Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Grünaue (= Jankau)    

Grundherrschaft:

Anfang 12. Jh.: Peter Wlast; um 1173/77: Jannickow (mit 13 Hörigen) Eigentum der Kirche der heiligen Maria zu Breslau; 1783: „Jankau, auch Jänkau, dem Marienstift zu Breslau gehörig“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830: Königlich (Rent-Amt Ohlau), sonst Sandstift Breslau; 1845: „Königliches Rent-Amt Ohlau; bis 1810 fürstliches Stift ad St. Mariam (Sand-Stift) in Breslau“.

Namen: Grünaue, bis 10.1.1937 Jankau; 1193 Janichow; 1209 Janicow, 1244 Yanicou (Verleihung deutschen Rechtes), 1343 Jencowicz, 1352 Jankowicz, 1360 Janekow, 1808 Jankau
Polnisch: Jankow, zuvor Janikow
Ortsgründung: slawische Siedlung 1244 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: Angerdorf mit rechteckigem Anger
Amtsbezirk: Quosdorf (Quosnitz)
Standesamtsbezirk: Quosdorf (Quosnitz)
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: 1334 erwähnt; seit 1589 Filialkirche von Würben
Entfernung von Ohlau: 11 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten (Jankau): 50° 56’ 7,9298’’ N; 17° 7’ 34,1916’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler,139,66 m, Platte138,77 m

 

1244:
33 Hufen; davon 28 Zinshufen, 4 (?) Scholzenhufen, 1 Hufe Widmut.
1783:
1 katholische Kirche, 10 Bauern- und 26 andere Stellen, 216 Einwohner, „so deutsch und polnisch reden, und theils katholisch, theils evangelisch sind“.
1819:
1 katholische Filialkirche, 1 Kretscham, 7 Bauergüter, 19 Freigärtner- und 3 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 17 sonstige Feuerstellen, insgesamt 48 Haushalte; 256 Einwohner (135 männlich, 121 weiblich; 40 Lutheraner, 216 Katholiken).
1830:
49 Häuser, 1 Freischoltisei, außerhalb 1 Rustikal-Vorwerk, 276 Einwohner (ev. 41), 1 katholische Tochter-Kirche von Würben, dreiwöchentlicher Gottesdienst; 1 Brauerei und Brennerei.
1845:
1 rustikales Vorwerk, 1 Freischoltisei, 1 Brauerei und Brennerei, 1 Wirtshaus, 50 Häuser, 362 Einwohner (71 evangelisch); 7 Handwerker, 4 Händler; Röthebau und Bienenzucht.
1871:
55 Wohngebäude, 82 Haushaltungen, 377 Einwohner (davon 203 ortsgebürtig; 177 männlich, 200 weiblich; 57 evangelisch, 320 katholisch [in der Statistik von 1874 Zahlen irrtümlich vertauscht!]).
1885:
Flächeninhalt 570 ha, davon Ackerland 548 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,42 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 53 Wohngebäuden, 69 Haushaltungen und 342 Einwohnern (davon 157 männlich, 185 weiblich; 94 Evangelische, 248 Katholiken).
1895:
45 Wohnhäuser, 72 Haushaltungen, 353 Einwohner (davon 161 männlich, 192 weiblich; 85 evangelisch, 268 katholisch).
1905:
50 Wohnhäuser, 68 Haushaltungen, 329 Einwohner (Muttersprache: deutsch 328, eine andere Sprache 1); Gemarkungsfläche 570,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 29,10 Mark/ha.
1925:
44 Wohnhäuser, 65 Haushaltungen, 307 Einwohner (davon 145 männlich, 162 weiblich; 46 evangelisch, 254 katholisch); Flächengröße 1931: 569,6 ha, Grundsteuer-Reinertrag 29,10 RM/ha.
1935:
321 Einwohner.
1939:
71 Haushaltungen, 283 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Vorwerk: Franz Scheffler.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Barth, Beier, Brünnig, Dindaß, Dreschlerowski (2), Dyga, Fabian, Frömelt, Glatz, Godek, Gorsolke, Großer (2), Guckel, Hansel, Haschke (2), Heide, Herbst, Hiersemann, Hipke, Jäschke, Kirsch, Kleinert, Klose, König (2), Kusche, Kynast, Langner (2), Liebetanz (2), Loch (2), Misere, Müller, Niekut (2), Nowak, Noware (2), Praus, Reichelt, Riedel, Scheffler, Scherwing, Schirdewahn (2), Scholz, Schölzel (5), Schöps, Smuda, Sperlich, Sternagel, Stiller (2), Stock, Sylla, Tannebaum, Trippner (2), Veith, Vogt, Weide, Wohlfart.

Bauergutsbesitzer 1937:

Vorwerk mit Gut Nr. 24 in Würben: Franz Scheffler (Familienbesitz seit 1791). – Güter ohne Nr.: Adolf Sternagel; Reinhold Schölzel; Albert Hiersemann; Franz Herbst; Robert Schirdewan.

Literatur:

Go., Aus der Geschichte unseres Heimatortes Jankau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1958, S. 19, 5/1958, S. 8.

Go., Die Jankauer Gemarkung; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1958, S. 17.

Go., Die Jankauer Kirche; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1958, S. 16 f., 8/1958, S. 14, 9/1958, S. 10.

Rudolf Gleiß, Jankau, eine Siedlung der Wallonen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/1958, S. 4.

Rudolf Gleiß, Dismembration [1859] in der Grundsache Nr. 9 in Jankau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1958, S. 7 f.

Go., Die Geschichte der Jankauer Schule; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1959, S. 11, und 2/1959, S. 22.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Jankau (später Grünaue) 2/1966, S. 6.

Elisabeth Brennich, Der Werkos bei Jankau, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1979, S. 15 f.

Bernhard Langner, Erlebnisse in Jankau (Grünaue, Kr. Ohlau) zum Kriegsende 1945; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1985, S. [?], 5/1985, S. 19A.

Elisabeth Brennich, Das kleine Dorf Jankau/Grünaue, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1986, S. 5-7.

B. Langner, Gedenken an Missionspater Josef Trippner [aus Jankau]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1987, S. 23.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 425.

Namen der Eigentümer [von Jankau/Grünaue]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2001, S. 23 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 59 f.

Kirchenbücher:

Kirchenbücher nicht bekannt.