Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Jungwitz 

Grundherrschaft:

1783: „Jungwiz, gehöret dem Dohmkapitul zu Breslau“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Dom-Kapitel Breslau.

Namen: Jungwitz, 1413 Jenkewicz; 1830 auch Junkowice
Polnisch: nach 1945: Jankowice
Ortsgründung: 1252 Aussetzung zu deutschem Recht
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: 1905 Rohrau
Standesamtsbezirk: Jungwitz; 1885, 1905 Rohrau
evangelische Kirche: Zedlitz
katholische Kirche: Zottwitz
Entfernung von Ohlau: 10 km
Eisenbahnstation: Sambowitz
Koordinaten (Jungwitz): 50° 59’ 50,0992’’ N; 17° 11’ 9,1567’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 123,630 m, Platte122,734 m

 

1252:
23 Hufen, davon 5 Schulzenhufen.
1743:
11 Bauernstellen.
1783:
1 [evangelische] Schule [seit 1765], 2 Dorfhäuser, 12 Bauern-, 9 Gärtner- und 16 Häuslerstellen, 240 Einwohner, „sind, einige Wirthe ausgenommen, evangelisch, reden deutsch und polnisch“.
1819:
1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 11 Bauergüter, 9 Freigärtner- und 9 Freihäuslerstellen, 1 Müllerwohnung, 1 Schmiedewohnung, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 42 Haushalte; 295 Einwohner (137 männlich, 158 weiblich; 98 Lutheraner, 197 Katholiken).
1830:
56 Häuser, 1 Freischoltisei, 339 Einwohner (ev. 146), evangelische Kirche zu Zedlitz, 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Zottwitz, 1 Wassermühle außerhalb.
1845:
1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule, 2 Kretschame, 1 Wassermühle („hieß 1413 Beiermole“); 57 Häuser, 422 Einwohner (173 evangelisch); 10 Handwerker, 4 Händler; 488 Merinoschafe; „nennenswerthe Bienenzucht und Leinbau“.
1871:
63 Wohngebäude, 112 Haushaltungen, 490 Einwohner (davon 284 ortsgebürtig; 218 männlich, 272 weiblich; 145 evangelisch, 345 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Straßenkretscham 1 und 14, Wassermühle 2 und 8, Bahnwärterhäuser 2 und 15.
1885:
Flächeninhalt 442 ha, davon Ackerland 395 ha, Wiesen 25 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 19,19 Mark/ha, von Wiesen 17,02 Mark/ha. 3 Wohnplätze mit 62 Wohngebäuden, 108 Haushaltungen und 470 Einwohnern (davon 218 männlich, 252 weiblich; 128 Evangelische, 342 Katholiken). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Straßenkretscham 1 und 9, Wassermühle 1 und 8.
1895:
60 Wohnhäuser, 99 Haushaltungen, 447 Einwohner (davon 208 männlich, 239 weiblich; 149 evangelisch, 298 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Straßenkretscham 1 und 4, Wassermühle 1 und 10.
1905:
59 Wohnhäuser, 101 Haushaltungen, 411 Einwohner (Muttersprache: deutsch 410, polnisch 1) Gemarkungsfläche 444,4 ha; Grundsteuer-Reinertrag 19,02 Mark/ha. Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Straßenkretscham 1 und 6, Wassermühle 1 und 6.
1925:
3 Wohnplätze, 62 Wohnhäuser, 98 Haushaltungen, 414 Einwohner (davon 203 männlich, 211 weiblich; 139 evangelisch, 274 katholisch); Flächengröße 1931: 446,0 ha, Grundsteuer-Reinertrag 19,04 RM/ha.
1935:
466 Einwohner.
1939:
119 Haushaltungen, 449 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Aßmann, Benke, Berutsch, Binke, Böer, Breuer, Bürger (4), Bursian, Eule, Feige, Dierschke, Flasche (3), Fritsch (3), Gärtner (2), Gebel, Gerber, Giewald (2), Göersch, Graupe, Hanke (2), Haja (3), Hein (3), Jäschke, Jakob, Jaletzky (2), Jung, Jungnitz, Kirsch (2), Klimpke, König (3), Koselitz, Kosmale (4), Krön, Langer (4), Majok, Malarz, Maywald (2), Michallek (2), Michallik, Neumann, Pasternack, Pfunfel (2), Polik (2), Rabsch, Reich, Renner, Rilke, Rogoll, Ruschig, Schaluschke, Schenke, Schiege, Schöbel, Schölzel (3), Scholz (2), Schüller (2), Schwiebode, Schwirz, Siegmund, Sitte, Solasse (2), Sonnabend (4), Sotta, Spinde, Süßmann, Thiel, Tischler, Ubrig (4), Warkus (4), Webner (2), Welzeboch (3), Wiehle, Wuttke.

Literatur:

Wincenty Urban, Katalog Archiwum Archidiecezjalnego we Wroclawiu, Lublin 1965; [darin Akten betreffend die katholische Kirche von Stadt und Kreis Ohlau; nach Gemeinden alphabetisch geordnet]; z.B.: auch Jungwitz.

Werner Komm, Wie’s einmal war in unserem Jungwitz [mit Liste der Höfe und Wohngebäude 1939]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/1979, S. 11.

Dieter Breuer, [Archivalische] Ausbeute einer Reise nach Jungwitz (= Jankowice), Kreis Ohlau, im Jahr 1979; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/1979, S. 4.

Dieter Breuer, Quellen zur Geschichte der schlesischen Dörfer Jungwitz, Kattern und Herzogshufen; in: Ostdeutsche Familienkunde, 28. Jahrgang, Heft 1 (1980), S. 27.

Heinz Rudolf Fritsche, [Emil Fuchs,] Ein großer Sohn der Gemeinde Jungwitz, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1983, S. 22.

Werner Komm, Das bewegte Leben einer schlesischen Bäuerin aus Jungwitz für ihre Familie, das endlich die ewige Ruhe gefunden hat; Heimatbl. Strehlen/Ohlau 6/1992, S. 22 f.

Karl Schneider, Leben, Mönchengladbach 2005.

Karl Schneider, Jungwitz – So wurden wir [1946] zu Zwangs-Sitzmannsdorfer; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/2005, S. 25-27.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 81.

Standesamtsregister:

[Jungwitz 1885, 1912 Rohrau] Staatsarchiv Breslau 1874-1882; Standesamt Ohlau 1898-1938 unter „Saulwitz“, jeweils mit Lücken.