Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Günthersdorf mit Weihmühle   

Grundherrschaft:

1317 Kommende Klein Öls; 1484: Malteser-Kommende Klein Öls; 1783: „Güntersdorf, gehöret zur Kommende Klein-Oels“; 1819: General Graf York von Wartenburg; 1830 und 1845: Ludwig Graf York von Wartenburg; „sonst Maltheser-Commende Kleinöls“.

Namen: Günthersdorf ; 1317 Guntersdorff, 1334 Guntheri villa, 1549 Guntersdorff, 1566 Günterßdorf, 1658 Günttersdorff, 1783 Güntersdorf
Polnisch: nach 1945: Czestocice
Ortsgründung: im Jahre 1317
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Klein Öls
Standesamtsbezirk: Klein Öls
evangelische Kirche: Mechwitz
katholische Kirche: Klein Öls, vor 1334 Günthersdorf (Filialkirche von Klein Öls)
Entfernung von Ohlau: 14 km
Eisenbahnstation: Günthersdorf
Koordinaten (Kirchturm): 50° 49’ 23,4100’’ N; 17° 16’ 12,3552’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: 183,92 m (Kirchturmknopf)

 

1317:
22 Hufen, davon 4¾ Freihufen, Scholtisei mit 3 Hufen; 12 Bauern.
1678:
1 Freigut, 12 Bauern, 7 Gärtner, 2 Angerhäusler.
1783:
1 katholische Filialkirche von Klein Öls, 1 katholische Schule, 10 Bauern- und 15 andere Stellen, 145 Einwohner, „reden deutsch und sind katholisch“.
1819:
1 katholische Filialkirche, 1 Kretscham, 9 Bauergüter, 3 Freigärtner-, 3 Dreschgärtner und 6 Freihäuslerstellen sowie 2 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 2 sonstige Feuerstellen, insgesamt 27 Haushalte; 211 Einwohner (98 männlich, 113 weiblich; 8 Lutheraner, 203 Katholiken).
1830:
44 Häuser, 1 Freischoltisei, 288 Einwohner, ganz katholisch, 1 kath. Tochter-Kirche von Klein-Oels, 1 kath. Schule, 1826 neu erbaut.
1845:
1 katholische Tochterkirche von Kleinöls, 1 katholische Schule (seit 1826), 1 Freischoltisei, 1 Kretscham, 47 Häuser, 296 Einwohner; 4 Leinweberstühle, 12 Handwerker, 2 Händler; Flachsbau und Bienenzucht.
1871:
47 Wohngebäude, 67 Haushaltungen, 295 Einwohner (davon 183 ortsgebürtig; 145 männlich, 150 weiblich; 11 evangelisch, 284 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 424 ha, davon Ackerland 355 ha, Wiesen 33 ha, Holzungen 15 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 26,03 Mark/ha, von Wiesen 36,82 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 2 Wohnplätz mit 50 Wohngebäuden, 66 Haushaltungen und 300 Einwohnern (davon 141 männlich, 159 weiblich; 20 Evangelische, 280 Katholiken).
1895:
51 Wohnhäuser, 73 Haushaltungen, 319 Einwohner (davon 146 männlich, 173 weiblich; 18 evangelisch, 301 katholisch). Auf den Wohnplatz Weihmühle entfallen 1 Wohnhaus und 10 Einwohner.
1905:
50 Wohnhäuser, 66 Haushaltungen, 298 Einwohner (Muttersprache: deutsch 296, polnisch 1, deutsch und eine andere Sprache 1); Gemarkungsfläche 424,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 26,95 Mark/ha. Auf den Wohnplatz Weihmühle entfallen 1 Wohnhaus und 10 Einwohner.
1925:
2 Wohnplätze, 50 Wohnhäuser, 65 Haushaltungen, 310 Einwohner (davon 155 männlich, 155 weiblich; 54 evangelisch, 256 katholisch); Flächengröße 1931: 424,0 ha, Grundsteuer-Reinertrag 26,92 RM/ha.
1935:
337 Einwohner.
1939:
77 Haushaltungen, 344 Einwohner.

Im Urbarium 1678 genannte Rustikalstellenbesitzer:

Bauern: Grünig, Hain, Hohle, Jäckel, Langer, Seydel, Steffen (2), Stephan, Winkler (2), Zimmermann; Gärtner: Bauntz, Hering, Pfeiffer (2), Roder, Seydel, Zimmermann; Angerhäusler: Reyer, Winkler..

In den Urbarien des 18. Jahrhunderts genannte Stellenbesitzer:

1710: Christian (2), Dürschke, Grünig, Hanßel (5), Pfeiffer, Pohl (2), Schölentz (2), Seidel, Tschampel. 1738: Christian (3), Dürschke, Hansel, Hantke, Hillebrand, Hubrich, Jarisch, Laugwitz, Müller, Pohl, Seydel (2). 1764: Andersch, Belße, Christian (3), Hanßel (2), Hofferichter, Jarisch (2), Langer, Laugs, Neumann, Richter, Sandtmann, Schölenz, Sennwitz, Seydel, Thiel (2), Tschambke. 1781: Adolph, Christian (2), Franzke, Günther, Hanßel (2), Hofferichter, Jarisch (2), Karbstein, Langer, Pfeiffer, Reichel, Sandtmann, Sennwitz (3), Seydel (3), Tscham [?], Weiß, Wilsek, Winckler.

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei Nr. 1: Linus Stenzel.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Andruschek, Bialetzki, Büttner, Christian, Dierschke, Döring, Eistert, Elster, Fabig, Forche, Gaffron (2), Golde, Golsch, Grezian, Günther, Hampel, Hansel (3), Hanf, Hein, Herrmann, Hesse (2), Hübner, Jobczyk, Kalke, Kaps, Karbstein, Keil, Kille, Kirmes, Klinner (2), König (2), Kühnel, Noske, Pohl, Rahn, Reinkober, Rosse, Schindler, Seidel (7), Sennwitz (2), Steiner (2), Stenzel (2), Thamm, Thiel (3), Ukas, Winkler, Woita, Zeh.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei: Josef Stenzel (Familienbesitz seit 1881); Gut Nr. 2: Alois Rossa; Gut Nr. 3: Paul Golsch; Gut Nr. 4: Joseph Seidel; Gut Nr. 5: Ida Hansel; Gut Nr. 7: Alois Seidel; Gut Nr. 30: Max Hein; Gut Nr. 78: Reinhold Sennwitz.

Literatur:

Urbarium von 1678 der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 163 und 166-167.

Josef Brier, Die Ritterkommende Kleinöls im Mittelalter; in: Briegische Heimatblätter, II. Folge, Nr. 56-73 (1938/39); darin: Die Aussetzung von Kleinöls und Günthersdorf, Nr. 67 (1938), S. 267 f.; sowie: Sonstige Nachrichten über […] Günthersdorf, Nr. 70 (1938), S. 279, und Nr. 72 (1938), S. 288.

S., Erinnerungen an Günthersdorf, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1959, S. 10, und 4/1959, S. 20.

Klaus Paul, Nachfahrenliste Sennwitz aus Günthersdorf, Kr. Ohlau; Archiv ostdeutscher Familienforscher VII/3 (Mai 1977), S. 80-83.

Annemarie und Klaus Paul, Die Bewohner der Malteser-Kommende Klein Öls nach den Urbarien von 1710, 1738, 1764 und 1781; in: Ostdeutsche Familienkunde 1995. S. 42-43 Günthersdorf.

Norbert Pantke, [Aus Günthersdorf:] Frau Dr. Maria-Magdalena Schlesinger – 80 Jahre; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1999, S. 17.

Hilde Hansel und H. Löhlein, Bittage in unseren Pfarrgemeinden Klein Öls, Günthersdorf und Kallen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/2000, S. 32 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 61.

Kirchenbücher:

Verfilmte Kirchenbücher: Taufen 1695-1810 Filme SLC 1202389 bis SLC 1202394; Trauungen 1699-1812 Filme SLC 1202389 und SLC 1202395; Begräbnisse 1696-1819 Filme SLC 1202389, SLC 1202396 und SLC 1202397.