Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Kauern (= Klein Kauern) mit Kauerhäuser

Grundherrschaft:

(1294-)1362: vermutlich Johann Schenk(e) von Curow; 1544 Valten Schenk; bis 1564: Johann Schenk; 1564: Johann von Sebottendorf; 1658: Sigmund von Sebottendorff; dann Hans Abraham von Sebottendorf; bis 1729: Carl Heinrich von Sebottendorf; 1729: Hanns Maximilian von Haupt; 1748: Caspar Bernhard von Prittwiz; 1774: Christian Ferdinand von Prittwiz; 1819: Frau von Gruttschreiber geb. von Hautcharmoy; 1830: General-Feldmarschall Graf York von Wartenburg; 1845: Ludwig Graf York von Wartenburg; „Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Kauern, bis 7.5.1934 Klein Kauern; 1294 Curow, 1375 Kowrow, 1783 Kauern
Polnisch: nach 1945: Kurow
Ortsgründung: unbekannt
Dorfform: früher Angerdorf
Amtsbezirk: Kauern, 1935 Krausenau
Standesamtsbezirk: Kauern
evangelische Kirche: Weigwitz
katholische Kirche: Klein Öls
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Wansen
Koordinaten (Kauern): 50° 51’ 12,7105’’ N; 17° 12’ 53,6870’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: ?Pfeiler 150,40 m, Platte 149,51 m

 

1743:
5 Bauernstellen.
1748:
5 Bauern- und 16 Freigärtnerstellen.
1783:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Mühle, 5 Bauern- und 27 andere Stellen, 254 Einwohner, „sind evangelisch und sprechen deutsch“.
1819:
1 Schloß, 1 Kretscham, 4 Bauergüter, 12 Freigärtner-, 12 Dreschgärtner- und 8 Freihäusler-Stellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 8 sonstige Feuerstellen, insgesamt 48 Haushalte; 350 Einwohner (156 männlich, 194 weiblich; 331 Lutheraner, 19 Katholiken). Hierzu: Colonie Kauerhäuser.
1830:
54 Häuser, 1 herrsachaftliches Schloß mit Ziergarten, 1 Vorwerk, 363 Einwohner (kath. 30), evangelische Kirche zu Weigwitz, katholische Kirche zu Wansen, 1 Wassermühle außerhalb; Röthe- und Ripsbaz. – Hierzu: Die Kauerhäuser, Kolonie.
1845:
1 herrschaftliches Schloß mit Ziergarten, 1 Wassermühle, 1 Brauerei, 1 Kretscham, 56 Häuser, 383 Einwohner (37 katholisch), 7 Handwerker, 7 Händler; 1890 Schafe; Lein- und Rapsbau sowie Bienenzucht. Zu Kauern: Kolonie Kauerhäuser mit 4 Stellen.
1871:
Landgemeinde: 47 Wohngebäude, 68 Haushaltungen, 264 Einwohner (davon 140 ortsgebürtig; 110 männlich, 154 weiblich; 240 evangelisch, 24 katholisch). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner:Colonie Kauerhäuser 4 und 17, Wassermühle 1 und 8. Gutsbezirk: 6 Wohngebäude, 26 Haushaltungen, 129 Einwohner (davon 43 ortsgebürtig; 58 männlich, 71 weiblich; 113 evangelisch, 16 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 132 ha, davon Ackerland 115 ha, Wiesen 12 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 32,90 Mark/ha, von Wiesen 29,37 Mark/ha. 3 Wohnplätze mit 39 Wohngebäuden, 58 Haushaltungen und 268 Einwohnern (davon 124 männlich, 144 weiblich; 246 Evangelische, 22 Katholiken). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Kauerhäuser 4 und 24, Wassermühle 1 und 11. - Gutsbezirk: Flächeninhalt 372 ha, davon Ackerland 296 ha, Wiesen 43 ha, Holzungen 8 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 28,59 Mark/ha, von Wiesen 33,68 Mark/ha, von Holzungen 15,27 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 27 Haushaltungen und 120 Einwohnern (davon 58 männlich, 62 weiblich; 96 Evangelische, 24 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 38 Wohnhäuser, 55 Haushaltungen, 192 Einwohner (davon 87 männlich, 105 weiblich; 180 evangelisch, 12 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Kauerhäuser (= Wassermühle) entfallen 3 Wohnhäuser und 15 Einwohner. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 28 Haushaltungen, 117 Einwohner (davon 56 männlich, 61 weiblich; 92 evangelisch, 25 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 42 Wohnhäuser, 49 Haushaltungen, 183 Einwohner (Muttersprache: deutsch 183); Gemarkungsfläche 131,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 32,66 Mark/ha; auf den Nebenwohnplatz Kauerhäuser (= Wassermühle) entfallen 4 Wohnhäuser und 24 Einwohner. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 105 Einwohner (Muttersprache: deutsch 105); Gemarkungsfläche 372,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 28,86 Mark/ha.
1925:
2 Wohnplätze, 41 Wohnhäuser, 73 Haushaltungen, 308 Einwohner (davon 156 männlich, 152 weiblich; 277 evangelisch, 31 katholisch); Flächengröße 1931: 519,2 ha, Grundsteuer-Reinertrag 30,28 RM/ha.
1935:
301 Einwohner.
1939:
83 Haushaltungen, 327 Einwohner.

Stellenbesitzer 1748 (Anzahl):

Bauern:
Bryer, Kirchner, Klose, Kuntze, Rother; Freigärtner: Beschnitte, Buhe (2), Griebsch, Kehler, Kolsch, Langner, Mache, Melz, Pfeiffer, Schönfeld, Scholz, Tanneberger, Wutke [ferner „der Müller“ und „der Schmied“].

Rittergutsbesitzer 1894:


Rittergut, zur Majoratsherrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Adler (2), Bech, Bittner, Buchwald (3), Duksch, Feller (2), Fiebig, Franke (2), Frost (2), Gebühr (3), Geisler, Hagedorn, Hartmann, Hiller, Hoppe, Hunger (3), Jagusch, Karbstein (5), Korneck, Kretschmer, Kühnel, Kühnöl (2), Lamm (4), Lampl, Langner, Lehnert, Lobe, Mache (2), Maiwald (2), Maruschke, Melz, Mertz, Nitschke, Obst, Olschner, Paschke, Peschel, Pfohl, Post, Proquitte, Puckade, Reichelt (3), Reichert (3), Richter, Riedel, Rother (2), Schindler, Schneider, Schönbrunn, Seher, Stanneck, Stephan, Sündermann (3), Unvericht, Vogel, Weichert (2), Weiß (2), Graf York von Wartenburg, Zeßner (2).

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut, zur Herrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Scholtisei und Kretscham 1626 zu Kauern S. 202 f.; Freigarten in Kauern 1622 S. 197 f. und 1653 S. 219.

Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 195 f. [über die Grundherren von Kauern].

Unser Paschke Vetter. Lebenslauf und Schaffen des dichtenden Gastwirts aus Kauern, Kreis Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1962, S. 14 f., ergänzt Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1962, S. 6.

Emil Karbstein, Erinnerungen aus der Gemeinde Kauern; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1963, S. 9, 8/1963, S. 6.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Kauern 2/1966, S. 6, 3/1966, S. 8.

Fritz Damzog, Chronik über Weigwitz und angrenzende Dörfer; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1971, S. 5; 6/1972, S. 13.

Eberhard Bittner, Gedenken an den Paschke-Vetter [Adolf Paschke, 1837-1922] aus Kauern, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 9/1977, S. 15 f.

Eberhard Bittner, Marion Gräfin Yorck von Wartenburgs Erinnerungen an Kleinöls und Kauern; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1987, S. 12; 6/1987, S. 11 f.; 7/1987, S. 9; 8/1987, S. 11, 9/1987, S. 11 f.

Gerhard Reichelt, Kauern; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/2004, S. 25.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 83 f.