Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Radwaldau (= Radlowitz)

Grundherrschaft:

Seit 1288: Domkapitel Breslau; 1783: „Radelwiz, auch Radlowiz, gehöret dem Dohmkapitul zu Breslau“; 1819: Königliches Rentamt zu Breslau; 1830: Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Dom-Kapitel Breslau; 1845: Königliches Rent-Amt Ohlau, sonst Collegiat-Stift ad St. Crucem in Breslau.

Namen: Radwaldau, bis 3.2.1937 Radlowitz; 1288 Radlowiz
Polnisch: nach 1945: Radlowice
Ortsgründung: vor 1288 (?)
Dorfform: Angerdorf
Amtsbezirk: Haltauf
Standesamtsbezirk: Haltauf
evangelische Kirche: Groß Peiskerau
katholische Kirche: Thomaskirch
Entfernung von Ohlau: 16 km
Eisenbahnstation: Wangern
Koordinaten (Radwaldau): 50° 55’ N; 17° 05’ Ö

 

1333:
Scholtisei erwähnt.
1602:
8 Bauern; Scholtisei 2 Freihufen.
1663:
[Bauer Semper übernimmt das Schulzengut.]
1745:
4 Bauernstellen.
1783:
7 Bauern- und 10 andere Stellen, 112 Einwohner, „sind evangelisch und sprechen deutsch“.
1819:
1 Kretscham, 6 Bauergüter und 3 Freigärtnerstellen sowie 1 Freihäuslerstelle, 1 Müllerhaus, 1 Schmiedewohnung, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 22 Haushalte; 145 Einwohner (72 männlich, 73 weiblich; 91 Lutheraner, 54 Katholiken).
1830:
20 Häuser, 1 Freischoltisei, 152 Einwohner (kath. 59), evangelische Kirche zu Groß-Peiskerau (Gastgemeinde), 1 evangelische Schule, 1 Lehrer, katholische Kirche zu Thomaskirch; 1 Röthedarre, 1 Windmühle.
1845:
1 Freischoltisei, 1 evangelische Schule, 1 Windmühle, 1 Wirtshaus; 19 Häuser, 170 Einwohner (60 katholisch); 4 Handwerker; 450 Schafe, 72 Rinder, 50 Schweine; Röthebau und Därre.
1871:
25 Wohngebäude, 38 Haushaltungen, 184 Einwohner (davon 54 ortsgebürtig; 81 männlich, 103 weiblich; 122 evangelisch, 62 katholisch).
1885:
Flächeninhalt 310 ha, davon Ackerland 277 ha, Wiesen 10 ha, Holzungen 2 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,85 Mark/ha, von Wiesen 37,99 Mark/ha, von Holzungen 9,01 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 22 Wohngebäuden, 30 Haushaltungen und 170 Einwohnern (davon 78 männlich, 92 weiblich; 124 Evangelische, 46 Katholiken).
1895:
21 Wohnhäuser, 34 Haushaltungen, 157 Einwohner (davon 71 männlich, 86 weiblich; 117 evangelisch, 40 katholisch).
1905:
21 Wohnhäuser, 32 Haushaltungen, 149 Einwohner (Muttersprache: deutsch 147, polnisch 2); Gemarkungsfläche 309,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 26,20 Mark/ha.
1925:
17 Wohnhäuser, 29 Haushaltungen, 128 Einwohner (davon 65 männlich, 63 weiblich; 114 evangelisch, 14 katholisch); Flächengröße 1931: 309,9 ha, Grundsteuer-Reinertrag 26,20 RM/ha.
1935:
113 Einwohner.
1939:
28 Haushaltungen, 112 Einwohner.

Bauergutsbesitzer 1894:

Erbscholtisei Nr. 1: Otto Semper.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Ballon, Braunsdorf, Dindas, Fliegner, Hanke, Heinze, Hoffmann, Jandik, Janick, Jenderze, Jordan, Kleinoth, Klimke, König, Mohaupt, Müller (3), Münch, Naß, Reimann, Rudnig (2), Sambale, Semper, Scharlibe, Schibille (2), Strauch.

Bauergutsbesitzer 1937:

Freigut Nr. 7 und Güter Nr. 5, 10, 11 und 14: Alfred Hoffmann; Erbscholtisei Nr. 1 (Erbhof): Martin Semper (Familienbesitz seit 1663); Gut Nr. 4/6: M[athilde] Schibille; Gut Nr. 5/7: Robert Reimannsche Erben.

Literatur:

Emil Opitz, Die Arten des Rustikalbesitzes und die Laudemien und Markgroschen in Schlesien, Breslau 1904; darin: Markgroschen 1679 auf Rustikalbesitz in Radlowitz S. 383.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 127.

Aus der Urgeschichte von Radlowitz (sp. Radwaldau), von H. Rudnig im Heimatkalender für Stadt und Kreis Ohlau 1927, S 102 ff.; in: Heinz Quester, Aus der Geschichte von Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien, Alfter 2010 (Beiheft 3 zu Günther/Quester, Kreis und Stadt Ohlau in Schlesien von den Anfängen bis 1945, 3 Bände: 1982, 1988, 2003); hier S. 339.