rechtes Denken ist niemals darauf angelegt, das gegenw\u00e4rtig zuf\u00e4llig Vorhandene zu konservieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn heute Liberalkonservative die Reste liberaler Staatlichkeit konservieren wollen, sind sie nicht rechts. Sie sind Liberale mit ganz eigenem Weltbild. Es beruht auf der Grundidee, wenn man alle Individuen weitestm\u00f6glich machen lasse, was immer sie wollen, entstehe quasi aus der Quersumme aller Einzelegoismen wie von unsichtbarer Hand das Gemeinwohl. Ganz \u00e4hnlich entstehe, was alle als Quasi-Wahrheit akzeptieren k\u00f6nnten, aus einem herrschaftsfreien Diskurs aller. Beide Denkfiguren, die wirtschaftsliberale Theorie von der unsichtbaren Hand und die Diskurstheorie, beruhen auf metaphysischem Glauben an Bewegkr\u00e4fte jenseits menschlichen Verst\u00e4ndnisses, die man nur walten lassen m\u00fcsse, um uns zu Gl\u00fcck und Wohlstand zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtem Denken ist dieser Glaube fremd, weil es skeptisch ist und nicht an unbeweisbare Bewegkr\u00e4fte glaubt. Rechtes Denken h\u00e4lt einen Staat f\u00fcr unbedingt erforderlich, die Einzelegoismen zu z\u00fcgeln und auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(3)<a id=\"_Toc176023113\"><\/a> Kollektivismus<\/h5>\n\n\n\n<p>Stereotyp werfen linke Politologen der Rechten einen angeblichen Kollektivismus vor. Tats\u00e4chlich gibt es Menschen, die sich selbst als rechts verstehen und an ein metaphysisch aufgefa\u00dftes Kollektiv namens Volk glauben, dessen bescheidener, stets gehorsamer und auswechselbarer Teil sie seien. Wer aber V\u00f6lker auffa\u00dft als Gedanken Gottes und irgendwo den Volksgeist fl\u00fcstern h\u00f6rt, befindet sich philosophisch noch tief in der Scholastik. Es gibt keine Entit\u00e4t, keine Wesenheit namens Volk, das normative Anspr\u00fcche an uns stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die proto-rechte, n\u00e4mlich skeptische Denkstruktur geht ganz realit\u00e4tsnah vom Individuum aus. Dieses hat freilich soziale Bed\u00fcrfnisse, die uns genetisch rammeltief in den Knochen stecken. Unser Sozial- und Gef\u00fchlsleben ist unbedingt auf die N\u00e4he unserer Angeh\u00f6rigen angewiesen. Ein Mensch allein ist ungl\u00fccklich und machtlos. Rechtes Denken sieht sich verwandtschaftlich und kameradschaftlich verbunden mit allen, mit denen die Person sich noch identifizieren kann aufgrund gleicher Abstammung, Kultur, Geschichte oder Mentalit\u00e4t. Es sieht sie als die Seinigen und es als das Seinige an. Es aus freiem Entschlu\u00df und tiefer Liebe bis zum letzten Blutstropfen zu besch\u00fctzen, entspricht rechtem Denkstil, nicht aber eine ameisenhafte Unterordnung unter ein Kollektiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Literaturkennern wird der Unterschied sofort deutlich anhand des Buchs Heliopolis von Ernst J\u00fcnger, dem ich im Satz zuvor auch das Wort ameisenhaft entnommen habe. Hier wird beispielhaft die tiefe Kluft klar, die schon in den 1930er Jahren zwischen den kollektivistischen Nationalsozialisten und einem origin\u00e4r rechten Denker bestanden hatte. Keine Spielart von Kollektivismus ist mit rechtem Denkstil vereinbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtes Denken ist zu realistisch, nicht hinter jedem Kollektiv die realen Personen zu sehen, die angeblich im Namen dieses Kollektivs sprechen. Kollektive haben n\u00e4mlich die gleiche Eigenschaft wie G\u00f6tter: Sie \u00e4u\u00dfern sich nur aus dem Mund irgendwelcher Machthaber, Sinnstifter, Heilsbringer oder Propheten.<\/p>\n\n\n\n<p>Darum schaudert rechtes Denken angewidert zur\u00fcck vor jeder Forderung, die alle Menschen als gleich betrachtet oder sie wenigstens in Zukunft gleich machen m\u00f6chte. Wenn Rechte aufopferungsbereit und solidarisch sind, dann nicht aus linkem Egalitarismus. Vielmehr erstreckt ihre Selbstliebe sich, wie in einer Familie, auf ihre Angeh\u00f6rigen und im weitesten Sinne auf alle, die mit ihnen dasselbe historische Schicksal teilen. Ein Rechter ben\u00f6tigt bei allem Individualismus ganz bewu\u00dft die N\u00e4he seiner Familie und die Existenz seines Volks und seiner Nation, denn nur diese gew\u00e4hrleistet ihm die dauerhafte Sicherung seiner Identit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">7.<a id=\"_Toc176023114\"><\/a> Strategisches<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Richtigkeit meiner Ausf\u00fchrungen entspricht meiner wissenschaftlichen \u00dcberzeugung. Bei der Suche nach einer Strategie gegen den linken Gegner beantwortet aber die philosophische und psychologische Richtigkeit einer Analyse nicht alle relevanten Fragen. Genau genommen beantwortet diese Analyse nur die grundlegenden Vorfragen politischer Auseinandersetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>In jeder Auseinandersetzung gibt es Angriffswaffen und Verteidigungswaffen. Es gibt Waffen, den Gegner zu entmutigen, und es gibt welche, die auf der eigenen Seite Hingabe und Opferbereitschaft erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(1)<a id=\"_Toc176023115\"><\/a> Die nihilistische Zerst\u00f6rungswaffe<\/h5>\n\n\n\n<p>Meine Analyse gibt uns eine Waffe, jeden gegnerischen ideologischen, moralischen oder religi\u00f6sen Herrschaftsanspruch zu zerbrechen. Indem sie jede metaphysische \u00dcberh\u00f6hung von Machtanspr\u00fcchen dekonstruiert und delegitimiert, l\u00e4\u00dft sie unsere modernen rotgr\u00fcnen Kaiser unversehens ohne Kleider dastehen. Indem wir jede Norm, von der angeblichen Klimarettung bis zum angeblichen Kampf gegen Phantasmagorien wie Gendergerechtigkeit, auf ihre menschlichen Urheber zur\u00fcckf\u00fchren und ihr Phrasenkarussell als leere Worte enth\u00fcllen, nehmen wir unseren Mitb\u00fcrgern den Glauben daran, ihnen gehorchen zu m\u00fcssen. Solche Ideologeme kennen wir aus der traditionellen Kirche: Auf leeren Worten wie S\u00fcnde bauen komplexe theologische Begr\u00fcndungszusammenh\u00e4nge und Machtanspr\u00fcche konkreter kirchlicher Amtstr\u00e4ger auf. Nimmt man solchen Weltanschauungen einen Grundstein, bleibt von ihnen nur noch Schall und Rauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch aus welchem Grunde sollten unsere Mitb\u00fcrger danach ausgerechnet unsere Werte annehmen, da doch alle Werte aus emotional subjektiven Emotionen gesch\u00f6pft und letztlich beliebig sind? Die aufgekl\u00e4rte \u00dcberzeugung, da\u00df uns kein Jenseits und kein Absolutheitsanspruch moralisch bindet, da\u00df man sich vor keinem eingebildeten Gott und keinem Teufel f\u00fcrchten mu\u00df, diese Befreiung allein hat es sozial noch nie vermocht, Massen um eine Fahne zu scharen, Opferbereitschaft zu wecken und legitime Herrschaft zu begr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Darin liegt ein logisches Dilemma. Unsere Aufkl\u00e4rung kann gewaltige destruktive Kr\u00e4fte entfalten, vor ihren Posaunen fallen die Mauern jedes ideologisches Jericho. Dann aber gehen die aufgekl\u00e4rten Mitstreiter nach Hause und \u00fcberlassen es anderen, ein neues Reich wieder aufzubauen. Wozu auch? Hier erinnern wir uns an die Antwort des braven Soldaten Schwejk, der auf die rhetorisch gemeinte Frage des Hauptmanns, warum der gute Soldat f\u00fcr Kaiser und Reich sein Leben einsetzen solle, antwortete: \u201eJa Herr Hauptmann, wozu auch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(2)<a id=\"_Toc176023116\"><\/a> Die So-tun-als-ob-Devise<\/h5>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen darum nach einem \u00fcberzeugenden konstruktiven Element suchen, unsere Menschen dauerhaft solidarisch zu verbinden. Wir verharren hier sonst bei aller Aufgekl\u00e4rtheit in einer Geistesverfassung, die mit liberalistisch halbierter Vernunft glaubt, wenn der Sozialismus zusammengebrochen ist, k\u00f6nne man friedlich nach Hause gehen und seinen Kleingarten bestellen. Wir wissen dagegen, da\u00df kollektivistische und auch andere Herrschaften und Fremdbestimmungen wie eine Hydra sind, deren K\u00f6pfe immer nachwachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gen\u00fcgt nicht, nachzuweisen, da\u00df kein metaphysischer Sinnanspruch \u00fcber uns waltet und da\u00df jeder selbst seinem Leben einen guten Sinn geben kann. Hier bieten sich gedanklich zwei verschiedene Konzepte an, das ehrliche und das weniger ehrliche. Das weniger ehrliche w\u00e4re die \u201eAls-ob-L\u00f6sung\u201c. Sie w\u00fcrde den Vorhang der Aufkl\u00e4rung wieder schlie\u00dfen, sobald die gegnerischen argumentativen Bastionen untergraben sind und niemand mehr an sie glaubt. Es w\u00fcrde so tun, als ob ausgerechnet die eigenen subjektiven Wertsetzungen absolut g\u00fcltig w\u00e4ren und alle Welt sie annehmen m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Man w\u00fcrde dann ein neues Sinnangebot wie das Kaninchen aus dem Zylinder zaubern und f\u00fcr absolut wahr erkl\u00e4ren. Man w\u00fcrde dieses mit sch\u00f6nen Worten aus scheinbar glorreichen Zeiten unterlegen, wobei Adjektive wie ewig und heilig ebensowenig fehlen d\u00fcrften wie Substantive wie Treue und Reich. Man k\u00f6nnte Barbarossa heraufbeschw\u00f6ren und Herzen entflammen. Man w\u00fcrde bei Fackelschein laut in alle vier Himmelsrichtungen rufen: \u201eDu sollst! Deutschland will es!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zweifellos w\u00fcrde ein solches Konzept bei daf\u00fcr aufnahmef\u00e4higen 5% des Volkes auf Begeisterung sto\u00dfen. Es w\u00e4re aber nicht ehrlich, weil es gegen alle strukturellen Grundlagen rechten Denkens versto\u00dfen w\u00fcrde. Jeder kann f\u00fcr sich im Herzen so f\u00fchlen, aus diesem Empfinden folgt aber kein verpflichtendes, absolut geltendes Sollen. Die dekonstruierende Retourkutsche von linker und liberaler Seite w\u00e4re vorprogrammiert.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">(3)<a id=\"_Toc176023117\"><\/a> Das Sinnangebot der Selbsterhaltung<\/h5>\n\n\n\n<p>Ehrlich w\u00e4re dagegen ein Konzept, das auf den elementaren Antrieb jedes Menschen zur Selbsterhaltung setzt. Dieser bildet den Kern des rechten Weltbildes wie auch den Nukleus jedes heuristischen Individualismus, der bis zum Aufweis h\u00f6herer Entit\u00e4ten vom Einzelmenschen als h\u00f6chster selbst denkender Instanz ausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Selbsterhaltungstrieb m\u00fcssen wir niemandem erst p\u00e4dagogisch eintrichtern, weil er angeboren ist. Er manifestiert sich allerdings nicht nur im frei den Sinn seines Lebens bestimmenden Individuum, das sich vor jeder moralischen Fremdbestimmung gruselt. Er lebt ebenso stark in Menschen, die sich \u00fcbersinnliche Entit\u00e4ten ausdenken und sie anbeten, um von denen besch\u00fctzt zu werden oder ihr Leben in ein Jenseits zu verl\u00e4ngern. Das sind die eher \u00e4ngstlichen Menschen, denen Geborgenheit wichtiger ist als Realit\u00e4t. Sie verteidigen die Matrix ihrer Glaubenswelt wie ihr eigenes Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle starken Pers\u00f6nlichkeiten aber sind ansprechbar f\u00fcr unsere \u201efrohe Botschaft\u201c: Ihr seid frei, nichts ist euch anbefohlen, nichts \u00fcber euch verh\u00e4ngt, alle \u201eDu-sollst-Regeln\u201c beruhen nur auf menschlichem Erfindungsreichtum, und den Sinn seines Lebens kann sich jedermann jeden Morgen zum Fr\u00fchst\u00fcck neu \u00fcberlegen, wenn er mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt das Entscheidende: Nat\u00fcrlich kann jeder sich entscheiden, ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu verbringen oder sich einen Strick zu nehmen. Niemand schreibt ihm vor, was er tun soll. Darin liegt aber auch seine gro\u00dfe Chance: Jeder kann sich v\u00f6llig ungeniert etwa daf\u00fcr entscheiden, seinem Selbsterhaltungstrieb zu folgen, seine individuelle Existenz zu erhalten, geistig und k\u00f6rperlich fortzupflanzen und sich, seine Familie und sein Volk mit allen Mitteln zu verteidigen. Er kann in vollst\u00e4ndiger moralischer Autonomie seine Existenz gegen innere und \u00e4u\u00dfere Feinde zu sichern suchen. Er kann, wie Max Stirner Mitte des 19. Jahrhunderts, \u00fcberspitzt formulieren: \u201eMir geht nichts \u00fcber mich!\u201c. Dabei kann er alles einbeziehen, was ihm angeh\u00f6rt und was er auch zur Sicherung seiner geistigen Integrit\u00e4t ben\u00f6tigt: die Seinen, sein Volk und seine Kultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu ben\u00f6tigt er keine g\u00f6ttlichen Gebote, aber auch keine ihm immanenten Naturgesetze wie der Biologie, denn diese m\u00f6gen viele seiner Gef\u00fchle pr\u00e4gen, bestimmen aber nicht zwingend seinen Willen. Es gen\u00fcgt die Botschaft: Du bist v\u00f6llig frei darin, deine eigenen, selbstbestimmten Interessen zu vertreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich st\u00f6\u00dft man dabei unweigerlich auf Mitmenschen, die ihre Interessen anders definieren, zum Beispiel den Sinn ihres Daseins darin erblicken, die halbe Welt einzuladen, sie durchzuf\u00fcttern und zu lehren, wie man sich den Po abputzt. Nat\u00fcrlich st\u00f6\u00dft man auch an die Grenzen unserer Gesetze, die solche Menschenfreunde sich ausgedacht haben. Nach dem ewig g\u00fcltigen untrennbaren Zusammenhang zwischen Schutz und Gehorsam mu\u00df jeder sich \u00fcberlegen, ob dieser Staat noch sein Staat ist, was ich f\u00fcr mich bejahe, und ob seine Gesetze mich noch soweit sch\u00fctzen, da\u00df mir legitimerweise Gesetzesgehorsam abverlangt werden kann. Dabei wird ein Rechter nie vergessen, da\u00df unser Staat besteht, auch wenn Regime und ihre Gesetze sich h\u00e4ufig gewandelt haben. Der Staat als solcher ist nicht unser Gegner.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht den Staat gilt es zu delegitimieren, auch nicht die freiheitliche demokratische Grundordnung. Da\u00df diese unser letzter Schutz ist, haben wir eben erst gesehen, als das Bundesverwaltungsgericht das verfassungswidrige Verbot vom Compact vorl\u00e4ufig aufgehoben hat. Zu delegitimieren gilt es aber alle jene ideologischen und moralischen Herrschaftsanspr\u00fcche des Linksextremismus und des Linksliberalismus und der Kirchen, die auf unsere moralische Unterwerfung abzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das rechte Weltbild besteht im ultimaten Angebot geistiger Freiheit zu allem, was immer wir wollen. Reue, Scham, Bu\u00dfe oder moralische Zerknirschung sind in ihm nicht vorgesehen. Alle moralischen Gedankengespenster sind ein Nichts, nihil, doch dieser ontologische Nihilismus zieht mich nicht hinunter, sondern bildet die offene T\u00fcr zu meiner Freiheit, meiner h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Sinnstiftung und meinem Lebensgenu\u00df. Dieser kann, wenn jemand das will, auch in antiker Heiterkeit bestehen, in einem dionysischen Rausch, in \u00e4sthetischer Verz\u00fcckung, in Naturverbundenheit oder auch der Selbstgewi\u00dfheit: Am Ende werde ich zwar so tot sein wie alle anderen &#8211; aber ich habs den Kerlen mal so richtig gezeigt. Es kommt nicht darauf an, da\u00df wir sowieso sterben, sondern, wie wir leben. Auch heroischer Realismus ist&nbsp; eine m\u00f6gliche Option, wenn man sich fei entscheiden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a><\/a>8.<a id=\"_Toc176023118\"><\/a> <a>Rechtsextremismus<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Unsere staatlich bezahlte Politologie, Publizistik und in Teilen auch die Rechtsprechung ordnet sich dem von der Linken ausgerufenen Kampf gegen Rechts unter. Indirekt greift sie alles an, was sie rechts von der Linken verortet. Die Speerspitze dieses Angriffs bildet ihr Rechtsextremismusbegriff. Er hat sich wie ein Angriffskeil von links nach und nach durchs politische Spektrum gefressen: von einem angeblichen Extremismus der Mitte bis in die Union: Wer heute programmatisch auf dem Boden der Union des letzten Jahrhunderts steht, wird bereits angegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff des Rechtsextremismus bedient sich wiederum der Methode, zwei Randerscheinungen aufzuspie\u00dfen und von ihnen auf rechtes Denken zu verallgemeinern: das Kollektivistische und generell das Metaphysische. Beides hat sich f\u00fcr uns allerdings gar nicht als rechts herausgestellt und ist es auch nicht. Wir haben Rechte als geborene Individualisten kennengelernt, den historischen nationalen Sozialismus als Kollektivismus dem internationalistischen Sozialismus an die Seite gestellt und jede Form von Metaphysik verworfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alten Rechten und Linken hatten noch vor 100 Jahren ihre jeweiligen Standpunkte in den Formen und Denkmustern ihrer Epoche \u00e4u\u00dfern m\u00fcssen, um verstanden zu werden und soziale Macht zu gewinnen. Nach dem Ende der gro\u00dfen religi\u00f6sen Systeme waren viele Menschen auf der Suche nach etwas neuem Heiligen, und so heiligten alle ihre jeweilige Weltanschauung. F\u00fcr Rechte des 20. Jahrhunderts stand im Mittelpunkt unsere Nation, f\u00fcr Liberale die dem Menschen \u201eimmanente, vorstaatliche\u201c und damit ins Metaphysische verkl\u00e4rte Menschenw\u00fcrde und der so interpretierte Humanismus und so fort. Die heutige Substanz eines Weltbildes darf aber nicht an den Fahnen und Monstranzen verflossener Epochen gemessen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht eines rechten Weltbildes spricht nichts gegen diese Verfassungsgrunds\u00e4tze und umgekehrt aus Sicht der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nichts gegen ein rechtes Weltbild. Insbesondere spricht nichts dagegen, alle jene gegen staatliche \u00dcbermacht gerichteten Abwehrrechte, auf die so selbst\u00e4ndig Denkende wie Rechte unabdingbar angewiesen sind, f\u00fcr notwendig zu halten. Aus den Erfahrungen mit staatlichem Totalitarismus folgt zwingend, niemandem so viel Macht einzur\u00e4umen, da\u00df er das Individuum sozial vernichten kann. Das k\u00f6nnen auch \u00fcberm\u00e4chtige gesellschaftliche Kr\u00e4fte, wenn sie sich der Staatsorgane bem\u00e4chtigt haben. Auch ihnen mu\u00df verwehrt sein, die Freiheit der Einzelnen zur Farce werden zu lassen, indem religi\u00f6se oder ideologische Phantasmata in die staatlichen Gesetze hineininterpretiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen\u00fcber der juristischen Definition unserer Verfassungsgrunds\u00e4tze f\u00fchrt der politologische Begriff des Rechtsextremismus allerdings ein Eigenleben. In ihn packen Linke<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a> in zunehmendem Ma\u00dfe alles hinein, was ihnen nicht in den Kram pa\u00dft: in ihre sozialreligi\u00f6se Ideologie der Gleichheit n\u00e4mlich. Die Idee eines real nicht existierenden \u201eMenschen an sich\u201c wird in den Rang pseudoreligi\u00f6ser Verkl\u00e4rung erhoben, und eine abstrakte W\u00fcrde dieses Menschenabstraktums entspricht funktional der einstigen \u201eW\u00fcrde Gottes\u201c im christlichen Menschenbild. Jeder Mensch habe ein wenig davon abbekommen, und darin bestehe aus fundamentalistischer Sicht die \u201emenschliche Fundamentalgleichheit\u201c. Wer sie nicht ehrt, gilt als Rechtsextremist und wird mit jemandem gleichgesetzt, der einen der Verfassungsgrunds\u00e4tze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung bek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund seiner generellen Skepsis gegen \u201eh\u00f6here\u201c Weisheiten und Absolutheitsanspr\u00fcche ist rechtes Denken im Ergebnis gar nicht weit entfernt von einer Politologie, die in Vertretern solcher universalistischer Moralanspr\u00fcche Extremisten erkennt. Uwe Backes, inzwischen der Nestor der Extremismusforschung, arbeitete \u201enach einer Analyse des linken, rechten und religi\u00f6sen Extremismus heraus: erstens den exklusiven Erkenntnisanspruch (Glaube an ein &#8222;h\u00f6heres&#8220; Wissen), zweitens den dogmatischen Absolutheitsanspruch (Behauptung der unbezweifelbaren Richtigkeit eigener Positionen), drittens das essentialistische Deutungsmonopol (alleinige Erfassung des &#8222;wahren&#8220; Wesens der Dinge), viertens die holistischen Steuerungsabsichten (angestrebte ganzheitliche Kontrolle der Gesellschaft), f\u00fcnftens das deterministische Geschichtsbild (Wissen um den vorgegebenen historischen Weg), sechstens die identit\u00e4re Gesellschaftskonzeption (Forderung nach politischer Homogenit\u00e4t der Gesellschaft), siebtens den dualistischen Rigorismus (Denken in kompromi\u00dflosen Gegensatzpaaren wie Gut-B\u00f6se) und achtens die fundamentale Verwerfung des Bestehenden.\u201c<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Merkmale enthalten einen metaphysischen Kern und werden von rechtem Denken darum grunds\u00e4tzlich abgelehnt. Was von rechts mit der eingef\u00fchrten philosophischen Begrifflichkeit als metaphysisch kritisiert wird, nennt der Politologe Backes extremistisch. Offenkundig wird das, wenn Backes &#8222;exklusive Erkenntnisanspr\u00fcche&#8220; aufgrund &#8222;h\u00f6heren Wissens&#8220; nennt, wenn er als extremistisch ein &#8222;Deutungsmonopol&#8220; eines &#8222;wahren Wesens der Dinge&#8220; bezeichnet, ein deterministisches Geschichtsbild und so fort. Rechtes Denken bildet das Gegenteil von alledem. Es betont, da\u00df es da im Universum gerade nichts zu &#8222;deuten&#8220; gibt. Man kann die Dinge drehen und wenden, solange man will, es steckt kein &#8222;h\u00f6herer Sinn&#8220; in ihnen. Genau die von Backes aufgez\u00e4hlten Merkmale sind es, vor denen rechtes Denken sich stirnrunzelnd abwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Feministin Julia Rosenstock wiederum bezeichnet \u201erechtes Denken als analytischen Klammerbegriff f\u00fcr Formen eines Denkens, das sich von b\u00fcrgerlich-konservativen Wertvorstellungen bed\u00e4chtigen Erhaltens des Bew\u00e4hrten bis zur radikalrevolution\u00e4ren Totalopposition gegen das Bestehende erstreckt und f\u00fcr das Gleichheitskritik einen wesentlichen, wenn auch im einzelnen sehr unterschiedlich ausgepr\u00e4gten Charakterzug ausmacht.\u201c<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Damit kommen wir zum Kern des Problems und dem Nukleus dessen, um das es eigentlich geht. Hinter dem Begriff der Gleichheitskritik versteckt sich n\u00e4mlich die alle politischen Lager durchziehende Kluft zwischen Metaphysikern und Realisten. Die von Autoren wie Rosenstock proklamierte menschliche Gleichheit ist n\u00e4mlich keineswegs als empirische, als reale Gleichheit gemeint. Empirisch als Menschen gleich sind, w\u00e4re eine rein zoologische Aussage.<\/p>\n\n\n\n<p>Als konkrete Personen sind aber alle Menschen empirisch ungleich, ausgenommen eineiige Zwillinge bei ihrer Geburt. \u00dcber dieser Ungleichheit zucken Rechte die Achseln oder erfreuen sich ihrer. Wenn linksmotivierte, christliche oder andere Metaphysiker dagegen auf einer Menschengleichheit beharren, meinen sie gar nicht die empirisch vorfindbaren, wirklichen Menschen. Sie behaupten alle Menschen seien gleich in Bezug auf eine angebliche Eigenschaft. Diese nennen sie Menschenw\u00fcrde und verstehen unter ihr wiederum nicht, ob eine Person sich w\u00fcrdig verh\u00e4lt, ob man sie entw\u00fcrdigt oder ob sie wom\u00f6glich erst ein F\u00f6tus ist, seiner selbst noch gar nicht bewu\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Rechtes Denken bejaht den grundgesetzlichen Schutz der Menschenw\u00fcrde vollauf, weil er dem Staat verbietet, sie einem Menschen zu nehmen und ihm aufgibt, sie zu sch\u00fctzen. Schutz der pers\u00f6nlichen W\u00fcrde und Ehre sind rechte Herzensanliegen. Rechte ben\u00f6tigen dazu aber keinen christlichen oder sonst metaphysischen Seelenglauben. Als historisch denkende Menschen wissen sie nur zu gut, da\u00df Folterknechte einem Opfer den Rest seiner W\u00fcrde nehmen konnten, wobei speziell die metaphysisch Inspirierten unter ihnen das auch noch mit gutem Gewissen vollbrachten, etwa um einen Teufel aus ihrem gequ\u00e4lten Opfer auszutreiben oder einen verstockten Ketzer zum Gest\u00e4ndnis zu bringen. \u00dcber ein solches, wirklichkeitsnahes Verst\u00e4ndnis menschlicher W\u00fcrde geht aber fundamentalistische Dogmatik weit hinaus und versteigt sich bis in Quisquilien, ob ein Recht auf einen eigenen K\u00fchlschrank oder Freikarten f\u00fcrs Bordell unabdingbar seien, ein menschenw\u00fcrdiges Dasein zu gew\u00e4hrleisten. \u201eDie These, menschliche W\u00fcrde oder Selbstentfaltung m\u00fcsse unter den Bedingungen materieller Entbehrungen leiden,\u201c kann aber zum Beispiel \u201eauf der Basis christlich-asketischer Grunds\u00e4tze nicht ohne weiteres einleuchten und kommt in concreto der Auffassung gleich, der Einzelne solle zum Konsum von Waren f\u00e4hig sein, um als ganzer Mensch gelten zu d\u00fcrfen.\u201c<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Allen Extremisten gemeinsame Denkstrukturen sind der zur Intoleranz f\u00fchrende Normativismus als Glaube an transzendente oder uns immanente Sollensvorschriften, das Ableiten eines ideologischen Gedankengeb\u00e4udes aus einer verabsolutierten Zentralnorm, die fanatische Unterordnung des eigenen Ichs und des Lebens anderer Menschen unter eine fixe Idee und der universalistische Geltungsanspruch im Namen eines Wertes, an dessen Wesen die ganze Welt genesen soll. Nur diese rein deskriptive Betrachtung ohne mitgebrachtes wertendes Vorurteil eignet sich dazu, eine &#8222;extremistische&#8220; Denkstruktur nicht nur beim jeweils Andersdenkenden zu entdecken. Diesem Irrtum unterliegt dagegen jeder, der seine subjektive Wertentscheidung objektiviert.<\/p>\n\n\n\n<p>Extremismus ist \u00fcberall, wo irgendein Wert verabsolutiert und zur alleinigen Grundlage einer in sich geschlossenen Ideologie gemacht wird. Das Ideologische besteht dann darin, da\u00df Glaubensgewi\u00dfheit an die Stelle skeptischer Zur\u00fcckhaltung tritt. Nur diese Skepsis als strukturelles Merkmal rechten Denkens ist imstande, auch den eigenen Standpunkt zu analysieren, zu relativieren und gegebenenfalls neuer Erkenntnis anzupassen. Ein Extremist, der das nicht \u00fcber sich bringt, glaubt allenfalls pseudorechts an bestimmte Denkinhalte, denkt aber nicht strukturell rechts.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vortrag auf dem Kongre\u00df der GfP am 31.8.2024.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. im einzelnen Kalinowski, Harry H., Rechtsextremismus und Strafrechtspflege, 2.Aufl. 1986, Hrg. Bundesministerium der Justiz, S.2 f.2.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> Armin Pfahl-Traughber, Linksextremismus in Deutschland, 2.Aufl. 2020, S.18 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Julika Rosenstock, Vom Anspruch auf Ungleichheit, \u00dcber die Kritik am Grundsatz bedingungsloser Menschengleichheit, gedruckt mit freundlicher Unterst\u00fctzung des Zentrums f\u00fcr Antifeminismusforschung der Technischen Universit\u00e4t Berlin, gef\u00f6rdert durch die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, 2015, S.24.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Panajotis Kondylis, Der Niedergang der b\u00fcrgerlichen Denk- und Lebensform, Die liberale Moderne und die massendemokatische Postmoderne, 1991, ISBN 3-527-17773-6, S.190.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das rechte Weltbild als Befreiungsphilosophie gegen die Herrschaftsideologien[1] Die proto-rechte Denkstruktur&nbsp; und das rechte Weltbild 1. 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