Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Sackerau

Grundherrschaft:

um 1360 von Schwenkfeld; 1383 Ritter Gregorius Jezar; 1675 Herzog; 1783: „Sackerau, Sakrau, ist dem Amte Olau gehörig; 1819: Domainen-Amt Ohlau; 1830: „Dominial-Besitzer von Wentzky’sche Erben“; 1845: „Besitzer Martin; Gemeinde zinst dem Rent-Amt Ohlau“.

Namen: Sackerau; 1365 Sakerow, 1383 Saccora, 1830 und 1845 Sackrau; 1830 auch Zakrzow
Polnisch: nach 1945: Zakrzow
Ortsgründung: slawische Gründung; vor 1383 zu deutschem Recht umgesetzt
Dorfform: Straßendorf, ursprünglich Gutssiedlung
Amtsbezirk: Märzdorf
Standesamtsbezirk: Jungwitz, 1885, 1895 und 1905 Märzdorf
evangelische Kirche: Zedlitz
katholische Kirche: Märzdorf; 1885 Ohlau
Entfernung von Ohlau: 9 km
Eisenbahnstation: Leisewitz
Koordinaten: 50° 59’ 20,.8726’’ N; 17° 16’ 18,7145’’ Ö
Höhe über Meeresspiegel: Trig. Punkt: Pfeiler 134,49 m, Platte 133,59 m

 

1604:
1 Vorwerk; 6 Gärtner. 1 Gärtnerstelle 1605 als Scholtisei eingerichtet.
1743:
12 Dreschgärtnerstellen.
1783:
1 Vorwerk, 1 Mühle, 26 andere Häuser; „die 96 Einwohner reden deutsch und polnisch, sind der Religion nach untermengt, bauen Röte und Tabak, und sind nach Zedlitz eingepfarrt. Vor einigen Jahren hat man zerbrochne Urnen auf den Dorfsfeldern gefunden“.
1819:
1 Kretscham, Bauergüter, 22 Freigärtnerstellen, 1 Schmiedewohnung, 9 sonstige Feuerstellen, insgesamt 33 Haushalte; 259 Einwohner (131 männlich, 128 weiblich; 210 Lutheraner, 46 Katholiken).
1830:
39 Häuser, 1 herrschaftliches Vorwerk, 1 Freischoltisei, 266 Einwohner (kath. 51), evangelische Kirche zu Zedlitz, katholische Kirche zu Ohlau; 1 Ziegelei; Urnen in nahen Stadtbergen.
1845:
1 herrschaftliches Wohnhaus, 1 herrschaftliches Vorwerk („früher königlich und hat dessen Besitzer auch die sonst königliche Fischerei in der Ohla erworben“); 1 Ziegelei, 1 Kretscham, 1 Freischoltisei, 41 Häuser, 294 Einwohner (68 katholisch); 3 Handwerker, 1 Höcker [Höker]; 1000 Merinoschafe, 203 Rinder; Tabak- und Rapsbau; Heugewinn über den Bedarf.
1871:
Landgemeinde: 39 Wohngebäude, 64 Haushaltungen, 254 Einwohner (davon 161 ortsgebürtig; 114 männlich, 140 weiblich; 45 evangelisch, 209 katholisch; [letztere Zahlen sind offensichtlich vertauscht; richtig ist: 209 evangelisch, 45 katholisch]); Gutsbezirk: 5 Wohngebäude, 18 Haushaltungen, 63 Einwohner (davon 16 ortsgebürtig; 32 männlich, 31 weiblich; 44 evangelisch, 19 katholisch).
1885:
Landgemeinde: Flächeninhalt 160 ha, davon Ackerland 65 ha, Wiesen 88 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 16,45 Mark/ha, von Wiesen 24,07 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 40 Wohngebäuden, 55 Haushaltungen und 243 Einwohnern (davon 123 männlich, 120 weiblich; 209 Evangelische, 34 Katholiken). – Gutsbezirk: Flächeninhalt 358 ha, davon Ackerland 220 ha, Wiesen 86 ha, Holzungen 32 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 19,19 Mark/ha, von Wiesen 21,03 Mark/ha, von Holzungen 3,13 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 4 Wohngebäuden, 14 Haushaltungen und 64 Einwohnern (davon 28 männlich, 36 weiblich; 38 Evangelische, 26 Katholiken).
1895:
Landgemeinde: 39 Wohnhäuser, 52 Haushaltungen, 210 Einwohner (davon 92 männlich, 118 weiblich; 173 evangelisch, 35 katholisch, 1 anderer Christ, 1 anderer). Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 14 Haushaltungen, 71 Einwohner (davon 34 männlich, 37 weiblich; 45 evangelisch, 26 katholisch).
1905:
Landgemeinde: 36 Wohnhäuser, 51 Haushaltungen, 210 Einwohner (Muttersprache: deutsch 210); Gemarkungsfläche 159,0 ha; Grundsteuer-Reinertrag 21,97 Mark/ha. Gutsbezirk: 5 Wohnhäuser, 10 Haushaltungen, 33 Einwohner (Muttersprache: deutsch 33); Gemarkungsfläche 357,7 ha; Grundsteuer-Reinertrag 17,82 Mark/ha.
1925:
39 Wohnhäuser, 61 Haushaltungen, 252 Einwohner (davon 121 männlich, 131 weiblich; 215 evangelisch, 33 katholisch); Flächengröße 1931: 490,1 ha, Grundsteuer-Reinertrag 19,99 RM/ha.
1935:
219 Einwohner.
1939:
61 Haushaltungen, 255 Einwohner.

Rittergutsbesitzer 1894:

Rittergut: Karl Pohl.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Baschwitz (2), Bastisch, Berndt (2), Bresler, Fabich, Feihe (2), Frühklug, Fuchs (2), Giewald, Graber, Grabolle (2), Grätz, Gummich, Hantke, Hauke, Heimann, Herbst, Kache, Kipke, Konietzke, Korsus, Kottwitz, Kraske, Kubitza (2), Lobe (2), Maiwald, Mangliers, Michalke (2), Neugebauer, Otto, Psuck, Pult (6), Raabe (2), Retter, Sambale (2), Schindler, Schneider (3), Schubert, Senft (2), Sperling, Tschechne (5), Unverricht, Weigelt (2), Wieczorek (2), Wuttke.

Rittergutsbesitzer 1937:

Rittergut: Oberamtmann Emil Graber.

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 – 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Sackerau 7/1966, S. 5.

Gustav Schippmann, Chronik über das Dorf Sackerau, Kr. Ohlau; Heimatblatt Strehlen/Ohlau 7/1979, S. 12; 8/1979, S. 10; 9/1979, S. 4.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 136.