Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Beckern

Grundherrschaft:

1293: Jakob (Schulze von Laskowitz); 1360-1391: Weldche von Pritticz; 1391: Heinrich und Johann Thome (Ohme?); 1734, 1755: Johann Anton Graf von Sau(e)rma; 1819, 1830 und 1845: Gustav Graf von Saurma-Jeltsch auf Jeltsch

 

Namen:
Beckern, 1305 Peckir, 1364 "Bekkern"
Polnisch:
nach 1945: Piekary
Ortsgründung:
1293 als herzogliche Dienstmannensiedlung zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform:
Angerdorf
Amtsbezirk:
Jeltsch
Standesamtsbezirk:
Jeltsch
evangelische Kirche:
Markstädt (= Laskowitz)
katholische Kirche:
Fünfteichen (= Meleschwitz) Kr. Breslau
Entfernung von Ohlau:
12 km
Eisenbahnstation:
Markstädt-Beckern (seit 1909)
Koordinaten (Beckern): 
51° 2' 16,2834'' N; 17° 22' 23,0181'' Ö
Höhe über Meeresspiegel: 
Trigon. Punkt: Pfeiler 136,98 m, Platte 136,09 m

 

1293:
20 Hufen, mehrere Stellen mit Bäckern, Köchen und Brauern besetzt.
1783:
1 Vorwerk, 19 Bauern [Beckern bis 31.12.1817 zum Landkreis Breslau gehörig].
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 19 Bauergüter, 2 Freigärtner-, 9 Dreschgärtner- und 12 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 1 sonstige Feuerstelle, insgesamt 49 Haushalte; 391 Einwohner (191 männlich, 200 weiblich; 373 Lutheraner, 18 Katholiken).
1830:
61 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Freischoltisei, 398 Einwohner (kath. 9), ev. Kirche zu Laskowitz, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, kath. Kirche zu Minken, 1 Ziegelei.
1845:
2 Vorwerke, 1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule; 62 Häuser, 492  Einwohner (18 katholisch); Bienenzucht und Leinbau.

1871:

Landgemeinde: 59 Wohngebäude, 118 Haushaltungen, 557 Einwohner (davon 382 ortsgebürtig; 255 männlich, 302 weiblich; 530 evangelisch, 27 katholisch); Gutsbezirk: 4 Wohngebäude,16 Haushaltungen, 82 Einwohner (davon  30 ortsgebürtig; 37 männlich, 45 weiblich, 67 evangelisch, 15 katholisch). Auf den Wohnplatz Ziegelei entfallen: 1 Haus, 8 Einwohner.
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 638 ha, davon Ackerland 508 ha, Wiesen 107 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 12,14 Mark/ha, von Wiesen 10,18 Mark/ha, von Holzungen 5,00 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 61 Wohngebäuden, 115 Haushaltungen und 505 Einwohnern (davon 230 männlich, 275 weiblich; 473 Evangelische, 31 Katholiken, 1 Jude). Gutsbezirk: Flächeninhalt 291 ha, davon Ackerland 278 ha, Wiesen 0 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 10,07 Mark/ha, von Holzungen 2,35 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 4 Wohngebäuden 18 Haushaltungen und 81 Einwohnern (davon 37 männlich, 44 weiblich; 60 Evangelische, 21 Katholiken). Auf den Wohnplatz Ziegelei entfallen 1 Wohngebäude und 8 Einwohner.
1895:
Landgemeinde: 54 Wohnhäuser, 107 Haushaltungen, 465 Einwohner (davon 218 männlich, 247 weiblich; 438 evangelisch, 27 katholisch); Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 18 Haushaltungen, 89 Einwohner (davon 44 männlich, 45 weiblich, 79 evangelisch, 10 katholisch). Auf den Wohnplatz Ziegelei entfallen: 1 Haus, 13 Einwohner.
1905:
Landgemeinde: 60 Wohnhäuser, 101 Haushaltungen, 447 Einwohner (Muttersprache deutsch 445, deutsch und eine andere Sprache 2); Gemarkungsfläche 657,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 12,50 Mark/ha; Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 15 Haushaltungen, 88 Einwohner (Muttersprache: deutsch 67, polnisch 17, eine andere Sprache 4); Gemarkungsfläche 262,6  ha; Grundsteuer-Reinertrag 12,19 Mark/ha.
1925:
70 Wohnhäuser, 132 Haushaltungen, 563 Einwohner (davon 285 männlich, 278 weiblich; 487 evangelisch, 66 katholisch); Flächengröße 1931: 868,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 12,54 RM/ha.
1935:
584 Einwohner.
1939:
155 Haushaltungen, 540 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Johannes Graf von Saurma-Jeltsch.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Abend, Agunte (3), Begander (3), Biewald (2), Bochnig (6), Brockel, Buhr (2), Dams, Damzog, David, Dittrich, Erlebach (2), Felke, Fischer, Formenko, Förster, Fröhlich, Frost, Gayk, Gerlach (5), Glufke, Grabis, Grabolle, Grosser (3), Grubert, Hanke, Hanuschek, Harmuth, Haya, Hentschel, Hippe, Hoffmann, Horn, Jantosch, Jaskosch, Kalusche, Karl, Kilian, Kirsch (2), Knappe, Kittlas (2), Kleinert (3), Klose, Knies, Kochanek, Kosok, Kupke (3), Lachmann (3), Langner, Lehnert (2), Löffler, Marschallek, Marzog, Maskos (3), Mende (2), Menzel, Michler, Mierswa (5), Morawe (2), Pförtner, Philipp, Pietsch, Pollak, Raabe, Remann, Richter (2), Riedel (2), Ruhm (2), Sabel (4), Sandmann, Schlag (3), Scholz (2), Schunke, Schwarz (2), Schwitalla, Slotta (2), Smude, Speer (3), Srowig (2), Stahr, Steiner, Subirge, Theuer, Tille, Thiel, Thomas (2), Tinzmann (3), Ucko, Walloschek, Wabnik, Werner, Wieloch (3), Wielsch, Wiezoreck (3), Winter, Woitas (3), Wuttke (2), Zedler.

Rittergutsbesitzer 1937:

Johann Ernst Graf von Saurma-Jeltsch.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Beckern 11/1965, S. 16.

Gustav Glow, Die Grodken [bei Beckern]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1991, S. 19.

Annemarie und Matthias Marks, Familie Tinzmann [in] Beckern, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2001, S. 30 f.

Matthias und Annemarie Marks, [Luftbild vom 1.2.1945 von Beckern, Klein und Groß Eichau, Markstädt, Quallwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2006, S. 27 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 29.

Wie es früher in Beckern und Umgebung aussah, von G. Glow im Heimatkalender für Stadt und Kreis Ohlau 1928, S 126; in: Heinz Quester, Aus der Geschichte von Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien, Alfter 2010 (Beiheft 3 zu Günther/Quester, Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien von den Anfängen bis 1945, 3 Bände: 1982, 1988, 2003); hier S. 338.

Werner Luckow, Ahnenforschung in den Laskowitzer Kirchenbüchern; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/2011, S. 2-3; ergänzend: 4/2012, S. 19..


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