Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Haltauf

Grundherrschaft:

vor 1288 Graf Daniel; 1544: Georg von Tschesch; 1665 Wilhelm Wenzel von Lilgenau; 1783: „Haltauf, gehörte ehemals [nach 1700] dem Herrn von Haupt, gegenwärtig aber dem Herrn von Tschierschky“; 1819: Johann Friedrich Schneider; 1830: Julius Cäsar Alberti; 1845: „Freiherr v. Seherr-Thoß (1843 erkauft); Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Haltauf; bis vor 1288 Danielowicz; bis 1574 Ulendorf, 1574 Haltuff, 1845 auch Halduf
Polnisch: nach 1945: Nawojowice
Ortsgründung: vor 1288
Dorfform: Straßendorf
Amtsbezirk: Haltauf
Standesamtsbezirk: Haltauf
evangelische Kirche: Großburg Kreis Strehlen
katholische Kirche: Wangern Kreis Breslau
Entfernung von Ohlau: 18 km
Eisenbahnstation: Wangern
Koordinaten (Haltauf): 50° 54’ N; 17° 04’ Ö

 

1743:
16 Gärtnerstellen.
1783:
1 herrschaftliches Wohnhaus, Vorwerk, 1 evangelische Schule, 1 Mühle, 15 andere Häuser, 151 Einwohner, „welche polnisch und deutsch reden“ und „evangelisch sind“. „Der Boden bey diesem Dorfe ist sehr gut“.
1819:
1 Schloß, 1 Kretscham, 2 Freigärtner- und 11 Dreschgärtner, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 6 sonstige Feuerstellen, insgesamt 23 Haushalte; 157 Einwohner (74 männlich, 83 weiblich; 107 Lutheraner, 50 Katholiken).
1830:
26 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 191 Einwohner (kath. 60), teils evangelische Kirche zu Großburg, teils zu Groß-Peiskeru, katholische Kirche zu Wangern; 1 Windmühle.
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 Windmühle, 1 Wirtshaus, 24 Häuser, 188 Einwohner (59 katholisch); 4 Handwerker, 1 Händler; 1000 Merinoschafe; Röthe und Rapsbau, Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 21 Wohngebäude, 35 Haushaltungen, 158 Einwohner (davon 89 ortsgebürtig; 79 männlich, 79 weiblich; 115 evangelisch, 43 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 21 Haushaltungen, 89 Einwohner (davon 20 ortsgebürtig; 40 männlich, 49 weiblich; 74 evangelisch, 15 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 36 ha, davon Ackerland 32 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 32,51 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 19 Wohngebäuden, 38 Haushaltungen und 146 Einwohnern (davon 63 männlich, 83 weiblich; 93 Evangelische, 53 Katholiken). Gutsbezirk: Flächeninhalt 287 ha, davon Ackerland 254 ha, Wiesen 11 ha, Holzungen 5 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 28,98 Mark/ha, von Wiesen 27,81 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 21 Haushaltungen und 87 Einwohnern (davon 37 männlich, 50 weiblich; 64 Evangelische, 23 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 22 Wohnhäuser, 37 Haushaltungen, 156 Einwohner (davon 66 männlich, 90 weiblich; 110 evangelisch, 46 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 21 Haushaltungen, 94 Einwohner (davon 49 männlich, 45 weiblich; 75 evangelisch, 19 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 19 Wohnhäuser, 26 Haushaltungen, 141 Einwohner (Muttersprache: deutsch 140, polnisch 1); Gemarkungsfläche 36,2 ha; Grundsteuer-Reinertrag 29,51 Mark/ha. Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 22 Haushaltungen, 98 Einwohner (Muttersprache: deutsch 983); Gemarkungsfläche 286,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 28,92 Mark/ha.
1925:
26 Wohnhäuser, 47 Haushaltungen, 253 Einwohner (davon 117 männlich, 136 weiblich; 173 evangelisch, 80 katholisch); Flächengröße 1931: 323,6 ha, Grundsteuer-Reinertrag 28,90 RM/ha.
1935:
258 Einwohner.
1939:
58 Haushaltungen, 235 Einwohner.

Rittergut 1894:

Rittergut: Gustav Friedmann in Breslau.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Böhm, Brendel, Brutscheck, Bursian (2), Döring, Drechsler, Dreilich, Engmann, Ernst, Feller, Fey, Fliege, Fuchs, Gabriel, Gebel, Gebühr, Giesel (2), Günther, Haja, Hantke, Heber, Hönig, Hoppe, Kaufmann, Kipke, Kirchner, König, Koschel, Langner, Linke, Marx, Merges, Müller, Neugebauer, Pauer (2), Peschke (3), Pfennig, Potzewitius, Reichert (2), Rettig (2), Rother, Rückert, Salva, Senmoitz, Schmidt, Schöfer (3), Staroste, Theuer, Ulbrich, Umlauf (2), Weigmann, Weiß, Wende (2), Wiesner, Wohlfahrt.

Rittergut 1937:

Rittergut: David Friedmann (Familienbesitz seit 1889).

Literatur:

Christa Dziedo, Großburg – eine Dorfgeschichte [betreffend auch Dammelwitz, Eulendorf, Graduschwitz, Haltauf, Kochern, Kontschwitz und Raduschkowitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1977, S. 15 f.

Norbert Ruhm, „Haltauf Michel den großen Burg, denn er läuft nach Schweinbraten“ [Ortsansichten von Haltauf]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/2006, S. 30 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 64.

Kirchenbücher von Großburg:

Verfilmungen: Film SLC 1959641 (Taufen 1766-1792, 1793-1800, 1829-1840, Begräbnisse 1714-1792); SLC 1959642 (Taufen 1841-1854, 1915-1936, Trauungen 1741-1792); SLC 1959643 (Taufen 1780, Trauungen 1795-1862, Konfirmanden 1840-1867); SLC 1959644 (Begräbnisse 1865-1881, Konfirmanden 1869-1917, 1918-1944). - [Nach Großburg waren folgende Dörfer des Kreises Ohlau eingepfarrt: Dammelwitz, Freudenfeld (Raduschkowitz), Grasau (Graduschwitz), Haltauf, Hohenlinde (Kontschwitz), Kochern.]

Standesamtsregister:

Staatsarchiv Breslau 1874-1882; Standesamt Ohlau 1898-1938 (jeweils mit Lücken).