Flügelt ein kleiner, blauer Falter ...
Heimatforschung Fürstenhagen
 
Einheimische Falter des Weserberglandes
Hesperiidae - Dickkopffalter
Carterocephalus palaemon - Gelbwürfeliger Dickkopffalter
Rand
 
 

Wir müssen schon genau hinschauen. Türgroße Plakate in manchen Amtsstuben fordern, wir sollten "nicht wegsehen". Vorher müssen wir aber erst einmal das genaue Hinsehen wieder lernen.

Den kleinen Dickkopffalter, ein Kind unserer Wiesen und Gebüschränder, kennen viele nur darum nicht, weil unsere Ohren tagtäglich vom Lauten zugedröhnt werden und unsere Augen nur noch das Große und Grelle bemerken. Dabei brauchen wir uns nur einmal still auf eine Wiese - keinen Rasen! - zu setzen und die Maßstäbe wieder zurechtzurücken.

Ja! Da sitzt er schon zwischen Ehrenpreis und Gänseblümchen auf einem Spitzwegerichblatt: ein Dickkopffalter. Ein lebhaftes Kerlchen, ihn hält es nicht lange am selben Fleck. Und fliegt er erst im Sonnenlicht niedrig über die Wiese, verlieren wir ihn nur zu schnell aus den Augen.

 

Foto: K.Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 5.5.2007
 

Seine Art braucht unseren besonderen Schutz. Seine Raupen fressen hochwachsende Gräser wie Pfeifengras. Nur dauerhaft ungemähte Randstreifen an Wald- und Gebüschsäumen lassen ihnen die nötige Zeit, sich über Winter in einem eingerollten Grashalm zusammenzuspinnen, bis die Frühlingssonne sie weckt. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, verpuppt sie sich am Boden.

Von ihm ähnlichen kleinen Verwandten läßt sich der Gelbwürfelige Dickkopffalter oft nur in Ruhe, vielleicht gar mit Brille oder Lupe, unterscheiden. Um alle Arten biologisch korrekt bestimmen zu können, empfiehlt sich oft der Blick in eine Belegsammlung.

 


Foto: K.Kunze, Eberhausen, 4.6.2016

Weiterführend:
Lepiwiki
Verbreitungskarte

 
Carterocephalus palaemon
Foto: K.Kunze, Eberhausen, 21.5.2016

 

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