Auch Häßliches zu schaffen, blieb uns Menschen vorbehalten. Wir können das Schöne aber vom Häßlichen unterscheiden. Die antiken Künstler, allen voran die Griechen, strebten nach dem Ideal der Schönheit. In ihren Skulpturen und den ebenbürtigen Schöpfungen Leonardo da Vincis und Michelangelos erlangte dieses Schönheitsideal unsterbliche Geltung. Die Künstler suchten geradezu nach den Gesetzmäßigkeiten, die das Schöne schön und das Häßliche häßlich erscheinen lassen.
Wir sollten die Frage umdrehen: Nicht warum ausgerechnet Schönes arterhaltenden Wert hat und sich evolutionär durchsetzt, lautet die richtige Frage, sondern: Lassen uns unsere eigene Entstehung und unsere Eigenart zwangsläufig bestimmte Formen und Farben schön und andere häßlich scheinen?
Unser Schönheitssinn hat sich mit unserer eigenen Evolution entwickelt und bezieht sich auf unser eigenes Selbst. Wir können nicht anders, als "Schönes" schön finden, weil unser sensibeler Schönheitssinn selbst ein Teil jener gemeinsamen Entwicklung des Lebendigen aus kleinsten Anfängen ist.
Was wir schön und häßlich finden, messen wir unbewußt an unserem innersten Selbst. Goethe sagte: "Wär nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt' es nicht erblicken." So tragen wir den Sinn für Schönheit in uns, sonst könnten wir außerhalb unserer selbst keine Schönheit finden.
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