Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Mellenau

Grundherrschaft:

1149 bis 1301: Vinzenzkloster Breslau; 1301: Hildebrand, Bürger von Breslau; 1783: „Meilen, oder Mellenau, gehöret dem Vinzenzstift zu Breslau“ [bis 1810]; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830: königliches Domainen-Amt Kottwitz, „sonst Vincents-Stift Breslau“; 1845: königliches Rent-Amt Ohlau.

Namen: Mellenau; 1253 Milonovo, 1285 Milenowe, 1301 Milinow, Mylnow, 1360 Milnow, 1372 Meilen, 1427 Meylnau, 1783 Meilen, Mellenau
Polnisch: nach 1945: Milonow
Ortsgründung: Vorläufer: Stiftsgut Chenese; 1301 Hufen erwähnt; ab 1350 schrittweise ausgesetzt
Dorfform: Sackgassendorf, am blinden Ende angerartig erweitert
Amtsbezirk: Seiffersdorf
Standesamtsbezirk: Seiffersdorf
evangelische Kirche: Marschwitz
katholische Kirche: Zottwitz
Entfernung von Ohlau: 8 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten: 50° 56’ 14,0578’’ N; 17° 12’ 37,9211’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 140,35 m, Platte 139,46 m

 

1347:
9 Hufen; davon 7½ Vorwerk.
1783:
6 Bauern- und 16 andere Stellen, 111 Einwohner, „bauen Röte, sprechen deutsch und polnisch und sind katholisch“.
1819:
1 Kretscham, 5 Bauergüter und 8 Freigärtnerstellen, 1 Schmiedewohnung, 6 sonstige Feuerstellen, insgesamt 21 Haushalte; 127 Einwohner (61 männlich, 66 weiblich; 1 Lutheraner, 126 Katholiken).
1829:
21 Häuser mit 141 Einwohnern (8 evangelisch).
1830:
21 Häuser, 141 Einwohner (evangelisch 8), katholische Kirche zu Zottwitz.
1845:
1 Wirtshaus, 18 Häuser, 134 Einwohner (7 evangelisch); 4 Handwerker; Flachsbau, Bienenzucht.
1871:
19 Wohngebäude, 26 Haushaltungen, 144 Einwohner (davon 82 ortsgebürtig; 72 männlich, 22 weiblich; 19 evangelisch, 125 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 227 ha, davon Ackerland 195 ha, Wiesen 11 ha, Holzungen 11 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 27,02 Mark/ha, von Wiesen 23,60 Mark/ha, von Holzungen 6,66 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 22 Wohngebäuden, 24 Haushaltungen und 153 Einwohnern (davon 68 männlich, 85 weiblich; 27 Evangelische, 126 Katholiken).
1895:
18 Wohnhäuser, 21 Haushaltungen, 124 Einwohner (davon 61 männlich, 63 weiblich; 13 evangelisch, 111 katholisch).
1905:
19 Wohnhäuser, 20 Haushaltungen, 116 Einwohner (Muttersprache: deutsch 116); Gemarkungsfläche 227,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 26,12 Mark/ha.
1925:
19 Wohnhäuser, 24 Haushaltungen, 121 Einwohner (davon 58 männlich, 63 weiblich; 21 evangelisch, 100 katholisch); Flächengröße 1931: 227,3 ha, Grundsteuer-Reinertrag 26,12 RM/ha.
1935:
106 Einwohner.
1939:
18 Haushaltungen, 90 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Bischoff, Blaschke, Golsch, Grittner, Hampel, Hiersemann (2), Jeschor, Karkos, Künzel, Langner, Loch, Parche, Salosny, Sambale, Schirmak (2), Schölzel (2), Stephan (2), Süßmann, Urbansky, Wilde [richtig: Milde].

Literatur:

Würben, Marschwitz, Mellenau [im] Meßtischblatt Nr. 2956; in: Herbert Knothe, Beispiele schlesischer Dorfformen, Breslau 1938, Tafel XXV, Abbildung 53.

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Mellenau 6/1966, S. 14.

Mellenau – wie wir es kannten; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1969, S. 14.

Alfons Winkler, Eine Hasen-Treibjagd und andere Wintergeschichten aus der alten Heimat [Zottwitz und Mellenau]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 2/2003, S. 2 f.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 109.