Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Grasau (= Graduschwitz)   

Grundherrschaft:

1155: Zehntansprüche des Breslauer Bistums; 1352: Bischof und Domkapitel zu Breslau; 1783: „Graduschwiz, auch Graschwiz, gehöret dem Dohmkapitul zu Breslau“; 1819: Graschwitz zum Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: „Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Domkapitel Breslau“.

Namen: Grasau, bis 9.12.1936 Graduschwitz (1830 und 1845 „auch Graschwitz“; 1155 Grogesseuici, 1245 Grodesouice, 1352 Groszossewicz, 1335 Grozeschwicz
Polnisch: nach 1945: Grodzieszowice
Ortsgründung: vor 1320 zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Straßendorf, entwickelt aus Angerdorf
Amtsbezirk: 1905 Lorzendorf
Standesamtsbezirk: Kauern; 1885, 1905 Lorzendorf
evangelische Kirche: Großburg Kreis Strehlen
katholische Kirche: Brosewitz Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 4,5 km
Koordinaten (Graduschwitz): 50° 51’ 37,5982’’ N; 17° 6’ 50,2543’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 153,73 m; Platte 152,84 m

 

1320:
1 Scholtisei mit 3 Freihufen.
1783:
6 Bauern- und 9 andere Stellen, 94 Einwohner, „sprechen polnisch und deutsch und sind sämtlich katholisch“.
1819:
1 Kretscham, 5 Bauergüter, 4 Freigärtner- und 2 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 8 sonstige Feuerstellen, insgesamt 21 Haushalte; 138 Einwohner (65 männlich, 73 weiblich; 2 Lutheraner, 136 Katholiken).
1830:
21 Häuser, 1 Erbscholtisei, 141 Einwohner (ev. 7), evangelische Kirche zu Grosburg, katholische Kirche zu Brosewitz, 1 Brennerei; Röthebau.
1845:
1 Erbscholtisei, 1 Brennerei, 1 Kretscham; 30 Häuser, 177 Einwohner (28 evangelisch); 3 Handwerker, 1 Händler. „Namhafter Leinbau“.
1871:
26 Wohngebäude, 36 Haushaltungen, 162 Einwohner (davon 80 ortsgebürtig; 80 männlich, 82 weiblich; 44 evangelisch, 118 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 272 ha, davon Ackerland 253 ha, Wiesen 9 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,07 Mark/ha, von Wiesen 29,77 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 25 Wohngebäuden, 33 Haushaltungen und 176 Einwohnern (davon 89 männlich, 87 weiblich; 65 Evangelische, 111 Katholiken).
1895:
22 Wohnhäuser, 29 Haushaltungen, 147 Einwohner (davon 70 männlich, 77 weiblich; 73 evangelisch, 74 katholisch).
1905:
22 Wohnhäuser, 27 Haushaltungen, 159 Einwohner (Muttersprache: deutsch 159); Gemarkungsfläche 271,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,75 Mark/ha.
1925:
21 Wohnhäuser, 30 Haushaltungen, 150 Einwohner (davon 75 männlich, 75 weiblich; 93 evangelisch, 51 katholisch); Flächengröße 1931: 273,2 ha, Grundsteuer-Reinertrag 24,76 RM/ha.
1935:
144 Einwohner.
1939:
36 Haushaltungen, 162 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Alexander, Conrad, Dauke, Deus, Dutsch, Elsner (2), Godeck, Gottwald, Hocke, Karrasch, Kierstein, Kusche, Langer, Langner, Locker, Maruschke, Pandrock, Pätzold, Pilz, Praulich, Schilling, Schneider, Stanelle, Titze, Wittig, Wolf, Zigan.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbhof Nr. 3: Alfred Maruschke; Erbhof Nr. 8: Franz Maruschke (Familienbesitz seit über 200 Jahren).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Graduschwitz (später Grasau) 1/1966, S. 5.

Christa Dziedo, Großburg – eine Dorfgeschichte [betreffend auch Dammelwitz, Eulendorf, Graduschwitz, Haltauf, Kochern, Kontschwitz und Raduschkowitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1977, S. 15 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 53.

Beiträge zur Vorgeschichte von Graduschwitz (sp. Grasau) und Lorzendorf, von Alexander Dasler im Heimatkalender für Stadt und Kreis Ohlau 1928, S 136 ff.; in: Heinz Quester, Aus der Geschichte von Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien, Alfter 2010 (Beiheft 3 zu Günther/Quester, Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien von den Anfängen bis 1945, 3 Bände: 1982, 1988, 2003); hier S. 340 f.

Kirchenbücher von Großburg:

Verfilmungen: Film SLC 1959641 (Taufen 1766-1792, 1793-1800, 1829-1840, Begräbnisse 1714-1792); SLC 1959642 (Taufen 1841-1854, 1915-1936, Trauungen 1741-1792); SLC 1959643 (Taufen 1780, Trauungen 1795-1862, Konfirmanden 1840-1867); SLC 1959644 (Begräbnisse 1865-1881, Konfirmanden 1869-1917, 1918-1944). - [Nach Großburg waren folgende Dörfer des Kreises Ohlau eingepfarrt: Dammelwitz, Freudenfeld (Raduschkowitz), Grasau (Graduschwitz), Haltauf, Hohenlinde (Kontschwitz), Kochern.]