Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Quosdorf (= Quosnitz)

Grundherrschaft:

1358: [Geschlecht der Quos/Quos aus Sachsen]; 1783: „Quosniz, das Dohmkapitul zu Breslau ist eigentlich Grundherrschaft; das Vorwerk wird als ein bürgerlich Dominium angesehen, und gehört der Frau, Johanna Beate Nebelin; es ist aus verschiedenen freyen Bauerhufen entstanden“; 1819: Carl Langenmeyer; 1830: Karl Langenmeyer, sonst Dom-Kapitel in Breslau; 1845: „Friedrich von Heinz besitzt das Freigut“ (dieses „hatte schon 1778 einen Privatbesitzer Lieutenant Schellroth“); „früher Domkapitel Breslau“; Dominium „zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Quosdorf, bis 3.2.1937 Quosnitz; 1358 Qwasnicz
Polnisch: nach 1945: Chwastnica
Ortsgründung: deutsche Gründung vor 1358
Dorfform: Gutssiedlung mit angebautem Straßendorf
Amtsbezirk: Quosdorf (= Quosnitz)
Standesamtsbezirk: Quosdorf (= Quosnitz)
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 14 km
Eisenbahnstation: Wangern, Klein Thomaskirch
Koordinaten (Quosdorf): 50° 55’ N; 17° 07’ Ö

 

1783:
1 Vorwerk, 8 Hofstellen.
1819:
1 herrschaftliches Schloß, 1 Kretscham, 6 Freigärtnerstellen, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, insgesamt 10 Haushalte; 72 Einwohner (39 männlich, 33 weiblich; 65 Lutheraner, 7 Katholiken).
1830:
11 Häuser, 1 herrschaftliches Wohnhaus und Vorwerk, 81 Einwohner (kath. 7), evangelische Kirche zu Groß-Peiskerau (Gastgemeinde), katholische Kirche zu Thomaskirch, 1 Röthedarre, 1 Windmühle.
1845:
1 herrschaftliches Wohnhaus und Vorwerk, 1 Windmühle, 10 Häuser, 76 Einwohner (14 katholisch); 1 Schmied; 470 Merinoschafe; Röthe- und Rapsbau nebst Röthedarre.
1871:
10 Wohngebäude, 18 Haushaltungen, 74 Einwohner (davon 26 ortsgebürtig; 36 männlich, 38 weiblich; 59 evangelisch, 15 katholisch).
1885:
4 Wohnplätze, 69 Wohnhäuser, 101 Haushaltungen, 366 Einwohner (davon 186 männlich, 180 weiblich; 360 evangelisch, 6 katholisch); Flächengröße 1931: 328,4 ha, Grundsteuer-Reinertrag 6,97 RM/ha.
1895:
11 Wohnhäuser, 21 Haushaltungen, 113 Einwohner (davon 46 männlich, 67 weiblich; 103 evangelisch, 10 katholisch). Auf den Nebenwohnplatz Windmühle entfallen 1 Wohnhaus und 5 Einwohner.
1905:
11 Wohnhäuser, 26 Haushaltungen, 117 Einwohner (Muttersprache: deutsch 117); Gemarkungsfläche 139,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,53 Mark/ha. Auf den Nebenwohnplatz Windmühle entfallen 1 Wohnhaus und 4 Einwohner.
1925:
12 Wohnhäuser, 29 Haushaltungen, 106 Einwohner (davon 47 männlich, 59 weiblich; 93 evangelisch, 13 katholisch); Flächengröße 1931: 139,6 ha, Grundsteuer-Reinertrag 25,53 RM/ha.
1935:
101 Einwohner.
1939:
22 Haushaltungen, 88 Einwohner.

Freigutsbesitzer 1894:

Freigut: Paul Reinhard.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Damas (2), Fuchs, Geister, George, Glatz, Glied, Hamann, Haschke, Kaufmann, Krause, Mai (4), Raabe (2), Reinhard, Schindler (2), Schölzel, Schönbrunn, Simon, Staar, Süßenbach, Wende, Zappe.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Frau Emma Reinhard geb. Ruprecht (Familienbesitz seit 1861).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Quosnitz (später Quosdorf) 7/1966, S. 5.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 126.

Standesamtsregister:

Staatsarchiv Breslau: 1874-1882; Standesamt Ohlau: Geburten, Heiraten und Sterbefälle 1898-1938 jeweils mit Lücken. Verfilmungen: 1874-1877 Film SLC 1191729.