Flügelt ein kleiner, blauer Falter ...
Heimatforschung Fürstenhagen
 
Einheimische Falter des Weserberglandes
Hesperiidae - Dickkopffalter
Ochlodes sylvanus - Rostfarbiger Dickkopffalter
Rand
 
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Von einem Tag auf den anderen waren sie alle da: Gestern noch niemand, heute schwirrte es am Bachrand von Dickkopffaltern.

Senkrecht warteten die Puppen in ihrem gesponnen Versteck zwischen Grashalmen, einen Winter lang und den halben Frühling. Als hätten sie eine innere Uhr, waren die Falter am 26. Mai da. Selbst in ihrer Puppenhülle verfügt das Tier über feine Sinnesorgane, die bei bestimmter Temperatur die Reife und das Schlüpfen des Falters steuern.

Betrachten wir auf unserer Großaufnahme den Kopf des Kleinen, können wir auch den Namen seiner Familie - Dickkopffalter - gut verstehen und werden sie in Zukunft erkennen. Wenn wir ihn nahe genug sehen:

Sehen kann unseren Winzling vielleicht nur der Fachmann mit seinem Fachauge. Wenn es hier und da dunkelorange aufblitzt und so etwas großes wie ein Mensch zum Schauen nähertritt, ist der Falter schneller weg als man ihm nachblicken kann.

Hat ein Pärchen sich gefunden, umschwirren und umkreisen sie einander wie Staubkörner in einer Windhose.

 

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Foto: K.Kunze, Eberhausen 18.6.2016
 

Unser Knirps ruht sich aus. Er hat eine witzige Eigenart, die Flügel zu halten. Dadurch fängt er ein Höchstmaß von jedem Sonnenstrahl: Die Hinterflügel bleiben weit aufgeklappt, die Vorderflügel aber klappt er nur zu 45 Grad an. Beide Vorderfügel stehen dann zueinander in ungefähr rechtem Winkel.

Auf den dunklen Strich auf dem Vorderflügel ist der Kleine stolz, er ist das Zeichen seiner männlichen Würde. Keineswegs ist er nur eine Zeichnung, sondern besteht aus Duftschuppen.

Die Raupe lebt an Gräsern wie der Fieder-Zwenke, dem Wiesen-Knäuelgras und anderen Gräsern.

 

 

 

 

 

Die Art Ochlodes sylvanus [ESPER 1777] ist identisch mit Ochlodes venatus [BREMER & GREY 1853]: Lepiwiki

 

Foto: K.Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 16.6.2011

 

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