Forschungsgruppe Kreis Ohlau

Forschungsgruppe Kreis Ohlau, Schlesien, der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Klaus Kunze, Stegwiese 35, 51067 Köln


Schockwitz

Grundherrschaft:

1361 Hanco von Gusten und Hanco von Weisdorf verkaufen je 1 Hufe an Peczo Ygram; 1477: Sandstift Breslau; 1783: „Schokwiz, dem Sandstift in Breslau gehörig“; 1819: Domainen-Amt Kottwitz; 1830 und 1845: „königliches Rent-Amt Ohlau (sonst Sandstift Breslau)“.

Namen: Schockwitz, um 1300 Cachowicz; 1360 Schakowicz (im Breslauischen), 1390 Sakowicz, 1396 Schostacowicz, 1422 Schodolwitz, 1514 Schostakowitz; 1783 ff. Scho(c)kwi(t)z, 1830 auch Zokowicze
Polnisch: nach 1945: Szostakowice
Ortsgründung: vor 1389 zu deutschem Recht ausgesetzt
Dorfform: Gutssiedlung
Amtsbezirk: Saulwitz, vor 1935 Rohrau
Standesamtsbezirk: Saulwitz, vor 1935 Rohrau
evangelische Kirche: Sillmenau Kreis Breslau
katholische Kirche: Thauer/Rothbach Kreis Breslau, früher Rothsürben
Entfernung von Ohlau: 15 km
Eisenbahnstation: Kattern
Koordinaten (Schockwitz): 50° 59’ N; 17° 07’ Ö

 

1353:
1 Vorwerk; 7 Hufen.
1743:
2 Bauernstellen.
1783:
„Die Einwohner bauen etwas Röte, sind katholisch und evangelisch, sprechen deutsch und polnisch, ihre Zahl ist 39; welche eine evangelische Schule, 2 Bauerhöfe und 7 andere Häuser besitzen.“
1819:
3 Freigärtnerstellen sowie 1 dienstbare Häuslerstelle, Schmiedewohnung, 1 sonstige Feuerstelle, insgesamt 5 Haushalte; 59 Einwohner (35 männlich, 24 weiblich; 28 Lutheraner, 31 Katholiken).
1830:
1 Freischoltisei, 9 Häuser, 68 Einwohner (24 katholisch), evangelische Kirche zu Sillmenau, katholische Kirche zu Thauer.
1845:
1 Freischoltisei, 6 Häuser, 58 Einwohner (11 katholisch); 5 Handwerker.
1871:
10 Wohngebäude, 20 Haushaltungen, 80 Einwohner (davon 18 ortsgebürtig; 33 männlich, 47 weiblich; 54 evangelisch, 23 katholisch, 3 Juden).
1885:
Flächeninhalt 114 ha, davon Ackerland 108 ha, Holzungen 1 ha; Grundsteuer-Reinertrag vom Ackerland 25,85 Mark/ha, von Holzungen 5,87 Mark/ha. 1 Wohnplatz mit 10 Wohngebäuden, 21 Haushaltungen und 84 Einwohnern (davon 39 männlich, 45 weiblich; 59 Evangelische, 25 Katholiken).
1895:
7 Wohnhäuser, 19 Haushaltungen, 83 Einwohner (davon 37 männlich, 46 weiblich; 58 evangelisch, 24 katholisch, 1 Jude).
1905:
8 Wohnhäuser, 18 Haushaltungen, 60 Einwohner (Muttersprache: deutsch 53, polnisch 7); Gemarkungsfläche 113,6 ha; Grundsteuer-Reinertrag 25,91 Mark/ha.
1925:
9 Wohnhäuser, 22 Haushaltungen, 83 Einwohner (davon 40 männlich, 43 weiblich; 49 evangelisch, 34 katholisch); Flächengröße 1931: 113,6 ha, Grundsteuer-Reinertrag 25,91 RM/ha.
1935:
85 Einwohner.
1939:
22 Haushaltungen, 82 Einwohner.

Gutsbesitzer 1894:

Freigut Nr. 2: Hermann Dyhrenfurth.

Im Einwohnerbuch 1935 genannte Haushaltungsvorstände (Anzahl):

Bräuer, Dobin, Döring, Goch, Hipke, Jäkel, Jonscher, Laske, Lober, Pawelleck, Regner, Sonnabend, Stiller (2), Wallor (2), Werner, Winkler, Witteck (2).

Gutsbesitzer 1937:

Freigut Nr. 2: Prätorius Freiherr von Richthofen auf Schwarzaue (Kreis Breslau).

Literatur:

Erich Quester, Der Kreis Ohlau in Urkunden der Jahre 1331 1398; [Artikelreihe in:] Heimatblatt Strehlen/Ohlau 11/1965-8/1966; Schockwitz 7/1966, S. 6.

Heinz Quester, Ortslexikon des Kreises Ohlau/Schlesien, Alfter 2007, S. 139.