Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Hohenlinde (= Kontschwitz)
  

Grundherrschaft:

1360: Hanko Jezir; sonst herzoglich; 1783: „Kontschwiz, ist dem Amte Olau zuständig“; 1819: Domainen-Amt Ohlau; 1830 und 1845: Königliches Rent-Amt Ohlau.

Namen: Hohenlinde, bis 9.12.1936 Kontschwitz; 1830 auch Konschin; 1360 Koyanczin, 1358 Coyanzindorf, 1388 Cuntschicz
Polnisch: nach 1945: Konczyce
Ortsgründung: vor 1347 zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Hohenlinde
Standesamtsbezirk: Thomaskirch; 1885, 1905 Hohenlinde (Kontschwitz)
evangelische Kirche: Großburg Kreis Strehlen
katholische Kirche: Thomaskirch
Eisenbahnstation: Wäldchen
Koordinaten (Hohenlinde): 50° 52’ N; 17° 06’ Ö

 

1604:
27½ Hufen, davon 2½ Freihufen; 14 Bauernstellen.
1783:
1 evangelische Schule, 12 Bauern- und 13 andere Stellen, 197 Einwohner, „welche polnisch und deutsch reden und evangelisch sind“.
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 10 Bauergüter, 8 Dreschgärtnerstellen und 2 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 14 sonstige Feuerstellen, insgesamt 37 Haushalte; 221 Einwohner (109 männlich, 112 weiblich; 207 Lutheraner, 14 Katholiken).
1830:
37 Häuser, 1 Freischoltisei, 250 Einwohner (kath. 17), evangelische Kirche zu Großburg, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer; „Röthe und Flachsbau.“
1845:
1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule, 1 Windmühle, 1 Kretscham; 43 Häuser, 268 Einwohner (27 katholisch); 9 Handwerker und Händler; Flachsbau und Bienenzucht.
1871:
39 Wohngebäude, 53 Haushaltungen, 270 Einwohner (davon 121 ortsgebürtig; 118 männlich, 152 weiblich; 226 evangelisch, 44 katholisch).
1885;
Flächeninhalt 496 ha, davon Ackerland 454 ha, Wiesen 8 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,28 Mark/ha, von Wiesen 21,15 Mark/ha, von Holzungen 14,10 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 41 Wohngebäuden, 58 Haushaltungen und 286 Einwohnern (davon 139 männlich, 147 weiblich; 237 Evangelische, 49 Katholiken).
1895:
32 Wohnhäuser, 48 Haushaltungen, 246 Einwohner (davon 119 männlich, 127 weiblich; 210 evangelisch, 36 katholisch).
1905:
33 Wohnhäuser, 55 Haushaltungen, 261 Einwohner (Muttersprache: deutsch 257, polnisch 3, eine andere Sprache 1); Gemarkungsfläche 495,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,48 Mark/ha.
1925:
42 Wohnhäuser, 77 Haushaltungen, 338 Einwohner (davon 146 männlich, 192 weiblich; 297 evangelisch, 39 katholisch); Flächengröße 1931: 498,9 ha, Grundsteuer-Reinertrag 24,47 RM/ha.
1935:
299 Einwohner.
1939:
71 Haushaltungen, 286 Einwohner.

Ritter- und Bauergutsbesitzer 1894:

Rittergut Kon[t]schwitz (zur Majoratsherrschaft Klein-Oels gehörig: Paul Graf Yorck von Wartenburg; Erbscholtisei Nr. 1: Alfred Arnold.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Bartnek, Baudisch, Beuner, Böer, Bredner, Dauke, Dresler, Duksch, Esser (2), Fiebig (2), Friedrich (4), Fuchs (2), Fuhrich (2), Gotsch, Gröschel (2), Gruner, Hahn, Hanisch, Herden, Hiersemann, Hochowitz, Kabon, Kache (2), Kappler, Kassner, Kiehnel, Klose (2), Krautwald, Kügler, Kunze, Nieruch (2), Nowak, Obst, Passon (2), Pospich, Potzivitius, Preußner, Reibeholz, Römisch, Rösner, Ruhm (3), Sambale, Schädel, Scheel (2), Schmidt (3), Schmiedel, Schnelle, Schoke, Schönbrunn, Schütze, Simon, Viehhok (3), Vogt (2), Wawarsinek, Wolf (3), Zaharadnik.

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei Nr. 1 (Erbhof): Carl Vogt; Gut Nr. 5: Reinhold Fuchs; Gut Nr. 14: Wilhelm Simon; Gut ohne Nr.: Herbert Freiherr von Richthofen.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Kontschwitz (später Hohenlinde) 6/1966, S. 12.

Christa Dziedo, Großburg – eine Dorfgeschichte [betreffend auch Dammelwitz, Eulendorf, Graduschwitz, Haltauf, Kochern, Kontschwitz und Raduschkowitz]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/1977, S. 15 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 72.

Annemarie und Matthias Marks, Familien der Heimat: Wiehle oder Wille; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/2014, S. 30.

Standesamtsregister:

Aus dem StA Thomaskirch: Staatsarchiv Breslau 1874-1882; Standesamt Ohlau: Geburten, Heiraten und Sterbefälle 1898-1938 unter ,,Kontschwitz“ jeweils mit Lücken; Verfilmt: 1874-1877 Film SLC 1191721.

Kirchenbücher von Großburg:

Verfilmungen: Film SLC 1959641 (Taufen 1766-1792, 1793-1800, 1829-1840, Begräbnisse 1714-1792); SLC 1959642 (Taufen 1841-1854, 1915-1936, Trauungen 1741-1792); SLC 1959643 (Taufen 1780, Trauungen 1795-1862, Konfirmanden 1840-1867); SLC 1959644 (Begräbnisse 1865-1881, Konfirmanden 1869-1917, 1918-1944). - [Nach Großburg waren folgende Dörfer des Kreises Ohlau eingepfarrt: Dammelwitz, Freudenfeld (Raduschkowitz), Grasau (Graduschwitz), Haltauf, Hohenlinde (Kontschwitz), Kochern.]