Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Heidau

Grundherrschaft:

1250: Ulrich Suevus; 1303: Heinrich von Stinavia; 1336: Ritter Bavorius; 1364: Mladatha und Peschko von Russinberg; 1546: [vermutlich] Wenzel von Oppersdorf; 1612: von Prittwitz und Gaffron; 1665: von Engelhardt und Schnellenstein; vor 1702: Heinrich Wenzel von Reibnitz; 1702-1719: Johann Adrian von Plenken; ab 1719: Johann Josef und Johann Adrian von Hoverden-Plencken; 1783: „Heydau, gehöret dem Herrn Baron von Plentken“; 1819: Kammerherr Graf von Howerden; 1830 „Königl. Landrath Emanuel Graf v.Hoverden“; 1845: Eduard Graf von Hoverden-Plenken; „Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Heidau; Anf. 13. Jh. Gat (Gac?); 1250, 1335, 1358 Heyda, 1689 Heide, 1783 Heydau, 1817, 1848, 1867 Haidau, 1885 Heidau
Polnisch: nach 1945: Gac, früher auch Psiary
Ortsgründung: um 1250 deutsche Dorfgründung; zuvor slawische Siedlung
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Hünern
Standesamtsbezirk: Hünern
evangelische Kirche: Heidau (1303 erstmals erwähnt)
katholische Kirche: Hünern
Entfernung von Ohlau: 7,5 km
Eisenbahnstation: Linden
Koordinaten (Heidau): 50° 53’ 31,1540’’ N; 17° 21’ 10,6140’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trigon. Punkt: Pfeiler 144,549 m, Platte143,659 m

 

um 1250:
41 Hufen (36 Zinshufen, Scholtisei mit 5 Freihufen)
1743:
21 Bauernstellen, 22 Freigärtner- und 12 Dreschgärtnerstellen.
1783:
1 evangelische Kirche, 1 Schule, 1 Windmühle, 12 Bauern- und 36 andere Stellen, 270 Einwohner, „welche deutsch reden“; Religion gemischt.
1819:
1 lutherische Mutterkirche, 1 Schloß, 1 Kretscham, 11 Bauergüter, 13 Freigärtner-, 12 Dreschgärtner und 11 Freihäuslerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 35 sonstige Feuerstellen, insgesamt 86 Haushalte; 425 Einwohner (201 männlich, 224 weiblich; 187 Lutheraner, 226 Katholiken, 12 Juden).
1830:
87 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 420 Einwohner (ev. 180), 1 evangelische Mutter-Kirche, „mit ihr ist Hünern verbunden“, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Hünern. „Man fertigt viele Ziegeln ohne eigentliche Ziegelei“, 1 Brennerei, 1 Windmühle.
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 1 königliches Chaussee-Zollhaus, 1 evangelische Parochialkirche, 1 evangelische Schule, 1 Windmühle, 1 Roßmühle, 2 Kretschams, 1 Brennerei, 10 Leinweberstühle; 77 Häuser, 553 Einwohner (271 evangelisch); 17 Handwerker; 1500 Merinoschafe, 205 Rinder; Bienenzucht, bedeutender Tabaks-, Lein- und Rapsbau.
1871:
Landgemeinde: 57 Wohngebäude, 137 Haushaltungen, 526 Einwohner (davon 326 ortsgebürtig; 256 männlich, 270 weiblich; 248 evangelisch, 278 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 23 Haushaltungen, 91 Einwohner (davon 34 ortsgebürtig; 41 männlich, 50 weiblich; 49 evangelisch, 42 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 376 ha, davon Ackerland 286 ha, Wiesen 28 ha, Holzungen 34 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 18,80 Mark/ha, von Wiesen 18,80 Mark/ha, von Holzungen 5,87 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 83 Wohngebäuden, 129 Haushaltungen und 511 Einwohnern (davon 247 männlich, 264 weiblich; 255 Evangelische, 256 Katholiken). – Gutsbezirk: Flächeninhalt 420 ha, davon Ackerland 328 ha, Wiesen 34 ha, Holzungen 50 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 21,54 Mark/ha, von Wiesen 16,06 Mark/ha, von Holzungen 5,87 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 25 Haushaltungen und 92 Einwohnern (davon 46 männlich, 46 weiblich; 63 Evangelische, 29 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 72 Wohngebäude, 113 Haushaltungen, 430 Einwohner (davon 198 männlich, 232 weiblich; 241 evangelisch, 189 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 17 Haushaltungen, 73 Einwohner (davon 27 männlich, 46 weiblich; 35 evangelisch, 38 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 71 Wohnhäuser, 115 Haushaltungen, 385 Einwohner (Muttersprache: deutsch 381, polnisch 4); Gemarkungsfläche 376,9 ha; Grundsteuer-Reinertrag 17,36 Mark/ha. Gutsbezirk: 2 Wohnhäuser, 16 Haushaltungen, 62 Einwohner (Muttersprache: deutsch 61, polnisch 1); Gemarkungsfläche 419,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 19,10 Mark/ha.
1925:
82 Wohnhäuser, 117 Haushaltungen, 483 Einwohner (davon 231 männlich, 254 weiblich; 316 evangelisch, 166 katholisch, 1 bekenntnislos); Flächengröße 1931: 798,2 18,29 ha, Grundsteuer-Reinertrag RM/ha.
1935:
526 Einwohner.
1939:
149 Haushaltungen, 523 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergüter Heidau und Philippsfeld (zum Majorat Hünern gehörig): Hermann Graf von Hoverden-Plenken auf Hünern.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Abend, Adolf, Adolph, Arndt, Bernock, Bernok, Born, Briese, Brinke, Brogt, Brommer (3), Bruchmann, Buntsch, Cimala, Cyrnik, Döppen, Doruch (2), Dubil (2), Eistert, Endler, Exner, Fischer (2), Franzheld, Fuchs (4), Gäbel, Galaske, Gerber, Göhlich, Gonsior, Hanusa (2), Heimann, Herrlich (2), Hilber (3), Hirsch (2), Hoffmann (2), Höhne, Ilko, Jakob, Janoske, Karbstein, Keil (2), Kienast, Konzok (3), Krause, Kreuchler, Krug, Kunert, Lampert, Langkammer, Laufer, Lempert, Loch, Loche, Maibaum, Maiwald, Mallok, Marzog, Moritz (2), Mugai, Nagel (2), Neugebauer, Opitz (3), Paduch, Pajung, Pichertzek, Pieritz, Raabe, Reichert, Reisewitz, Ringel, Rother, Schäpke, Schaupke, Scheer (2), Schneider, Schnell, Scholz, Schönwitz (2), Schubert, Schwarz, Schwientek (3), Skrzypale, Stasch, Staschek, Stephan, Straschek, Tschorn (2), Vogt, Wabnik, Wanke (2), Welzel, Wickede v., Wimmer (2), Winkler (3), Zeugner.

Ritter- und Bauergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Oskar Graf Strachwitz auf Hünern; Gut Nr. 2: Reinhold Winkler; Gut Nr. 4: Karl Brogt.

Literatur:

Die combin[irten] Parochieen Frauenhain, Heidau u[nd] Hünern; in: F. G. Eduard Anders, Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, Glogau 1848, S. 222-223.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Heidau 2/1966, S. 5.

Gerhard Bock, Die evangelische Kirche zu Heidau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1967, S. 4.

Karl Buschbeck, Die evangelischen Kirchen und Gemeinden im Ohlauer Land, Ulm 1968, S.14.

Oswald Galaske, Erinnerungen an Hünern und Heidau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1970, S. 11 f., 11/1970, S. 10, 12/1970, S. 4, 1/1971, S. 17, 4/1971, S. 12, 7/1971, S. 17, 2/1972, S. 10, 5/1972, S. 14, 8/1972, S. 12, 1/1973, S. 5, 4/1973, S. 7 f., 8/1973, S. 11, 9/1973, S. 4, 1/1974, S. 3, 7/1974, S. 4 f., 3/1976, S. 3 f., 5/1976, S. 9 f., 6/1976, S. 9.

Oswald Galaske [aus Hünern und Heidau], Jugenderinnerungen an unser liebes Ohlauer Land; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1978, S. 15 f., 5/1978, S. 9 f., 9/1978, S. 8, 10/1978, S. 10 und 19, 1/1979, S. 11 f.

Von der Gemeinde Heidau-Hünern, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1978, S. 20.

Oswald Galaske, Jugenderinnerungen an das Landleben in Hünern und Heidau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1987, S. 29 f.

Heinz Quester, Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien. In: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 76/77 (1997/98), S. 394-397.

Heinz Quester, Ergänzungen zur Predigergeschichte des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in:Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, Neue Folge, Band 79, Stuttgart 2000, S. 167.

Heinz Quester, Zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Ohlau in Schlesien; in: Jahrbuch für Schlesische Kirchengeschichte, Band 82, Stuttgart 2003, S. 257-282. Darin: Heidau S. 275-280.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 65 f.

Kirchenbücher:

Verfilmungen: Taufen, Trauungen und Begräbnisse 1846-1849 Film SLC 0887175 sowie 1850-1870 Film SLC 0887172.