Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Deutsch Steine

Grundherrschaft:

bis 1203: Herzog; 1203 Kloster Trebnitz; um 1250 Konrad und Ulrich Suevus; 1358 Bavarus; 1568 herzogliches Kammergut; 1587: Burghard Johannes von Schreibersdorf; 1783: „Deutsch-Steine, gehöret dem Amte Olau“; 1819: Domainen-Amt Ohlau; 1830: Gutsherr von Rohrscheidt; „die Gemeinde aber ist frei“; 1845: Rittmeister a. D. Wilhelm von Rohrscheidt.

Namen: Deutsch Steine; 1203 Kamene, 1250, 1288 Stinavia, 1358 Thewtunical Stinavia (Deutsch Steinau), 1783 Deutsch Steine
Polnisch: nach 1945: [Niemiecka] Scinawa
Ortsgründung: 1250 durch Teilung von Kamene (Steine) in einen deutschrechtlichen und einen nicht deutschrechtlichen Teil
Dorfform: breites Straßen- oder schmales Angerdorf
Amtsbezirk: Thiergarten
Standesamtsbezirk: Thiergarten
evangelische Kirche: Rosenhain
katholische Kirche: Ohlau
Entfernung von Ohlau: 5 km
Eisenbahnstation: Ohlau
Koordinaten (D. Steine): 50° 54’ 39,4716’’ N; 17° 21’ 2,3902’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 137,91 m; Platte137,01 m

 

um 1250:
1½ Freihufen, 8 Zinshufen, außer dem Vorwerk.
1604:
1 Freihufe, 6½ Zinshufen.; 4 Bauern, 19 Gärtner; 1 Kretscham.
1783:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 evangelische Schule, 6 Bauern-, 21 Gärtner- und 7 Häuslerstellen, 236 Einwohner, „welche polnisch und deutsch sprechen, evangelisch, nach Rosenhayn eingepfarrt sind und Taback bauen“.
1819:
1 Schloß, 1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 5 Bauergüter, 6 Freigärtner-, 15 Dreschgärtner- und 5 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 29 sonstige Feuerstellen, insgesamt 64 Haushalte; 360 Einwohner (162 männlich, 198 weiblich; 325 Lutheraner, 35 Katholiken).
1830:
66 Häuser, 1 herrschaftliches Wohnhaus, 1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Freischoltisei, 369 Einwohner (kath. 23), ev. Kirche zu Rosenhain, kath. Kirche zu Ohlau, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, 1 Ziegelei zeitweise, 4 Leinweberstühle.
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule, 1 Wirtshaus; 63 Häuser, 410 Einwohner (85 katholisch); 9 Handwerker; 1300 Merinoschafe, 224 Rinder.
1871:
Landgemeinde: 56 Wohngebäude, 77 Haushaltungen, 327 Einwohner (davon 193 ortsgebürtig; 156 männlich, 171 weiblich; 301 evangelisch, 26 katholisch); auf die 3 Bahnwärterhäuser (Nebenwohnplätze) entfallen: 3 Wohngebäude, 11 Einwohner. Gutsbezirk: 10 Wohngebäude, 23 Haushaltungen, 123 Einwohner (davon 37 ortsgebürtig; 53 männlich, 70 weiblich; 96 evangelisch, 27 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 285 ha, davon Ackerland 243 ha, Wiesen 23 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 21,93 Mark/ha, von Wiesen 25,85 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 52 Wohngebäuden, 77 Haushaltungen und 361 Einwohnern (davon 165 männlich, 196 weiblich; 305 Evangelische, 56 Katholiken). Gutsbezirk: Flächeninhalt 369 ha, davon Ackerland 277 ha, Wiesen 32 ha, Holzungen 45 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,28 Mark/ha, von Wiesen 38,77 Mark/ha, von Holzungen 10,97 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 9 Wohngebäuden, 32 Haushaltungen und 147 Einwohnern (davon 69 männlich, 78 weiblich; 110 Evangelische, 37 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 50 Wohngebäude, 74 Haushaltungen, 320 Einwohner (davon 146 männlich, 174 weiblich; 275 evangelisch, 45 katholisch). Gutsbezirk: 9 Wohngebäude, 30 Haushaltungen, 142 Einwohner (davon 72 männlich, 70 weiblich; 120 evangelisch, 22 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 50 Wohnhäuser, 74 Haushaltungen, 291 Einwohner (Muttersprache: deutsch 289, deutsch und eine andere Sprache 2); Gemarkungsfläche 281,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 22,20 Mark/ha. Gutsbezirk: 9 Wohnhäuser, 35 Haushaltungen, 114 Einwohner (Muttersprache: deutsch 109, polnisch 5); Gemarkungsfläche 372,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,95 Mark/ha.
1925:
59 Wohnhäuser, 107 Haushaltungen, 488 Einwohner (davon 228 männlich, 260 weiblich; 405 evangelisch, 79 katholisch, 3 bekenntnislos); Flächengröße 1931: 654,4 ha, Grundsteuer-Reinertrag 23,78 RM/ha.
1935:
429 Einwohner.
1939:
118 Haushaltungen, 424 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Max von Rohrscheidt.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Bardossek, Birkner, Blache, Blech, Broda, Brückner (3), Bürczyk, Czekanowsky (3), Daschek, Dauke (2), Deus (3), Fest, Franzke, Frei (2), Friese (2), Gänserich, Gast, Gebauer (2), Gebel (2), Gerlach (2), Geschwinde, Grögor, Grune, Hanusa, Hartmann, Heidenreich, Heinrich, Jerchel, Josek, Kalkbrenner, Kiebel, Kirmis, Kleinert, Knies, Knispel (4), Kolarczyk, Kott, Kreuchler, Landskron, Langner, Lampert (2), Mangliers (2), Märländer, Marschlich, Maywald (2), Mittmann, Monden, Neugebauer, Nitschke, Nutsch, Ogrissek, Olawsky (2), Otto, Papra, Pfeiffer (4), Philipp, Plattner, Pliefke, v. Quitzow, v. Rohrscheidt, Rösner (2), Schiewek, Schirbel (2), Schnalle (2), Skrzipietz, Slotta, Sotta, Srocke, Stampe, Surke, Teichmann, Thiel, Titzmann (2), Weigt (3), Wirth (2), Wirwis (2), Witteck (2), Wuttke, Zeiske, Zielonka (2).

Ritter- und Bauergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Werner von Rohrscheidt (Familienbesitz seit 1812); Gut Nr. 1: Paul Mittmann; Gut Nr.2: Franz Geschwinde; Gut Nr. 3: Robert Hanusa.

Literatur:

Fritz Langner, Was eine Gemeinde [Deutsch Steine] in schwerer Zeit erlebte; zuerst veröffentlicht in: Karl Buschbeck, Ohlauer Heimatbuch (1950), S. 60-68; auch in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1954, S. 11-13; 5/1954, S. 5 f.; 6/1954, S. 21 f.; ferner in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1995, S. 2-5; schließlich in: Lebensstation Ohlau, Abschied und Neubeginn; herausgegeben mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit [vom] Verband Brücke – Bündnis für Ohlau und Umkreis; [o. O.] 2007; S. 149-160.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Deutsch-Steine 11/1965, S. 16.

Erich Günther, Erinnerungen an die Sportschule Deutschsteine, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1992, S. 25 f.

Erich Günther, Nochmals Sportschule Deutsch-Steine [über: Manfred Beutner]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1992, S. 24 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 40.

 

 

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