Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Altbergel-Altottag (= Bergel, Ottag)    

Grundherrschaft:

1245: Bistum Breslau; 1376: (Nieder-)Ottag bischöfliches Tafelgut; 1376: Domherren des Hedwigsstifts; (Berg Ottag =) Bergel weiterhin bischöflich; 1783: "Bergel, gehört dem Dohmkapitul zu Breslau; Ottag, gehöret dem Stiftamte Brieg". 1819: Bergel: Domainen-Amt Kottwitz; Ottag: Briegsches Stifts-Amt; 1830: Bergel: Königliches Rentamt Ohlau; Erbpacht: verwitwete Frau Obrist von Schmettau; Ottag: Königliches Rentamt Ohlau, „doch eigentlich gehörig zum Stifts-Amt Brieg. 1845: "Bergel: Königlich; [mehrere] Besitzer, zinsen dem Rent-Amt Ohlau; sonst Tafelgut des Fürstbischof in Breslau. Ottag: Königlich (zum Stifts-Amt Brieg); Gemeinde zinst dem Rent-Amt Ohlau".

Namen: bis 1925 Bergel und Ottag: Bergel: 1375 Ober Ottag, später Berg Ottag, - Ottag: 1245 Otok, Othoc inferior, 1376 Nieder-Ottag, 1397 Otak, 1420 Ottok.
Polnisch: nach 1945: Stary Gornik und Stary Otok
Ortsgründung: Bergel: slawisch; keine Bauernansiedlung; bischöfliches Vorwerk. - Ottag: alte slawische Fischersiedlung
Dorfform: Bergel: Straßendorf, fiedrig fortgebildet. - Ottag: Wegedorf, leiterförmig ausgebaut
Amtsbezirk: Ohlau, früher Jeltsch
Standesamtsbezirk: Ohlau
evangelische Kirche: Ohlau
katholische Kirche: Ohlau
Entfernung von Ohlau: 4 km
Eisenbahnstation: Ohlau
Koordinaten (Bergel): 50° 57’ 42,1149’’ N; 17° 20’ 28,1838’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 127,96 m, Platte 127,07 m

 

1564:
10 Gärtner, darunter 1 Scholz.
1783:
Bergel: 1 Vorwerk, 24 Gärtner- und 3 Häuslerstellen, 128 Einwohner; „sprechen deutsch und polnisch“, „bauen etwas weniges Tabak an“; Ottag: 1 Schulhaus.10 Bauernstellen und 29 andere Häuser, 267 Einwohner; „der Religion und Sprache nach untermengt; sie bauen etwas Tabak“.
1819:
Bergel: 1 Schloß, 2 Kretschams, 8 Freigärtner-, 4 Dreschgärtner- und 20 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, insgesamt 36 Feuerstellen (Haushalte); 259 Einwohner (113 männlich, 146 weiblich; 46 Lutheraner, 213 Katholiken). Hierzu: Eichkretscham. Ottag: 1 Kretscham, 9 Bauergüter, 4 Freigärtner- und 28 Freihäuslerstellen, insgesamt 42 Feuerstellen (Haushalte); 206 Einwohner (140 männlich, 166 weiblich; 253 Lutheraner, 53 Katholiken).
1830:
Bergel (Gornik): 43 Häuser, 1 Erbpachtgut, 1 herrschaftliches Vorwerk, 388 Einwohner (ev. 66), ev. und kath. zu Ohlau, 1 kath. Schule. Hierzu: Eichkretscham (einzelnes Haus). Ottag: 55 Häuser, 1 Freischoltisei, 339 Einwohner (kath. 58), ev. und kath. zu Ohlau, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer.
1845:
Bergel: (Gornik): 1 katholische Schule, 1 Erbpachtgut, 1 Brauerei, 1 Brennerei, Eichkretscham bei Grüntanne, 1 Kaffeehaus; 46 Häuser, 398 Einwohner (104 ev.); 10 Handwerker und Händler; Bienenzucht und Tabaksbau; Ottag: (Otok): 1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule, 1 Wirtshaus, 56 Häuser, 373 Einwohner (66 katholisch); 4 Handwerker; 262 Rinder, Bienenzucht.
1871:
Bergel: 54 Wohngebäude,  93 Haushaltungen, 406 Einwohner (davon 264 ortsgebürtig; 188 männlich, 218 weiblich; 122 ev., 284 kath.); auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Grüntanne, Anteil Bergel 6 und 35, Lorenzgut 1 und 9, Ziegelei 1 und 8. Ottag: 71 Wohngebäude, 114 Haushaltungen, 514 Einwohner (davon 408 ortsgebürtig; 247 männlich, 267 weiblich; 395 ev., 76 kath., 43 sonstige Christen).
1885:
Bergel: Flächeninhalt 368 ha, davon Ackerland 285 ha, Wiesen 43 ha, Holzungen 6 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 22,72 Mark/ha, von Wiesen 32,90 Mark/ha, von Holzungen 6,27 Mark/ha. 4 Wohnplätze mit 57 Wohngebäuden, 96 Haushaltungen und 491 Einwohnern (davon 227 männlich, 264 weiblich; 185 Evangelische, 306 Katholiken). Auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Grüntanne, Anteil Bergel 6 und 50, Lorenzgut 1 und 8, Ziegelei 1 und 12. Ottag: Flächeninhalt 379 ha, davon Ackerland 308 ha, Wiesen 34 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 21,03 Mark/ha, von Wiesen 27,81 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 86 Wohngebäuden, 127 Haushaltungen und 555 Einwohnern (davon 280 männlich, 275 weiblich; 467 Evangelische, 88 Katholiken).
1895:
Bergel: 53 Wohnhäuser, 90 Haushaltungen, 442 Einwohner (davon 209 männlich, 233 weiblich; 160 evangelisch, 282 katholisch); Gesamt-Flächeninhalt 369,3 ha Auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Grüntanne, Anteil Bergel 6 und 47, Lorenzgut 2 und 22, Ziegelei 2 und 15. Ottag: 84 Wohnhäuser, 121 Haushaltungen, 538 Einwohner (davon 264 männlich, 274 weiblich, 467 evangelisch, 71 katholisch); Gesamtflächeninhalt 377,1 ha.
1905:
Bergel: 58 Wohnhäuser, 105 Haushaltungen, 475 Einwohner (Muttersprache: deutsch 471, polnisch 1, andere 2); Gemarkungsfläche 365,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,61 Mark/ha; auf den Wohnplatz Ziegelei entfallen: 2 Häuser, 11 Einwohner. Ottag: 75 Wohnhäuser, 110 Haushaltungen, 481 Einwohner (alle 481 mit deutscher Muttersprache); Gemarkungsfläche 329,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 22,50 Mark/ha.
1925:
Altbergel-Altottag: 5 Wohnplätze, 79 Wohnhäuser, 117 Haushaltungen, 522 Einwohner (davon 264 männlich, 258 weiblich; 315 evangelisch, 205 katholisch); Flächengröße 1931: 1022,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 22,41 RM/ha.
1935:
Altbergel-Altottag 508 Einwohner.
1939:
Altbergel-Altottag 119 Haushaltungen, 454 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Artelt (9), Benke, Biallas, Bienek, Birke, Blaschke, Blasche, Blaseg (2), Blasek (2), Bochnig, Cisnik (2), Dorinek, Elsner, Engel, Fliege, Gärtner, Görlitz, Haja, Hartmann (2), Hayn, Hermann, Hoffmann, Howansky, Huld, Kaintzik, Kalder (2), Kias, Kienitz, Klinnert, Klonz, Klose, Knispel, Knobloch (3), Knotz, Koschlig, Koschny, Koy, Kuhr (2), Kürz (2), Laude, Loch (4), Melzer, Menzel (2), Michael, Mochner (2), Muche, Neumann (3), Niebisch (4), Pohl, Polaczek, Pollok, Raabe, Reich, Rinke, Ronge (2), Salosny (2), Sambale, Schicha (2), Schlape, Schnelle, Scholz (2), Schreiber, Schubert (2), Schulz (3), Seichter, Skowronnek, Sopora, Spindler, Stiller (3), Thomas (2), Tietze, Triebsch (2), Trompke, Urban, Vetter, Weise, Wende, Werner (2), Wilk, Zappe. 

Literatur:

Felscher, Gedenktafel für Ferdinande von Schmettau; in: Schlesische Chronik, 6. Jahrgang, Nr. 12 vom 15.3.1913, S. 288.

Hermann Bürger, Bürger aus Minken, Steindorf, Bischwitz und Bergel, Kr. Ohlau, sowie in Hamburg; in: Archiv ostdeutscher Familienforscher, 1. Band, Nr. 17 (1956), S. 166-168.

Theodor Artopé, Ferdinande von Schmettau. Ein deutsches Frauenleben [in Bergel]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1958, S. 9 f., 12/1958, S. 5, 1/1959, S. 9, 2/1959, S. 5 f., 3/1959, S. 5 f., 4/1959, S. 5 f.

Rudolf Gleiß, Eine Busennadel der „Ferdinande von Schmettau“ [aus Bergel]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1960, S. 9.

Wincenty Urban, Katalog Archiwum Archidiecezjalnego we Wroclawiu, Lublin 1965; [darin Akten betreffend die katholische Kirche von Stadt und Kreis Ohlau; nach Gemeinden alphabetisch geordnet]; z. B.: auch Bergel.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Ottag (später Altottag) 7/1966, S. 5.

Walter Hayn, Der alte Altottager Glockenturm; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1984, S. 23.

Wilhelm Hayn, Winterfreuden daheim in Altottag; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1987, S. 25.

Hans-Dieter Speck, Gedenken an Ferdinande von Schmettau [aus Bergel]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1989, S. 9.

Beschreibung des Ohlauschen Kreises [nach: Friedrich Albert Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Brieg 1783]: Laskowitz, Minken, Ottag, Paperwitz, Peisterwitz, Quallwitz, Rodeland, Steindorf, Trattaschine, Zelline; Heimat­bl. Strehl./Ohlau 3/1995, S. 5 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 25, 30 und 119.

Günter Leder, Man gab Gold für Eisen – Ferdinande von Schmettau opferte ihr Haar; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2013, S. 2, und 4/2013, S. 2 f.

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