Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Bischwitz mit Celline 

Grundherrschaft:

1265 Celcisco oder Celche, durch Bischof Thomas I. von Breslau zu deutschem Recht ausgesetzt; 1561 Herzog; 1783 „Bischkowiz, Bischwiz, gehöret den Amte Olau“. 1819: Bischwitz und Celline: Grundherrschaft Domainen-Amt Ohlau. 1830: Bischwitz: Krakauer, Czelline: E. Krickener. 1845: Bischwitz: Königliches Rent-Amt Ohlau, „sonst fürstbischöfliches Hofrichter-Amt Breslau“. Zelline: Kretschmer Gottlieb Gebauer zu Lampersdorf (1841 erkauft); „Gemeinde zinsbar dem Rent-Amt Ohlau“.

 

Namen: Bischwitz („über der Oder“, „jenseit[s] der Oder“); 1305 Biscopitz (von lat. episcopus = Bischof), 1471 Byscupitz, Byschkowitz, 1783 Bischkowiz, Bischwiz. - Celline, Czelline oder Zelline
Polnisch: nach 1945: Biskupice (Olawskie)
Ortsgründung: Bischwitz nach 1945: Biskupice Olawskie; 1245 Celche, 1265 Celcisce, 1268 Czelasse, 1305 Stelsiche, 1471 Celisse. - Celline Cielinia (?)
Dorfform: Bischwitz Angerdorf, Celline Gutssiedlung
Amtsbezirk: Minken
Standesamtsbezirk: Minken
evangelische Kirche: Minken
katholische Kirche: Fünfteichen (= Meleschwitz) Kr. Breslau
Entfernung von Ohlau: 18 km
Eisenbahnstation: Bischwitz (seit 1909)
Koordinaten (Bischwitz):  50° 49’ 47,6004’’ N; 17° 12’ 23,1883’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel:  Trigon. Punkt: Pfeiler 145,24 m, Platte 144,35 m

 

1604:
Bischwitz: 2 Frei- und 23 Zinshufen; 12 Bauern; Celline: nur Schäferei.
1743:
Bischwitz: 17 Bauernstellen; Celline: 1 Freigärtner, 4 Dreschgärtner.
1783:
Bischwitz: 17 Bauern-, 13 Gärtner- und 9 Häuslerstellen, 259 Einwohner, meist evangelisch, „reden deutsch und polnisch“, 1 evangelisches. Schulhaus; Celline: 1 Vorwerk, 8 andere Häuser, wenige Einwohner, „reden mehr polnisch als deutsch“.
1819:
Bischwitz: 1 Kretscham, 11 Bauergüter, 4 Freigärtner-, 9 Dreschgärtner- und 14 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 26 sonstige Feuerstellen, insgesamt 66 Haushalte); 391 Einwohner (184 männlich, 207 weiblich; 350 Lutheraner, 41 Katholiken). Celline: 4 Dreschgärtner-, 2 Freihäuslerstellen, 1 dienstbare Häuslerstelle, 2 sonstige Feuerstellen, insgesamt 9 Haushalte; 55 Einwohner (32 männlich, 23 weiblich; 49 Lutheraner, 6 Katholiken).
1830:
Bischwitz: 72 Häuser, 388 Einwohner (kath. 53), kath. und ev. zu Minken, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, 1 königliche Unterförsterei. Czelline („oder Celline, auch Zelline“): 9 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 67 Einwohner, alle evangelisch; ev. und kath. zu Minken.
1845:
Bischwitz: 1 königliche Unterförsterei, 1 evangelische Schule; 68 Häuser, 574 Einwohner (52 katholisch), 20 Handwerker und Weber; Bienenzucht und Leinbau. Hierzu: Kolonie Bischwitz mit 4 Stellen. Zelline: 1 herrschaftliches Vorwerk, 10 Häuser, 72 Einwohner (5 katholisch); 1 Viktualienhändler, 1 Zimmermann; 445 Merinoschafe.
1871:
98 Wohngebäude, 175 Haushaltungen, 770 Einwohner (davon 599 ortsgebürtig; 356 männlich, 414 weiblich; 714 evangelisch, 53 katholisch, 3 jüdisch). Auf Colonien entfallende Häuser und Einwohner: Baruthe 6 und 40, Celline 10 und 81.
1885:
Flächeninhalt 813 ha, davon Ackerland 627 ha, Wiesen 136 ha, Holzungen 11 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 13,32 Mark/ha, von Wiesen 10,57 Mark/ha, von Holzungen 2,35 Mark/ha. 4 Wohnplätze mit 101 Wohngebäuden, 167 Haushaltungen und 735 Einwohnern (davon 339 männlich, 396 weiblich; 675 Evangelische, 60 Katholiken). Auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Baruthe 6 und 39, Dorf Celline 6 und 39, Gut Celline 2 und 14.
1895:
77 Wohnhäuser, 145 Haushaltungen, 659 Einwohner (davon 316 männlich, 343 weiblich; 612 evangelisch, 47 katholisch). Auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Baruthe 6 und 41, Dorf Celline 7 und 34,Gut Celline 2 und 35.

1905:

94 Wohnhäuser, 128 Haushaltungen, 596 Einwohner; Muttersprache (deutsch: 596) Gemarkungsfläche 814,5 ha; Grundsteuer-Reinertrag 11,73 Mark/ha. Auf Nebenwohnplätze entfallende Häuser und Einwohner: Baruthe 9 und 49, Dorf Celline 10 und 87,Gut Celline 4 und 51.
1925:
4 Wohnplätze, 103 Wohnhäuser, 164 Haushaltungen, 697 Einwohner (davon 315 männlich, 382 weiblich; 603 evangelisch, 45 katholisch); Flächengröße 1931: 796,5 ha, Grundsteuer-Reinertrag 12,07 RM/ha.
1935:
660 Einwohner.
1939:
193 Haushaltungen, 652 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Rittergut, zur Majoratsherrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Alex (4), Anlauf, Aulig, Berger, Biallas, Bieberbach, Birne, Brix (3), Brode, Bruckert, Bürger (3), Büttner, Dindas (2), Dziallas, Fischer (2), Friemel, Fruhner, Fuhrmann (2), Gawlig, Gierig, Giernoth, Glaser, Glatz (3), Griebsch, Griesch, Gritzke, Görlitz (2), Groß, Günther, Haase (3), Hensel, Hentschel (3), Hirsemann, Janus, Jungke, Kache, Kallusche, Kaula, Kinast, Kiontke (3), Kiuntke, Kleinert, Klöber, Klose, Krisch (2), Kroh, Kupke (2), Labitzke, Landeck, Lange, Laske (5), Liebschwager (2), Liehr, Lindner, Maier (2), Martin, Mazczinkowski, Mierswa (2), Mulitze (8), Nestor, Niechziol (4), Nowak, Ogrisseck, Olisch, Pirlich (4), Pogundke (3), Pohl, Plaetschke, Pluntke, Pulst, Raabe, Ragutze, Richling, Rittner, Reichpietsch, Ruhm (5), Schaar (4), Schickore, Schöntier, Schieweck (2), Scholz (13), Schott (2), Schölzel (6), Seidel (2), Senger (6), Sommer, Sternal, Stolper (2), Streich (2), Tänzer, Thon (2), Tiegel, Tille, Wagner, Walde (2), Walter, Weigelt, Weinert (3), Wenzel (2), Wenzlawe, Woiwode (3), Wutschik, Zedler, Zienczyk, Zirpel.

Bauergutsbesitzer 1937:

Freigut: Fritz Plaetschke (seit 1919); Gut Nr. 3: Georg Bürger; Gut Nr. 4: Oskar Dindas; Gut Nr 6: Paul Kinast.

Literatur:

Konrad Wutke, Über Bischwitz jenseits der Oder; Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertum Schlesiens Band 32, Jahrgang 1898, S. 369-373.

May, Plan einer bäuerlichen Siedlung aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts; mit Karte (Bischwitz, Kr. Ohlau); in: Schlesisches Heim, 2. Jahrgang 1921, S. 71-73.

Hermann Kionka, Chronik der Familie Kionka aus Bischwitz über der Oder, Kreis Ohlau in Schlesien, Breslau 1927-1929 [Staatsbibliothek Berlin].

Hermann Bürger, Unser Bischwitz im Kreise Ohlau; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1954, S. 7-8; 12/1954, S. 19 f.; 1/1955, S. 14 f.; 2/1955, S. 19 f.

Hermann Bürger, Bürger aus Minken, Steindorf, Bischwitz und Bergel, Kr. Ohlau, sowie in Hamburg; in: Archiv ostdeutscher Familienforscher, 1. Band, Nr. 17, Weihnachten 1956, S. 166-168.

Hermann Bürger, Auszüge aus der Chronik der Familie Bürger in Bischwitz, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1958, S. 12 f., und 6/1958, S. 16.

Hermann Bürger, Auszüge aus der Chronik der Familie Kionka in Bischwitz, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1958, S. 6.

Hermann Bürger, Flurnamen des Kreises Ohlau: Bischwitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1959, S. 17.

Karl Eistert, Zur frühesten Geschichte von Bischwitz über der Oder; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 12/1962, S. 30.

Beschreibung des Ohlauschen Kreises [nach: Friedrich Albert Zimmermann, Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Brieg 1783]: Laskowitz, Minken, Ottag, Paperwitz, Peisterwitz, Quallwitz, Rodeland, Steindorf, Trattaschine, Zelline; Heimat­blatt Strehlen/Ohlau 3/1995, S. 5 f.

Walter Görlitz, Urlaub Februar 1944 [in Bischwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1996, S. 24 f.

Gemeindeliste Bischwitz, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1997, S. 22; 3/1997, S. 22; 4/1922, S. 22; 5/1997, S. 23; 6/1997, S. 19; 7/1997, S. 20; 8/1997, S. 22; 9/1997, S. 28; 10/1997, S. 24; 11/1997, S. 24; 1/1998, S.20; 2/1998, S. 18 f.

Klara Glaser, Liebe Bischwitzer Leser des Heimatblattes [von unserer Erntearbeit und unserem schönen Erntefest in meiner Jugend]! Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1999, S. 19 f.

Walter Görlitz, Raubmord in Bischwitz [vor hundert Jahren]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/2000, S. 17 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 32 f.

Elfriede Reck, Flucht 1945 der Elfriede Reck, geb. Zirpel (Erinnerungen); Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2007, S. 14 f.

[Lehrer] Bürger, [Das] Klima [in Bischwitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/2007, S. 15 f.

Herta Siegmann, In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet [Flucht im Januar 1945]; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2008, S. 17 f.

Ella Rink, Läden, Gaststätten und Handwerk in Bischwitz zu meiner Kindheit bis 1945 (Teil I), in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/2009, S. 24 f., (Teil II) 10/2009, S. 18; (Teil III) 11/2009, S. 23; (Teil IV) 1/2010, S. 13 f.

KlausKunze.com