Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Peltschütz

Grundherrschaft:

1232 Bogdan von Polganoro oder Pelcicz; 1264: Kirche und Pfarrei Bresmir (Wüstebriese); 1345 Herzog; 1620 Helene von Tschirnhausen geb. Schenck; 1783: „Peltschüz, gehöret dem Herrn von Hubrich“; 1819: von Rosenberg-Lipinskysche Erben; 1830: „Königl. Regierungsrath v. Heinen“; 1845: Adam Friedrich von Eicke auf Marschwitz.

Namen: Peltschütz, 1322 Pelczicz, 1361 Poltschicz, 1374 Poltschiz
Polnisch: nach 1945: Pelczyce
Ortsgründung: slawische Siedlung; vor 1374 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: straßendorfartige Gutssiedlung
Amtsbezirk: Marschwitz, 1885 Goy
Standesamtsbezirk: Göllnerhain (= Goy)
evangelische Kirche: Marschwitz; 1885, 1895 Wüstebriese
katholische Kirche: Hennersdorf bis 1891; 1895, 1905 ff. Kresseheim (Niefnig)
Entfernung von Ohlau: 7 km
Eisenbahnstation: Ohlau
Koordinaten (Peltschütz): 50° 54’ N; 17° 13’ Ö

 

1478:
3 Lehnsleute.
1783:
1 Vorwerk, 1 Windmühle, 9 Haushalte, 76 Einwohner, „sprechen deutsch und polnisch und sind evangelisch“
1819:
1 Kretscham, 2 Freigärtner- und 5 Dreschgärtnerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 1 sonstige Feuerstelle, insgesamt 11 Haushalte; 87 Einwohner (46 männlich, 41 weiblich; 83 Lutheraner, 4 Katholiken).
1830:
14 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 96 Einwohner (kath. 7), evangelische Kirche zu Marschwitz, katholische Kirche zu Henenrsdorf; 1 Brennerei, 1 Windmühle.
1845:
1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Windmühle, 1 Wirtshaus, 1 Brennerei, 14 Häuser, 110 Einwohner (22 katholisch); 3 Handwerker, 1 Höcker [Höker]; Rapsbau, Bienenzucht.
1871:
Landgemeinde: 7 Wohngebäude, 8 Haushaltungen, 37 Einwohner (davon 19 ortsgebürtig; 19 männlich, 18 weiblich; 31 evangelisch, 6 katholisch). Gutsbezirk: 6 Wohngebäude, 26 Haushaltungen, 116 Einwohner (davon 30 ortsgebürtig; 64 männlich, 52 weiblich; 79 evangelisch, 37 katholisch); auf den Nebenwohnplatz Ziegelei entfallen 1 Wohngebäude und 13 Einwohner.
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 15 ha, davon Ackerland 14 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 41,12 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 10 Wohngebäuden, 21 Haushaltungen und 68 Einwohnern (davon 29 männlich, 39 weiblich; 49 Evangelische, 19 Katholiken). – Gutsbezirk: Flächeninhalt 193 ha, davon Ackerland 185 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 40,73 Mark/ha, von Holzungen 14,10 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 3 Wohngebäuden, 21 Haushaltungen und 66 Einwohnern (davon 31 männlich, 35 weiblich; 50 Evangelische, 16 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 9 Wohnhäuser, 23 Haushaltungen, 87 Einwohner (davon 44 männlich, 43 weiblich; 61 evangelisch, 26 katholisch). Gutsbezirk: 1 Wohnhaus, 20 Haushaltungen, 77 Einwohner (davon 36 männlich, 41 weiblich; 52 evangelisch, 25 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 10 Wohnhäuser, 21 Haushaltungen, 73 Einwohner (Muttersprache: deutsch 73) Gemarkungsfläche 18,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 41,89 Mark/ha. Gutsbezirk: 4 Wohnhäuser, 18 Haushaltungen, 65 Einwohner (Muttersprache: deutsch 65); Gemarkungsfläche 201,1 ha; Grundsteuer-Reinertrag 41,09 Mark/ha; auf den Nebenwohnplatz Schäferei entfallen 1 Wohngebäude und 11 Einwohner.
1925:
16 Wohnhäuser, 33 Haushaltungen, 134 Einwohner (davon 60 männlich, 74 weiblich; 102 evangelisch, 28 katholisch); Flächengröße 1931: 207,7 ha, Grundsteuer-Reinertrag 40,91 RM/ha.
1935:
122 Einwohner.
1939:
29 Haushaltungen, 120 Einwohner.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Arndt, Barus (2), Bienas, Blümel, Böhm (2), Drabent, Gottschal (2), Hayn, Kapitza (3), Kunisch, Linke (2), Menzel, Mönche, Mroß, Mücke, Niesor, Pollak, Prause, Reichert (2), Schlosser (2), Stephan, Tansinne, Tschech (2).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Peltschütz 7/1966, S. 5.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 122.