Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Krausenau

Grundherrschaft:

1380 Julkusz; 1520: Philipp Popschitz zu Popschitz; 1529: Melchior von Tschecke auf Kniegnitz; 1559: Hans von Wensky auf Ruppersdorf und Krippwitz; 1605: Valentin Jencke auf Höckricht; 1617: Hans von Sebottendorf und Lorzendorf auf Weigwitz; 1653: Caspar von Sebottendorf auf Krausenau und Nieder Siegroth: 1730: (Carl Ludwig?) von Logau; 1783: „Krausenau, gehöret dem Herrn Grafen von Sandrezki“; 1819: Graf von Sandretzky; 1830: General Feldmarschall Graf York von Wartenburg; 1845: „Zum Majorat Kleinöls gehörig Ludwig Graf York von Wartenburg“.

Namen: Krausenau; 1358 Crowsnow, 1364 Crusnow, 1380 Crusenaw, 1653 Krauhznau, 1689 Krausenau
Polnisch: nach 1945: Osno
Ortsgründung: vor 1380 Umsetzung zu deutschem Recht
Dorfform: früher Angerdorf (Kurzform)
Amtsbezirk: Kauern
Standesamtsbezirk: Kauern
evangelische Kirche: Weigwitz
katholische Kirche: Wansen Kreis Strehlen
Entfernung von Ohlau: 17,4 km
Koordinaten (Krausenau): 50° 50’ N; 17° 09’ Ö

 

1393:
1 Rittergut von 9 Hufen.
1592:
Bauern haben 20 Hufen; von diesen werden
1653
3½ Hufen zum Rittergut geschlagen.
1663:
1 Schulzengut mit 2 Hufen von insgesamt 17 Hufen, 4 Bauernstellen.
1692:
8 Bauernstellen und 1 Freigärtnerstelle.
1783:
1 Vorwerk, 6 Bauern- und 18 andere Stellen, 177 Einwohner; „reden deutsch und sind evangelisch“.
1819:
1 Kretscham, 5 Bauergüter, 8 Freigärtner- und 8 Dreschgärtnerstellen, 1 Schmiedewohnung, 14 sonstige Feuerstellen, insgesamt 37 Haushalte; 205 Einwohner (94 männlich, 111 weiblich; 185 Lutheraner, 20 Katholiken).
1830:
38 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 204 Einwohner (kath. 14), evangelische Kirche zu Weigwitz, katholische Kirche zu Wansen. Röthe- und Tabackbau.
1845:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Kretscham, 1 Armenhaus; 38 Häuser, 200 Einwohner (20 katholisch); 7 Handwerker; 600 Merinoschafe, Rapsbau, Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 32 Wohngebäude, 41 Haushaltungen, 182 Einwohner (davon 101 ortsgebürtig; 93 männlich, 89 weiblich; 176 evangelisch, 6 katholisch). Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 16 Haushaltungen, 89 Einwohner (davon 27 ortsgebürtig; 35 männlich, 54 weiblich; 77 evangelisch, 12 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Schäferei entfallen 1 Wohngebäude und 8 Einwohner.
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 245 ha, davon Ackerland 226 ha, Wiesen 0,4 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 23,50 Mark/ha, von Wiesen 35,25 Mark/ha, von Holzungen 9,40 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 35 Wohngebäuden, 43 Haushaltungen und 201 Einwohnern (davon 81 männlich, 120 weiblich; 195 Evangelische, 6 Katholiken). - Gutsbezirk: Flächeninhalt 177 ha, davon Ackerland 170 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 24,07 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 4 Wohngebäuden, 22 Haushaltungen und 74 Einwohnern (davon 34 männlich, 40 weiblich; 61 Evangelische, 13 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz Schäferei entfallen 1 Wohngebäude und 9 Einwohner.
1895:
Landgemeinde: 31 Wohnhäuser, 35 Haushaltungen, 187 Einwohner (davon 80 männlich, 107 weiblich; 182 evangelisch, 5 katholisch). Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 15 Haushaltungen, 82 Einwohner (davon 39 männlich, 43 weiblich; 69 evangelisch, 13 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 30 Wohnhäuser, 37 Haushaltungen, 163 Einwohner (Muttersprache: deutsch 163); Gemarkungsfläche 245,5 ha; Grundsteuer-Reinertrag 23,50 Mark/ha. Gutsbezirk: 2 Wohnhäuser, 18 Haushaltungen, 81 Einwohner (Muttersprache: deutsch 81); Gemarkungsfläche 177,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 24,82 Mark/ha.
1925:
38 Wohnhäuser, 57 Haushaltungen, 286 Einwohner (davon 145 männlich, 141 weiblich; 263 evangelisch, 23 katholisch); Flächengröße 1931: 422,4 ha, Grundsteuer-Reinertrag 24,07 RM/ha.
1935:
240 Einwohner.
1939:
60 Haushaltungen, 236 Einwohner.

Im Robotregister 1663 genannte Bauern:

George Klose, Kretschmer (hält 2 Hufen), Elias Morafe (1½ Hufen), Mathes Prädel (1½ Hufen), Hanß Priebor (2 Hufen).

1692 genannte Bauern:

Friedrich Franke, Michael Frost, Adam Klose, Hanß Klose, George Pancke, Hanß Priebor, Peter Priebor, Merten Schulze, Michael Wagenknecht (ein Gärtnersteller).

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut, zur Majoratsherrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Blacha, Bresler (2), Ducksch (2), Fabich, Franz (2), Gebauer, Glatz, Günther, Hagedorn (2), Hahn (2), Hauf, Hauke (2), Hoffmann, Keitsch, Kern (3), Kierstein, Knipper, Krause, Krautwurst, Lämmchen, Lamm, Meyer (2), Mirowsky, Müller (2), Musiolek, Ohnesorge, Pantke, Pfeiffer, Pliefke, Pohl (2), Quabs, Rabsch, Schadock (2), Schebitz, Schmidt (2), Schönfelder (2),Scholz (2), Schwiersch, Tobianske, Vogt (2), Wagner, Wandel, Warkus, Wiesner, Witt, Wohlfahrt (2), Wunderatsch.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut, zur Herrschaft Klein Öls gehörend: Paul Graf Yorck von Wartenburg.

Literatur:

Paul Neugebauer, Spaziergänge in und um Klein-Oels, 1924, S. 214-217; enthaltend: Lehnbrief des Herzogs Carl v. Münsterberg vom Jahre 1605 (S. 215) und Roboth-Register von Krausenau von 1663 (S. 215-217).

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Krausenau 6/1966, S. 12.

Fritz Damzog, Chronik über Weigwitz und angrenzende Dörfer; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1972, S. 6; 2/1972, S. 11; 3/1972, S. 15.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 94 f.