Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Deutsch Breile

Grundherrschaft:

1566: Albrecht von Rohr und Stein; 1718: Ernst Friedrich von Berge und Herrendorf; 1783: „Deutsch-Breyle, (Breule,) gehörte 1768 der Frau von Hachenberg, gegenwärtig aber der Frau von Varchmin“; 1819: Major Vateri; 1830: Major Karl Fr. Otto Vattery; 1845 „Carl August Otto [von] Vatteri auf Mechwitz; Dominium zinspflichtig dem königlichen Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Deutsch Breile; 1308 Dewcze Breylaw, 1361 Theutonicum Brylow, 1378 Deutsche Brylaw, 1398 Dewcze Breylaw, 1783 Deutsch Breyle, 1819: Deutsch-Breule
Polnisch: nach 1945: Brylowek, 1845 Niemieckie Brelowice
Ortsgründung: nach Zweiteilung von Breile zwischen 1250 und 1300 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Klosdorf
Standesamtsbezirk: Klosdorf
evangelische Kirche: Mechwitz
katholische Kirche: Köchendorf Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 16 km
Eisenbahnstation: Günthersdorf
Koordinaten (Deutsch Breile): 50° 48’ N; 17° 16’ Ö

 

um 1250/1300:
14 Zinshufen, Dominium 4 Hufen.
1743:
1 Dominium, 5 Bauernstellen.
1783:
1 Vorwerk, 1 Mühle, 5 Bauern- und 17 andere Stellen, 121 Einwohner, „reden deutsch“ und sind „der evangelischen Religion zugethan“.
1819:
1 Kretscham, 4 Bauergüter, 7 Freigärtner-, 6 Dreschgärtner- und 2 Freihäuslerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 3 sonstige Feuerstellen, insgesamt 25 Haushalte); 152 Einwohner (68 männlich, 84 weiblich; 126 Lutheraner, 26 Katholiken).
1830:
33 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 147 Einwohner, "ganz katholisch" [?]; ev. Kirche zu Mechwitz, kath. Kirche zu Köchendorf, 1 Windmühle, 1 Brauerei und Brennerei; Obstbau.
1845:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Freibauergut, 1 Windmühle, 1 Brauerei, 32 Häuser, 183 Einwohner (46 katholisch); 4 Handwerker, 2 Händler; Obstbaum- und Bienenzucht sowie Rapserzeugung.
1871:
Landgemeinde: 30 Wohngebäude, 47 Haushaltungen, 188 Einwohner (davon 86 ortsgebürtig; 98 männlich, 90 weiblich; 143 evangelisch, 45 katholisch); auf den Wohnplatz Windmühle entfallen: 1 Wohngebäude, 5 Einwohner. Gutsbezirk: 2 Wohngebäude, 8 Haushaltungen, 35 Einwohner (davon 4 ortsgebürtig; 13 männlich, 22 weiblich; 23 evangelisch, 12 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 150 ha, davon Ackerland 140 ha; Grundsteuer-Reinertrag 21,03 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 31 Wohngebäuden, 41 Haushaltungen und 139 Einwohnern (davon 63 männlich, 76 weiblich; 114 Evangelische, 25 Katholiken). Gutsbezirk: Flächeninhalt 124 ha, davon Ackerland 119 ha, Wiesen 3 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 18,41 Mark/ha, von Wiesen 11,75 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 9 Haushaltungen und 45 Einwohnern (davon 19 männlich, 26 weiblich; 19 Evangelische, 26 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 28 Wohngebäude, 39 Haushaltungen, 151 Einwohner (davon 65 männlich, 86 weiblich; 121 evangelisch, 30 katholisch); auf den Wohnplatz Windmühle entfallen: 1 Wohngebäude, 11 Einwohner. Gutsbezirk: Wohngebäude, Haushaltungen, Einwohner (davon männlich, weiblich; evangelisch, katholisch).
1905:
Landgemeinde: 26 Wohnhäuser, 29 Haushaltungen, 123 Einwohner (Muttersprache: deutsch 123); Gemarkungsfläche 149,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 21,93 Mark/ha.; auf den Wohnplatz Windmühle entfallen: 1 Wohnhaus, 6 Einwohner. Gutsbezirk: 3 Wohnhäuser, 5 Haushaltungen, 44 Einwohner (Muttersprache: deutsch 34, polnisch 10); Gemarkungsfläche 124,2 ha; Grundsteuer-Reinertrag 18,37 Mark/ha.
1925:
2 Wohnplätze, 28 Wohnhäuser, 34 Haushaltungen, 146 Einwohner (davon 70 männlich, 76 weiblich; 99 evangelisch, 47 katholisch); Flächengröße 1931: 273,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 20,26 RM/ha.
1935:
149 Einwohner.
1939:
35 Haushaltungen, 131 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut mit Rustikalländereien: Moritz Seidel.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Adolf, Andermann, Anders (2), Arndt, Geppert, Glasneck, Haschke, Jockisch, Kentsch, Kleinert, Knorreck, Kühnel, Kunze, Kusche, Lilge, Materne, Melz, Mergner, Mikosch, Paulus, Scholz, Schönbrunn, Sowade (2), Stache (3), Titze, Tschär (2), Ullmann (2), Weimann, Wolf.

Ritter- und Bauergutsbesitzer

Rittergut: Elisabeth Radbyl geb. Klose in Klosdorf (Familienbesitz seit 1873); Gut Nr. 2: Paul Weimann; Gut Nr. 3: Richard Lilge; Gut ohne Nr.: Hermann Schönbrunn.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Deutsch-Breile 11/1965, S. 16.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 39.

 

 

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