Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Gaulau    

Grundherrschaft:

1359: Idzik Cursantka; 1394 Jokusch von Würben; 1396 Schenk in Weigwitz; 1452: Anton Skotowitz; 1476: Niclas Schenke; 1566: Georg Mülheim; 1590: Johannes von Sebottendorf; 1614: Abraham von Sebottendorf; 1681: Adam von Sebottendorf; 1733-1755 von Logau; 1783: „Gaulau, gehöret dem Herrn Grafen von Sandrezki“; 1819: Graf von Sandretzky; 1830 „General Feldmarschall Graf Yorg von Wartenburg“; 1845 Ludwig Graf Yorck von Wartenburg.

Namen: Gaulau; 1315 Gulow, 1358 Golow, 1396 Gawlaw, später auch Gaule
Polnisch: nach 1945: Gulow
Ortsgründung: slawisches Dorf; 1358 deutsches Recht bezeugt
Dorfform: zweiseitig geschlossenes Sackgassendorf mit kurzem Anger
Amtsbezirk: Kauern
Standesamtsbezirk: Kauern
evangelische Kirche: Gaulau
katholische Kirche: Wansen Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 19,5 km
Eisenbahnstation: Wansen
Koordinaten (Gaulau): 50° 50’ 13,8094’’ N; 17° 10’ 47,0705’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 155,34 m, Platte 154,44 m

 

1783:
1 evangelische Kirche, 1 Schule, 1 Vorwerk, 1 Mühle, 9 Bauern- sowie 33 Gärtner- und Häuslerstellen, 296 Einwohner, „reden deutsch und sind evangelisch“.
1819:
1 Schloß, 1 Kretscham, 8 Bauergüter, 15 Freigärtner-, 11 Dreschgärtner- und 2 dienstbare Häuslerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 16 sonstige Feuerstellen, insgesamt 56 Haushalte; 356 Einwohner (150 männlich, 206 weiblich; 240 Lutheraner, 116 Katholiken).
1830:
57 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß, 372 Einwohner (kath. 99), 1 evangelische Mutterkirche, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Wansen, 1 Brauerei und Brennerei, 1 Winmühle. – „Röthe- und Tabackbau. - Bienenzucht.“
1845:
1 herrschaftliches Schloß, 1 evangelische Parochialkirche, 1 evangelische Schule, 1 Windmühle, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Wirtshaus; 56 Häuser, 461 Einwohner (92 katholisch); 6 Handwerker, 1 Viktualienhändler; 1210 Merinoschafe, Lein- und Rapsbau, Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 53 Wohngebäude, 96 Haushaltungen, 383 Einwohner (davon 220 ortsgebürtig; 178 männlich, 205 weiblich; 335 evangelisch, 48 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 21 Haushaltungen, 89 Einwohner (davon 12 ortsgebürtig; 44 männlich, 45 weiblich; 69 evangelisch, 20 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 350 ha, davon Ackerland 306 ha, Wiesen 16 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 22,72 Mark/ha, von Wiesen 28,59 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 52 Wohngebäuden, 69 Haushaltungen und 273 Einwohnern (davon 115 männlich, 158 weiblich; 237 Evangelische, 36 Katholiken). Gutsbezirk: Flächeninhalt 292 ha, davon Ackerland 237 ha, Wiesen 36 ha, Holzungen 6 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,85 Mark/ha, von Wiesen 23,11 Mark/ha, von Holzungen 13,71 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 5 Wohngebäuden, 26 Haushaltungen und 116 Einwohnern (davon 50 männlich, 66 weiblich; 68 Evangelische, 48 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 45 Wohnhäuser, 67 Haushaltungen, 264 Einwohner (davon 117 männlich, 147 weiblich; 234 evangelisch, 30 katholisch). Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 22 Haushaltungen, 113 Einwohner (davon 53 männlich, 60 weiblich; 99 evangelisch, 14 katholisch).
1905:
Bergel: Landgemeinde: 44 Wohnhäuser, 67 Haushaltungen, 290 Einwohner (Muttersprache: deutsch 290); Gemarkungsfläche 350,3 ha; Grundsteuer-Reinertrag 22,79 Mark/ha. Gutsbezirk: 7 Wohnhäuser, 17 Haushaltungen, 105 Einwohner (Muttersprache: deutsch 77, polnisch 28); Gemarkungsfläche 291,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,65 Mark/ha.
1925:
48 Wohnhäuser, 72 Haushaltungen, 311 Einwohner (davon 130 männlich, 181 weiblich; 267 evangelisch, 44 katholisch); Flächengröße 1931: 643,0 ha, Grundsteuer-Reinertrag 23,67 RM/ha.
1935:
358 Einwohner.
1939:
79 Haushaltungen, 358 Einwohner.

Rittergut 1894:

Rittergut, zur Herrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):
Bienas, Böhm, Bruchmann, Daum, Deus, Duksch (5), Feist, Franke, Frommberger (2), Fuchs (2), Gebühr, Geike, Giehler, Gruß, Hauf, Hauke, Heimann, Höflich (2), Hohlfeldt, Hübel, Hubrich, Jänisch (2), Jaschik, Kahl, Kern, Klante (2), Köhler, König (2), Kluge, Langner (2), Leschner, Löschner, Mannig, Meyer, Michalke (2), Mittmann, Naß, Rodestock, Schadock (4), Schibille (2), Schilling, Schnelle (2), Scholz, Schöps, Schubert (3), Schufer, Schwarzer (2), Speda (2), Springwald, Stanke, Steiner, Sterzeck, Titz, Troche, Tschischke, Vogel, Vogt, Wandel, Weikelt, Weinert, Werner (2), Wilde, Wundratsch, Zimbal.

Ritter- und Bauergutsbesitzer 1937:


Rittergut, zur Herrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg; Erbhof [1]: Arthur Klante (Familienbesitz seit etwa 120 Jahren); Erbhof [2]: Gustav und Willi Fromberger; Güter ohne Nr.: Richard Fuchs; Gottlieb Schibille.

Literatur:

Die combin[irten] Parochieen Weigwitz u[nd] Gaulau; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 228-229.

Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 217 ff. und S. 265.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Gaulau 11/1965, S. 17.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S. 31.

Fritz Damzog, Chronik über Weigwitz und angrenzende Dörfer; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1972, S. 6; 2/1972, S. 11; 3/1972, S. 15.

Gerhard Hultsch, Schlesische Dorf- und Stadtkirchen, Lübeck 1977; darin: Die Kirchengemeinde Gaulau, Kreis Ohlau, S. 86 ff.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 389-390.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 166.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 82, Stuttgart 2003, S. 257-282. Darin: Gaulau S. 265-267.

[Erwin Lämmchen], Gaulau [Dorfplan mit Familiennamen von 1945]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2003, S. 22.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 48 f.

Kirchenbücher:

Verfilmungen: Trauungen 1766-1863 Film SLC 0889938.