Flügelt ein kleiner, blauer Falter ...
Heimatforschung Fürstenhagen
 
Einheimische Falter des Weserberglandes
Satyridae - Augenfalter
Melanargia galathea - Schachbrett oder Brettspiel
Rand
 
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Zweifellos ist der Schachbrett-Falter älter als das älteste Brettspiel. Als die Inder oder Perser vor Zeiten das Schachspiel erfanden, waren die schwarz-weißen Felder und Kästchen schon eine uralte Schmetterlingstradition. Hatte einst ein Schachbrett-Falter die Idee der Brettspiele aufgebracht? Sind Falter die Urväter von Gambit und Königsindisch, Rochade und Schachmatt?

Viele Ideen, das versichern uns Archäologen, sind viel älter als die Altertumsforscher noch vor hundert Jahren glaubten. Unsere Ahnen kannten schon vor Jahrtausenden den Lauf der Gestirne so gut wie die Ägypter. Vergnügten sie sich nach frommer Himmelsscheiben-Andacht mit kniffligen Brettspielen?

Zeitung und Fernsehen kannten sie nicht. Entzündeten sie die Feuer ihrer Phantasie an bunten Schmetterlingen. Sicher maßen sie auch Schmetterlingen eine Seele zu. In der Frühzeit der Religionen glaubten die Menschen, Bäume, Blumen, Falter, sogar Quellen seien beseelt. Wer jemals einen Schmetterlingen mit Kinderaugen betrachten und über seiner Schönheit die Welt vergessen konnte, möchte das auch gern glauben.

Vielleicht nicht für Quellen, nicht undbedingt für Schnecken und Geziefer, bestimmt aber für Schmetterlinge gilt: Wenn es überhaupt Seelen gibt, können sie in unserer sterblichen Welt nicht schöner auftreten denn als Schmetterlinge. -

 

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Foto: Klaus Kunze, Scheden 1.7.2007
 

Der Schachbrett-Falter kommt im Weserbergland ausnahmsweise vor. In Fürstenhagen und die anderen Walddörfern verirrt er sich selten. Zu feucht-kühl ist das Klima für die von ihm bevorzugten Pflanzen. Hier hat er sich in 30 Jahren Beobachtungszeit das erste Mal am 27. Juni 2011 einer sehen lassen.

Wenige Kilometer östlich, auf der Ostseite des Bramwaldes, hat er aber bei Eberhausen ein Vorkommen. Er liebt ungedüngten, blumenreichen Magerrasen, Glatthaferwiesen oder trockene Böschungen und Dämme. Seine Raupen fressen Gräser.



Gut getarnt

Foto: Klaus Kunze, Fürstenhagen (Bramwald) 27.6.2011

 

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Melanargia galathea

Foto: Gerhard Hager, Ungarn, Neusiedlersee, 17.6.2007

 

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