Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Dremling mit Jakobine

Grundherrschaft:

Dremling: 1317, 1323: Ulrich von Dremlik; 1393: von Haynsberg; 1626: Christel Adam. 1711: Gutsherr von Jacobine ist Sebastian von Stetteln und Schwanenberg. 1783: „Ober-Dremling, gehörte ehemals dem Herrn von Goldbach, nachher dem Herrn Baron v. Asseburg, dem Herrn von Görne, und gegenwärtig dem Herrn Siegismund Alexander von Stosch. 1819: Dremling und Jacobine: v. Rosenberg-Lipinskysche Erben; 1830: Lieutenant von Rosenberg-Lipinski; 1845: August von Rosenberg-Lipinsky. - Jakobine: 1591: von Bilitsch, 1626: Friedrich Gelhorn Eigentümer „auf der Jacobin“; 1703: Hans Christoph von Koschembar; 1717: von Stetteln und Schwanenberg; 1747 Carl Leopold Sigismund Freiherr von der Asseburg; 1778: Staatsminister von Görne; 1782 Heinrich von Königsdorff; 1783: „gegenwärtig besitzet es der Herr von Stosch.“ 1789 Friedrich Ludwig Graf von Pfeil; 1798 Ernst Moritz von Rosenberg-Lipinsky. Ab 1859 Gutsbesitzer Schwarz (s. u.).

Namen: Dremling; 1362 Klein Bres(e)mir, Dremlicowicz, 1364 Dremliksdorf, bis um 1600 Ober-Dremling. – Jakobine; 1362 Jakobine, um 1600 Nieder Dremling, 1626 Jakobin, 1783 Jakobine
Polnisch: nach 1945: Drzemlikowice, 1358 Dremlycowicz
Ortsgründung: Dremling: 1362 Umwandlung polnischen Allods (Vorwerks) in deutsches Lehnsgut. - Jakobine: 1362 als "colonia" zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Gassendorf
Amtsbezirk: 1905 Jakobine
Standesamtsbezirk: Bulchau, 1905 Jakobine
evangelische Kirche: Wüstebriese
katholische Kirche: Kresseheim, 1845, 1885 Hennersdorf
Entfernung von Ohlau: 9,2 km
Eisenbahnstation: Ohlau bzw. Giesdorf
Koordinaten (Dremling): 50° 52’ N; 17° 14’ Ö

 

1743:
Dremling: 1 Vorwerk, 12 Gärtnerstellen. Jacobine: 16 Freigärtner-, 9 Dreschgärtnerstellen.
1783:
Dremling: 1 Vorwerk, 1 Wassermühle, 12 Gärtnerstellen, 81 Einwohner, „welche deutsch reden und meist evangelisch sind“. – Jakobine: 1 herrschaftliches Vorwerk, Schloß, 1 Wassermühle und 28 andere Häuser. 161 Einwohner, deutsch; katholisch und evangelisch.
1819:
Dremling: 8 Freigärtner-, 3 Dreschgärtner- und 6 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 1 Müllerhaus, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 28 Haushalte; 116 Einwohner (60 männlich, 56 weiblich; 69 Lutheraner, 47 Katholiken). Jacobine: 1 Schloß, 1 Kretscham, 17 Freigärtner-, 9 Dreschgärtner- und 5 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 1 Mühle, 13 sonstige Feuerstellen, insgesamt 48 Haushalte; 259 Einwohner (119 männlich, 140 weiblich; 193 Lutheraner, 66 Katholiken).
1830:
Dremling: 28 Häuser, 135 Einwohner (kath. 73), ev. Kirche zu Wüstebriese, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, kath. Kirche zu Hennersdorf, 1 Brennerei, 1 Wassermühle. Jakobine: 45 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 297 Einwohner (kath. 77), ev. Kirche zu Wüstebriese, kath. Kirche zu Hennersdorf, 1 Wassermühle, 1 Ziegelei.
1845:
Ober-Dremling: 1 Wassermühle, 1 evangelische Schule (seit 1798), 23 Häuser, 123 Einwohner (29 katholisch); 11 Handwerker, 2 Händler; Bienenzucht. Nieder-Dremling (Jakobine): 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 Wassermühle, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Kaffeehaus, 8 Leinwandstühle; 47 Häuser, 330 Einwohner (104 katholisch); 12 Handwerker, 2 Händler; Rapserzeugung, Bienenzucht.
1871:
Dremling: 26 Wohngebäude, 34 Haushaltungen, 128 Einwohner (davon 57 ortsgebürtig; 66 männlich, 62 weiblich; 85 evangelisch, 43 katholisch). Jakobine: Landgemeinde: 42 Wohngebäude, 61 Haushaltungen, 224 Einwohner (davon 130 ortsgebürtig; 108 männlich, 116 weiblich; 195 evangelisch, 29 katholisch); auf Nebenwohnplatz Wassermühle entfallen 1 Wohngebäude, 7 Einwohner. Gutsbezirk: 7 Wohngebäude, 15 Haushaltungen, 81 Einwohner (davon 14 ortsgebürtig; 43 männlich, 38 weiblich; 46 evangelisch, 35 katholisch).
1885:
Dremling: Flächeninhalt 19 ha, davon Ackerland 16 ha, Wiesen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,81 Mark/ha, von Wiesen 46,22 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 26 Wohngebäuden, 25 Haushaltungen und 101 Einwohnern (davon 51 männlich, 50 weiblich; 79 Evangelische, 22 Katholiken). Jakobine: Landgemeinde: Flächeninhalt 32 ha, davon Ackerland 29 ha, Wiesen 0,4 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 22,72 Mark/ha, von Wiesen 41,12 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 38 Wohngebäuden, 42 Haushaltungen und 201 Einwohnern (davon 100 männlich, 101 weiblich; 167 Evangelische, 34 Katholiken). Auf den Wohnplatz Wassermühle entfallen 1 Wohngebäude und 8 Einwohner. Gutsbezirk: Flächeninhalt 294 ha, davon Ackerland 225 ha, Wiesen 33 ha, Holzungen 24 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 38,38 Mark/ha, von Wiesen 37,60 Mark/ha, von Holzungen 12,53 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 9 Wohngebäuden, 19 Haushaltungen und 85 Einwohnern (davon 46 männlich, 39 weiblich; 57 Evangelische, 28 Katholiken).
1895:
Dremling: 22 Wohngebäude, 27 Haushaltungen, 107 Einwohner (davon 57 männlich, 50 weiblich; 82 evangelisch, 25 katholisch). Jakobine: Landgemeinde: 34 Wohngebäude, 48 Haushaltungen, 186 Einwohner (davon 87 männlich, 99 weiblich; 150 evangelisch, 36 katholisch); auf Nebenwohnplatz Wassermühle entfallen 1 Wohngebäude, 6 Einwohner. Gutsbezirk: 8 Wohngebäude, 24 Haushaltungen, 118 Einwohner (davon 52 männlich, 66 weiblich; 97 evangelisch, 21 katholisch).
1905:
Dremling: 13 Wohnhäuser, 22 Haushaltungen, 85 Einwohner (Muttersprache: deutsch 85); Gemarkungsfläche 18,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 28,90 Mark/ha. Jakobine: Landgemeinde: 34 Wohnhäuser, 44 Haushaltungen, 169 Einwohner (Muttersprache: deutsch 169); Gemarkungsfläche 32,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag 23,22 Mark/ha. Gutsbezirk: 7 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 99 Einwohner (Muttersprache: deutsch 96, polnisch 3); Gemarkungsfläche 293,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 36,14 Mark/ha.
1925:
2 Wohnplätze, 61 Wohnhäuser, 81 Haushaltungen, 343 Einwohner (davon 169 männlich, 174 weiblich; 259 evangelisch, 84 katholisch); Flächengröße 1931: 344,8 ha, Grundsteuer-Reinertrag 34,56 RM/ha.
1935:
312 Einwohner.
1939:
82 Haushaltungen, 310 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut Jacobine mit Dremling: Gustav Schwarz, Landesältester auf Eisendorf Kreis Striegau.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Adler, Arlt, Bansch, Bänsch, Barde, Bartenstein, Bartsch, Böer, Burkert, Christian, Engelmann, Felgenhauer (2), Frenzel, Frommberger, Fuchs (2), Friebel, Frost, Galaske, Galler, Gebauer (2), Geike (2), Griebsch, Halbsguth, Hanke, Haschke, Hentschel, Idschik, Janda, Janus, Karbstein (2), Kille, König, Koller (2), Kornuth, Korsinetz, Kudell, Lepke, Letzner (2), Loch, Lorenz (2), Mahler (2), Makio, Merder, Mücke, Niedworek, Nitschke, Nowak, Nuß, Otto (2), Pantke, Pätzold, Peschke, Pietsch, Pietrzack (2), Reichert, Riemer, Roßmann, Sambale, Schmidt (2), Scholz (4), Schwartz, Schwarzer (2), Schönfeld, Thiel, Thomas, Unruh, Weiß (2), Wielsch, Woython, Zedler.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut Jakobine (ehemals Schwarzsches Familienfideikommiß): Dietrich Schwarz.

Schloß- und Gutsbesitzer in Jakobine: 1859 Oekonomierat Carl Moritz Schwarz; 1889 Landesältester Gustav Schwarz; 1918 Landesältester Dr. Georg Schwarz; 1929 Diplomlandwirt Dietrich Schwarz.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Dremling 11/1965, S. 16; Jakobine 2/1966, S. 6.

Fritz Halbsguth, Erinnerungen an die sogenannten Strauchdörfer des Kreises Ohlau, Dremling und Jacobine; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1978, S. 7-9.

Dietrich Schwarz, Die verschämte Arme – Leben und Schicksal der Elisabeth von Unruh, geb. Schwarz, der Schwester meines Vaters; Mustin 1982 [Typoskript, Familienbesitz].

Dietrich Schwarz, Das Neue Feld, oder Die Meisterprüfung; Mustin 1982 [Typoskript, Familienbesitz].

Fritz Halbsguth, Meine lieben Erinnerungen an das unvergeßliche Jacobine; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1984, S. 10.

Clara Winkler, Heimatliche Grüße aus Jakobine Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1992, S. 20 f.

Eberhard Bittner, Der Obelisk von Jakobine, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1992, S. 25.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 41 (Dremling) und S. 75 (Jakobine).

H. Winkler, [Das Werden der Besitzung] Jacobine; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/2011, S. 17-18.

Standesamtsregister:

1874-1882 Staatsarchiv Breslau (unter „Jakobine“); 1898-1938 Standesamt Ohlau.


 

 

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