Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Gusten

Grundherrschaft:

13.-17. Jh.: Herzog; 1783: „Gusten, gehöret zum Domainenamt Olau“; 1919: Domainen-Amt Ohlau; 1830 und 1845: Königliches Rent-Amt Ohlau.

Namen: Gusten; 1245 Gostny, Gostin, 1372 Kostenow, 1393 Gostenaw
Polnisch: nach 1945: Goszczyna
Ortsgründung: im 13. Jh. oder früher; Anfang 15. Jh. Fläche des wüsten Dorfes Schloßwitz in Gusten aufgegangen
Dorfform: Angerdorf, im Osten verbreitert
Amtsbezirk: Gusten
Standesamtsbezirk: Gusten
evangelische Kirche: Weigwitz
katholische Kirche: Wansen Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 12 km
Eisenbahnstation: Wansen
Koordinaten (Gusten I): 50° 52’ 36,9201’’ N; 17° 12’ 27,5819’’ Ö
dgl. (Gusten II): 50° 52’ 3,0465’’ N; 17° 10’ 51,3273’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 150,91 m, Platte 150,01 m
dgl. (Gusten II): Trigon. Punkt: Pfeiler 158,64 m, Platte 157,74 m

 

1604:
20 Hufen, davon 2 Freihufen für den Scholzen; 18 Bauern.
1654:
1 Scholz mit 2 Frei- und 3 Zinshufen.
1743:
12 Bauernstellen.
1783:
13 Bauern- und 17 andere Stellen, 168 Einwohner, „welche mehr deutsch als polnisch reden und evangelisch sind“.
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 10 Bauergüter, 15 Freigärtner- und 2 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 12 sonstige Feuerstellen, 42 insgesamt Haushalte; 218 Einwohner (107 männlich, 111 weiblich; 208 Lutheraner, 10 Katholiken).
1830:
42 Häuser, 207 Einwohner (kath. 15), evangelische Kirche zu Weigwitz.
1845:
1 Kretscham, 4 Leinweberstühle, 43 Häuser, 302 Einwohner (19 katholisch); 2 Getreide- und 7 Victualienhändler, 11 Handwerker; 1010 Schafe; Flachsbau und Bienenzucht.
1871:
47 Wohngebäude, 80 Haushaltungen, 346 Einwohner (davon 175 ortsgebürtig; 166 männlich, 180 weiblich; 318 evangelisch, 28 katholisch). Auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 Wohngebäude und 3 Einwohner.
1925:
Flächeninhalt 506 ha, davon Ackerland 485 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 40,34 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 47 Wohngebäuden, 81 Haushaltungen und 354 Einwohnern (davon 174 männlich, 180 weiblich; 319 Evangelische, 35 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz Zollhaus entfallen 1 Wohngebäude und 12 Einwohner.
1895:
40 Wohnhäuser, 66 Haushaltungen, 293 Einwohner (davon 140 männlich, 153 weiblich; 267 evangelisch, 26 katholisch).
1905:
34 Wohnhäuser, 64 Haushaltungen, 293 Einwohner (Muttersprache: deutsch 290, polnisch 3); Gemarkungsfläche 506,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 40,35 Mark/ha.
1925:
47 Wohnhäuser, 75 Haushaltungen, 321 Einwohner (davon 144 männlich, 177 weiblich; 287 evangelisch, 28 katholisch); Flächengröße 1931: 506,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 40,38 RM/ha.
1935:
301 Einwohner.
1939:
70 Haushaltungen, 284 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:


Güter und Freistellen Nr. 6, 10, 11, 12, 13, 22, 24: Albrecht Hinke; Erbscholtisei: Theodor Schöps; Gut Nr. 8: Witwe Amalie Lämmchen.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Adler, Bartneck, Bosem, Burghardt, Ducksch (2), Drunsch, Frost, Gebauer, Gebühr, Geister, Gieschler (3), Gilke, Glatzer, Günzel, Hagedorn, Hanus, Hartmann (2), Hauke, Herbert, Hinke (2), Hoffbauer, Insel, Jäckel, Jänisch, Jausch, Jobke, Kador, Kalies, Karbstein, Kille (2), Klammt, Kluge, Kranz, Kunert, Lämmchen, Lindner, Lobe, Mayer (2), Mesletzky, Mirowsky, Naß, Nitschke, Pawel, Pantke, Pilz, Prause, Ruhm (2), Sauerbier, Schibille (2), Schmidt, Schneider, Schönfelder, Schubert, Thiel (3), Tyll, Vierock, Vogel, Wachsmann, Wagner, Warkus, Weiß, Winkler (2), Wittau, Zengler.

Bauergutsbesitzer 1937:

Freigut Nr. 6 (Erbhof): Albrecht Hinke (Familienbesitz seit 1758); Erbscholtisei: Barbara Burghardt (Familienbesitz seit 1872); Gut Nr. 8 (Erbhof): Richard Lämmchen; Gut ohne Nr.: Max Hagedorn.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Laudemienfreiheit 1567-1719 S. 72; Freibesitz 1604 in Gusten S. 176; Laudemium 1721 Kammergut S. 262; Beschwerde 1727 S. 264-266.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Gusten 2/1966, S. 5.

Barbara Meyer, Gusten ein Kinderparadies; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1978, S. 3 f.

Eberhard Bittner, In memoriam Dr. Friedrich-Albrecht Hinke [aus] Gusten [1905-1983]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1984, S. 10.

Edeltraud Möbius, Gusten; Aus Einwohnerbuch Stadt und Kreis Ohlau – 1935; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/2001, S. 23.

Heinz Quester, Aus der Geschichte von Gusten, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/2005, S. 21.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 63.

Standesamtsregister:

Staatsarchiv Breslau 1874-1882; Standesamt Ohlau 1898-1938 (jeweils mit Lücken). Verfilmungen: Geburten, Heiraten 1880-1881 Film SLC 1860541; Geburten 1882, Tote 1880-1882 SLC 2092141; Geburten 1884-1885, Heiraten 1883, 1885, Tote 1883-1884 SLC 2041914; Tote 1885, Heiraten 1884 SLC 2089860.