Flügelt ein kleiner, blauer Falter ...
Heimatforschung Fürstenhagen
 
Einheimische Falter des Weserberglandes
Noctuidae - Eulen
Hypeninae
Hypena proboscidalis - Nessel-Schnabeleule
Rand
 
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Sind Schmetterlinge Abbilder?

Zweifellos suchen Falter des öfteren etwas gänzlich Uninteressantes abzubilden. Unsere Schnabeleule möchte ein heruntergefallenes, vertrocknetes Blatt abbilden. Solche Täuschungen lohnen sich in der Evolution. Wer lecker ist, sollte unauffällig bleiben. Seit Äonen wurde als erster von Feinschmeckern wie Vögeln weggepickt, wer am meisten auffiel.

Sind Schmetterlinge aber vielleicht auch Abbilder von etwas Körperlosem, Geistigen? Manche altgriechischen Philosophen hielten alles Irdische für bloßes Abbild von Überirdischem, Meta-Physischem. Sie stellten sich Ideen jenseits des Körperlichen vor, transzendente Urbilder, die allem Irdischen voraus- und zugrunde liegen sollen.

Unsere Schnabeleule sieht wie ein Dreieck aus, sogar fast wie ein gleichschenkliges. Ahmt sie ein platonisches Urbild nach? Möchte sie ein ideales Dreieck nachahmen?

Wir glauben, daß solche wolkigen Ideen unseren Faltern böse Unrecht tun. Dieser hier ist wirklich, einzig und ganz konkret da. Wir könnten ihm einen Eigennamen geben, zum Beispiel Bosci. Nichts berechtigt uns, ihn für ein schlechtes Abziehbild eines "Idealfalters", oder eines Dreieckes oder irgendeiner anderen philosophischen Idee zu halten.

Am Anfang war Bosci, waren alle bestimmten Individuen, die einen Eigennamen tragen könnten. Nur unser sortierender, vergleichender, katalogisierender Menschenverstand benötigt Schubladen und immer höhere Abstraktionsebenen und Ideen, um sich in der Fülle der Welt zurechtzufinden. Die Ideen sind nur in unseren Köpfen, selbst so hübsche Ideen wie die Idee vom Schmetterling an sich - unserem Traumfalter -.

 

Foto: K.Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 10.6.2016
 

Die Schnabeleule ist in den verschiedensten Lebensräumen zuhause. Ihre grüne Raupe frißt Brennesselarten.

Der Falter ist auffällig und leicht zu erkennen an seinen schnabelartig vorgestreckten Palpen. Wir erkennen es auf dem Bild ähnlich einer vorgestreckten langen Nase. Die Anatomie eines Schmetterlingskopfes ähnelt unserer nicht. Augen sind Augen, das ist noch einfach. Eine Nase gibt es nicht, der Geruchssinn steckt in den Fühlern. Diese sind keineswegs zum Fühlen da. Im zweiten Fühlerglied steckt ein weiteres Sinnesorgan, das Johnstonsche Organ, mit dem der Falter Schall- und Erschütterungsreize aufnimmt.

 

 

 

 

 
Hypena proboscidalis
Foto: K. Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 20.5.2007
 

Die Palpen gehören zu den Körperteilen des Kopfes, die am ehesten dem Mund entsprechen. Auch in ihnen befinden sich Sinneszellen zur Aufnahme chemischer Reize, sogenannte Kontaktchemorezeptoren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biologisch weiterführend zur Schnabeleule:
Lepiwiki

 

Foto: K.Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 10.6.2016

 

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