Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Klosdorf

Grundherrschaft:

1346: Johanniter-Orden, Lokator: Nikolaus (= Klaus = Klaas); 1364: sonst „Eigen“ des Herzogs; 1484 Kommende Klein Oels; 1783: „Klosdorf gehöret zur Kommende Klein-Oels“; 1819: General Graf York von Wartenburg; 1830: „General Feldmarschall Graf York von Wartenburg; sonst Maltheser-Commende Klein-Oels“; 1845: Majorat Klein-Oels, Ludwig Graf York von Wartenburg.

Namen: Klosdorf; 1338, 1346 Klaasdorf, 1364 Clausdorff, 1390 Closdorf, 1678 Kloßdorff
Polnisch: nach 1945: Klosow
Ortsgründung: 1346 Aussetzung zu deutschem Recht
Dorfform: Langform, Angerdorf
Amtsbezirk: Klosdorf
Standesamtsbezirk: Klosdorf
evangelische Kirche: Bärzdorf Kreis Brieg, 1885 Mechwitz
katholische Kirche: Klosdorf, 1378 erwähnt; seit 1800 Filiale von Jauer
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Laugwitz
Koordinaten (Klosdorf): 50° 48’ 2,4257’’ N; 17° 20’ 47,1614’’ Ö
dgl. (Kirchturm): 50° 48’ 35,9987’’ N; 17° 19’ 27,3229’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 161,63 m, Platte 160,73 m
dgl. (Kirchturm): Kirchturmknopf 185,32 m

 

1640:
16 Bauern mit 23 Zins- und 5 Freihufen.
1678:
17 Bauern-, 8 Gärtner- und 11 Angerhäuslerstellen.
1783:
1 katholische Kirche, 1 katholische Schule, 15 Bauern- und 17 andere Stellen, 124 Einwohner, „reden deutsch und sind der katholischen Religion zugethan“.
1819:
1 katholische Filialkirche, 1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 14 Bauergüter, 8 Freigärtner- und 8 Freihäuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 20 sonstige Feuerstellen, insgesamt 53 Haushalte; 275 Einwohner (135 männlich, 140 weiblich; 0 Lutheraner, 275 Katholiken).
1830:
62 Häuser, 1 Freischoltisei, 310 Einwohner, ganz katholisch, 1 katholische Tochterkirche von Jauer. Nebenbei 6 Leinweberstühle, 1 königliche Chaussee-Zollstätte.
1845:
1 katholische Tochterkirche von Jauer, 1 Kretscham, 62 Häuser, 1 Freischoltisei, 329 Einwohner (alle katholisch); 4 Leinweberstühle, 7 Handwerker, 2 Händler; „bedeutender Leinbau und Bienenzucht“.
1871:
62 Wohngebäude, 87 Haushaltungen, 385 Einwohner (davon 244 ortsgebürtig; 184 männlich, 201 weiblich; 11 evangelisch, 374 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Windmühle entfallen 1 Wohngebäude und 3 Einwohner.
1885:
Flächeninhalt 615 ha, davon Ackerland 533 ha, Wiesen 36 ha, Holzungen 22 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 26,24 Mark/ha, von Wiesen 17,23 Mark/ha, von Holzungen 11,75 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 70 Wohngebäuden, 76 Haushaltungen und 377 Einwohnern (davon 156 männlich, 221 weiblich; 5 Evangelische, 372 Katholiken). auf den Nebenwohnplatz Windmühle entfallen 1 Wohngebäude und 9 Einwohner.
1895:
65 Wohnhäuser, 84 Haushaltungen, 358 Einwohner (davon 160 männlich, 198 weiblich; 25 evangelisch, 333 katholisch).
1905:
67 Wohnhäuser, 87 Haushaltungen, 357 Einwohner (Muttersprache: deutsch 348, polnisch 1, eine andere Sprache 8); Gemarkungsfläche 616,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,28 Mark/ha.
1925:
71 Wohnhäuser, 90 Haushaltungen, 356 Einwohner (davon 157 männlich, 199 weiblich; 30 326 evangelisch, katholisch); Flächengröße 1931: 616,6 ha, Grundsteuer-Reinertrag 25,28 RM/ha.
1935:
406 Einwohner.
1939:
89 Haushaltungen, 342 Einwohner.

Im Urbarium 1678 genannte Rustikalstellenbesitzer:


Bauern: Andres, Austen, Berndt, Erndt, Gottert, Hillebrandt, Hubrig, Nitschke, Schmidt, Scholtz, Seydel (2), Thiel, Weinrich, Winkler; Gärtner: Aust, Kirsche, Schmidt, Weinrich (2), Wolff, Zimmermann; Angerhäusler: Girlich, Hoffmann (3), Kuntz, Schmidt, Scholz (2), Seydel, Weinrich[es?].

In den Urbarien des 18. Jahrhunderts genannte Stellenbesitzer:

1710: Anders, Aust, Austen, Hanßel, Hellmann, Hillebrandt, Hubrig (2), Schmidt (2), Scholtz (2), Seydel (hält 5 Huben), Seydel, Winckler, Zimmermann; Gärtner: Aust, Hoffmann, Minich, Müller (hält 2 Gärten), Scholtz, Scholtze, Zimmermann; Angerhäusler: Gürlich, Hoffmann (2), Kuntze, Müller, Nickel, Scholtz, Seidel sowie „der Schmied“. – 1738: Bauern: Anders, Hanßel (2), Hillebrand, Höllmann, Hubrich, Kuge, Schmidt, Schmiedt, Scholtz, Seydel, Steiner, Winckler (2), Zimmermann; Gärtner: Anders, Dürschke, Görlich, Laugwitz, Lehnert, Paul, Stephan, Zimmermann; Angerhäusler: Hoffmann, Nieckel, Pfeiffer (2) sowie der „Gemein Schmidt“; (weyland Kuntzes Stelle steht wüst.) – 1764: Bauern: Hansel, Hanßel, Hentscher, Hillebrandt, Kuge, Laugwitz, Paul (3), Pohl, Schmidt, Scholtz, Schweighofer, Seydel, Winckler; Gärtner: Görlich, Neugebauer, Pistol, Spielmann, Stephan (2), Tarnowsky, Zimmermann; Angerhäusler: Dürschke, Fuhrmann, Gierlach, Nickel sowie der „Gemein-Schmidt“; (Kunzes Stelle steht wüst). – 1781: Bauern: Baumgart, Hanßel, Hillebrandt, Kuge, Laugwitz (2), Paul (2), Pohl, Schmiedt, Scholtz, Schweighofer, Seydel, Thiele, Winckler; Gärtner: Görlich, Neugebauer, Pistol, Stephan (2), Tarnowsky, Winckler, Zimmermann; Angerhäusler: Aust, Fuhrmann, Görlich, König, Nickel sowie der „Gemein-Schmidt“; (Kunzes Stelle existiert gar nicht mehr).

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei: Josef Seidel.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):


Ackermann (2), Allnoch, Andres, Angelike, Austen, Bocksch, Brumma, Christopf, Czorny, Dierlinger, Dierschke, Eistert, Fischer, Franzke, Gutsche (3), Haschke, Hansel (5), Hantke (4), Heimatsch, Hillebrandt, Hoheisel (2), Jagusch, Jakob (2), Jokisch, Karbstein, Kaspersak, Katner, Klose, Kopka, Kosaucke, Kotzur, Kuge, Langner (2), Langs, Laßmann, Laugwitz, Lisson, Melz, Michalke (2), Michalczyk, Musik, Nadbyl, Paul (4), Pistol, Pitrzik, Pohl (7), Postrach, Rolke (3), Rother (3), Schmidt (5), Schöngarth, Scholz, Seifert (2), Sekul, Springer, Stache, Stenzel, Tarnofski (2), Theuer, Umlauf, Winkler, Zeh (4).

Bauergutsbesitzer 1937:

Erbscholtisei: Elisabeth Radbyl geb. Seidel; Gut Nr. 2: Reinhold Paul; Gut Nr. 4 Reinhold Seifert; Gut Nr. 6: Joseph Schmidt; Gut Nr. 7: Josef Paul; Gut Nr. 8: Richard Stenzel; Gut Nr. 9: Alfred Michalke; Gut Nr. 10: Theodor Pohl; Gut Nr. 11: Alois Kuge; Gut Nr. 13: Bernhard Scholz; Gut Nr. 15: Franz Bocksch.

Literatur:

Urbarium von 1678 der Hochritterlichen Commenda Klein-Oelß; in: Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924 S. 164 und S. 167.

Josef Brier, Die Ritterkommende Kleinöls im Mittelalter; in: Briegische Heimatblätter, II. Folge, Nr. 56-73 (1938/39); darin: Sonstige Nachrichten über […] Klosdorf, Nr. 70 (1938), S. 279.

Klosdorf und sein schreckliches Ende; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/1960, Beilage Kreis Ohlau S. 16.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Klosdorf 6/1966, S. 12.

Annemarie und Klaus Paul, Die Bewohner der Malteser-Kommende Klein Öls…nach den Urbarien von 1710, 1738, 1764 und 1781; in: Ostdeutsche Familienkunde 1995. S. 47-49 Klosdorf.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 91.

Kirchenbücher:

[s. Mutterkirche Jauer]

Standesamtsregister:

[nicht bekannt].