Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln

Neuvorwerk

Grundherrschaft:

bis 1650: Hans Ernst von Prittwitz; ab 1650 Sauermann (später von Saurma genannt); 1819 und 1830: Graf von Sauerma-Jeltsch; 1845: Johann Gustav Graf von Saurma-Jeltsch.

Namen: Neuvorwerk
Polnisch: nach 1945: Nowy Dwor
Ortsgründung: 1650 Vorwerk; vor 1782 (in preußischer Zeit) Dorf auf Markstädter Grund
Dorfform: Gutskolonie in Straßendorfform
Amtsbezirk: Jeltsch
Standesamtsbezirk: Jeltsch
evangelische Kirche: Markstädt (= Laskowitz)
katholische Kirche: Fünfteichen (= Meleschwitz) Kr. Breslau
Entfernung von Ohlau: 12 km
Eisenbahnstation: Markstädt (= Laskowitz)
Koordinaten (Neuvorwerk): 51° 1’ 48,1390’’ N; 17° 24’ 17,8040’’ Ö
dgl. (Neuvorwerk II): 51° 0’ 54,4503’’ N; 17° 23’ 14,0135’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel (I): Trig. Punkt: Pfeiler 140,33 m, Platte 139,44 m
dgl. (II): Trig. Punkt??: Pfeiler,136,41 m, Platte135,52 m

 

1650:
[Neues Vorwerk noch kein Dorf, sondern Vorwerk des Rittergutes Laskowitz].
1783:
Neuvorwerk, jetzt Dorf, gehört noch zum Kreise Breslau bis 31.12.1817; 14 Gärtnerstellen.
1819:
1 Kretscham, 5 Freigärtner- und 6 Dreschgärtnerstellen sowie 29 dienstbare Häuslerstellen, 1 Schmiedewohnung, 3 sonstige Feuerstellen, insgesamt 45 Haushalte; 277 Einwohner (139 männlich, 138 weiblich; 263 Lutheraner, 14 Katholiken).
1830:
55 Häuser, 354 Einwohner (kath. 38), evangelische Kirche zu Laskowitz. – „Hierzu: Grüntanne, ein Theil des Dorfes mit 1 königl. Unterförsterei, im S[üden] ¾ M[eilen] entfernt. Der mit Grüntanne gleichsam ein Ganzes bildende Tannenkretscham oder Minisko, gehört schon zu Peisterwitz, und steht mit diesem und Grüntanne unter dem L[and-] und St[adt-]Gericht Ohlau.“
1845:
55 Häuser, 407 Einwohner (35 katholisch); 1 Viktualhändler; 800 Merinoschafe. Hierzu. Grüntanne, Pertinenz des Dorfes, 4 Stellen, „worunter der ehemalige Tannenkretscham gehört“.
1871:
Landgemeinde: 52 Wohngebäude, 114 Haushaltungen, 489 Einwohner (davon 354 ortsgebürtig; 221 männlich, 268 weiblich; 454 evangelisch, 35 katholisch); auf die Colonie Grüntanne entfallen 7 Wohngebäude und 62 Einwohner. Gutsbezirk: 4 Wohngebäude, 12 Haushaltungen, 49 Einwohner (davon 20 ortsgebürtig; 24 männlich, 25 weiblich; 32 evangelisch, 17 katholisch); auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohngebäude und Einwohner: Forsthaus Garzuche 1 und 2, Teichwärterei 1 und 8.
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 236 ha, davon Ackerland 169 ha, Wiesen 49 ha, Holzungen 3 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 7,44 Mark/ha, von Wiesen 13,32 Mark/ha, von Holzungen 2,74 Mark/ha. 2 Wohnplätze mit 54 Wohngebäuden, 113 Haushaltungen und 509 Einwohnern (davon 225 männlich, 284 weiblich; 491 Evangelische, 18 Katholiken). Auf den Nebenwohnplatz „Grüntanne, Antheil Neuvorwerk“ entfallen 5 Wohngebäude und 43 Einwohner.– Gutsbezirk: Flächeninhalt 254 ha, davon Ackerland 158 ha, Wiesen 35 ha, Holzungen 50 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 12,14 Mark/ha, von Wiesen 7,44 Mark/ha, von Holzungen 4,31 Mark/ha. 4 Wohnplätze mit 5 Wohngebäuden, 12 Haushaltungen und 77 Einwohnern (davon 41 männlich, 36 weiblich; 32 Evangelische, 45 Katholiken). Auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Forsthaus Garsuche 1 und 9, Forsthaus Grüntanne 1 und 9, Teichwärterei 1 und 5.
1895:
Landgemeinde: 58 Wohnhäuser, 119 Haushaltungen, 503 Einwohner (davon 237 männlich, 266 weiblich; 475 evangelisch, 28 katholisch); auf den Nebenwohnplatz „Grüntanne, Antheil Neuvorwerk“ entfallen 7 Wohnhäuser und 48 Einwohner. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 15 Haushaltungen, 71 Einwohner (davon 37 männlich, 34 weiblich; 39 evangelisch, 32 katholisch); auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Forsthaus Garsuche 1 und 7, Forsthaus Grüntanne 1 und 7, Teichwärterei 1 und 2.
1905:
Landgemeinde: 51 Wohnhäuser, 95 Haushaltungen, 388 Einwohner (Muttersprache: deutsch 387, polnisch 1); Gemarkungsfläche 231,8 ha; Grundsteuer-Reinertrag 7,96 Mark/ha. Gutsbezirk: 6 Wohnhäuser, 13 Haushaltungen, 60 Einwohner (Muttersprache: deutsch 51, polnisch 9); Gemarkungsfläche 259,5 ha; Grundsteuer-Reinertrag 10,21 Mark/ha; auf die Nebenwohnplätze entfallende Wohnhäuser und Einwohner: Forsthaus Garsuche 1 und 3, Forsthaus Grüntanne 1 und 3, Teichwärterei 1 und 5; Waldwärterhaus Neu Vorwerk 1 und 5.
1925:
3 Wohnplätze, 67 Wohnhäuser, 107 Haushaltungen, 419 Einwohner (davon 212 männlich, 207 weiblich; 382 evangelisch, 29 katholisch); Flächengröße 1931: 413,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 8,68 RM/ha.
1935:
408 Einwohner.
1939:
118 Haushaltungen, 376 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut, zum Fideikommiß Jeltsch gehörig: Johannes Graf von Saurma Jeltsch auf Jeltsch.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Aulich (2), Babatz (3), Beutner (3), Bochnig (14), Böhm, Brockel, Dzialas (3), Dziuballe (3), Eckert, Engwerth, Fischer, Flor (3), Gastauer, Gerlach (3), Gitschel (3), Glufke (2), Grabolle (9), Haja (3), Hallek (2), Handrischek, Heinsch, Hermann (2), Hoffmann, Hornig, Jedzig, Kliche, Klose, Knies, Kottirre (3), Kreusel, Krappatsch (2), Krusch (4), Laske, Liebschwager, Melzer, Mierswa, Morawe, Müller, Ollek (2), Peisker (2), Richter (4), Riedel (2), Rogoll (2), Schiler, Schlappe (2), Scholz (2), Schubert, Schwarz (2), Seel, Seydlitz, Skripalle, Smolny, Sterz, Thieme, Tille, Tinzmann, Trumpke (3), Urban (2), Wabnik, Wiehle (2), Wieloch (2), Wiezorek, Will, Winter, Ziegler.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Johann Ernst Graf von Saurma Jeltsch auf Jeltsch.

Literatur:

Gerhard Winter, Die Holzfuhrleute [von Neuvorwerk]; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1989, S. 28.

Gerhard Winter, Neuvorwerk am Zinnobersee; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 3/1989, S. 32 f.

Gerhard Winter, Aus allen Himmelsrichtungen kam man nach Neuvorwerk; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 6/1989, S. 28.

Gerhard Winter, Ortsliste Neuvorwerk; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/1994, S. 20.

Gerhard Winter, Zu Neuvorwerk mit Garsuche; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 10/2004, S. 31 f.

Gerhard Winter, [Klaus Kunze], Neuvorwerk; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 5/2005, S. 30.

Ilse Glufke, Leidenszug der Gemeinde Neuvorwerk 1945 geleitet von Treckführer Seidlitz; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 1/2006, S. 25.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 114.

A. und G. Winter, Vor 70 Jahren in Markstädt und Neuvorwerk; in: Heimatblatt Strehlen/Ohlau 4/2008, S. 22.