Aus: Klaus Kunze, Mut zur Freiheit (1998), S. 29–41

Die Gedanken sind frei

Das Wagnis der Willensfreiheit

Entscheidungsfreiheit ist immer ein Wagnis, das glücken oder mißlingen kann. Je nach moralischem oder nicht moralischem Standpunkt gilt dieselbe Handlung als gerechtfertigt oder als Verbrechen. So war die versuchte Ausrottung der Juden aus religiöser Sicht ein Verbrechen satanischer Größe. Die Ingenieure der Vernichtung dagegen sahen sie offensichtlich als eine Art Ungezieferbeseitigung an und meinten in ihrem normativen Übereifer, die Welt vom Bösen an sich zu säubern - ihrem "Bösen". Die Nationalsozialisten waren nämlich ausgeprägte Normativisten und Ideologen: Sie suchten "ein metaphysisches Wahnsystem in die Wirklichkeit umzusetzen" 55 durch Vernichtung der Juden als Inkarnation des metaphysisch Bösen und die Herrschaft der Arier als Inbegriff des Höheren. Treu normativistisch leiteten sie aus dem Sein des biologischen Fressen-und-Gefressenwerdens das Sollen der Ausmerzung des Lebensuntauglichen und Minderwertigen ab.

Weil die normative Gläubigkeit an die geschichtliche Sendung des Führers und die Unfehlbarkeit seiner Befehle als Entscheidungsdenken mißverstanden wurde, mußten die Nationalsozialisten ausgerechnet als Argument gegen den Dezisionismus herhalten: Nach Bekanntwerden und unter dem frischen Eindruck von Euthanasie und Judenverfolgungen erlebte der seit Nietzsche vertrocknende und absterbende Moralismus in Deutschland eine Auferstehung. 1958 veröffentlichte Krockow eine anti-dezisionistische Streitschrift, einen modernen Anti-Machiavell gewissermaßen, mit dem er die dezisionistischen Teufel Schmitt, Jünger und Heidegger ein für allemal austreiben und die freien Geister bannen wollte. Den letzten und tiefsten Sündenfall sieht er so: "Der Mensch kann versuchen, nicht nur die ihm vorgegebenen Ordnungen durch bewußte Orientierung an universalen Normen umzuformen, sondern alle transzendenten Normierungen überhaupt abzuwerfen, um sich einzig auf sich selbst, das Wagnis und die Würde seiner je eigenen Entscheidung zu stellen.... Aber auch die Last der Existenz müßte aufs äußerste zunehmen. Denn nach Abwurf aller autoritativen Bindungen fände der Mensch sich, normativ gesehen, in ein 'Nichts' gestellt. Und es ist nur zu verständlich, wenn er, verzweifelnd an diesem Experiment mit der Freiheit, panikartig flüchtet zu jeder überlegenen Macht, die sich nur irgend als bindende, die Entscheidung abnehmende anbietet." 56 - Freiheit ist eben nichts für schwache Herzen.

Ein Argument für die seinsmäßige Wirklichkeit der hinter Krockows Sündenlehre stehenden religiösen Ideen ist durch den Hinweis auf die Gefährlichkeit der Freiheit nicht gewonnen. Auch wird sich am Genuß der Freiheit nicht hindern lassen, wer alle Moral für konventionelle Übung hält. Wie ein roter Faden zieht sich durch die Religionsgeschichte die Angst, mit Gott auch Sitten und Moral abzuschaffen. Wer nicht in der Furcht des Herrn lebt, lautet das letzte Argument aller Moralphilosophen, wird nicht nur frei zum Guten, sondern auch zum Bösen.

Doch kann es ein ernsthaftes Argument sein, es müsse Moral geben, weil es nicht sein dürfe, daß es sie nicht gibt? "Es gibt kein gebräuchlicheres und gleichzeitig verwerflicheres Verfahren," verwahrte sich schon Hume, "als in philosophischen Streitfragen zu versuchen, die Widerlegung einer Ansicht durch den Vorwand ihrer gefährlichen Folgen für Religion und Sittlichkeit zu erreichen."57 Nicht in erster Linie die Moral müßten wir erfinden, wenn es sie nicht gäbe, sondern die Freiheit. Vor die bewußte Wahl gestellt, frei zu sein ohne Moral oder moralisch ohne Freiheit, pflegen Menschen gewöhnlich die Freiheit zu wählen. Die zentrale Stellung des Begriffs der Entscheidung", erkennt Krockow richtig, "ist keine zufällige. Denn darin, daß der Mensch sich entscheiden kann, liegt seine Würde; indem er sich entscheidet - oder der Entscheidung ausweicht - trägt er Verantwortung. Wir rechnen ihm zu. Wenn die Möglichkeit der Entscheidung verdeckt oder geleugnet wird, wenn der Mensch nur als Werkzeug über ihn hinweggreifender Mächte verstanden wird, dann entfällt auch jede Möglichkeit, ihm Würde zuzuerkennen."58

Aber nicht unsere Wertschätzung der Freiheit ist ausschlaggebend, sondern die evidente Erfahrung, daß wir die Entscheidungsfreiheit tatsächlich haben. Schon Ockham sah die Freiheit als eine durch Vernunftgründe nicht beweisbare Erfahrungstatsache an. Es gibt keine Beobachtungen, mit denen diese Erfahrung widerlegt werden könnte. Der Wille ist der nicht kausal aus sich selbst ableitbare Kern jedes "Voluntarismus". Nietzsche hat das dichterisch hübsch einmal so ausgedrückt, "wir freien Geister" hätten einen "Überschuß an freiem Willen"59, aufgrund dessen wir uns unsere Normen selbst schaffen. Als postulierter Kern seines Denkens ist der freie Wille dem Dezisionisten selbst unmittelbar evident. Einem La Mettrie, der die Menschen für Maschinen hielt, unfähig zum freien Willen und ihren Trieben unterworfen, würde er nur kühl antworten: "Daß du keinen freien Willen hast, glaube ich dir gern, aber zweifele bitte nicht an meinem." So gesehen sind wir nicht nur zur freien Entscheidung berechtigt; sondern auch "verurteilt": Das Wertbewußtsein determiniert den Menschen nicht, "sondern läßt ihm Spielraum, für oder gegen den gefühlten Wert zu entscheiden. Hier also liegt der Punkt seiner Freiheit, und zugleich die Begrenzung seiner Freiheit. Er ist zur Entscheidung gezwungen; es ist nicht für ihn entschieden. Er muß entscheiden." 60

Es ist müßig, wenn Moralisten über die Sündhaftigkeit räsonieren oder die Entscheidungsfreiheit theoretisch anerkennen - der Würde wegen - sie aber mit einem spitzfindigen Taschenspielertrick gleich wieder in der Versenkung verschwinden lassen: "Sicher kannst du dich frei entscheiden, aber angesichts der schlimmen Erfahrungen, wohin das alles führen kann, sollst du dich natürlich für ein Leben entscheiden, daß ich für moralisch oder gottgefällig halte." So versteht der naturrechtliche Normativist unter sittlicher Autonomie ausdrücklich nicht, der Mensch dürfe "das sittlich und rechtlich Seinsollende selbst (autonom) setzen." Er soll sich vielmehr "in freier Selbstverantwortung" zu einem Gesollten entschließen, "das ihm in den Grundzügen vorgegeben ist." 61 Soll das Freiheit sein? "Alles, was Sollenscharakter hat, kann ebendeswegen nicht Freiheitscharakter tragen." 62 Auch Schopenhauer hat es als "handgreiflichen Widerspruch" durchschaut, "den Willen frei zu nennen und doch ihm Gesetze vorzuschreiben, nach denen er wollen soll: - »wollen soll!« - hölzernes Eisen!"63 Nein, es gibt nur eine Freiheit, und das ist die ungeteilte ganze. Wer sie will, kann sie sich nehmen, und wer sie verschmäht, besitzt sie dennoch.

Der Mensch eine Maschine?

Darwin hatte den Menschen in einen stammesgeschichtlichen Zusammenhang gestellt. Später wurde nachgewiesen, daß wir eine ganze Reihe instinktiver Verhaltensabläufe mit unseren tierischen Ahnen und den heutigen Primaten gemein haben. Daraufhin tat sich eine merkwürdige Allianz zusammen und verkürzte die Ergebnisse der Verhaltensforschung auf diejenigen Instinkthandlungen und funktionalen Abläufe, die uns angeboren sind. Den einen Flügel dieser Allianz bildeten diejenigen Moralisten, welche die ganze Anthropologie mit der Behauptung in Mißkredit bringen wollten, sie reduziere den Menschen auf ein Tier, das gar nicht moralisch handeln müsse und könne, weil es nur auf angeborene Schlüsselreize reagiere. Auf diese Weise entschuldige die Verhaltensforschung die Aggression und jedes andere unmoralische Verhalten und müsse deshalb abgelehnt werden. Den anderen Flügel der Allianz bilden bezeichnenderweise jene philosophisch und nicht naturwissenschaftlich inspirierten Anthropologen, die gerade das tatsächlich glauben und daraus gesellschaftspolitische Schlüsse ziehen möchten. Diese Schlüsse führen zu politischen Modellen, die der Freiheit des einzelnen keinen Stellenwert einräumen, weil er angeblich sowieso nur schlimme Sachen machen und sich nie von seinen Instinkten befreien könne. Das könne nur durch strenge Aufsicht staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen verhindert werden. Kurz: Der Mensch sei an sich böse, und deshalb müsse er streng beaufsichtigt werden.

Dieses Vorurteil: die Biologie erkläre den Menschen zum Spielball angeborener Verhaltensprogramme, ist schier unausrottbar.64 Tatsächlich dagegen betont die Verhaltensforschung, daß die Fähigkeit zur freien Willensentscheidung keineswegs von stammesgeschichtlich ererbten Instinkten ausgeschlossen wird. Im Gegenteil: er wird durch sie überhaupt erst frei. Jeder kennt die anschaulichen Beispiele der Verhaltensforschung, zum Beispiel weibliche Formen als "Auslösereiz" für männliches Sexualverhalten, das berühmte "Kindchenschema" - also große Augen, Stubsnase und hohe Stirn - als Auslöser für Brutpflegeverhalten, auf den wir bei Kätzchen so sicher ansprechen wie bei Kindern, und viele andere. Niemand aber muß auf den "Auslöser" hin das angeborene Verhaltensprogramm ablaufen lassen. Es bildet nur die jederzeit durch den Willen korrigierbare Basis unseres Verhaltens. Wir müssen uns nicht ständig bewußte Gedanken über alles und jedes machen, weil ein Teil unseres täglichen Verhaltensrepertoires instinktiv abrollt. Niemand muß erst nachdenken, ob er einen Bekannten auf der Straße beim Grüßen anlächelt. Das besorgt ein angeborenes Verhaltensprogramm für ihn, wenn - ja wenn - er das Lächeln nicht willentlich unterdrückt, was er jederzeit kann. Gerade diese Verhaltensprogramme entlasten uns. Sie halten uns durch ihre Funktionen den Kopf frei für die Gedankengänge und Entscheidungen, die wir bewußt treffen wollen.

Die moderne Naturwissenschaft hat auch die intuitive Vermutung bestätigt, daß grundlegende Moralvorstellungen, die sich bezeichnenderweise in allen menschlichen Kulturen finden, auf der Arterhaltung dienenden Verhaltensprogrammen beruhen. Daß ich ein hilflos am Straßenrand liegendes, weinendes Kleinkind aufnehme und beschütze, ist nicht erst Gebot der Moral: Ich könnte den zwingenden Drang dazu kaum unterdrücken. Dieser Drang ist genetisch in mir fixiert. "Aus evolutionstheoretischer Sicht... hat sich alles, was wir heute als moralisch oder unmoralisch ansehen, allmählich entwickelt und dient in erster Linie dem Überleben. So wie die Verhaltensforschung einen entscheidenden Beitrag zu einer Naturalisierung des (menschlichen) Denkens und Erkennens leistet, so leistet sie analog dazu also auch einen wichtigen Beitrag zu einer Naturalisierung der Moral."65 Doch wenn auch "unser gesamtes moralisches wie auch kognitives Verhalten evolutiv durch Mutation und Selektion entstanden ist und somit in unseren Genen verankert ist", gehört zu unserem Verhaltensrepertoire auch die freie Entscheidung gegen die angestammte Moral. Es sind nämlich durchaus "beide Fähigkeiten, also sowohl das Aufstellen eines hohen ethischen Gebots wie auch das situationsbedingte Durchbrechen eben desselben, in verschiedensten Varianten in unseren Genen angelegt." 66 Wir können darum den Forschungsergebnissen der Genetik, der Soziobiologie und der Hirnforschung zwar glauben, welche Gehirnregionen bei welchen Gefühlen aktiv sind, welche zwischenmenschlichen Situationen sie auslösen und warum ein genetischer Code für moralanaloge Handlungen der Arterhaltung dient. Daß aus diesem empirischen Sein ein normatives Sollen folge, sagt uns die Biologie aber ausdrücklich nicht. Es bleibt eine "irrige Vorstellung,... man könnte irgend etwas normativ Verbindliches aus der Biologie ableiten."67 Sie erklärt uns nicht zu genetisch determinierten Sklaven unserer Triebe, und nimmt uns weder die Last der freien Entscheidung ab noch die Lust auf diese Freiheit.

Die dezisionistische Theorie wäre falsch, gäbe es uns anbefohlene Normen aus irgendeinem Ideenhimmel. Es wäre aber auch ein entscheidender Einwand gegen ihre Richtigkeit, unsere Biologie ließe uns für freie Willensentscheidungen keinen Raum. Vielleicht hätte uns gar ein Gott geschaffen: mitsamt einer unveränderlichen genetischen Anlage zum moralisch "Guten"? Das wäre wahrlich ein Deus ex machina durch die Hintertür. - Doch "keine Angst!", beruhigt uns wieder die Biologie, "die Evolutionstheorie hat gerade auch für dieses starke menschliche Bedürfnis bestens vorgesorgt, denn was sie feststellt, ist nichts anderes, als daß ein jeder lebender Organismus, von der unscheinbarsten Amöbe bis zum gescheitesten aller Affen, die von allen äußeren Einflüssen gänzlich unabhängige Freiheit besitzt, auf die Umwelt so zu reagieren, wie es seinem Wesen nach am klügsten und, bis auf den heutigen Tag, am bewährtesten ist.... Wer das einmal verstanden hat, wird die Erforschung des Phänomens Leben nicht mehr als bloß materialistisch geistlose Biologie betrachten. Aus einer vermeintlichen Fremdbestimmung durch antropomorph bösartig anmutende selbstsüchtige Gene, die uns arme 'Vehikeln' wie maschinenhafte Marionetten gleichsam schicksalhaft dirigieren, wird in dieser erweiterten evolutionären Perspektive eine autonom unabhängige Selbstbestimmung eines jeden Lebewesens, realisiert durch sein kognitiv selbstorganisatorisches Genom."68

Es kann also überhaupt keine Rede davon sein, die Naturwissenschaft stelle den Menschen als eine Art Pawlowschen Hund dar, der willenlos seinen Trieben unterworfen sei. Sie betont vielmehr mit Gehlen, daß er von Natur aus ein Kulturwesen und nicht ein nur triebhaftes Wesen ist. Jeder weiß, daß wir uns bewußt gegen instinktive Antriebe wehren und diese völlig unterdrücken können, wenn wir uns für ein Weltbild entschieden haben, das den einen oder anderen Antrieb zur Untugend oder Sünde erklärt. Die frühchristlichen Säulenheiligen verneinten bewußt ihren angeborenen Trieb, in Gemeinschaft mit anderen zusammenleben. Spätere Mönche und Nonnen entschieden sich für ein Leben ohne Partnerbindung und Familie. Wer die Verhaltensforschung oder die Soziobiologie nur halb zur Kenntnis nimmt und die angeborene Fähigkeit zum freien Willen leugnet, hat Schwierigkeiten mit der Deutung solchen Verhaltens und kann es allenfalls als irgendwie gestört oder krankhaft erklären.

Gerade Lorenz als Wegbereiter der vergleichenden Verhaltensforschung wird nicht müde, in Anlehnung an die Kategorienlehre Nicolai Hartmanns die Unterschiedlichkeit des Menschen gegenüber der ihn umgebenden Natur zu betonen. Jeweils die höhere Seinsschicht weist alle Grundmerkmale der niedrigeren auf, geht aber kategorial über sie hinaus. Es ist also falsch, ein Haus sei nichts als Steine oder eine Stadt nichts als Häuser. Es ist ebenso falsch, ein Mensch sei nichts als ein Tier oder ein Tier nichts als ein Haufen von Körperzellen. Wie es unsere Eitelkeit nicht beleidigt, daß wir Beine haben - obwohl Frösche auch Beine haben - darf es uns auch nicht kränken, daß wir ererbte Verhaltensprogramme gemeinsam haben mit unseren nahen tierischen Anverwandten. Was uns von ihnen unterscheidet, ist unsere Fähigkeit, diesen Programmen nicht zu folgen kraft der geistigen Leistung des freien Willens. Das Denken - der sogenannte Geist - kann nicht unabhängig über unserer physiologischen Beschaffenheit schweben, überlagert diese aber kategorial. Das hat entscheidende Auswirkungen auf die Kausalität: Hartmann hatte betont, die Ontologie müsse die äußere Wirklichkeit phänomengerecht beschreiben. Wir dürfen danach keinem Ereignis oder Phänomen Seinskategorien zuschreiben, die ihm nicht innewohnen. Lorenz folgt Hartmann und weist die zwangsläufigen Fehlschlüsse auf, die bei Verstößen gegen die Regeln phänomengerechter Kategorial- und systemgerechter Kausalanalyse eintreten müssen. Solchen Fehlschlüssen waren jene Deterministen aufgesessen wie La Mettrie und Schopenhauer:

La Mettrie hatte den Menschen für "nichts als" eine Maschine gehalten69 und meinte, sein Verhalten anhand der Regeln der Mechanik erklären zu können: "Wenn ich Gutes tue oder Böses, wenn ich am Morgen tugendhaft bin und lasterhaft am Abend; immer liegt der Grund in meinem Blut. Es macht mich heiter, ernst, unternehmungslustig oder übermütig.... Es kann langsam fließen oder schnell, stocken oder sich zersetzen. Und davon, ob es diesen oder jenen Weg nimmt, hängen meine Gedanken ab, die im Mark meines Gehirns gebildet und in meine Nerven eingespeist werden, hängt ab, ob ich etwa in einem Park nach rechts oder links abbiege. Dennoch glaube ich hinterher, eine 'freie' Wahl getroffen zu haben - und bin stolz auf meine 'Freiheit'. Doch auch die freiesten unserer Handlungen gleichen den genannten. Wir sind einer unausweislichen Determination unterworfen, aber wir wollen auf keinen Fall Sklaven sein! Welche Narren sind wir doch!"70 Gerade ebenso führt Schopenhauer alles Verhalten zurück auf äußere Gründe und Motive unseres Handelns und auf unseren angeborenen Charakter. Beides zusammen determiniere vollständig unsere konkreten Entscheidungen: "Wie jede Wirkung in der unbelebten Natur ein notwendiges Produkt zweier Faktoren ist, nämlich der hier sich äußernden allgemeinen Naturkraft und der diese Äußerung hier hervorrufenden einzelnen Ursache; gerade so ist jede Tat eines Menschen das notwendige Produkt seines Charakters und des eingetretenen Motivs. Sind diese beide gegeben, so erfolgt sie unausbleiblich."71

Welche Ziele das im einzelnen sind, hängt natürlich auch von seiner Erziehung, Indoktrination und Gewöhnung an kulturelle Normen ab. Die grundsätzliche Fähigkeit zur freien Wertentscheidung wird aber nicht dadurch ausgeschlossen, daß sich viele lieber für das Vertraute entscheiden; ebensowenig durch die Erfahrung, daß manche Leute mit ihrem freien Willen so wenig anzufangen wissen wie ein Nichtschwimmer mit seinen Gliedmaßen, die ihn zum Schwimmen an sich befähigen. Wer sich selbst Ziel, Maß, Wert und Sinn zumißt, ist frei. Der Mensch ist der einzige nachweisbare Träger dieses Vermögens.

La Mettrie und Schopenhauer leiten unzulässigerweise die Regeln für das höhere System des menschlichen Geistes aus denjenigen her, die nur für niedere Systeme gelten. "Es ist hier der Fehler der Gebietsüberschreitung" begangen. 72 Wenn "ein radikaler Mechanizismus das ganze Weltgeschehen mit den Geschehenskategorien der klassischen Mechanik erklären" will, würden deren Gesetzlichkeiten dazu einfach nicht ausreichen. "Wenn der Mechanizist gleichzeitig die höheren Eigengesetzlichkeiten vernachlässigt oder gar leugnet, durch die sich die höheren Schichten von den tieferen absetzen und über sie erheben, so entsteht der leicht einzusehende, aber schier unausrottbare Fehler der Grenzüberschreitung »nach oben«. Alle sogenannten »Ismen«, wie Mechanizismus, Biologismus, Psychologismus usw., maßen sich an, die für die höheren Schichten kennzeichnenden und ihnen allein eigenen Vorgänge und Gesetzlichkeiten mit den Geschehenskategorien der tieferen zu erfassen, was einfach nicht geht"73

Zwar beruht alles organische Leben auf anorganischer Chemie. Es unterliegt deren Regeln, aber es geht in seinen Eigengesetzlichkeiten weit über sie hinaus. Aus dem Anorganischen folgte bloß die Möglichkeit der Entstehung von Leben. Das Anorganische war notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für das Leben. Hinzutreten mußten optimale physikalische Bedingungen und der Zufall, der in unserem Sonnensystem Leben nur auf der Erde zuließ. Der Zufall ist der akausale Motor der Evolution, und die Selektion arbeitet kausal an seinen Produkten. 74 Sie brachte aus dem Anorganische das Leben mit seinen biologischen Eigengesetzlichkeiten hervor, und dieses wieder das geistige Leben. Seine Gesetze schließen jede Reduktion eines Willensentschlusses auf bloß chemische, mechanische oder instinktgebundene Kausalität aus.

Das Denken hat den Menschen zum Bewußtsein seiner selbst geführt und reflektiert sich selbst - das ist neu. In seiner praktisch unzertrennbaren Einheit von Denken, Fühlen und Wollen bildet der Mensch ein System höherer Art. Systeme höherer Integrationsebene sind aber aus einem niedrigeren nicht deduzierbar.75 "Jeder höhere Determinationstypus ist dem niederen gegenüber durchaus neue Formung, die sich über ihm erhebt": ein "kategoriales Novum". 76 Es bildet ein neues Gesamtsystem eigener Art mit aufeinander bezogenen Subsystemen, eine höhere Einheit, ein eigenes Funktionssubjekt: eine Gestalt. Um ein höchst entwickeltes System handelt es sich bei der Ganzheit des menschlichen Ichs, die sich zuweilen mehr ihres Willens und zuweilen mehr ihrer Vernunft bedient. Es ist prinzipiell nicht kausal vorhersehbar, welchen konkreten Inhalt ein menschlicher Wille und welchen Inhalt ein Denkprozeß haben wird - auch wenn Herrn Schopenhauer "der Verstand stille steht" bei der Vorstellung, hier das "absolut Zufällige" am Werke zu sehen.

Die menschliche Persönlichkeit und ihr Wille bilden ein höheres "System", dessen Gesetzlichkeiten sich aus denen ihrer biologischen oder chemischen Grundlage grundsätzlich nicht deduzieren lassen. Wohl gehorcht unserer Körper den Gesetzen aller Chemie, wohl bewegen sich unsere Gliedmaßen mechanisch, wohl sind unsere physiologischen und psychischen Bedürfnisse kausal erklärbar: Und doch stehen wir als Persönlichkeit über diesen Kausalitäten der niederen Seinskategorien. Worin - wenn nicht in der Freiheit und Verantwortlichkeit - könnte das Wesen des Menschen sonst bestehen? Was am Menschen chemisch ist, unterliegt den Regeln der Chemie. Was an ihm mechanisch ist, unterliegt den Gesetzen der Mechanik. Was an ihm organisch ist, unterliegt den Regeln der Biologie und der Medizin. Dem allen unterliegt aber nicht das geistige Sein des Menschen. Das Höhere baut auf dem Niederen auf, nicht umgekehrt. "Darum gibt es keine Personalität und keine Teleologie ohne Bewußtsein, kein Bewußtsein ohne organisches Leben, kein organisches Leben ohne kausales Naturgefüge..., keine Kausalmechanik ohne mathematische Gesetzlichkeit, kein mathematisches Sein ohne ontologisch primäre Grundverhältnisse."77

Das menschliche Denken bildet ein höheres Funktionssystem und unterliegt spezifischen Eigengesetzlichkeiten. Diese Persönlichkeit stellt ein unteilbares Ganzes dar von Körper, Denken, Fühlen, Erkennen und Wollen. Diese sind menschliche Fähigkeiten und Tätigkeiten, aber nicht das "Wesen des Menschen" oder "Dinge an sich". Eine Person sei nur Verstand oder nur Geist oder nur Wille, ist so absurd wie die Behauptung, das eigentliche Wesen des Autos sei der Motor oder sei das Lenkrad oder sei das Fahren. Alle komplexen Gebilde höherer Ordnung beziehen alle Komponenten der niederen Ordnungen in sich ein und assimilieren sie in ihr Wesen. 78 - Weder mit den Gesetzen der Mathematik, der Mechanik, der Chemie, der Anatomie oder der Medizin allein sind darum die Abläufe vorherzusagen, die im menschlichen Verstande stattfinden. Daher lassen diese sich auch nicht rückwärtsblickend kausal aus jenen erklären. Der Wille kann nicht auf den ererbten Charakter eines Menschen und auf ihn einwirkende Reize reduziert werden. Die heutige Vorstellung von den Grenzen des Kausalen erlaubt es durchaus, uns den Willen wie auch den Verstand vorzustellen als wirklich frei, als nicht kausal determiniert, als System höherer Art. Es bewegt sich bewußt in der chaotischen Sphäre des Zufalls und instrumentiert das bloß Kausale in finaler Voraussicht. -

Doch beherrschen unsere Instinkte nicht praktisch doch? Ist frei, wer dem Sexualtrieb unterworfen, der Aggression und vielen anderen Instinkten? Konrad Lorenz als Naturwissenschaftler hat immer wieder betont, wie sehr teleonome Verhaltensweisen in allen Kulturen als wertvoll betrachtet werden, asoziale dagegen als wertwidrig. Sie ähneln einander auffallend auch im Vergleich der historischen Epochen. Wir werden keine Kultur und kein historisches Volk finden, das nicht die Mutterliebe als idealen Wert verklärt hat. Entsprechende Befunde lassen sich für eine Vielzahl von Werten erheben und von ihren antithetischen Spiegelbildern: den Unwerten. Wir können geradezu Tugendkataloge aufstellen, die Tugenden und Untugenden kategorisieren und eine "Wertetafel" errichten. Aus diesen Übereinstimmungen zieht Lorenz den Schluß, daß unsere Werturteile Verhaltensweisen mit arterhaltendem Nutzen stabilisieren. Am Beispiel der Mutterliebe ist das unmittelbar einsichtig. Ohne mütterliche Liebe und Aufopferungsbereitschaft wären wir Menschen vermutlich als Art ausgestorben. Liegen Werten also so etwas wie Instinktprogramme zugrunde, und: Könnten wir sie, "bloß instinkthaft festgelegt", noch für wertvoll halten? In welcher Beziehung stehen sie letztlich zu unserem Willen?

Die treibende innere Kraft, etwas als wertvoll oder gerecht einzuschätzen, ist immer ein Gefühl. 79 Ein Wertgefühle hat jeder. Es ist wesentlicher Bestandteil unserer seelischen Erlebniswelt. Die gefühlsmäßigen Grundmöglichkeiten beruhen auf schon vormenschlichem Erbe: Wer einen Hund besitzt, würde keinen Augenblick daran zweifeln, daß dieser Freude und Angst empfinden kann. Manche menschlichen Gefühle, Handlungen, Ursituationen und Ereignisse kehren immer wieder. Zu ihnen gehören Hunger und Durst, Freude und Leid, Leben und Tod, Liebe und Haß. In diesen Gegenüberstellungen zeigt sich bereits eine Abstraktion. Eine weitere Abstraktionsleistung ist es, angenehme Phänomene als für uns gut und unangenehme als für uns böse zusammenzufassen. Vermutlich können wir gar nicht anders werten: Zwischen dem uns Zuträglichen und der Wertung gut sowie dem uns Abträglichen und der Wertung böse besteht ein natürlicher Zusammenhang.

Grundsätzlich genauso werten wir auf höheren Abstraktionsstufen: Wir fassen Gegenstände wie Schwert und Spieß unter Sammelbezeichnungen wie "Waffe" zusammen, menschliche Lebenslagen und Verhaltensweisen wie Streit oder Freundschaft, und das natürliche Verlangen nach wertender Einordnung erklimmt mit uns immer höhere Gipfel der Abstraktion, bis wir komplexe Interaktionsformen und Ordnungsideen wie Bolschewismus oder Faschismus für uns werten: nach demselben Prinzip, demselben Grundbedürfnis, uns zu orientieren und eine Richtschnur für unser Verhalten zu finden: Das Abträgliche räumen wir beiseite oder gehen ihm aus dem Wege; das Zuträgliche suchen wir auf oder führen es herbei. Das Risiko eines Irrtums oder einer unzulässigen Verallgemeinerung, die Gefahr des Absturzes, steigt allerdings von Abstraktionsgipfel zu Abstraktionsgipfel. Mit dem Grad der Verallgemeinerung nimmt aber der Realitätsgehalt ab: "Mein Dackel Waldi" ist allemal realer als ein gedachter "Dackel schlechthin". Dackel im allgemeinen als bösartige Wadenbeißer zu bezeichnen ist daher riskanter, als "meinen Waldi" so zu beurteilen. Je abstrakter wir den Gegenstand unserer Wertung fassen, desto geringer ist der Grad seiner Realität; und je abstrakter notgedrungen unsere Wertung in gut oder böse wird, desto weniger hat sie mit der Wirklichkeit zu tun.

Wir wollen uns also nur mit größter Vorsicht dem Phänomen der auffallenden Übereinstimmung von Grundwerten in allen Kulturen nähern. Lorenz hat sicher Recht: Wir können nicht anders, als ein bestimmten Grundbedürfnissen und Standardsituationen entsprechendes Verhalten als gut und ein abweichendes Verhalten als böse zu bewerten. Die Bereitschaft, einen Grundkatalog unverwechselbarer Gefühle zu erleben, gehört zu einem offenbar "arterhaltenden sinnvollen System des menschlichen Gesellschaftslebens", ist also teleonom.80 Arterhaltenden Wert in den unvordenklichen prähistorischen Zeitläuften hatte es für unsere Vorfahren sicherlich, immer komplexere Vorgänge als gut oder böse zu werten. Das mag vor allem dem Sozialverhalten zugute gekommen sein, dessen Funktionieren dem Zusammenhalt von Familien- und Stammesverbänden galt. Als gut galten bis in historische Zeit und gelten in den meisten heutigen Kulturen soziale Grundtugenden: Die Mutterliebe, die Freundestreue, die Hilfsbereitschaft, die Aggressionsbereitschaft gegenüber Angreifern und andere mehr. So mauserten sich bestimmte die Gemeinschaft stützende Verhaltensweisen von instinktiven Verhaltensprogrammen zu geradezu archetypischen Sozialtugenden. Auf grobe Verstöße gegen diese "Normen des sozialen Verhaltens sprechen wir daher - Lorenz zufolge - mit einer ganz anderen Gefühlsqualität an. Der Mörder und der rücksichtslose Terrorist lösen Gefühle des Grauens und der Empörung aus. Wir empfinden sie als Unmenschen, aber keineswegs als verächtlich oder »gemein«." Auch das Rechtsgefühl soll auf phylogenetisch programmierten Anlagen beruhen, deren Funktion es sei, der Infiltration durch asoziale Artgenossen entgegenzuwirken. Der "amerikanische Rechtsphilosoph Peter H. Sand und ebenso Albert Ehrenzweig kamen aufgrund vergleichender Untersuchungen des Gruppenprojekts der Cornell Universität 'Common Core of Legal Systems' zu der bemerkenswerten Meinung, daß das Rechtsempfinden des normalen Menschen in angeborenen Programmen verankert sei." So könnte sich erklären, daß wir "auf grobe Verstöße gegen die Normen des sozialen Verhaltens" mit besonderer Gefühlsqualität ansprechen.81

Auf diesem schwankenden Boden allein werden wir aber keine komplexen politischen Ordnungsvorstellungen bauen können. Nur daß eine soziale Ordnung nicht stabil sein wird, die unmittelbar auf ursprünglichen sozialen Unwerten aufbaut, dürfte nicht zweifelhaft sein. Das Wissen um ein angeborenes Bedürfnis, die Welt in gut und böse zu sortieren, hilft uns inhaltlich nicht weiter; ebensowenig die Einsicht, daß es natürliche gute soziale Tugenden und böse Untugenden gibt, also soziale und asoziale Verhaltensmuster. Die Stammesgeschichte kann uns lehren, mit welchen Gefühlen und Vor-Wertungen wir voraussichtlich auf solche zwischenmenschliche Situationen reagieren könnten, die für das Lebensumfeld steinzeitlicher Sammler- und Jägerhorden typisch waren. Wir dürfen diese Werthaltungen, soweit sie tatsächlich angeboren sind, aber nicht unkritisch und unreflektiert für die moderne Massenkultur übernehmen. Je komplexer eine Frage sozialer Wertung ist, und je weiter sie sich von den archetypischen Fragestellungen vorgeschichtlicher Zeiten entfernt, desto größer ist die Gefahr, durch "instinktive" Wert-Vorurteile in eine Sackgasse gelenkt zu werden. Zu den wirklich brennenden Zeitfragen sagt uns die Stammesgeschichte gar nichts: Müssen wir Organhandel aus ethischen Bedenken verbieten? Wie stehen wir zur Invitro-Fertilisation? Dürfen wir bis zu einem bestimmten Schwangerschaftsmonat abtreiben, oder handeln wir unmoralisch? Angeborene teleonome Wert-Vorurteile können uns da nicht helfen. Sollen wir vielleicht unsere Haltung zur Frage der Todesstrafe für Frauen- oder Kindermörder nur von der Antwort abhängig machen, die unser Gefühl uns gibt?

Wie alle angeborenen Verhaltensprogramme unterliegt letztlich auch das natürliche Wertempfinden dem Vorrang der Willensfreiheit. Nur sie kann uns helfen, bei einander widersprechenden Antworten des angeborenen Moralempfindens eine ethische Abwägung vorzunehmen. Wenn "natürlicher Wert" gegen "natürlichen Wert" streitet und unser Gefühl hin- und hergerissen ist, fangen die Probleme nun einmal erst an. Im Konfliktsfall müssen wir uns über den einen oder den anderen Wert hinwegsetzen können. Diese Entscheidung wird vielleicht bei einer Frau anders ausfallen als bei einem Mann, bei einem Ledigen anders als bei einem Familienvater, und bei einem Leistungsstarken anders als bei einem Leistungsunfähigen. Im Angebot des stammesgeschichtlich Ererbten findet fast jeder, was er sucht und braucht. Es kann sich auch jeder über sein Empfinden des sozialen Gut und Böse hinwegsetzen, wenn er nur will. Diese Erfahrung dürfte noch niemandem an sich selbst verborgen geblieben sein. Auch für die Geltung derjenigen Normen, die das "natürliche Wertempfinden" uns eingibt, können und müssen wir uns zunächst frei entscheiden.

Werte sind in uns entstehende Vorstellungen und Sollensnormen, die ihre Existenz unserem zweckgerichteten Willen verdanken; nicht etwa unterliegen wir dem ihren. "Die Ohnmacht der Werte ist," wie Hartmann formulierte, "die Bedingung der Macht der Menschen. Durch sie gewinnt er den Spielraum seiner Freiheit, wird ein der Zurechnung fähiges Wesen. Und damit erst wird er ein sittliches Wesen - ein Wesen, dessen Verhalten moralisch 'gut' oder 'böse' ist."

Anmerkungen

  1. 55 Safranski, Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? S.136 ff.
  2. 56 Krockow, Die Entscheidung, S.4.
  3. 57 Hume, Eine Untersuchung, 8.Abschitt, 2.Teil, S.125.
  4. 58 Krockow, Die Entscheidung, S.2.
  5. 59 Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, Nr.44.
  6. 60 Hartmann, Die Metaphysik der Probleme, S.25.
  7. 61 Weinkauff, Der Naturrechtsgedanke..., NJW 1960, 1689 (1693).
  8. 62 Hartmann, Ethik, S.760.
  9. 63 Schopenhauer, Werke Bd.4, § 53, S.124.
  10. 64 Eibl-Eibesfeldt, Wider die Mißtrauensgesellschaft, S.22.
  11. 65 Franz M. Wuketits, Die Entdeckung des Verhaltens, Darmstadt 1995,S.159.
  12. 66 Adolf Heschl, Das intelligente Genom, Berlin 1998, S.333, 334. Der Autor ist Geschäftsführer des Konrad Lorenz Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung in Altenberg.
  13. 67 Adolf Heschl, a.a.O., S.324.
  14. 68 Adolf Heschl, a.a.O., S.352.
  15. 69 La Mettrie, Der Mensch als Maschine, S.77; ders.: Über das Glück, S.12 f., 71.
  16. 70 La Mettrie, Über das Glück, S.66 f. [109].
  17. 71 Schopenhauer, Über die Freiheit des menschlichen Willens, Ethik, Werke Bd.7, III 4. S.89.
  18. 72 Vgl. Hartmann, Ethik, S.656; ders. ausdrücklich gegen La Mettrie S.678.
  19. 73 Lorenz, Die Rückseite des Spiegels, S.61, vgl.Hartmann, Ethik, S.797.
  20. 74 Monod, Zufall und Notwendigkeit, S.110.
  21. 75 Lorenz, Die Rückseite des Spiegels, S.55.
  22. 76 Hartmann, Ethik, S.667, 598.
  23. 77 Hartmann, Ethik, S.681.
  24. 78 Hartmann, Ethik, S.797.
  25. 79 Ebenso Hartmann, Die Metaphysik der Probleme, S.22, Tammelo, Zensur durch die Toten, S.76.
  26. 80 Lorenz, Der Abbau des Menschlichen, S.113.
  27. 81 Lorenz, Zitate in diesem Textabsatz aus: Der Abbau des Menschlichen, S.122 f.; Die acht Todsünden, S.62,66.