Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Klein Peiskerau

Grundherrschaft:

Vor 1364: Symon Quos; 1364-1381 Pogrella; 1783: „Klein-Peiskerau, ist das Eigenthum des Herrn Heinrich Ludwig von Königsdorf. Die vorigen Besitzer waren, Walrad Sigmund von Krekwiz, 1728. 1753 Herr Jeltsch, nachher der Herr Minister von Görne“; 1819: E. J. Ferdinand Tielsch; 1830: Frau Beate verwitwete Tielsch; 1845: Gutsbesitzer Hatscher; Dominium zinst dem Rent-Amt Ohlau.

Namen: Klein Peiskerau,1360 Nouum piskerow, 1364 Minpiskerow, 1397 Paruum peyskeraw, 1420 Peyskoraw minor
Polnisch: nach 1945: Piskorzowek
Ortsgründung: vor 1332 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Haltauf
Standesamtsbezirk: Haltauf
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 14 km
Eisenbahnstation: Thomaskirch
Koordinaten (Kl. Peiskerau): 50° 54’ 53,9413’’ N; 17° 6’ 54,3996’’ Ö
dgl. (Brennerei-Schornstein): 50° 54’ 39,6854’’ N; 17° 7’ 43,3119’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 146,82 m, Platte145,92 m
dgl. (Brennerei-Schornstein): oberer Rand 169,96 m

 

1332:
16 Hufen.
1743:
4 Bauernstellen.
1783:
1 Vorwerk, 2 Windmühlen, 4 Bauern- und 23 andere Stellen, 245 Einwohner, „sprechen deutsch und sind meist evangelisch“.
1819:
1 Schloß, 1 Kretscham, 2 Bauergüter, 16 Freigärtner-, 12 Dreschgärtner- und 2 Freihäusler-Stellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 15 sonstige Feuerstellen, Summa 51 Haushalte; 259 Einwohner (137 männlich, 122weiblich; 160 Lutheraner, 99 Katholiken).
1830:
55 Häuser, 1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 314 Einwohner (kath. 114), evangelische Kirche zu Groß-Peiskerau. 2 Röthedarren, 2 Mühlen.
1845:
1 herrschaftliches Schloß und Vorwerk, 2 Windmühlen, 1 Brauerei, 1 Brennerei, 1 Wirtshaus, 58 Häuser, 321 Einwohner (98 katholisch), 1 Specereihändler, Getreidehändler, 13 Handwerker; 1025 Merinoschafe; Lein- und Röthebau (2 Röthedarren), Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 58 Wohngebäude, 87 Haushaltungen, 366 Einwohner (davon 148 ortsgebürtig; 169 männlich, 197 weiblich; 254 evangelisch, 112 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 15 Haushaltungen, 82 Einwohner (davon 17 ortsgebürtig; 37 männlich, 45 weiblich; 60 evangelisch,22 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 194 ha, davon Ackerland 185 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 26,24 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 48 Wohngebäuden, 74 Haushaltungen und 343 Einwohnern (davon 172 männlich, 171 weiblich; 241 Evangelische, 102 Katholiken). – Gutsbezirk: Flächeninhalt 268 ha, davon Ackerland 252 ha, Wiesen 3 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,67 Mark/ha, von Wiesen 35,25 Mark/ha, von Holzungen 14,10 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 18 Haushaltungen und 66 Einwohnern (davon 34 männlich, 32 weiblich; 50 Evangelische, 16 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 59 Wohnhäuser, 73 Haushaltungen, 332 Einwohner (davon 163 männlich, 169 weiblich; 220 evangelisch, 112 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 25 Haushaltungen, 77 Einwohner (davon 35 männlich, 42 weiblich; 45 evangelisch, 32 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 52 Wohnhäuser, 74 Haushaltungen, 323 Einwohner (Muttersprache: deutsch 323); Gemarkungsfläche 186,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,97 Mark/ha. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 23 Haushaltungen, 96 Einwohner (Muttersprache: deutsch 95, polnisch 1); Gemarkungsfläche 275,3 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,99 Mark/ha.
1925:
62 Wohnhäuser, 97 Haushaltungen, 385 Einwohner (davon 174 männlich, 211 weiblich; 283 evangelisch, 102 katholisch); Flächengröße 1931: 462,5 ha, Grundsteuer-Reinertrag 25,36 RM/ha.
1935:
391 Einwohner.
1939:
112 Haushaltungen, 375 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut: Handelsgesellschaft J. Jac. Vom Rath u. Comp. in Koberwitz.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Barschdorf, Bernda, Best (2), Bursian, Conrad, Dietrich, Eberle, Engelmann, Fey, Finnig, Fliegner, Gabriel (2), Gase, Geppert, Gelke, Golsch, Goretzky, Grochholl, Grunner, Hahn, Hanisch, Hannus (2), Hoche, Hoffmann, Hönig, Heunenda, Jaekel, Jaraslawsky, Jaroslawsky, Jeltsch, Kämmler, Käsling, Kaiser, Kalusche, Kasior, Kaßner (2), Katscher, Kipke, Kleingeist, Klippel, Kluge, Kreutzer, Kühnel, Kurzer (3), Lahrius, Lex, Liske, Lobe, Loch (2), Löffel, Löschner (2), Maiwald, Marschall, Mattschulla, Matzel, Mücke, Naß, Natzek, Neugebauer, Neumann, Nickel, Nieder, Okruß (2), Ossyra, Pantosch, Pfeffer, Pfohl, Proske, Rauer, Reibeholz, Reichelt, Reßler (3), Rettig, Ring, Ritter, Rother (2), Schindler (2), Schittkowsky, Schmidt, Schnay (2), Schneider (3), Schölzel, Schöps, Scholz, Schuster, Semder, Semper, Steinert (3), Stephan, Stewig, Stierand, Strube, Ulbrich, Werner (2), Wiehle, Winke, Wohlfahrt, Wuttke, Zappe (2), Zimmermann.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut: vom Rath, Schoeller & Skene.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Klein-Peiskerau 2/1966, S. 5.

[über die Apotheke], in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1968, S. 18.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 89 f.

Hubertus Unfried, Vergangenheit und Gegenwart eines Heimatvertriebenen; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 8/2014, S. 23 f.