Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Groß Peiskerau (=Alt Peiskerau)    

Grundherrschaft:

1336 (Teilbesitzer?) Czamborius v. Vrobelwicz (Tschammer von Frobelwitz); bis 1375: Quos/Quas; seit 1375: Hedwigsstift Brieg; 1534 Herzog; 1783: „Gros-Peiskerau, welches dem Stiftamte Brieg gehöret“; 1819: Stifts-Amt Brieg; 1830: Königlich (Rent-Amt Ohlau, gehört aber eigentlich zum Stifts-Amt Brieg); 1845 „zum Stifts-Amt Brieg gehörig; Gemeinde zinst Geld“.

Namen: Groß Peiskerau, bis 18. Jahrhundert auch Alt Peiskerau; vor 1250 Pyskorzowo; 1244 Alt Piskerow, 1351 Antiquum piskerow, 1435 Grosen peyskeraw
Polnisch: nach 1945: Piskorzow
Ortsgründung: vor 1250
Dorfform: Rundangerdorf erweitert durch Angerdorf
Amtsbezirk: Quosdorf
Standesamtsbezirk: Quosdorf
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Würben
Entfernung von Ohlau: 12 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten (Gr. Peiskerau): 50° 56’ 7,9298’’ N; 17° 7’ 34,1916’’ Ö
dgl. (Kirchturmknopf) 50° 55’ 51,2442’’ N; 17° 8’ 31,4134’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 140,91 m, Platte 140,03 m
dgl. (Kirchturmknopf) 175,77 m

 

um 1250:
28 Hufen, davon 3 Freihufen für die Scholtisei.
1603:
11 Bauern.
1783:
1 evangelische Kirche, 12 Bauern- und 15 andere Stellen, 197 Einwohner; „die Religion ist evangelisch und die Sprache deutsch“.
1819:
1 lutherische Mutterkirche, 1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 10 Bauergüter, 2 Freigärtner- und 6 Dreschgärtnerstellen sowie 1 dienstbare Häuslerstelle, 1 Schmiedewohnung, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 31 Haushalte; 211Einwohner (98 männlich, 113 weiblich; 193 Lutheraner, 18 Katholiken).
1830:
32 Häuser, 1 Freischoltisei, 229 Einwohner (kath. 19), 1 evangelische Mutter-Kirche, 1 ev. Schule, 1 Lehrer, kath. Kirche zu Jankau, Parochie Würben, 1 Hospital für betagte Arme.
1845:
1 evangelische Pfarrkirche der heiligen Hedwig [1309 erstmals erwähnt], 1 evangelische Schule, 1 Dorf-Armenhaus für Betagte, 1 Wirtshaus, 1 Freischoltisei, 32 Häuser, 261 Einwohner (9 katholisch); 10 Handwerker, 1 Händler; Röthebau.
1871:
39 Wohngebäude, 65 Haushaltungen, 323 Einwohner (davon 144 ortsgebürtig; 177 männlich, 146 weiblich; 273 evangelisch, 50 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 462 ha, davon Ackerland 432 ha, Wiesen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,07 Mark/ha, von Wiesen 31,72 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 42 Wohngebäuden, 59 Haushaltungen und 327 Einwohnern (davon 148 männlich, 179 weiblich; 286 Evangelische, 41 Katholiken).
1895:
41 Wohnhäuser, 64 Haushaltungen, 346 Einwohner (davon 167 männlich, 179 weiblich; 323 evangelisch, 23 katholisch).
1905:
44 Wohnhäuser, 67 Haushaltungen, 321 Einwohner (Muttersprache: deutsch 319, polnisch 1); Gemarkungsfläche 461,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,82 Mark/ha.
1925:
52 Wohnhäuser, 70 Haushaltungen, 321 Einwohner (davon 153 männlich, 168 weiblich; 286 evangelisch, 23 katholisch); Flächengröße 1931: 462,5 ha, Grundsteuer-Reinertrag 24,81 RM/ha.
1935:
306 Einwohner.
1939:
72 Haushaltungen, 313 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):
Baumann, Döring, EmrichFaude, Fiebig, Frenzel, Frommberger, Geier, Gladis, Glied, Goltsch, Günther (3), Guroll, Hahn, Heimann, Hentschel, Horn, Husse, Janowsky (2), Janus, Juhr, Kador, Klee (2), Kretschmer, Langer, Lauber, Loch, Löschner, Maiwald (3), Maywald, Menzel, Nickisch, Paepke, Parche, Paschke, Podamke, Püschel, Raschke, Reifenschneider, Richter, Sambale, Sündermann, Schindler, Schneider (3), Scholz (2), Schröter (4), Sternagel (2), Teller (2), Thomas, Wagner (2), Zappe (2).

Bauergutsbesitzer 1937:

Gut Nr. 1: Oskar Sternagel; Gut Nr. 2: Wilhelm Maywald; Gut Nr. 3: Herbert Klee; Gut Nr. 11: Ernst Emrich; Gut Nr. 12: Fritz Maywald; Gut Nr. 16: Wilhelm Juhr; Gut Nr. 23: Paul Schröter; Gut ohne Nr.: Oskar Geier.

Literatur:

Parochie Gr. Peiskerau; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 226-227.

Hans Poepke, Heimatgeschichte von Gr[oß]-Peiskerau und Umgebung; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1955, S. 9-10.

Karl Eistert, Eine heimatkundliche Wanderung [nach Groß Peiskerau]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1956, Beilage „Schlesischer Beobachter“ Nr. 5, S. 14.

Walter Reigber: Aus alten Zeiten im Kirchspiel Groß Peiskerau, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1957, S. 9 f., 6/1957, S. 4, 7/1957, S. 9 f., 8/1957, S. 14, 10/1957, S. 13, 11/1957, S. 10 f., 12/1957, S. 5 f.

Georg Lorenz, Spaziergang durch Groß Peiskerau; Heimatblatt Strehlen/ Ohlau 6/1958, S. 6.

Gleiß, Rudolf: Zur Geschichte der Volksschule Groß Peiskerau, Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1959, S. 7, 6/1960, S.12, 7/1960, S. 13, 11/1960, S. 19 f.

Rud. Gleiß, Wie Hauptlehrer Julius Sauer, Groß-Peiskerau, den Ausbruch des 1. Weltkrieges erlebte! Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1960, S. 15.

Rudolf Gleiß, Lage und Leistungen der Schule Groß-Peiskerau während des 1. Weltkrieges; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1960, S 15 f..

Rudolf Gleiß, General-Kirchen- und Schulen-Visitation von 1888 im Kirchspiel Groß-Peiskerau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1960, S.12.

Rudolf Gleiß, Feierstunden und Feste im Leben der Schule Groß-Peiskerau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1961, S.11 f.

Rudolf Gleiß, Vom Groß-Peiskerauer Kirchturm und seinen Glocken; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1961, S. 16.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Groß-Peiskerau 1/1966, S. 6, 2/1966, S. 5.

August Utta, Ein Junglehrer kommt nach Groß-Peiskerau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1966, S. 3 f.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S. 13.

Konrad Schneider, Die Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Gr. Peiskerau, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1986, S. 27.

Armin Wandel, Zur Geschichte der Familie Klee aus Groß-Peiskerau, Krs. Ohlau; Heimatbl. Strehlen/Ohlau 5/1990, S. 24 f.; 8/1990, S. 25 f. (Nachtrag)

Bernhard Kille, Zur Geschichte der Familie Klee aus Groß Peiskerau, Kreis Ohlau; in: Heimatblatt für die Kreise Strehlen und Ohlau 6/1990, S. 24 f.

G. M., Das Wahrzeichen [die Kirche] von Groß Peiskerau, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1995, S. 27.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 390-393.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 166.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 82, Stuttgart 2003, S. 257-282. Darin: Groß Peiskerau S. 270-275.

Bernhard Kille, Stammfolge Klee in den Kreisen Frankenstein und Ohlau (Schlesien) [hier: in Groß Peiskerau]; in: Archiv ostdeutscher Familienforscher, 16. Band, Lieferung 11 (2/2006), S. 332-335.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 57 f.

Kirchenbücher:

Verbleib der Kirchenbücher nicht bekannt.